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Morgen (11.12.) um 19 Uhr läuft auf Arte eine 45-minütige Doku über das Taipei 101: “Der Himmel über Taiwan”.

http://www.arte.tv/de/programm/242,date=11/12/2008.html

Wiederholung am 18.12.08 um 16:50 Uhr.

Weitere Links zu Videos über Taiwan stehen hier.


  • Chinesische Pandabären dürfen einreisen, aber tibetische Religionsführer sind nicht willkommen: Präsident Ma Ying-jeou findet, ein Besuch des Dalai Lama in Taiwan käme zur Zeit irgendwie ungelegen. Ich erinnere mich sehr gut an eine englischsprachige Pressekonferenz am Abend seines Wahlsiegs im März, bei der ich anwesend war. Da hat er glasklar gesagt (und am nächsten Tag noch einmal wiederholt), der Dalai Lama sei in Taiwan sehr willkommen. Was ist in der Zwischenzeit passiert, warum hat Herr Ma seine Meinung geändert? Ob es etwas mit der „Entspannung“ im Verhältnis mit China zu tun hat, die er sich auf die Fahnen schreibt? Der Preis dafür scheint hoch zu sein.

Ma PK Wahlabend

  • Lesenswert: Die Süddeutsche bringt unter dem Titel „Gefährliche Umarmung“ ein schönes, differenziertes und facettenreiches Stimmungsbild über Taiwans schwieriges Verhältnis zu China.
  • Bei Google kann man neuerdings das Fotoarchiv der legendären Zeitschrift Life durchstöbern – Jahrzehnte zurück. Blogger Robert (a.k.a. „The Only Redhead in Taiwan“) hat das mal mit dem Suchwort „Taiwan“ probiert und seine schönsten Fundstücke hier zusammengestellt. Zum Beispiel ein idyllisches Taipei anno 1950 – so sieht’s heute leider nicht mehr aus:

Taipei 1950

  • Dummes hört man leider ab und zu auch in Taiwan und liest es auch in der Taipei Times, zum Beispiel das hier: „The foreign workers are the cause of joblessness“.
  • Auch eine eher nicht so eine kluge Idee sind so genannte Konsumgutscheine. Geldgeschenke vom Staat an alle, um die Konjunktur anzukurbeln. Einige deutsche Politiker halten das gerade für sinnvoll. Taiwans Regierung auch: die will das wirklich durchziehen, und zwar noch vor Chinesisch Neujahr im Januar.
  • Warum das aber wahrscheinlich voll in die Hose gehen, jedenfalls nicht den gewünschten Effekt haben wird, erklärt dieses Blog sehr schön: „They’re going to give out ’spending coupons’ that you can’t save, so you’ll have to spend them.The problem is that after about ten second’s thought, people will just substitute these coupons for ordinary money in their normal spending. Then, they will save or pay down debts with the money they saved.“
  • In Taiwan treiben sich, wie in vielen Ländern Asiens und Afrikas, evangelikale Missionare herum und wollen die Menschen auf den rechten Weg bringen, nämlich ihren. Angeblich haben sie neulich innerhalb von vier Tagen 13.000 Taiwaner bekehrt. Wahrscheinlich gibt es in Taiwan schon so viele Götter, dass ein paar falsche Heilige gar nicht weiter auffallen.
  • Katholische Missionare gibt es dort auch, zum Beispiel aus Österreich. Die treten aber weniger größenwahnsinnig auf und erforschen sogar die Sprachen der taiwanischen Ureinwohner.

Es hat sich mal wieder einiges an interessanten Links angesammelt.

  • Dieses Video zeigt recht anschaulich, wie Polizisten beim Besuch eines chinesischen Unterhändlers in Taipeh taiwanischen Demonstranten ihre eigene Nationalflagge aus den Händen gerissen haben, während Flaggen der Volksrepublik China offenbar gezeigt werden durften. Eine in vielerlei Hinsicht absurde Situation: Eigentlich ist die rot-blaue Flagge der Republik China bei Befürwortern der taiwanischen Unabhängigkeit gar nicht besonders beliebt, weil die weiße Sonne auf blauem Grund zugleich das Emblem der Regierungspartei Kuomintang ist.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=6yM91fiv0Xk&hl=de&fs=1]

  • Solche Aktionen kennt man sonst eigentlich nur von Chinesen, die irgendwo im Ausland allergisch auf Taiwans Flagge reagieren und dann gerne mal handgreiflich werden, so wie hier 2006 bei den International Children’s Games in Thailand:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OaB6QSUmtBo&hl=de&fs=1]

