Taipeh Flüge jetzt buchen EVA AIR

 

Es wird Zeit, dass ich mal auf Ludigel’s Formosa Blog hinweise. Der Autor ist IT-Experte und lebt seit Jahren in Taipeh. Leider ist er zur Zeit in Frankfurt, so dass ich ihn noch immer nicht treffen konnte.

Ludigel schreibt regelmäßig, immer interessant, deutsch wie englisch, und auch kritisch über viele Aspekte des Lebens in Taiwan.

Besonders aufschlussreich fand ich diesen Eintrag über den Lebensstandard in Taiwan. In Deutschland ist teilweise ja wohl die Vorstellung verbreitet, hier sei die dritte Welt mit Bambushütten, Massenverelendung und Seuchen an jeder Straßenecke. Ist aber gar nicht so! Taiwan ist eines der wohlhabendsten, technisiertesten und modernsten Länder Asiens. Und wer den Text liest, wundert sich auch nicht mehr, dass fast alle viele Häuser trotzdem so aussehen:

Trotzdem bleiben große Unterschiede, meint er in diesem Text über die Chancen der Regierung Taiwans, mehr ausländische (westliche) Fachkräfte ins Land zu holen. Sein Urteil:

„The attractiveness of living in Taiwan depends on how far you can separate yourself from the living conditions of the average Taiwan office worker.“


MEHR INFOS ZUM Kabel 1-BERICHT „MEIN NEUES LEBEN“ ÜBER MICHAEL WENDEL VOM 7.9.2010 STEHEN HIER.

Das ist Michael Wendel. Eigentlich wollte er die Bäckerei seines Vaters in Ludwigshafen-Oggersheim übernehmen. Dann kam er nach Taiwan und blieb hier. Nun hat er seit fast zehn Jahren eine Bäckerei in Taipeh, samt Restaurant: Wendel’s German Bakery & Bistro. Da habe ich ihn besucht.

Was er mir erzählt hat, daraus habe ich einen Beitrag für Radio Taiwan International gemacht, den deutschsprachigen Auslandssender. Ihr könnt ihn Euch hier als MP3 anhören.

Was Wendel sich in Taipei aufgebaut hat, ist recht beeindruckend. Ich bin ja durchaus zunächst skeptisch, wenn es um Klein-Deutschland im Ausland geht („Man spricht Deutsh“), aber Wendel setzt nicht nur auf deutsche Expats, die dem heimischen Essen nicht trauen, und schon gar nicht auf Touristen. Er ist auch so etwas wie ein Kulturbotschafter für Taiwaner, die sich dem deutschen Wesen übers Essen nähern möchten. Und das macht er durchaus charmant.

Außer Schwarz-, Roggen- und Vollkornbrot gibt es bei Wendel in Restaurant und Biergarten auch Spargelwochen, Oktober- und Pfälzer Weinfeste, EM auf Großleinwand, Menus à la carte. Außerdem Haribo, Maggi, Leberwurst & Co.

Dann also: guten Appetit! 慢慢吃。


Das hat nicht lange gedauert. Nach zwei Monaten Deutschland bin ich nun wieder in Taiwan, für vier Wochen. (Ohne Visum darf man ja nur 30 Tage bleiben.) In Taipeh versuche ich u.a., mein Chinesisch weiter aufzupolieren, und werde hoffentlich viele nette Leute wieder treffen und einiges Neue kennen lernen.

Die Anreise war schon mal spannend. In der selben Maschine wie ich saßen Menschen, für die der Flug um einiges bedeutender war als für mich: Eine Gruppe von ca. 15 Schülern, die über den Rotary-Club für ein ganzes Jahr nach Taiwan gehen. Als Austauschschüler, mit Gastfamilie, Sprung ins kalte Wasser usw.

Davor habe ich ja wirklich Respekt. Zu meiner Zeit (also ca. 1993…) war ein Austauschjahr in den USA noch das höchste der Gefühle, maximal vielleicht Australien. Was anderes ist uns gar nicht in den Sinn gekommen. Und jetzt nach Taiwan, Chinesisch lernen… toll! Die Begrüßung durch die Gastfamilien am Flughafen in Taipei ist jedenfalls schon mal herzlich ausgefallen.

