Archive for September, 2009

Wenn es irgendwann mit Taiwan und Deutschland und überhaupt nicht mehr klappt, dann weiß ich jetzt, was ich mache: Ich werde Kameramann bei sibirischen Fernsehen. Die Aufnahmeprüfung habe ich schon bestanden.

Marika

Marika kommt aus Burjatien und hat dort als TV-Reporterin gearbeitet, bevor sie nach Taiwan kam, um Chinesisch zu lernen. Ich habe ihr geholfen, unser Sprachzentrum an der NTNU (Shida 師大) in Taipeh vorzustellen. Sie vor der Kamera, ich dahinter. Den Beitrag hat sie in den Semesterferien zuhause in Ulan-Ude fertig geschnitten, er lief auf diesem Sender, und wer ihn verpasst hat, kann ihn noch einmal sehen:

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So könnt Ihr also Euer Russisch aufpolieren und gleichzeitig sehen, wo ich mich jeden Tag von 8-10 Uhr mit den Feinheiten der chinesischen Sprache beschäftige.

Marika studiert seit diesem Semester übrigens an der Filmhochschule in Taipeh.

Dieser Frage sind meine Kollegen Dennis und Matthias kürzlich in Taiwan nachgegangen. Das Ergebnis lief nun in der Reihe “Mit 80.000 Fragen um die Welt” im NDR-Fernsehen, ist mehr als acht Minuten lang und steht online beim NDR sowie auf Youtube – jeweils mit Kommentarfunktion.

Oder direkt hier:

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Es ist ein wichtiger Film geworden, in dem viele einfache Wahrheiten über Taiwan und China ausgesprochen werden, die man in den Medien sonst viel zu selten hört.

Dennis Taiwan Soldaten

Ich hatte ja neulich schon darüber geschrieben, dass ich den beiden bei der Vorbereitung und dem Dreh in Taipeh zur Seite stehen konnte. Daher bin ich auch selbst ein kleines bisschen stolz auf dieses Ergebnis.

Dennis Taiwan Falun Gong

Die Gesprächspartner in dem Beitrag sind:

Und weil es thematisch so schön passt: Hier ein schon etwas älterer NDR-Beitrag, “Taiwan” erklärt vom… Klaus.

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Die Deaflympics sind vorbei, die meisten Sportler heute früh wieder in Deutschland gelandet. Es war ganz groß. Nicht nur für mich, weil ich einige Berichte in deutschen Medien unterbringen konnte. Sondern vor allem für die gehörlosen Sportler, die sich hier in Taiwan nach eigener Aussage zum ersten Mal auf Augenhöhe mit den “echten” Olympischen Spielen gefühlt haben.

Besonders schön waren die Spiele natürlich für alle Medaillengewinner. Einen von ihnen konnte ich glücklicherweise mit meiner Kamera begleiten (vor, während und nach dem Wettkampf) und der so entstandene Fernsehbeitrag lief im NDR Fernsehen. Das Video kann man sich hier ansehen.

Ich vermute, es sind die einzigen Bilder von den Deaflympics, die es überhaupt ins deutsche Fernsehen geschafft haben. Das ist schade, denn wenn man miterlebt hat, mit wie viel Engagement und Leidenschaft die Beteiligten (Taiwaner, Deutsche und alle anderen) dieses  Großereignis gestemmt haben, wünscht man ihnen so viel Öffentlichkeit wie nur irgend möglich. Natürlich werden Olympische Spiele und Fußball-WM immer eine Klasse für sich bleiben, aber von den Paralympics wird schließlich auch jedes Mal berichtet.

Deaflympics Daniel Medaille

Daniel Helmis läuft schnell. Sehr schnell. Er kommt aus Malchin in Mecklenburg-Vorpommern und hat in Taipeh über 1500 Meter Silber gewonnen. Und es könnte noch einiges nachkommen, denn mit 21 steht er erst am Anfang seiner Sportlerkarriere.

