„Morakot“ hat es möglich gemacht und Taiwan auch im Westen mal wieder in die Medien gebracht. Mehr als 500 Tote sind zu beklagen. Ich habe ja neulich schon mal erklärt, was so eine Zahl für die Medien bedeutet: Relevanz!

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Nun ist als Spätfolge des Taifuns auch noch der Dalai Lama nach Taiwan gekommen, um hier für die Opfer zu beten (die zum größten Teil irgendwann mal zum Christentum bekehrte Ureinwohner sind, aber egal). Für Taiwans Präsident Ma ist das zunächst mal eine bittere Pille, weil er den Dalai Lama wohl am liebsten weiterhin mit einem „der Zeitpunkt ist gerade nicht günstig“ auf den Sankt Nimmerleinstag vertröstet hätte, um China nicht zu verärgern.

Als nun aber ein paar Oppositionspolitiker eine Einladung ins Spiel brachten konnte Ma, der wegen seines zögerlichen Katastrophenmanagements schwer in der Kritik steht, schlecht Nein sagen – der Zeitpunkt war einfach zu ungünstig. Kleiner Trost für ihn: Die postwendenden Beleidigte-Leberwurst-Trotzangriffe aus China verschonten ihn und richteten sich nur gegen die Opposition. Und wenn die Rauchschwaden verzogen sind, wird er im Wahlkampf 2012 behaupten können, immerhin sei er es gewesen, der damals den Dalai-Lama-Besuch ermöglicht habe.

Für Reporter ist so eine Situation natürlich ein Geschenk. Und so konnte ich auch zu diesem Thema einen Radiobericht im Programm der Deutschen Welle unterbringen, den man hier nachlesen kann.

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Keine Kommentare zu “ Seine Heiligkeit im Krisengebiet ”

  1. Gerd sagt:

    Ich finde bei dem DW-Beitrag schön, dass die Doppelzüngigkeit von Ma Ying-Jeou deutlich wird. Kein mir bekannter Politiker der letzten Jahre hat so viele (Wahl-)Versprechen gebrochen, wie Ma.

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