Gebloggt wird natürlich auch, schließlich leben wir nicht mehr 1993. Leo (mit der Mütze) schreibt hier, was er so erlebt. Und hier seine Mutter, bei der auch gerade eine taiwanesische Austauschschülerin zu Gast ist. Außerdem kann man hier nachlesen, was eine deutsche Schülerin in Taiwan erlebt hat, die mittlerweile wieder zurückgekehrt ist.

(Nachtrag: Eine weitere Schülerin in Taipeh.)

Frage an die Anderen, falls sie dies lesen: Bloggt Ihr auch? Gibt es einen Link zum Taiwan-Programm des Rotary-Clubs?

Auf jeden Fall ganz viel Spaß und eine tolle Zeit – 加油 !


Schnell ein paar Links mit Meldungen zu Taiwan, die mir aufgefallen sind:

  • China weist eine Olympia-Touristin aus Taiwan ab, weil sie politisch offenbar nicht erwünscht ist.
  • Erste Medaille für Taiwan Chinese Taipei: Bronze im Gewichtheben der Frauen. Ein Land mit starken Frauen, das hätte ich auch vorher sagen können. Gold ging übrigens an eine Chinesin. Wüsste gern, welche Hymne für Taiwan (Ihr wisst schon) gespielt würde, wenn mal einer dieser „Abtrünnigen“ ganz oben auf dem Treppchen landet.
  • Arbeitslose demonstrieren vor dem Präsidentenpalast für eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes. Könnte auch aus Deutschland stammen, diese Meldung, vor allem, wenn man sich die Schicksale der Betroffenen anschaut (Job verloren, als Fabrik nach China verlagert wurde).
  • Die Vorsitzende der Oppositionspartei DPP vergleicht Olympia in Peking 2008 mit Berlin 1936. Tsai Ing-wen ist noch nicht ganz lange Parteivorsitzende, aber es sieht so aus, dass sie ihre Rolle als Oppositionsführerin ernst nimmt.
  • Es geht doch: In Taipei wurden digitalisierte Fingerabdrücke von mehr als 700.000 Bürgern vernichtet. Aus Datenschutz-Bedenken. Großartig! Bitte hierzulande nachmachen.

Kurz vor meiner Abreise aus Taiwan wurde ich noch interviewt – von drei Deutsch-Studenten der Soochow-Universität. Die hatte ich zuvor schon einmal besucht, um mir eine Unterrichtsstunde anzusehen. Christin, Kai sowie Josef (nicht im Bild) arbeiten für das Campus-Radio, wo es neben Beiträgen aus der Reihe „Spaß an Deutsch“ (z.B. Begriffe zu den Themen Musik und Film) auch die Rubrik „Teehaus-Talks“ gibt. Dort könnt Ihr Euch das ganze Gespräch anhören. Es dauert allerdings ein wenig länger, wir sind halt ins Plaudern gekommen…

Die drei sprechen, wie auch viele ihrer Kommilitonen, hervorragendes Deutsch. Respekt! Das hat mir wieder mal deutlich gemacht, wie sehr ich in Sachen Chinesisch noch am Anfang stehe.

Es geht im Gespräch zunächst um mein Stipendium, meine Arbeit als Journalist, später auch um meine Eindrücke von Taiwan, dieses Blog, die Kenntnisse der Deutschen über Taiwan u.v.m. Ich hoffe, dass es für die Hörer an der Uni auch wirklich von Interesse war. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, und es war schön, die drei kennen zu lernen. Kai möchte eventuell demnächst in Deutschland Film- oder Theaterregie studieren. Drücken wir ihr die Daumen!


Über die faszinierende Welt der chinesischen Schriftzeichen und die Frage, warum die Chinesen nicht schon längst aufs ABC umgestiegen sind, habe ich hier mal was geschrieben.

Schön, dass ich mit meinen Überlegungen offenbar nicht so falsch lag. Heute stellt Spiegel Online sich nämlich die gleiche Frage: Warum schreiben Chinesen mit Zeichen? Und erklärt bei der Gelegenheit auch gleich, was es mit dem elektrischen Gehirn, der elektrischen Sprache und der Hand-Maschine auf sich hat. Über die Unterschiede zwischen Lang- und Kurzzeichen findet sich dort allerdings leider nichts.

Noch mehr zum Thema Schriftzeichen steht in diesem Blog übrigens hier und hier. Und dieses Flash-Video kann ich jedem nur noch einmal nachdrücklich ans Herz legen!