Wer Taiwan kennen lernen und vielleicht ansatzweise verstehen will, fliegt am besten hin und macht sich ein eigenes Bild. Taiwans Tourismusbüro nennt auch Reiseveranstalter, falls es ein bisschen organisierter sein soll.

Für den Fall, dass Zeitplan oder Geldbeutel keine Reise erlauben, oder zur Vorbereitung, habe ich nun einen Tipp: Ein kleines Heft, das Taiwan so anschaulich, umfassend und gut lesbar beschreibt, wie es mir zuvor noch nicht in die Finger gekommen ist.

Es heißt “Taiwan verstehen” und ist in der Reihe Sympathie-Magazin erschienen, von der ich noch nie gehört hatte, die aber offenbar einen recht sympathischen Ansatz verfolgt: Verständnis für andere Kulturen zu schaffen durch Schilderung des Alltags.

“Wir wissen, was uns von anderen unterscheidet, aber über Gemeinsamkeiten wissen wir wenig. Dabei wäre solches Wissen äußerst vorteilhaft. Zum einen würde es den persönlichen Horizont und Durchblick erheblich bereichern, uns kompetenter, diskussionsfähiger machen – uns in Stand setzen, uns möglicherweise sogar persönlich zu engagieren. Zum anderen könnte es vor Fehlurteilen und vorschnellen Reaktionen schützen.”

Was mir an den gut drei Dutzend Artikeln so gefällt: Sie schildern keine touristischen Sehenswürdigkeiten, sie beschreiben die heutige Gesellschaft Taiwans mit ihren vielen Facetten – und zwar recht aktuell, das Heft erschien im Frühjahr 2008. Und sie sind nah an den Menschen erzählt, bei aller Informationsdichte völlig unakademisch, und lesen sich in einem Rutsch weg. So hätte ich mir meine Schulbücher gewünscht.

Kostenpunkt für einmal besser verstehen, was es mit Taiwan auf sich hat: 3,60 Euro inkl. Versand. Echt wahr. Kann man hier bestellen.

Einziger Wermutstropfen: Die Umschlaggestaltung erinnert fatal an eine asiatische Ausgabe des Wachturm. Das hat dieses Heft nicht verdient, und Taiwan auch nicht. Liebe Herausgeber, daran arbeiten wir bitte noch mal.