Archive for Juni, 2008

Taiwan

So fühlt sich das also an: In einem Land leben, aber Ausländer sein. Anders aussehen als alle anderen. Die Sprache nicht verstehen, die Schrift nicht lesen können. Überall bemerkt werden, mal angestarrt, mal aus den Augenwinkeln beobachtet. Sorge haben, unabsichtlich negativ aufzufallen. Auch für Kleinigkeiten auf Verständnis und Geduld angewiesen sein. Fremder sein, und keine Chance, es zu verbergen.

Deutschland

So wenig Menschen hier, so viel Grün. Alles so geordnet, sauber und ruhig. Leute, die das als selbstverständlich hinnehmen und denen nicht bewusst ist, was sie daran haben. Oder was ihnen fehlt.

Liebe Landsleute,

danke, dass Ihr mir vorhin während des 13-stündigen Fluges von Taipeh nach Frankfurt so viele Vorurteile bestätigt habt. Warum Ihr in Taiwan wart, ist mir rätselhaft. Wahrscheinlich hat Eure Firma Euch für ein paar Tage dort hingeschickt. Verstanden habt Ihr jedenfalls nichts.

Ich habe mich wirklich bemüht, Eure hämischen Kommentierungen nicht wahrzunehmen. Leider habt Ihr zu laut geredet und dazu auch noch ständig dämlich gelacht.

Zum Essen gab’s Reis mit Schweinefleisch. “Pig shank”, im deutschen würde man wahrscheinlich Eisbein sagen. Das ist in Taiwan ein ganz übliches Gericht, auch in der Suppe oder mit Nudeln. Hier ein Symbolfoto, irgendwo im Internet gefunden:

Pig shank

Klar, dass da ordentlich Fett dran ist. Kennen wir Deutsche ja eigentlich ganz gut aus unserer Küche. Nur Ihr offenbar nicht:

“Boooah, was ist das denn.” “So ein Fettklumpen.” “Das habe ich ja noch nie gesehen.” “Mann, ist das eklig.” “Ja.” “Höhöhöhö.”

Und anschließend elegant den Bogen geschlagen zu einem Chou Doufu-Stand, dem Ihr offenbar bei Eurem Abenteuer-Urlaub nicht rechtzeitig ausweichen konntet: “Weiß Du noch, die Straße in Taiwan, wo die Essen verkauft haben?” “Mann, hat das gestunken.” “Ja, der süße Duft der Verwesung, höhöhöhö…”

Es folgten noch weitere ähnlich geistreiche Bemerkungen über Taiwan und alles, was dort nicht wie in Deutschland ist. Das war der Moment, in dem ich mich für Kopfhörer entschieden habe.

Tut mir einen Gefallen und bleibt nächstes mal einfach zu Hause, okay? Damit wäre wohl allen am meisten geholfen.

Warum muss eigentlich jede schöne Zeit irgendwann mit ätzendem Kofferpacken und Wohnungs-Auflösen enden?

Mein Flug geht heute Abend um 23:15. Er dauert 13 Stunden, dank der Zeitverschiebung lande ich gegen 6 Uhr morgens in Frankfurt. Ein paar Stunden habe ich noch, bevor ich aufbrechen muss.

