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Archive for Oktober, 2008

Aus einem Stopover in Taipeh das beste rausholen

Taipei 101? Muss! Palastmuseum? Kann. Nachtmarkt? Auf jeden Fall! Hier sind meine persönlichen Tipps für einen Kurztrip nach Taipeh.

Ich freue mich ja immer über Kommentare in diesem Blog. Dieser von Christine und Hubert aus dem Spessart ist besonders interessant, denn die beiden werden bald nach Taipeh kommen. Zwar nur für zweieinhalb Tage, aber immerhin!

Wir kommen am 3.11. morgens um 5:55 Uhr in Taipeh an und fliegen am 6.11. morgens weiter nach Bali. (…)  Haben einen Voucher für Stadtrundfahrt und Küstentour. (…) Hast Du als “Insider” evtl. ein paar Tipps oder Veranstaltungshinweise für die Zeit 3.11. bis 6.11., oder Restaurantempfehlung? Ist der Zoo von Taipeh wirklich so sehenswert?

Das ist sicher auch interessant für andere Stopover-Reisende. Also los! (mehr …)


Einige Taiwan-Links aus den Tiefen des Netzes, die ich niemandem vorenthalten möchte.

Aber zunächst ein damit völlig unzusammenhängendes Foto, das ich schon lange online stellen wollte:

  • Eine halbe Million Taiwaner haben am Samstag in Taipei gegen die Politik von Präsident Ma Ying-jeou demonstriert, weil sie einen Ausverkauf ihrer nationalen Interessen und Souveränität an China befürchten. Es ist nicht die erste Großdemo dieser Art in letzter Zeit, und wenn Ma und seine KMT so weiter machen, dürfte es auch nicht die letzte gewesen sein. Denn wie sagt die Vorsitzende der Oppositionspartei DPP: „Our parents worry whether the KMT government is tossing away everything that they worked for all their lives and intellectuals are taking to the streets because they worry about whether one-party hegemony is leading to a retreat in democracy and freedom of speech.“
  • Passend dazu: Ein chinesischer Dissident warnt die Taiwaner davor, zu glauben, sie könnten in Peking durch Entgegenkommen Pluspunkte sammeln: „When you ask for a favor, you may also be taken advantage of. The Chinese Communist Party regime does not do someone a favor easily, and when it does it does it for a purpose. The purpose this time is to try and bait and hook Taiwan, first economically and then politically.“
  • Lasst Fakten sprechen: Ein aufschlussreicher Vergleich einiger Daten aus Taiwan und China, von der Wirtschaftskraft pro Kopf über Lebenserwartung und Korruption bis zur Pressefreiheit.
  • Eine Delegation aus Taiwan besucht Frankreich, um sich über die Filmindustrie schlau zu machen, und prompt fordert ein Beamter: Filmerziehung gehört in den Lehrplan an Schulen! Finde ich auch. Dann könnte ich im Notfall mit meinem Studium immer noch Lehrer werden.
  • Unterrichtsmaterial könnte das hier sein: Der erste Slasher-Film aus Taiwan.
  • Bei Deutsche Welle TV kann man sich ein kleines Porträt einer gewissen Wendy Chung angucken, die in Taipeh für eine deutsche Firma arbeitet. Der Link zum Video ist etwas versteckt unten auf der Seite. Neben einigen hüschen Bildern aus Taipeh bleibt die Erkenntnis: Amerikanischer Akzent ist in Taiwan tatsächlich sehr angesagt.
  • Ein junger Deutscher hat, nachdem er schon seinen Zivildienst in Taiwan abgeleistet hatte (großartige Idee!) jetzt eine zweiwöchige Motorroller-Rundfahrt durch das Land unternommen.

Wer Taiwan kennen lernen und vielleicht ansatzweise verstehen will, fliegt am besten hin und macht sich ein eigenes Bild. Taiwans Tourismusbüro nennt auch Reiseveranstalter, falls es ein bisschen organisierter sein soll.

Für den Fall, dass Zeitplan oder Geldbeutel keine Reise erlauben, oder zur Vorbereitung, habe ich nun einen Tipp: Ein kleines Heft, das Taiwan so anschaulich, umfassend und gut lesbar beschreibt, wie es mir zuvor noch nicht in die Finger gekommen ist.

