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In ein paar Stunden gehe ich vor die Tür, um mir das 2010-Feuerwerk am Taipei 101 anzusehen – allerdings aus sicherer Entfernung, denn rund um das Gebäude werden Menschenmassen erwartet, gegen die der Shilin-Nachtmarkt am Wochenende wie das Vereinsfest der freiwilligen Feuerwehr Neubiberg wirkt. (Grüße an Julian!)

Nachtrag: Das Video vom Feuerwerk am Taipei 101 zu Silvester 2010/2011.

Anlässlich des neuen Jahrzehnts gehe ich mit der Zeit und bin nun auch auf Twitter aktiv. Und voraussichtlich demnächst auch auf Facebook. Beides eher beruflich orientiert und auf englisch, zwecks Verbreiterung der Kontaktbasis vor Ort.

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Im neuen Jahr können wir uns ja einen Spaß daraus machen, Strichlisten zu führen: Wie viele Karten, Globen, Grafiken etc. stellen Taiwan als eigenständiges Land dar?

Im Souvenir-Shop des Taipei 101 werden jedenfalls Globen verkauft, die genau das nicht tun. Darüber regt nicht nur J. Michael Cole sich auf.

Zur Nachhilfe empfehle ich folgendes Video, mit besonderer Aufmerksamkeit bei 1:08.

Noch ein paar Links, bevor die Zeit abläuft: Miese Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in Taiwans Fabriken (dazu auch etwas auf deutsch).

Lesetipp: Mein englischer Text über Taiwans Gastarbeiter, die Ausländer zweiter Klasse

Eine Luxusyacht reist von der Werft in Taiwan zu einer Ausstellung in Deutschland, Taiwans Werften gehören „zu den besten der Welt“. Faszinierende Zeitreise: Chiang Kai-shek war zwischen 1927 und 1955 zehnmal auf dem Cover des Time Magazine. Man kann auch die dazu gehörigen Artikel aufrufen. Ein schön ausführlicher Spiegel-Artikel aus dem Jahr 1999, als Präsident Lee Teng-hui es wagte, für Taiwans Beziehungen zu China das deutsch-deutsche Verhältnis zum Vergleich heranzuziehen.

Ganz aktuell, umfassend und als sachliche Einführung zu Taiwans Geschichte und Situation unbedingt empfehlenswert: Jens Damm, der in Taiwan lebt, über „Taiwan auf dem Weg zur pluralistischen und multikulturellen Demokratie“.

Und zum Abschluss ein Hinweis der Taiwan-Vertretung in Deutschland:

Gerne möchten wir Sie auf einen Taiwan-Themenabend hinweisen der am Samstag, den 9. Januar 2010 im digitalen ARD-Sender EinsExtra ausgestrahlt wird:

20:15 Taiwan – Schatzinsel im Chinesischen Meer (wird um 23:20 Uhr wiederholt)
21:02 „EinsExtra im Gespräch“ – Moderator Ulrich Timm, der vom 15.-22.11.2009 in Taiwan weilte, und Dr. Hermann Halbeisen von der Universität Köln sprechen über die politische und wirtschaftliche Entwicklung zu beiden Seiten der Taiwanstraße
21:30 „Heilen mit Kräutern und Nadeln“ – Traditionelle chinesische Medizin auf Taiwan

Falls Sie EinsExtra digital nicht empfangen können, können Sie die Sendungen auch im Internet sehen unter http://eins-extra.de/ Sendungen von A-Z.


Weihnachten in Taiwan – das erste Mal nicht bei der Familie. So geht es nicht nur mir, sondern auch Robert aus Mecklenburg-Vorpommern. Der 18-Jährige lebt in Chiayi in Zentraltaiwan. Dort leistet er in einem Kinderheim ein Freiwilliges Soziales Jahr, das als Zivildienst anerkannt wird.

Dort hat ihn nicht nur der Weihnachtsmann besucht, sondern auch ich. Bei der Gelegenheit habe ich einen Fernsehbeitrag über Robert gedreht, der am Sonntag, 27.12. im NDR Fernsehen läuft lief, und zwar in der Sendung „Nordmagazin“.