Mein Taiwan in Zahlen

  • 1 abhanden gekommenes Portemonnaie samt Kreditkarte und Personalausweis
  • 2 Wörter Chinesisch, die jeder kennen muss: 你好 nǐhǎo – “Hallo”, 謝謝 xièxie – “Danke”
  • 3 Mal mit der Maokong-Seilbahn gefahren
  • 4 Kinofilme habe ich hier bloß gesehen, und alle aus Hollywood (The Mist, Indy 4, Juno, 21). Außerdem einiges auf dem experimentellen Independent-Filmfest “Urban Nomad”
  • 4 Tage war ich in Hongkong und Macao
  • 5 mal Taiwans neuen Präsidenten Ma Ying-jeou live erlebt (zweimal vor, dreimal nach der Wahl)
  • 5 mal Chou Doufu (Stinke-Tofu) gegessen – lecker, sobald er auf dem Teller liegt. Unerträglich, wenn er zubereitet wird.
  • 5 Kilo abgenommen (gutes Essen, heißes Wetter, Fitnessstudio)
  • 6 Artikel bei heute.de veröffentlicht
  • 8 Schüler in meiner Chinesisch-Klasse (2x Deutschland, 2x Japan, Indien, Kiribati, Mexiko, Nicaragua)
  • 12 Wochen Chinesisch-Unterricht an der Uni, zwei Stunden täglich
  • 30 Minuten von meiner Wohnung zum Hauptbahnhof mit der U-Bahn
  • 48 Taiwan-Dollar sind ein Euro
  • 50 Taiwan-Dollar kostet ein wunderbares Essen im Restaurant um die Ecke
  • 95,4 Prozent hat meine Lehrerin mir im Kurs-Zeugnis gegeben
  • 100 mal von kleinen Kindern mit großen Augen angestarrt worden
  • 100 Paar Einweg-Essstäbchen aus Holz verbraucht (böse Umweltsünde)
  • 117 mal in Taiwan aufgewacht (plus dreimal in Hongkong)
  • 250 chinesische Schriftzeichen kann ich ungefähr lesen und schreiben
  • 800 Euro kostet ein Flug nach Taiwan in etwa (hin und zurück)
  • 2000 Schriftzeichen müsste ich beherrschen, um im Alltag gut klarzukommen
  • 25.000 Taiwan-Dollar Kaution heute von meiner Vermieterin zurückbekommen
  • 1.000.000 gute Gründe, wieder nach Taiwan zu kommen

Dieses Blog werde ich auch von Deutschland aus weiterhin aktualisieren. Ich habe in Taiwan viele Beobachtungen und Fotos gemacht, für die ich hier noch keine Zeit hatte. Also bitte das Bookmark nicht löschen!

Bis bald. 謝謝台灣!

Bald werde ich ja wieder in Deutschland sein. Dann werde ich diese Seite zwar weiterhin aktualisieren und auch alles mögliche reinschrieben, was bisher liegen geblieben ist. Aber mit tagesaktuellen Taiwan-Eindrücken kann ich dann erst mal nicht mehr dienen.

Allerdings habe ich sozusagen einen Nachfolger. Jens aus Münster hat ebenfalls das Journalisten-Stipendium ergattert und wird bis Ende August in Taipeh leben. Er ist schon mit vollem Einsatz dabei, alles kennen zu lernen. Hier probiert er gerade das leckere Essen (Reis mit Lammfleisch und Gemüse für 1,20 €) in der Cafeteria seines Wohnheims:

Unter anderem hat Jens schon ganz unverhofft eine Rolle in einem taiwanesischen Kurzfilm übernommen – als Mormonen-Prediger. Über solche und andere Erlebnisse schreibt er in seinem Blog. Sehr lesenswert!

Außerdem bin ich auf dieses Blog einer 16-jährigen deutschen Austauschschülerin gestoßen, die derzeit über den Rotary-Club für ein Jahr in Taiwan lebt und sehr lebendig aus ihrem Leben schreibt. Sie spricht wahrscheinlich schon sehr viel besser Chinesisch als ich. Warum habe ich so was bloß nicht gemacht, als ich 16 war?

Und hier schreibt ein anderer deutscher Schüler, für den genau so ein Austausch in den nächsten Wochen beginnen wird.

Der Sonne-Mond-See ist der größte See Taiwans, die Heimat des kleinsten Eingeborenen-Stammes, und mitten drin liegt die kleinste Insel des Landes. Er liegt auf einer Höhe von 748 Metern, umgeben von dicht bewaldeten Berggipfeln.

Hier habe ich zwei Tage verbracht. Die Fahrt im bequemen Reisebus dauert von Taipeh 4,5 Stunden und kostet etwa 8,50 Euro.

Gleich am ersten Nachmittag wurde ich bei einer Fahrt mit dem Ausflugsboot zum Maskottchen dieser Schülergruppe. Die Jungs und Mädels waren mit dem Scooter aus Taichung gekommen, um den Ferienbeginn zu feiern. Sie waren neugierig und gut aufgelegt und haben mich erstmal in allen erdenklichen Kombinationen abgelichtet.

Mann, waren die Foto-verrückt!

Die winzige Insel Lalu kann man nicht betreten, denn sie ist für die Ureinwohner von Stamm der Thao ein heiliger Ort. Wenn ich es richtig verstanden habe, treten sie hier in Kontakt mit den Geistern ihrer Ahnen. Die Insel ist von schwimmenden Plattformen umringt.