Deaflympics Daniel Tempel

Ich habe ihn beim Training getroffen und auch bei einem Ausflug in den Longshan-Tempel begleitet, wo er für ein gutes Rennen Räucherstäbchen entzündet hat. Es scheint geholfen zu haben. Herzlichen Glückwunsch! Und alles Gute für die Ausbildung, die diesen Monat beginnt.

Mal wieder findet hier gerade ein sportliches Großereignis statt, das für die Beteiligten und Taiwan von größter Bedeutung ist, vom Rest der Welt aber kaum wahrgenommen wird. Vor zwei Monaten erst waren es die World Games in Kaohsiung, nun treffen sich 4000 gehörlose Spitzensportler aus 81 Ländern in Taipeh zu ihren eigenen Weltspielen – den Deaflympics.

Deaflympics Deutsche

Von der Sportarten her ist das weniger skurril als die World Games, dafür sind die Teilnehmer um so interessanter. Es war mir gar nicht bewusst, dass Gehörlose sich international durch Gebärdensprache verständigen können. Zwar nicht völlig problemlos, aber im Prinzip können Taiwaner, Deutsche, Brasilianer und Kasachen fröhlich miteinander “gebärden”.

Deaflympics Show

Gestern ging es los. Bislang erinnert mich alles sehr an die World Games: Eine Eröffnungsfeier, die in Sachen Aufwand alles in den Schatten stellt, was andere Länder zuvor aufgefahren hatten (Fotos hier). Freundlich distanzierte Taiwaner, die erst nach und nach begeistert werden müssen. Eine Armee stets etwas übermotivierter Volunteers. Und tausende Teilnehmer aus aller Welt, die es nach Taiwan verschlagen hat, die dieses Land nun kennenlernen, Eindrücke gewinnen und mit nach Hause nehmen werden. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste und für Taiwan Bleibendste an diesen Veranstaltungen.

Deaflympics Eröffnung

Ich versuche wieder, die frohe Botschaft in der Heimat zu verbreiten. Bisher gibt es einen Vorbericht im Deutschlandfunk sowie im Südkurier einen Text über die Eröffnungsfeier aus Sicht des Schwimmers Nicky Lange und in den Nürnberger Nachrichten einen weiteren Bericht. Und es wird noch was kommen…

Deaflympics Feuerwerk jpg

Weitere Informationen:

Nachtrag: Ein Bericht über einen gehörlosen Fußballer von mir bei Spiegel Online. Und drei Sportler aus Bielefeld freuen sich über ihre Medaillen im Westfalen-Blatt.

“Morakot” hat es möglich gemacht und Taiwan auch im Westen mal wieder in die Medien gebracht. Mehr als 500 Tote sind zu beklagen. Ich habe ja neulich schon mal erklärt, was so eine Zahl für die Medien bedeutet: Relevanz!

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Nun ist als Spätfolge des Taifuns auch noch der Dalai Lama nach Taiwan gekommen, um hier für die Opfer zu beten (die zum größten Teil irgendwann mal zum Christentum bekehrte Ureinwohner sind, aber egal). Für Taiwans Präsident Ma ist das zunächst mal eine bittere Pille, weil er den Dalai Lama wohl am liebsten weiterhin mit einem “der Zeitpunkt ist gerade nicht günstig” auf den Sankt Nimmerleinstag vertröstet hätte, um China nicht zu verärgern.

Als nun aber ein paar Oppositionspolitiker eine Einladung ins Spiel brachten konnte Ma, der wegen seines zögerlichen Katastrophenmanagements schwer in der Kritik steht, schlecht Nein sagen – der Zeitpunkt war einfach zu ungünstig. Kleiner Trost für ihn: Die postwendenden Beleidigte-Leberwurst-Trotzangriffe aus China verschonten ihn und richteten sich nur gegen die Opposition. Und wenn die Rauchschwaden verzogen sind, wird er im Wahlkampf 2012 behaupten können, immerhin sei er es gewesen, der damals den Dalai-Lama-Besuch ermöglicht habe.

Für Reporter ist so eine Situation natürlich ein Geschenk. Und so konnte ich auch zu diesem Thema einen Radiobericht im Programm der Deutschen Welle unterbringen, den man hier anhören und hier nachlesen kann.