Taipeh Flüge jetzt buchen EVA AIR

 

Archive for März, 2008

Kulturzentrum Schild

Kulturzentrum außenEgal, wohin man reist – die Deutschen sind schon da. Heute habe ich noch vor der Uni einen Abstecher zum Deutschen Kulturzentrum gemacht. Das befindet sich im 11. und 12. Stock dieses schicken Bürohauses. Das Kulturzentrum ist eigentlich ein Goethe-Institut, heißt aber nicht so, weil seine Geschichte lange zurückreicht und die Trägerschaft ein paar Mal wechselte.

Früher war das Deutsche Kulturzentrum auch für politische und wirtschaftliche Fragen auf Taiwan zuständig, doch dafür gibt es mittlerweile das Deutsche Institut und das German Trade Office Taipei. Die will ich auch noch besuchen.

Beim Kulturzentrum hatte ich mich angekündigt und konnte mich ausführlich mit dem Institutsleiter Jürgen Gerbig und einigen seiner Mitarbeiterinnen unterhalten.

Sie bieten Deutsch-Sprachkurse für Taiwaner an, organisieren Veranstaltungen mit deutschen Künstlern und betreiben eine Bibliothek, in der deutsche Zeitungen, Bücher und Filme bereitstehen.

Kulturzentrum Bibliothek

Die Kulturszene in Taiwan loben sie in den höchsten Tönen. Das liege zu allererst an der Demokratisierung des Landes – seit dem Ende der Militärdiktatur vor ca. 15 Jahren sei hierzulande ein wahrer Kreativitätsschub spürbar, als hätte jemand ein Fenster aufgerissen, und frische Luft strömt herein.

Der Veranstaltungsraum im Kulturzentrum für Empfänge, Ausstellungen und Konzerte:

Kulturzentrum Dach

Das Interesse der Taiwaner an Deutschland ist wohl ziemlich groß, vor allem an den Sprachkursen. Die werden z.B. von Studenten besucht, die Deutsch als zweite Fremdsprache in der Uni lernen, denen das aber nicht ausreicht. Oder von ehrgeizigen Geschäftsleuten, die sich davon berufliche Vorteile versprechen.

Eine gemütliche kleine Dachterrasse mit Aussicht – da kann man es aushalten:

Kulturzentrum Dach

Nach dem Kennenlernen werde ich kommende Woche für ein weiteres Gespräch mit dem Insitutsleiter zurückkehren, denn der hat viel zu erzählen – über reiche Taiwaner, die Unsummen für Meißner Porzellan ausgeben, über den Erfolg deutscher Filme in hiesigen Kinos, über die Unterschiede zwischen Taiwan und der Volksrepublik China aus kultureller Sicht, und einiges mehr. Auszüge aus dem Gespräch werde ich wahrscheinlich auszugsweise hier veröffentlichen.


…und zwar im Baseball, in einem Qualifikationsspiel für die Olympischen Spiele in Peking. Es ist offenbar ziemlich knapp gewesen – dabei war Taiwan haushoher Favorit. Schließlich ist Baseball hier neben Basketball eine der beliebtesten Sportarten.

Auch auf meinem Uni-Campus wird fleißig trainiert.

Baseball Campus

Baseball ist offenbar nicht etwa von den Amerikanern ins Land gebracht worden, sondern von den Japanern. Taiwan war von 1895 bis 1945 eine japanische Kolonie.


Uni Warnschild


Eine echte Entdeckung: deutsches Radio aus Taiwan! Die öffentlich-rechtliche Station CBS hat einen Auslandssender, und der wiederum ein deutschsprachiges Programm.

Es gibt aktuelle Nachrichten, Hintergründe zum politischen Geschehen, Berichte aus dem Land, Kulturtipps und sogar eine Kochsendung. Absolut professionell. Toll.