Die Statue einer weißen Hirschkuh verweist auf eine Legende: Einige Vorfahren der Thao haben einst so ein Tier durch die Berge gejagt, bis sie auf den Sonne-Mond-See stießen und so begeistert waren, dass sie den Rest des Stammes nachgeholt haben.

Auf einem Berg am Seeufer hat Taiwans ehemaliger Präsident/Diktator Chiang Kai-Shek diese Pagode errichten lassen – zum Gedenken an seine Mutter.

Auf der Aussichtsplattform befindet man sich exakt 1.000 Meter über dem Meeresspiegel. Schöne Aussicht, und ich war ganz allein dort oben.

Unten im Ort: das vielleicht schmalste Hotel der Welt. Das nenne ich Platz konsequent ausnutzen.

Übrigens wurde die Gegend um den Sun Moon Lake 1999 bei einem schweren Erdbeben ziemlich verwüstet. Hoffen wir, dieses Hotel hält solchen Erdstößen stand.

Diese Restaurant-Besitzerin ist stolz auf ihr Bild mit Taiwans neuem Präsidenten Ma Ying-jeou.

Es lohnt sich, früh aufzustehen (4 Uhr) und den Sonnenaufgang am Seeufer zu erleben. Innerhalb von wenigen Minuten dreht jemand da oben den Dimmer auf.

Wolken zwischen den Berggipfeln! Für mich als Flachlandbewohner was ganz Neues.

Im Moment gibt es von mir nur sporadisch Lebenszeichen, weil ich kurz vor Toresschluss endlich mehr von Taiwan sehen möchte als Taipeh. Natur zum Beispiel, denn von der gibt es hier reichlich und vom Feinsten. Taiwan ist zwar extrem dicht besiedelt, aber das konzentriert sich entlang der Westküste. Den größten Teil der Insel bedecken dicht bewaldete Berge. Ziemlich hohe Berge, 3000 Meter sind nichts besonderes. Auf Taiwan befindet sich auch der Jadeberg, mit 3952 Metern der höchste Berg Ostasiens (also östlich vom Himalaya). Und mehr als 50 Prozent der Insel sind bewaldet.

Das aber nur vorweg. Gestern und heute war ich jedenfalls in der Taroko-Schlucht. Das ist ein Nationalpark im Osten von Taiwan, mit Felswänden, die hunderte Meter hoch aufragen und zwischen denen man sich wirklich ziemlich klein vorkommt. Es gibt auch reißende Gebirgsflüsse, schweißtreibende Wanderwege über Stock und Stein, atemberaubende Bergpanoramen und dergleichen mehr. Und wie so oft, können Fotos ein Naturerlebnis nur ganz unzureichend wiedergeben. Ich habe deswegen einfach ein paar Bilder rausgesucht, auf denen auch Menschen zu sehen sind – damit die Größenverhältnisse deutlich werden. Viel Spaß beim Suchen!

Reisegruppen kommen auch reichlich hierher. Die meisten werden per Bus zu bestimmten Aussichtspunkten kutschiert, spazieren ein paar Schritte und fahren dann weiter.

Wahrscheinlich haben sie Angst vor so was:

Schade, Killerbienen habe ich keine gesehen. Aber dafür freilebende Affen in den Baumwipfeln!

Morgen geht die Reise weiter, zum Sonne-Mond-See. Klingt schon mal gut.

Spätestens seit meinem ersten Besuch im Deutschen Kulturzentrum in Taipeh wollte ich wissen: Wie funktioniert das, wenn Taiwaner Deutsch lernen?

Vielleicht kennt Ihr das Gefühl: Immer, wenn ich ein bisschen über die Feinheiten des Deutschen nachdenke, bin ich heilfroh, dass ich meine Muttersprache sozusagen instinktiv beherrsche und keine Dativ-Genitiv-männlich-weiblich-Tabellen samt Ausnahmeregeln auswendig lernen muss. Deutsch ist bestimmt nicht die einfachste Sprache für Ausländer. (Chinesisch auch nicht, aber das ist diesmal ausnahmsweise nicht das Thema.)

Über das Kulturzentrum habe ich Heinz Lohmann kennen gelernt, der seit 25 Jahren in Taiwan lebt und hier Deutsch unterrichtet. Er hat mich zunächst mal in seinen Fortgeschrittenen-Kurs am Kulturzentrum eingeladen, wo ich etwas über Medien in Deutschland erzählen durfte.