In dem Beitrag ist auch zu sehen, wie Robert in einer Grundschule eine Weihnachts-Sonderstunde hält. Er unterrichtet nämlich hauptsächlich Englisch. Und lernt Chinesisch. Das nenne ich einen sinnvollen Zivildienst!

Sein Aufenthalt in Taiwan läuft übrigens über diese Organisation. Auf der Website finden sich auch weitere Erfahrungberichte aus Taiwan.


Leben, lernen, arbeiten

Das ist nicht nur mein Taiwan-Motto. Wenn man sich in Taipeh ein wenig umsieht, ist man bald überrascht, wie viele Deutsche es aus welch unterschiedlichen Gründen nach Taiwan verschlägt.

Zwei von ihnen habe ich in einem Text für eine Handelsblatt-Beilage näher vorgestellt, der nach einiger Zeit endlich online ist: Robert und Carsten. Die Rubrik heißt „Ortswechsel“ und stellt weltweit Städte vor durch die Augen von Deutschen, die dort langfristig leben. Das ähnelt ein wenig Brand Eins mit der Rubrik „Mikroökonomie“, für die ich einmal eine Grafikdesignerin aus Taipeh porträtiert hatte.

Handelsblatt: Deutsche in Taipeh

Selbst Lust bekommen? Für weitere Texte bin ich auf der Suche nach Deutschen, die in Taichung oder Kaohsiung leben und folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Alter 25-40
  • seit mindestens 18 Monaten vor Ort

Auch Studenten, Doktoranden etc. können mitmachen. Wer sich berufen fühlt oder geeignete Kandidaten kennt, möge sich bitte melden.

Da wir gerade beim Thema sind: Deutsche Expats in Taiwan tauschen sich z.B. bei Forumosa und Xing aus. Und Robert aus dem Artikel hat auch ein Blog, das bestimmt demnächst mal wieder aktualisiert wird.

Nachtrag aus den Kommentaren: Ein weiteres deutschsprachiges Forum über Taiwan.

Noch ein paar deutsche Taiwan-Links auf die Schnelle

  • Taiwans Tourismusbüro wirbt für Städte mit schönen alten Straßen im Nordwesten Taiwans, namentlich Nanjhuang und Beipu. War leider noch nicht dort.
  • Es gab offenbar eine Journalistenreise nach Taiwan: Im österreichischen Standard und in der Mitteldeutschen Zeitung finden sich Texte von verschiedenen Autoren, die beide einen Schmied auf Kinmen porträtieren, der aus Granatsplittern Messer fertigt. Beide schildern außerdem einigermaßen korrekt und ausgewogen die unterschiedlichen Auffassungen der Taiwaner über die politische Annäherung an China. Im Standard entbrannte dazu eine kurze Diskussion in der Kommentarspalte.
  • 880 Kinder aus Taiwan haben einen Brief an den Weihnachtsmann in Himmelpfort geschrieben, meldet die Märkische Allgemeine (Update: Artikel nicht mehr online). Kann ich mir nicht erklären. Gab es hier mal einen Bericht darüber?

Der Anfang vom Ende einer Diktatur

Im Radioprogramm der Deutschen Welle lief heute ein Beitrag (nachlesen oder anhören), in dem ich die Geschichte des „Kaohsiung-Zwischenfalls“ von 1979 erzähle, auch bekannt als „Formosa Incident“.

Es war ein Meilenstein auf dem Weg Taiwans von der Diktatur zur Demokratie. Denn obwohl es damals zunächst so aussah, als ob das Regime die Opposition ganz im alten Stil zerschlagen hätte, entpuppte sich die Geschichte bald als Zündfunke, der die Demokratiebewegung erst richtig in Schwung brachte.

Am 10.12.1979 protestierten in Kaohsiung zehntausende Menschen für Demokratie und Menschenrechte. Aufgerufen hatte die Zeitschrift „Formosa“.

Danach ging es dann relativ schnell. 1980 wurden die Anführer der Opposition noch zu 12, 14 oder mehr Jahren Haft verurteilt, 1986 waren fast alle wieder frei und gründeten die Demokratische Fortschrittspartei DPP. Ein Jahr später wurde das Kriegsrecht aufgehoben, in den Neunzigern die Verfassung reformiert, und im Jahr 2000 wurde Annette Lu, der 20 Jahre zuvor noch der Schauprozess gemacht worden war, Taiwans Vizepräsidentin. Und ihr Verteidiger Chen Shui-bian Präsident.