Links oben auf der Website könnt Ihr die aktuellen Sendungen (Dauer ca. 60 Minuten) im Windows Media- oder Realplayer-Format abrufen. Hört gleich mal rein! Bei mir im Hintergrund läuft gerade die Sonntags-Sendung mit einem spannenden Bericht über das spurlose Verschwinden eines taiwanischen F16-Kampffliegers auf einem Trainingsflug.

Vielleicht kann ich ja demnächst mal die Kollegen besuchen und mehr von ihrer Arbeit berichten.


Da weiß man, was man hat

Gestern habe ich so etwas wie einen umgekehrten Kulturschock erlitten. Und zwar bei IKEA in Taipeh.

Ikea aussen

Mich interessierte: Was ist bei IKEA in Taiwan anders als im fast 10.000 km entfernten Deutschland? (mehr …)


Ist das Leben in Taipei schlecht fürs Sperma?

Meine Lieblingszeitung ist hier bislang die Taipei Times. Schönes Design (von dem sich im Netz leider nicht viel wiederfindet), Berichte zum aktuellen Präsidentschaftswahlkampf, internationale Meldungen, die es bei uns kaum in die Blätter schaffen, und außerdem kostet sie nur 15 Taiwan-Dollar. Umgerechnet also halb so viel wie in Deutschland eine Bild-Zeitung.

Taipei Times

Aufgefallen ist mir neulich diese Meldung (ganz unten). Grob vereinfachend zusammengefasst: Taipeh kann offenbar unfruchtbar machen. Stress, Verschmutzung und schlechtes Essen sorgen bei vielen Männern für suboptimales Sperma, sagt ein Arzt.

Grund zur Sorge also? Rückreisealarm? Gehen wir diese Punkte doch mal durch.

Stress

Straße in Taipeh bei Nacht

Kann ich bedingt nachvollziehen. Ja, diese Stadt ist laut und ständig in Bewegung – überall hetzen Menschen in Geschäfte, nehmen sich auf Motorrollern gegenseitig die Vorfahrt, quetschen sich zur Rush-Hour in die U-Bahnen. Andererseits: In welcher Stadt mit 2,7 Millionen Einwohnern geht es denn, bitteschön, stressfrei zu? Madrid z.B. kam mir mindestens genau so laut und hektisch vor. Und sind die Männer dort etwa massenweise unfruchtbar? Ich habe es nicht untersucht. Vielleicht weiß ja jemand mehr…

Verschmutzung

Mundschutz in Asien

Da mag was dran sein. Schmutz ist weniger ein Problem auf den Straßen – die sind ziemlich sauber, obwohl es so gut wie keine Papierkörbe gibt (ich muss manchmal ganz schön weit laufen, nur um einen Pappbecher loszuwerden). Es ist die Luft, genauer: Die Abgase. So kamen nach etwas älteren Daten 1998 in Taiwan auf jeden Quadratkilometer 438 zugelassene Fahrzeuge, vor allem Motorroller. Dort heißt es aber auch, dass die Regierung das Problem erkannt habe und einiges dagegen unternehmen wolle.

In Taipeh jedenfalls gehen einige Einwohner noch immer lieber nur mit Mundschutz auf die Straße. Nicht annähernd so viele, dass man sich auf einer Demonstration gegen das Vermummungsverbot oder einer Michael-Jackson-Solidaritätskundgebung wähnt, aber es gehört zum Straßenbild. Vor allem sind es junge Frauen. Das spricht natürlich dafür, dass eher Männer Probleme bekommen…

Schlechtes Essen

Das kann ich nun wirklich nicht nachvollziehen. Wer hier schlecht isst, muss entweder wirklich arm sein, oder er ist selbst schuld. So lange man an jeder zweiten Straßenecke z.B. solch göttliche Suhsi für 10 Taiwan-Dollar das Stück kaufen kann (20 Eurocent!), glaube ich nicht an schlechtes Essen.

Sushi-Stand in Taiwan

Mein Fazit: Ich bleibe. Mit oder ohne Mundschutz.