Die Studenten in diesem Kurs lernen zum Teil schon seit über zehn Jahren Deutsch und sind ziemlich fit. Weil die meisten von ihnen arbeiten, findet der Kurs am Samstag statt. Da sitzt die Rechtsanwältin neben der Computerexpertin, die Staatsanwältin neben der Englischlehrerin.

Da das Thema im Lehrbuch gerade “Medien” ist, konnte ich über öffentlich-rechtliches Fernsehen erzählen, über die Unterschiede von ARD, ZDF und dritten Programmen, deutsche Tageszeitungen, die Arbeit in einer Nachrichten-Redaktion und auch darüber, warum Themen aus Taiwan in deutschen Medien, vor allem im Fernsehen, so selten eine Rolle spielen.

Ziemlich komplexe Themen also, aber die Studenten mussten nur ganz selten nach der Bedeutung eines Wortes fragen, haben viele Fragen gestellt und auch von der Situation in Taiwan erzählt. Die Privatsphäre von Politikern wird hier z.B. offenbar so gut wie gar nicht respektiert, beim kleinsten Anlass wird auch ihre Familie von Kamerateams verfolgt. Bei den privaten Nachrichtensendern ersetzt Skandalisierung oft die Politikberichterstattung.

Ein paar Tage später hat Heinz Lohmann mich dann an seine Hochschule eingeladen, die Soochow-Universität. Dort gibt es eine Deutsch-Abteilung, in der er als Dozent arbeitet.

Ich habe einen Kurs mit Studenten besucht, die seit drei Jahren Deutsch lernen. Sie sind alle Anfang 20. Einige von ihnen waren gerade für ein Jahr an der Uni Münster, da gibt es ein Austauschprogramm.

Auch diese Studenten beherrschen die deutsche Sprache richtig gut, Aussprache und auch Grammatik. Sehr beeindruckend. Da es ein Konversations-Kurs war, haben sie sich vor allem miteinander unterhalten und gegenseitig befragt (mich auch), und zwar zum Thema “Sport”: Treibst Du regelmäßig Sport? Warum ist Sport gesund? Kann Sport auch gefährlich sein? Warum betreiben manche Leute Extremsportarten? Außerdem habe ich festgestellt, dass sie dank ihres Lehrbuchs z.B. mehr über die Biografie von Reinhold Messner wissen als ich.

Unterm Strich habe ich zwar nicht wirklich mitbekommen, wie Ausländer die deutsche Sprache mit all ihren Feinheiten lernen. Aber dass es funktionieren kann, und sogar ziemlich gut, weiß ich jetzt.

In Taiwan trinkt man Tee. Das war schon immer so. Oolong-Tee, der hier sozusagen ein Heimspiel hat (tolles Zeug – eine Tasse, und ihr macht die Nacht durch). Oder schwarzen Tee (der hier übrigens “roter Tee” heißt”). Oder Bubble Tea. Hauptsache Tee. Kaffee war bis vor ein paar Jahren kein Thema.

Aber dann kam Starbucks.

Seitdem gibt es zumindest in Taipeh Coffee-Shops fast an jeder Straßenecke. Und dabei sind die nicht mal billig. Starbucks ist natürlich am häufigsten vertreten, aber andere Ketten kopieren das Erfolgsmodell fleißig. Das finde ich spannend, denn deren Namen kannte ich noch nicht. So, wie in Hamburg Balzac Coffee den Koffein-Imperialisten aus Seattle Marktanteile abnimmt, gibt es hier offenbar auch einheimische Unternehmen. Oder hat jemand diese Logos schon einmal in anderen Ländern gesehen?

Harwana Coffee

Barista Coffee

85c Cafe

Laos Coffee

Das ist offenbar die Hausmarke von 7/11:

Ein paar sind mir auch in Hongkong aufgefallen:

(Pacific Coffee hat in vielen Filialen Internet-Rechner, die sich bei Bestellung kostenlos nutzen lassen. Sehr praktisch. Ansonsten gibt es ja fast überall nur noch WLAN.)

Interessant, dass die runde Form und Grün als Grundfarbe sich so oft wiederfinden. Woher die Inspiration wohl kommt?

Und dann habe ich beim recherchieren googeln noch diese Hausarbeit gefunden, die sich mit dem Markteintritt von Starbucks in Taiwan beschäftigt. Habe sie nur überflogen, der Autor scheint damals aber eher skeptisch gewesen zu sein:

In contrast to McDonald’s strengths, through which they have won the hearts of the youth in Taipei (providing tea), Starbucks is an organization that proposes drastic change for Taipei culture.