Etwa 10.000 Menschen versammelten sich in Kaohsiung dort, wo 30 Jahre zuvor die Demonstration stattgefunden hatte.

Ich war am Samstag in Kaohsiung, wo mehrere Veranstaltungen rund um den 30. Jahrestag stattfanden. Es gab eine Tagung, Ausstellungen und eine große Kundgebung auf dem zentralen Platz mitten in der Stadt, wo 1979 die große Protestkundgebung stattfand, die damit endete, dass Zehntausende von der Militärpolizei auseinandergetrieben wurden. Ein paar Tage später kamen dann die Verhaftungen.

Chen Chu als Oppositionsführerin 1979 in Kaohsiung. Drei Tage später wurde sie verhaftet und saß mehr als sechs Jahre in Haft.

Heute ist Chen Chu Bürgermeisterin von Kaohsiung.

Kaohsiung versteht sich, vielleicht vergleichbar mit Leipzig, als „Heldenstadt“. Wenn die Menschen hier nicht im entscheidenden Moment Courage gezeigt hätten, wäre die Geschichte vielleicht anders veraufen.

Aktivistin ist heute Bürgermeisterin

Bürgermeisterin ist Chen Chu, eine Wortführerin der Dissidenten von damals. Sie saß sechs Jahre im Gefängnis dafür, dass sie Demokratie und Menschenrechte forderte. Der Mut scheit sie nicht verlasen zu haben. Heute scheut sie nicht davor zurück, China zu verärgern, wenn es sein muss. In diesem Sommer konnte sie in ihrer Stadt die World Games ausrichten, die größte internationale Sportveranstaltung, die je in Taiwan stattfand.

Die Zeitschrift „Formosa“ war das Sammelbecken von Taiwans Oppositionsbewegung und brachte es 1979 auf vier Ausgaben.

Aber zurück zum Kaohsiung-Zwischenfall. Wie das 228-Massaker ist er eines der Ereignisse, deren Bedeutung man zumindest in groben Zügen kennen muss, wenn man über Taiwan reden will, sprich: durch jenes Minenfeld irren, das sich zwischen ROC und PRC, DPP und KMT erstreckt. Hier steht eine brauchbare Zusammenfassung mit einem Link auf ein interessantes weiterführendes PDF-Dokument.

1980 begann im Jingmei-Militärgefängnis von Taipeh der Schauprozess gegen acht Anführer der Oppositionsbewegung. Sie wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.


ZDF-Intendant Markus Schächter hat bei China um Entschuldigung gebeten – behauptet zumindest diese chinesische Propaganda-Website.

Sehr geehrter Herr Botschafter, Sie können sicher sein, dass wir nie die Absicht hatten, durch das Programm Heute Show die Gefühle des chinesischen Volkes zu verletzen oder zu beleidigen. Ich muss mich bei Ihnen für diese Sendung ausdrücklich entschuldigen* und Sie darum bitten, mein tiefes Bedauern an die Chinesen zu übermitteln.

Hintergrund ist ein Beitrag in der „heute-show“ (das ist eine Satiresendung, die mit den heute-Nachrichten nichts zu tun hat), in dem Ex-Titanic-Chefredakteur Martin Sonneborn sich auf der Frankfurter Buchmesse über Chinesen lustig macht.

http://www.youtube.com/watch?v=hGJBwOgttbE

Der Beitrag ist in der ZDF-Mediathek „aus rechtlichen Gründen“ nicht mehr abrufbar und offenbar gesperrt worden. Man findet ihn auch nicht mehr auf todou.com, dem chinesischen Youtube, wo er die übliche Flut von „wir sind in unserem Nationalstolz verletzt und ganz furchtbar traurig, außerdem finden die bösen Ausländer uns sowieso alle böse“-Kommentaren nach sich zog und noch immer zieht (und einige, die zur Besonnenheit mahnen und verstanden haben, was Satire ist).