  • Die USA Today hat ein Interview mit Präsident Ma Ying-jeou geführt. Nach den Aktionen der Polizei wird nicht gefragt.
  • Der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Verteidigungs-Staatssekretär Klaus Rose, einer der eher wenigen Taiwan-Experten in der deutschen Politik, schreibt über die heikle gegenwärtige Situation u.a.: Präsident Ma („Pferd“) muss aufpassen, nicht zu sehr in den Sog Pekings zu geraten und als „Trojanisches Pferd“ in die Geschichte Taiwans einzugehen.
  • Ein amerikanischer Film namens Formosa Betrayed ist gerade in Postproduktion. Er spielt im Taiwan der früher 80er und befasst sich u.a. mit den Machenschaften des damaligen KMT-Regimes unter Chiang Ching-kuo. Gefilmt wurde er aber nicht vor Ort, sondern in Bangkok:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=4IdsSnYIpHw&hl=de&fs=1]

  • Einige Ausschnitte aus aktuellen taiwanischen Kinofilmen, darunter der absolute Überraschungserfolg Cape No. 7, finden sich hier.
  • Bloggerin Konstanze macht sich Gedanken über die Gründe für die hohe Selbstmordrate in Taiwan: „Nach solchen Zahlen sieht man die allgemeine Heiterkeit und Freundlichkeit der Taiwanesen irgendwie mit ganz anderen Augen und fragt sich: Welche Tragödien verbergen die Leute wohl hinter ihrem steten Lächeln?“
  • Mit diesem Thema hat sich auch die BBC beschäftigt: Viele Eltern nehmen nicht nur sich das Leben, sondern auch gleich ihren Kindern.
  • Chinesische Touristen in Taiwan und ein unerwarteter Kulturschock: Taipei kommt ihnen im Vergleich mit Peking oder Shanghai ziemlich heruntergekommen vor.
  • Der Deutschlandfunk hat für eine Radioreportage ebenfalls eine Gruppe chinesischer Touristen in Taiwan begleitet (auch als Audio-Datei).
  • Das SZ-Magazin schreibt über Taiwans Yushan („Jadeberg“), mit 3952 Metern der höchste Gipfel Asiens östlich des Himalaya, höher auch als der Fujiyama in Japan. Zwei Drittel Taiwans sind Gebirge – deswegen sind die Küstenebenen so unglaublich dicht besiedelt.
  • Viele Taiwaner holen sich Frauen aus China und anderen ärmeren asiatischen Ländern wie Vietnam. Hier steht ein hochinteressanter Text über die Folgen für die Frauen, ihre Heimatländer und darüber, wie die Brautschau manchmal zur Fleischbeschau ausartet.

Sie möchten Teil einer Jugendbewegung sein

Studenten Campus

Die jungen Taiwaner werden spöttisch Strawberry Generation genannt. Weil die nach ca. 1980 Geborenen Taiwans Militärdiktatur nicht mehr bewusst erlebt haben, weil viele von Ihnen Freiheit und Wohlstand als selbstverständlich hinnehmen, und weil sie als so empfindliche Sensibelchen gelten wie… nun ja, Erdbeeren nun mal.

Was zur Zeit quer durch Taiwan passiert, könnte diesen Ruf zumindest teilweise ändern. Als Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Demonstranten rund um den Besuch eines chinesischen Unterhändlers hat sich eine Studenbewegung geformt, die für Meinungsfreiheit und gegen staatliche Willkür auf die Straße geht. Sie tragen schwarz, um sich nicht vor den Karren von politischen Parteien spannen zu lassen, und sie nennen sich Wild Strawberries.

Es begann mit einer Sitzblockade vor dem Executive Yuan, also der Regierung. Mittlerweile harren sie in Taipeh vor der Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle aus – dem Ort, der auch National Taiwan Democracy Memorial Hall heißt, an exakt der selben Stelle, an der im März Tibeter gegen die Niederschlagung der Unruhen in ihrem Land demonstrierten. Und an anderen Städten im Land passiert ähnliches.

Wie viele Studenten und Professoren sich beteiligen, ist unklar. Einige hundert sind es auf jeden Fall. Vielleicht schon einige tausend?

Dies ist offenbar das „offizielle“ englischsprachige Blog der Bewegung. Eine Zusammenfassung ihrer Ziele auf deutsch (mit Fotos) steht hier. Es gibt auch Live-Feeds der Kundgebungen, Online-Petitionen und dergleichen mehr.

Die Studenten sind offenbar Realisten und klug genug, dass sich fürs Erste auf drei ganz konkrete Forderungen geeinigt haben:

  • Präsident Ma und der Premierminister sollen für die Vorfälle um Entschuldigung bitten.
  • Die Chefs von Polizei und Staatssicherheitsbehörde (was ist das denn?!) sollen zurücktreten.
  • Das Versammlungsgesetz soll so geändert werden, dass Demonstrationen ohne vorherige Anmeldung möglich sind.