Aus Hongkong bin ich mittlerweile wohlbehalten nach Taipeh zurückgekehrt. Als ich am Gate auf den Rückflug wartete, wurde ich von einer Mitarbeiterin des Tourismusbüros ausgefragt. Einer der Punkte auf ihrem Fragebogen: “Würden Sie Hong-Kong als Pflicht-Ziel in Asien weiterempfehlen?” Meine Antwort war ein klares Ja.

Das liegt nicht nur, aber auch an der Skyline von Hong Kong Island, die allein schon eine Reise lohnen würde. Besonders eindrucksvoll, wenn man per Fähre übersetzt.

Das gilt erst recht nach Einbruch der Dunkelheit. Jeden Abend gibt es eine 20-minütige choreographierte Lichtshow, in der die Wolkenkratzer funkeln und glitzern wie die Lampen einer gigantischen Jukebox. Die Lichttechnik über eine Strecke von mehreren Kilometern zu vernetzen, ist schon eine Leistung für sich. In Hongkong gibt es übrigens angeblich mehr Wolkenkratzer als in New York.

Unmittelbar nach diesem Bild ist mein Akku aus der Kamera heraus- und ins Hafenbecken hineingefallen. Wenigstens hat es sich gelohnt.

Hongkong ist noch viel dichter bebaut und besiedelt als Taipeh, das man durchaus auch als Großstadt-Moloch bezeichnen kann. Häuser mit zehn Stockwerken sind klein, mit 20 Stockwerken völlig normal und mit 30 nichts Besonders.

Die Aussicht vom Victoria Peak ist legendär. Man fährt mit einer Bergbahn hoch, die schon 1888 von den Engländern gebaut wurde und fast unverändert ist. (Sie ähnelt der Bahn am Neroberg in Wiesbaden, falls das jemandem was sagt.)

Mein Hotel war in Kowloon, das ist die Halbinsel gegenüber, auf der anderen Seite des Hafens. Und nein, es war nicht so ein Hotel:

Klingt wie ein Klischee, ist aber so: In der Stadt ist ständig Betrieb, ob Tag oder Nacht.

Das derzeit höchste Haus von Hongkong ist das Two International Finance Centre.

88 Stockwerke, darüber können wir in Taipei allerdings nur müde lächeln…

Die Chungking Mansions in Kowloon sind berühmt-berüchtigt. Unten drin: ein Labyrinth schmuddeliger Ladenzeilen. In den oberen Stockwerken: Hotels der Oberklasse fragwürdige Pensionen und sonstige Billig-Unterkünfte. Der Reiseführer sagt: “Everybody should come here once.” Das reicht dann aber auch…

Am Hafen, direkt neben den Fährterminals, wird fleißig gebaut. Hongkong ist angewiesen auf Gastarbeiter, vor allem aus Indonesien und von den Phillipinen. Die Männer schuften auf dem Bau, die Frauen als Hausmädchen.

Jeden Mittwoch abend trifft sich die halbe Stadt (nicht ganz, das wären mehr als drei Millionen…) auf der Pferderennbahn. Links, das ist die neunstöckige Zuschauertribüne.

Ein Tagesausflug nach Macao war im Reisebudget auch noch drin. Mit der Fähre fährt man knapp zwei Stunden. Die frühere portugiesische Kolonie gehört ebenso wie Hongkong mittlerweile zur Volksrepublik China – als Sonderverwaltungszone.

In der Altstadt (Unesco-Weltkulturerbe) gibt es einige Ecken, die sehr an Südeuropa erinnern. Macao ist daher auch bei Festland-Chinesen ein extrem beliebtes Reiseziel. Und natürlich wegen der dutzenden Kasinos, die die Stadt zum Las Vegas Asiens machen. Mittlerweile macht Macao Las Vegas sogar Konkurrenz, was die Höhe der Spielbank-Umsätze angeht.

Als Wahrzeichen von Macau (und beliebtes Fotomotiv) gilt die Ruine der Pauluskirche aus dem 17. Jahrhundert. Da steht wirklich nur noch die Fassade, aber die ist sehr hübsch.

Wer weiß, vielleicht wird die Kirche als Wahrzeichen irgendwann abgelöst von größenwahnsinnigen Casino-Hotels wie diesem, die alles andere überragen.