Nun ist dieser Beitrag für eine Satiresendung geradezu erschreckend unkomisch. Ausländer vorzuführen, weil sie kein Deutsch sprechen, ist schon ziemlich mies. (Und wird auch nicht besser dadurch, dass der NDR das Thema „böses China auf der Buchmesse“ in der Sendung „Extra 3“ fast genauso plump behandelt hat.) Wenn ich mir vorstelle, wie viel Spaß ein taiwanisches Fernsehteam mit meinen Chinesisch-Unkenntnissen haben könnte… und dabei spreche ich es höchstwahrscheinlich besser als Martin Sonneborn.

Ein Problem wäre es aber, sollte der Intendant eines öffentlich-rechtlichen Senders auf ein bisschen Druck hin einknicken und die „Gefühle des chinesischen Volkes“ vor die Solidarität zu seiner Redaktion stellen. So ein Kotau hinterlässt immer auch den Eindruck „Mit dem können wir’s ja machen.“ Was also wird passieren, sollte Chinas Regierung die Gefühle ihres Volkes das nächste Mal durch einen kritischen Bericht im „Auslandsjournal“ oder im „heute-journal“ verletzt sehen?

Die in Tibet geborene und in Deutschland lebende chinesische Dichterin Xu Pei findet die ZDF-Reaktion verhängnisvoll:

Warum scheut sich das ZDF gegenüber dem KP-Botschafter die demokratischen Grundwerte zu verteidigen? Dankbar bin ich als chinesische Exildichterin in Deutschland zu sein und habe die Bedeutung demokratischer Grundwerte zu schätzen gelernt. Mein Wunsch wäre es, dass sich Leistungsträger und Intellektuelle meines Gastlandes auch für diese Grundrechte in meinem Mutterland einsetzen würden.

Sie lobt aber auch den ZDF-Korrespondenten in Peking für seine kritischen Berichte.

Einige Hintergründe zum „Fall Sonneborn“ hat die Chefredakteurin des Deutsch-Chinesischen Kulturnetzes aufgeschrieben. Sie plädiert zwar für „politische Korrektheit“, was m.E. keine Lösung sein kann, macht sich aber auch zu Recht Sorgen angesichts der Aussage eines jungen chinesischen Journalisten:

„Meine Germanisten-Kollegen und ich, wir beobachten ständig die deutsche Presse, (…) aber wir können nicht unterscheiden, ob diese negativen Berichte nun eigentlich das chinesische System kritisieren, oder das chinesische Volk und seine Sitten und Gebräuche… (…)“
Leider zeigt das obige Zitat, wie schwer es ist, Missverständnisse tatsächlich auszuräumen, selbst bei Menschen, die durch Studium und Arbeitsumfeld eigentlich bestens in der Lage sein sollten, zu recherchieren, zu hinterfragen und sich eine Meinung zu bilden, die auf Fakten basiert.

* Nebenbei bemerkt: Man kann sich nicht für sich selbst entschuldigen.

(Nachtrag: Stefan Niggemeier hat sich im FAZ-Fernsehblog des Falls angenommen und in Mainz nachgefragt. Ergebnis: „Beim ZDF legt man Wert darauf, dass es sich bei dem Brief an den Botschafter nicht um eine Entschuldigung, sondern nur den Ausdruck des Bedauerns handele.“)

(Zum Thema „Chinas verletzte Gefühle“ hier noch ein schöner Text: „China’s feelings had been officially hurt at least 140 times by a minimum of 42 countries and several organizations since Mao Zedong’s bandits came to power in 1949.“)

Würde ich mal Herrn Ma interviewen, bräuchte ich kein Foto mehr.

Themenwechsel: Die Deutsche Welle hat ein Interview mit Taiwans Präsident Ma geführt. Es beginnt so:

Präsident Ma, seit Beginn ihrer Präsidentschaft haben sich die Beziehungen zwischen Taiwan und Festland-China enorm verbessert. Wie würden Sie die derzeitigen Beziehungen beschreiben?

Dann noch der Hinweis auf einen höchst vergnüglichen Blogeintrag des stets geschätzten Ludigel über „Wahre Vorurteile“ betr. Taiwan. Er weiß, wovon er schreibt, denn seine Frau ist Taiwanerin. Die meisten Punkte kann ich nachvollziehen, auch diese:

  • Wie sind die Taiwanesen, wenn man es auf den Punkt bringt?
    Nervös. Immer irgendwie aufgedreht und hyperaktiv.
  • Die schönste Stadt Taiwans?
    Gibt es nicht.
  • Die schönste Gegend Taiwans?
    Überall da, wo keine Taiwanesen sind. Ernsthaft, die lassen von der Schönheit der Natur nichts übrig. Müllkippe und graue heruntergekommende Betonklötze als Stichworte.

