Chinesisch lernen macht Spaß! Ich weiß, am Anfang war ich skeptisch, aber das hat sich geändert. Wer als unvorbelasteter Westler diese Sprache lernen will, kann sich in Zukunft sämtliche Gehirnjogging-Ratgeber sparen. Es ist faszinierend, wie sich die Informations-Partikel, die zu Beginn ziemlich unkoordiniert im Hirn herumschwirren, nach und nach zusammensetzen und Sinn ergeben.

Nehmen wir mal die Schriftzeichen. Davon gibt es ziemlich viele, und auf den ersten Blick ergeben sie keinen großen Sinn. Teilweise sehen sie sich sogar zum Verwechseln ähnlich.

Allein mit den Schriftzeichen in der unteren Bildhälfte lassen sich allerdings schon solche Sätze bilden:

  • 李先生不是英國人 („Herr Li ist kein Engländer.“)
  • 他是中國人 („Er ist Chinese.“)
  • 您貴姓 („Wie lautet Ihr werter Name?“)
  • 我姓馬,你呢 („Ich heiße Ma, und Sie?“) (Könnte ein Zitat des künftigen Präsidenten sein)

(Falls die Schriftzeichen zu klein dargestellt werden, kann man im Browser-Menü die Schriftgröße verändern. Falls sie gar nicht angezeigt werden, muss man die passenden Schriften installieren.)

Es steckt also ein System hinter diesen nur scheinbar willkürlichen Zeichen. Was für eines? Das habe ich bisher noch nirgendwo (auch nicht in unserem Unterricht) so anschaulich und einleuchtend erklärt bekommen wie in diesem Flash-Video. Unbedingt anschauen! Ein paar Minuten, nach denen Ihr klarer seht – versprochen.

Und woher stammt dieses schöne Video, und noch einige mehr? Von dieser Website.

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11 Kommentare zu “ Punkt, Punkt, Komma, Strich? ”

  1. Julian sagt:

    Wenn ich mir also 2.000 (oder 5.000 oder 50.000) Schriftzeichen gemerkt habe, brauche ich mir nur noch 2000 Eselsbrücken zu merken wie zum Beispiel Baby & Palast = Gebärmutter, Mund & Sonne = Gesang… Und wie irgendwas ausgesprochen wird, weiß ich dann ja immer noch nicht! Nix da, ich bleibe hier. Um das halbwegs flüssig zu verstehen, muß man schon dort aufgewachsen sein, fürchte ich…

  2. Klaus sagt:

    Kompliment, Du hast es kapiert. Genau so ist es! Aber das Erstaunliche ist ja: Irgendwie muss es tatsächlich gehen. Gibt schließlich genügend Deutsche, die es schon geschaffft haben.

  3. Julian sagt:

    Ich frage mich, wie können die denn was aufschreiben, was ein anderer nicht missinterpretieren kann? Ich meine, wenn… öh… Fass & Mehl & Feuer = Granate ist, dann könnte jemand anders diese Idee doch vielleicht als Kochrezept für Matze interpretieren? Das kann ja nichts werden…

  4. Birger sagt:

    Spannende Seite, schöne Erklärungen… habe mir auch den „chinesisch Tippen unter Windows“ Film angesehen. Einsichtsvoll, wirft aber noch viele neue Fragen auf:

    Ist das auch die Standardweise, wie in China – sei es ROC, sei es PRC – chinesische Schriftzeichen eingetippt werden?

    Würde ja bedeutetn, dass alle Muttersprachler, die auf ihrem Computer chinesisch tippen wollen, erst mal das lateinische Alphabet und die Schreibweise der chinsischen Laute in diesem lernen müssten?

    Und wie funktionierte das bei den frühen Computer-Generationen, bei denen riesige Speicher und grafische Benutzeroberflächen noch kein Standard waren (so Generation Atari XL, MS-Doofs)?

  5. Klaus sagt:

    Es bleibt dabei, ich werde das mit dem Eintippen demnächst noch genauer erklären. Nur soviel: Muttersprachler müssen dazu keine lateinische Umschrift erlernen. Ja, ich mache es spannend…

  6. lix sagt:

    Also nachdem ich micht das (sehr hübsche) Video angeschaut habe, bin ich sicher, dass alle Chinesen heimlich dieselben Bedröhn-Pilze essen oder so. Wie können die es sonst schaffen – da hat Julian völlig recht – dieselben Assoziationen zu haben, die man ja offenbar in Hülle und Fülle braucht, um sich mit dieser Sprache verständigen zu können….Ist eigentlich schon mal jemand auf die Idee gekommen, Chinesisch in Lateinische Zeichen zu transskribieren (wie es zum Beispiel die Türken mit ihrer Sprache gemacht haben)??

  7. Hallo Julian, in Sachen Eselsbrücken (Strom & Gehirn = Computer, Baum + Baum = Wald usw):

    Ich halte das gar nicht für so aussichtslos – schließlich lernst Du damit ja nicht nur die Begriffe, sondern „en passant“ auch noch die einzelnen Komponenten, die Du dann wiederum in anderen Worten wiederfindest, was Dir das Lernen dieser (neuen) Worte wiederum erleichtert.

    Beispiel:
    Baum + Baum + Baum = Dschungel
    Strom + Schatten = Film
    Strom + Wort = Telefon
    usw.

    An einer gewissen Durststrecke setzt also ein durchaus nützlicher Synergieeffekt ein. Guck mal auf meine Homepage, da trample auf dem Thema noch etwas intensiver herum…

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  2. […] möchte ich noch ein Versprechen einlösen: Birger hatte vor einiger Zeit gefragt, wie das Eintippen von chinesischen Schriftzeichen am Computer […]

  3. […] mehr zum Thema Schriftzeichen steht in diesem Blog übrigens hier und hier. Und dieses Flash-Video kann ich jedem nur noch einmal nachdrücklich ans Herz legen! […]

  4. […] ersten Mal in Taiwan einen Chinesisch-Kurs besucht. Die ersten sechs Wochen waren hart, aber danach machte es Spaß. Seit einem halben Jahr habe ich nun jeden Vormittag zwei Stunden Unterricht im Sprachzentrum der […]

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