Es heißt „Taiwan verstehen“ und ist in der Reihe Sympathie-Magazin erschienen, von der ich noch nie gehört hatte, die aber offenbar einen recht sympathischen Ansatz verfolgt: Verständnis für andere Kulturen zu schaffen durch Schilderung des Alltags.

„Wir wissen, was uns von anderen unterscheidet, aber über Gemeinsamkeiten wissen wir wenig. Dabei wäre solches Wissen äußerst vorteilhaft. Zum einen würde es den persönlichen Horizont und Durchblick erheblich bereichern, uns kompetenter, diskussionsfähiger machen – uns in Stand setzen, uns möglicherweise sogar persönlich zu engagieren. Zum anderen könnte es vor Fehlurteilen und vorschnellen Reaktionen schützen.“

Was mir an den gut drei Dutzend Artikeln so gefällt: Sie schildern keine touristischen Sehenswürdigkeiten, sie beschreiben die heutige Gesellschaft Taiwans mit ihren vielen Facetten – und zwar recht aktuell, das Heft erschien im Frühjahr 2008. Und sie sind nah an den Menschen erzählt, bei aller Informationsdichte völlig unakademisch, und lesen sich in einem Rutsch weg. So hätte ich mir meine Schulbücher gewünscht.

Kostenpunkt für einmal besser verstehen, was es mit Taiwan auf sich hat: 3,60 Euro inkl. Versand. Echt wahr. Kann man hier bestellen.

Einziger Wermutstropfen: Die Umschlaggestaltung erinnert fatal an eine asiatische Ausgabe des Wachturm. Das hat dieses Heft nicht verdient, und Taiwan auch nicht. Liebe Herausgeber, daran arbeiten wir bitte noch mal.


Die armen Menschen in Taiwan. Sie müssen wirklich sehr, sehr hart arbeiten.

Wie sonst ist es zu erklären, dass sie in aller Öffentlichkeit am hellichten Tag einschlafen, sobald sich eine halbwegs bequeme Gelegenheit bietet? Ich habe Menschen schlafen gesehen an Bushaltestellen, in Coffeeshops, Hörsälen, auf Parkbänken und im Fitness-Studio. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass einige sogar während der Arbeitszeit ein Nickerchen auf der Firmen-Toilette einlegen.

Sechs auf einen Streich! Wie das tapfere Schneiderlein mit Kamera:

Er scheint sein eigener Chef zu sein und kann sich das auch in der Werkstatt leisten.

Und sie machen wohl ganz einfach Mittagspause. Kein Wunder, bei mehr als 30 Grad.

Ich finde diesen Schlaf-Virus ziemlich sympathisch. Wer in der Öffentlichkeit schläft, tut niemandem was, strahlt sogar Vertrauen aus (in die anderen nämlich, die ihm ja sonstwas tun könnten), und ist, wenn ausgeschlafen, besser gelaunt.

Also pssst, bitte nicht wecken!


Was war das Fotografieren früher umständlich. Film einlegen, aufspulen, knipsen ohne Kontrollmöglichkeit, auf die Entwicklung warten… eigentlich gut, dass es Digitalkameras gibt.

Und trotzdem habe ich mir in Taipei, einem Rat meines Kollegen Jens folgend, so eine richtig altmodische Analogkamera gekauft. Die hat 45 Euro gekostet und noch nicht mal einen Sucher zum Durchgucken.

Ganz schön blöd? Nicht, wenn man sich anguckt, was der Kasten kann. Denn die Lomo Fisheye 2 hat einen riesigen Vorteil: eine fest eingebaute Fischauge-Weitwinkel-Linse mit 170 Grad Blickwinkel. Damit kann man schon fast um die Ecke fotografieren.

Dabei gilt: Abdrücken und aufs Beste hoffen. Kontrollieren, Optimieren, Aussortieren – geht alles nicht. Manche Bilder werden gar nix, andere schon. Die dazugehörige Stilrichtung nennt sich Lomographie und hat eine bewegte Geschichte – Wiener Studenten, russische Kameras und die frühen Neunziger spielen da eine Rolle.

Das runde Bildformat ist übrigens kein Gimmick, sondern notwendig, um auch alles auf den Film zu bannen, das die Linse einfängt.

Wer es noch nicht kennt: Hinten, das Große, das ist das Taipei 101. (mehr …)