Dazu muss man wissen, dass Ludigel Taiwan mag. Wirklich. Er lebt allerdings lang genug hier, um auch die weniger schönen Seiten zu sehen. Und er hat den Mumm, sie beim Namen zu nennen. Das macht sein Blog so lesenswert.

Kollateralschäden: Kommt Taiwans Demokratie unter die Räder?

Und schließlich geht es auch im Tagesschau-Blog um Taiwan – wenn auch nur in den Kommentaren zu einem Beitrag über den Besuch von Wirtschaftsminister Brüderle in Peking. Ein Blick lohnt sich.


Die Taiwaner sterben aus

Es mag seltsam klingen aus dem Land mit der zweithöchsten Bevölkerungsdichte aller Flächenstaaten weltweit (nur übertroffen von Bangladesch), ist aber so: Taiwan entvölkert sich. Und zwar noch schneller als Deutschland, denn die Insulaner sind (neben Notebooks und Stinke-Tofu) auf noch einem Gebiet Weltspitze: Taiwan hat laut einer neuen Statistik die niedrigste Geburtenrate der Welt.

Jede Frau bringt hier im Schnitt gerade noch ein Kind zur Welt. 1951 waren es noch sieben. Sogar China (wo es ja eigentlich eine Ein-Kind-Politik gibt) liegt bei 1,6. Das Time Magazine hat sich jetzt diesem Thema gewidmet. Einige Schlüsselpassagen aus dem lesenswerten Artikel:

Taiwan’s Health Minister (…) warned that if the island continues on this track, the population would experience a future labor shortage and that the next generation of children would have significant difficulty covering the health costs of their aging parents. That intense financial pressure, he said, could raise the future suicide rate. The Education Minister (…) predicted that one-third of Taiwan’s colleges will close in just 12 years if the trend continues.

In a society where the cost of living is high, the notion that kids are an unwelcome burden — taboo in many cultures — has become an accepted idea. (…) Students interviewed 100 residents of Taiwan between the ages of 20 and 40 about their family plans. One-third didn’t plan to have any children for fear of losing two precious things: money and freedom.

Only a third of Taiwan’s women are married by age 30, in contrast to 20 years ago, when the average age for marriage for women was 26. Many more men have also been marrying women from other Asian countries like China and Vietnam (…) Today, 1 in 8 babies in Taiwan is born to a non-Taiwanese mother.

Auch die Taipei Times hat sich des Themas angenommen:

„Young people don’t come out of school with the idea that they want to raise a family (…) There’s a reaction among young women, who see how many children their mothers had, and watched them spend all that time looking after household matters, and that’s not necessarily what they want to do.”

Weakening family ties consolidate this mindset, as young people migrate from the countryside into the cities, away from the watchful eyes of their parents and grandparents. This relieves them from pressure put on them by the older generation to produce children, and many instead opt for a materially comfortable single existence.

The dearth of births will eventually mean there are not enough people in the labor force to support a growing number of elderly. Current forecasts are that in 2051, more than one in three Taiwanese will be 65 years or older, up from one in 10 now.

Die Gründe für diese Entwicklung sind m.E. vergleichbar mit Deutschland: Eine Gesellschaft im Übergang zum postindustriellen Zeitalter. Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und den eigenen Arbeitsplatz. Eine von Abstiegsängsten geplagte Mittelschicht. Unerschwingliche Immobilien (zumindet in Taipeh). Frauen, die immer besser ausgebildet sind, aus ihren Fähigkeiten etwas machen wollen und keine Lust haben, sich an einen eher traditionell eingestellten Mann zu binden.

Die Regierung erwägt nun u.a., eine Art Kindergeld nach deutschem Vorbild einzuführen. Dabei dürfte klar sein, dass sich junge Menschen nicht mit ein paar Euro (oder Taiwan-Dollar) mehr im Monat dazu bewegen lassen, ihren Lebensentwurf zu überdenken.

Nachtrag: Despite incentives, nation’s birth rate continues to drop