In diesem Blog schildert ein US-Taiwanesischer Student aus Taipei, wie er die Dinge erlebt. Und wie so oft lohnt sich ein Blick ins Blog von Michael Turton, der immer eifrig protokolliert, was wichtig ist.

Im größeren Kontext dazu ein gewohnt meinungsstarker Leitartikel in der Taipei Times mit dem Titel „Ma is handing Taiwan to China“:

„The Ma government is already taking orders from Beijing and its goal is to turn Taiwan into a special administrative region of the People’s Republic of China by 2012, either legally or de facto. (…) How can the Taiwanese resist the KMT selling out of Taiwan? Any resistance movement should be nonviolent. (…) The methods include massive street demonstrations, boycott of pro-unification media and KMT owned businesses and peaceful non-cooperation with the Ma government.“

Werden die Studenten durchhalten, oder wird ihre Bewegung wieder verpuffen? Wird Präsident Ma sich entschuldigen, oder wird er die Diskussion aussitzen?

Und wann berichten endlich westliche Medien über die Ereignisse?


Das sind Meldungen aus Taiwan, die besorgt machen: Polizisten schlagen auf Demonstranten ein. Menschen werden ohne Grund festgenommen, Journalisten bei der Arbeit behindert. Die eigene Nationalfahne darf nicht mehr gezeigt werden. Nur wenige Tage ist das her. Der Auslöser: Ein Gesandter des Pekinger Regimes besuchte Taipeh, und Taiwans Regierung wollte das neue Bild der Harmonie nicht gestört sehen.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=-5rXDY8klQQ&hl=de&fs=1]

Eine Bekannte in Taipeh hat heute mit jemandem gesprochen, der als Demonstrant dabei war. Er hat erzählt, es hätten sich auch Polizisten in Zivil unter die Demonstranten gemischt und die Randale erst angefacht. Mag sein, dass es so war, oder auch nicht. Schlimm ist auf jeden Fall, dass man es nicht mehr für unmöglich hält.

Auf dieser Seite sind die Ereignisse knapp und mit beeindruckenden Fotos zusammengefasst, und die Frage wird aufgeworfen: Ist Taiwan auf dem Weg zurück zum Polizeistaat?

„Die Taiwanesen und Taiwanesinnen sollten ihre Stimme gegen die Regierung von Ma Ying-jeou und Taiwans Polizei erheben und nicht zulassen, dass diese auf dem Gesetz, auf Menschenrechten und persönlicher Freiheit herumtreten, die Taiwan seit zwei Jahrzehnten genießt und die Taiwan von der chinesischen Diktatur unterscheiden.“

Hier eine weitere Auflistung der Zwischenfälle. Die BBC spricht von mindestens 150 Verletzten.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=VrpF1Im55aE&hl=de&fs=1]
(Von der etwas pathetischen Musik in diesem Video nicht einlullen lassen – ab 3:40 geht’s zur Sache. Das Lied ist taiwanesisch, es geht darin wohl um die Sehnsucht nach nationaler Anerkennung.)

Hier der Augenzeugenbericht eines Australiers, der in Taipei an einer der Protestveranstaltungen teilgenommen hat. Er hat nur wenige gewaltsame Zwischenfälle gesehen, aber die Stimmung vor Ort fand auch er äußerst unbehaglich. In einem weiteren Posting kommt er zu dem Schluss: (mehr …)


Aus einem Stopover in Taipeh das beste rausholen

Taipei 101? Muss! Palastmuseum? Kann. Nachtmarkt? Auf jeden Fall! Hier sind meine persönlichen Tipps für einen Kurztrip nach Taipeh.

Ich freue mich ja immer über Kommentare in diesem Blog. Dieser von Christine und Hubert aus dem Spessart ist besonders interessant, denn die beiden werden bald nach Taipeh kommen. Zwar nur für zweieinhalb Tage, aber immerhin!

Wir kommen am 3.11. morgens um 5:55 Uhr in Taipeh an und fliegen am 6.11. morgens weiter nach Bali. (…)  Haben einen Voucher für Stadtrundfahrt und Küstentour. (…) Hast Du als “Insider” evtl. ein paar Tipps oder Veranstaltungshinweise für die Zeit 3.11. bis 6.11., oder Restaurantempfehlung? Ist der Zoo von Taipeh wirklich so sehenswert?

Das ist sicher auch interessant für andere Stopover-Reisende. Also los! (mehr …)