Mal wieder findet hier gerade ein sportliches Großereignis statt, das für die Beteiligten und Taiwan von größter Bedeutung ist, vom Rest der Welt aber kaum wahrgenommen wird. Vor zwei Monaten erst waren es die World Games in Kaohsiung, nun treffen sich 4000 gehörlose Spitzensportler aus 81 Ländern in Taipeh zu ihren eigenen Weltspielen – den Deaflympics.

Deaflympics Deutsche

Von der Sportarten her ist das weniger skurril als die World Games, dafür sind die Teilnehmer um so interessanter. Es war mir gar nicht bewusst, dass Gehörlose sich international durch Gebärdensprache verständigen können. Zwar nicht völlig problemlos, aber im Prinzip können Taiwaner, Deutsche, Brasilianer und Kasachen fröhlich miteinander “gebärden”.

Deaflympics Show

Gestern ging es los. Bislang erinnert mich alles sehr an die World Games: Eine Eröffnungsfeier, die in Sachen Aufwand alles in den Schatten stellt, was andere Länder zuvor aufgefahren hatten (Fotos hier). Freundlich distanzierte Taiwaner, die erst nach und nach begeistert werden müssen. Eine Armee stets etwas übermotivierter Volunteers. Und tausende Teilnehmer aus aller Welt, die es nach Taiwan verschlagen hat, die dieses Land nun kennenlernen, Eindrücke gewinnen und mit nach Hause nehmen werden. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste und für Taiwan Bleibendste an diesen Veranstaltungen.

Deaflympics Eröffnung

Ich versuche wieder, die frohe Botschaft in der Heimat zu verbreiten. Bisher gibt es einen Vorbericht im Deutschlandfunk sowie im Südkurier einen Text über die Eröffnungsfeier aus Sicht des Schwimmers Nicky Lange und in den Nürnberger Nachrichten einen weiteren Bericht. Und es wird noch was kommen…

Deaflympics Feuerwerk jpg

Weitere Informationen:

Nachtrag: Ein Bericht über einen gehörlosen Fußballer von mir bei Spiegel Online. Und drei Sportler aus Bielefeld freuen sich über ihre Medaillen im Westfalen-Blatt.