Die jungen Taiwaner werden spöttisch Strawberry Generation genannt. Weil die nach ca. 1980 Geborenen Taiwans Militärdiktatur nicht mehr bewusst erlebt haben, weil viele von Ihnen Freiheit und Wohlstand als selbstverständlich hinnehmen, und weil sie als so empfindliche Sensibelchen gelten wie... nun ja, Erdbeeren nun mal.
Was zur Zeit quer durch Taiwan passiert, könnte diesen Ruf zumindest teilweise ändern. Als Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Demonstranten rund um den Besuch eines chinesischen Unterhändlers hat sich eine Studenbewegung geformt, die für Meinungsfreiheit und gegen staatliche Willkür auf die Straße geht. Sie tragen schwarz, um sich nicht vor den Karren von politischen Parteien spannen zu lassen, und sie nennen sich Wild Strawberries.
Es begann mit einer Sitzblockade vor dem Executive Yuan, also der Regierung. Mittlerweile harren sie in Taipeh vor der Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle aus - dem Ort, der auch National Taiwan Democracy Memorial Hall heißt, an exakt der selben Stelle, an der im März Tibeter gegen die Niederschlagung der Unruhen in ihrem Land demonstrierten. Und an anderen Städten im Land passiert ähnliches.
Wie viele Studenten und Professoren sich beteiligen, ist unklar. Einige hundert sind es auf jeden Fall. Vielleicht schon einige tausend?
Dies ist offenbar das "offizielle" englischsprachige Blog der Bewegung. Eine Zusammenfassung ihrer Ziele auf deutsch (mit Fotos) steht hier. Es gibt auch Live-Feeds der Kundgebungen, Online-Petitionen und dergleichen mehr.
Die Studenten sind offenbar Realisten und klug genug, dass sich fürs Erste auf drei ganz konkrete Forderungen geeinigt haben:
Präsident Ma und der Premierminister sollen für die Vorfälle um Entschuldigung bitten.
Die Chefs von Polizei und Staatssicherheitsbehörde (was ist das denn?!) sollen zurücktreten.
Das Versammlungsgesetz soll so geändert werden, dass Demonstrationen ohne vorherige Anmeldung möglich sind.
In diesem Blog schildert ein US-Taiwanesischer Student aus Taipei, wie er die Dinge erlebt. Und wie so oft lohnt sich ein Blick ins Blog von Michael Turton, der immer eifrig protokolliert, was wichtig ist.
Im größeren Kontext dazu ein gewohnt meinungsstarker Leitartikel in der Taipei Times mit dem Titel Ma is handing Taiwan to China:
"The Ma government is already taking orders from Beijing and its goal is to turn Taiwan into a special administrative region of the People's Republic of China by 2012, either legally or de facto. (...) How can the Taiwanese resist the KMT selling out of Taiwan? Any resistance movement should be nonviolent. (...) The methods include massive street demonstrations, boycott of pro-unification media and KMT owned businesses and peaceful non-cooperation with the Ma government."
Werden die Studenten durchhalten, oder wird ihre Bewegung wieder verpuffen? Wird Präsident Ma sich entschuldigen, oder wird er die Diskussion aussitzen? Und wann berichten endlich westliche Medien über die Ereignisse?

Die jungen Taiwaner werden spöttisch Strawberry Generation genannt. Weil die nach ca. 1980 Geborenen Taiwans Militärdiktatur nicht mehr bewusst erlebt haben, weil viele von Ihnen Freiheit und Wohlstand als selbstverständlich hinnehmen, und weil sie als so empfindliche Sensibelchen gelten wie… nun ja, Erdbeeren nun mal.
Was zur Zeit quer durch Taiwan passiert, könnte diesen Ruf zumindest teilweise ändern. Als Reaktion auf die Polizeigewalt gegen Demonstranten rund um den Besuch eines chinesischen Unterhändlers hat sich eine Studenbewegung geformt, die für Meinungsfreiheit und gegen staatliche Willkür auf die Straße geht. Sie tragen schwarz, um sich nicht vor den Karren von politischen Parteien spannen zu lassen, und sie nennen sich Wild Strawberries.
Es begann mit einer Sitzblockade vor dem Executive Yuan, also der Regierung. Mittlerweile harren sie in Taipeh vor der Chiang-Kai-Shek-Gedächtnishalle aus – dem Ort, der auch National Taiwan Democracy Memorial Hall heißt, an exakt der selben Stelle, an der im März Tibeter gegen die Niederschlagung der Unruhen in ihrem Land demonstrierten. Und an anderen Städten im Land passiert ähnliches.
Wie viele Studenten und Professoren sich beteiligen, ist unklar. Einige hundert sind es auf jeden Fall. Vielleicht schon einige tausend?
Dies ist offenbar das “offizielle” englischsprachige Blog der Bewegung. Eine Zusammenfassung ihrer Ziele auf deutsch (mit Fotos) steht hier. Es gibt auch Live-Feeds der Kundgebungen, Online-Petitionen und dergleichen mehr.
Die Studenten sind offenbar Realisten und klug genug, dass sich fürs Erste auf drei ganz konkrete Forderungen geeinigt haben:
- Präsident Ma und der Premierminister sollen für die Vorfälle um Entschuldigung bitten.
- Die Chefs von Polizei und Staatssicherheitsbehörde (was ist das denn?!) sollen zurücktreten.
- Das Versammlungsgesetz soll so geändert werden, dass Demonstrationen ohne vorherige Anmeldung möglich sind.
In diesem Blog schildert ein US-Taiwanesischer Student aus Taipei, wie er die Dinge erlebt. Und wie so oft lohnt sich ein Blick ins Blog von Michael Turton, der immer eifrig protokolliert, was wichtig ist.
Im größeren Kontext dazu ein gewohnt meinungsstarker Leitartikel in der Taipei Times mit dem Titel Ma is handing Taiwan to China:
“The Ma government is already taking orders from Beijing and its goal is to turn Taiwan into a special administrative region of the People’s Republic of China by 2012, either legally or de facto. (…) How can the Taiwanese resist the KMT selling out of Taiwan? Any resistance movement should be nonviolent. (…) The methods include massive street demonstrations, boycott of pro-unification media and KMT owned businesses and peaceful non-cooperation with the Ma government.”
Werden die Studenten durchhalten, oder wird ihre Bewegung wieder verpuffen? Wird Präsident Ma sich entschuldigen, oder wird er die Diskussion aussitzen? Und wann berichten endlich westliche Medien über die Ereignisse?