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Auf und davon, und ins Fernsehen

Die Deaflympics sind vorbei, die meisten Sportler heute früh wieder in Deutschland gelandet. Es war ganz groß. Nicht nur für mich, weil ich einige Berichte über die Deaflympics in deutschen Medien unterbringen konnte. Sondern vor allem für die gehörlosen Sportler, die sich hier in Taiwan nach eigener Aussage zum ersten Mal auf Augenhöhe mit den „echten“ Olympischen Spielen gefühlt haben.

Besonders schön waren die Spiele natürlich für alle Medaillengewinner. Einen von ihnen konnte ich glücklicherweise mit meiner Kamera begleiten (vor, während und nach dem Wettkampf) und der so entstandene Fernsehbeitrag lief im NDR-Fernsehen. Das Video steht online.

Ich vermute, es sind die einzigen Bilder von den Deaflympics, die es überhaupt ins deutsche Fernsehen geschafft haben. Das ist schade, denn wenn man miterlebt hat, mit wie viel Engagement und Leidenschaft die Beteiligten (Taiwaner, Deutsche und alle anderen) dieses  Großereignis gestemmt haben, wünscht man ihnen so viel Öffentlichkeit wie nur irgend möglich. Natürlich werden Olympische Spiele und Fußball-WM immer eine Klasse für sich bleiben, aber von den Paralympics wird schließlich auch jedes Mal berichtet.

Deaflympics Daniel Helmis

Daniel Helmis läuft schnell. Sehr schnell. Er kommt aus Malchin in Mecklenburg-Vorpommern und hat in Taipeh Silber über 1500 Meter gewonnen. Und es könnte noch einiges nachkommen, denn mit 21 steht er erst am Anfang seiner Sportlerkarriere.

Deaflympics Daniel Helmis Tempel

Ich habe ihn beim Training getroffen und auch bei einem Ausflug in den Longshan-Tempel begleitet, wo er für ein gutes Rennen Räucherstäbchen entzündet hat. Es scheint geholfen zu haben.

Herzlichen Glückwunsch! Und alles Gute für die Ausbildung, die diesen Monat beginnt.


Nein, nicht „Deathlympics“…

Mal wieder findet in Taiwan gerade ein sportliches Großereignis statt, das für die Beteiligten und Taiwan von größter Bedeutung ist, vom Rest der Welt aber kaum wahrgenommen wird.

Vor zwei Monaten erst waren es die World Games in Kaohsiung, nun treffen sich 4000 gehörlose Spitzensportler aus 81 Ländern in Taipeh zu ihren eigenen Weltspielen – den Deaflympics.

Deaflympics German Team

Von der Sportarten her ist das weniger skurril als die World Games, dafür sind die Teilnehmer um so interessanter.

Es war mir gar nicht bewusst, dass Gehörlose sich international durch Gebärdensprache verständigen können. Zwar nicht völlig problemlos, aber im Prinzip können Taiwaner, Deutsche, Brasilianer und Kasachen fröhlich miteinander „gebärden“.

Deaflympics Taipei 2009 opening ceremony

Gestern ging es los. Bislang erinnert mich alles sehr an die World Games:

  • Eine Eröffnungsfeier, die in Sachen Aufwand alles in den Schatten stellt, was andere Länder zuvor aufgefahren hatten (Fotos hier).
  • Freundlich distanzierte Taiwaner, die erst nach und nach begeistert werden müssen.
  • Eine Armee stets etwas übermotivierter Volunteers.
  • Und tausende Teilnehmer aus aller Welt, die es nach Taiwan verschlagen hat, die dieses Land nun kennenlernen, Eindrücke gewinnen und mit nach Hause nehmen werden. Das ist wahrscheinlich das Wichtigste und für Taiwan Bleibendste an diesen Veranstaltungen.

Deaflympics Taipei Opening Ceremony

Ich versuche wieder, die frohe Botschaft in der Heimat zu verbreiten. Bisher gibt es einen Vorbericht im Deutschlandfunk sowie im Südkurier einen Text über die Eröffnungsfeier aus Sicht des Schwimmers Nicky Lange und in den Nürnberger Nachrichten einen weiteren Bericht.

Deaflympics 2009 Taipei Fireworks Opening Ceremony

Weitere Informationen:

Nachtrag: Ein Bericht über einen gehörlosen Fußballer von mir bei Spiegel Online. Und drei Sportler aus Bielefeld freuen sich über ihre Medaillen im Westfalen-Blatt.

Über einen deutschen Silbermedaillengewinner habe ich einen Fernsehbeitrag für den NDR gedreht.


„Morakot“ hat es möglich gemacht und Taiwan auch im Westen mal wieder in die Medien gebracht. Mehr als 500 Tote sind zu beklagen. Ich habe ja neulich schon mal erklärt, was so eine Zahl für die Medien bedeutet: Relevanz!

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Treffender kann man es wirklich nicht auf den Punkt bringen.

Nun ist als Spätfolge des Taifuns auch noch der Dalai Lama nach Taiwan gekommen, um hier für die Opfer zu beten (die zum größten Teil irgendwann mal zum Christentum bekehrte Ureinwohner sind, aber egal). Für Taiwans Präsident Ma ist das zunächst mal eine bittere Pille, weil er den Dalai Lama wohl am liebsten weiterhin mit einem „der Zeitpunkt ist gerade nicht günstig“ auf den Sankt Nimmerleinstag vertröstet hätte, um China nicht zu verärgern.

Als nun aber ein paar Oppositionspolitiker eine Einladung ins Spiel brachten konnte Ma, der wegen seines zögerlichen Katastrophenmanagements schwer in der Kritik steht, schlecht Nein sagen – der Zeitpunkt war einfach zu ungünstig. Kleiner Trost für ihn: Die postwendenden Beleidigte-Leberwurst-Trotzangriffe aus China verschonten ihn und richteten sich nur gegen die Opposition. Und wenn die Rauchschwaden verzogen sind, wird er im Wahlkampf 2012 behaupten können, immerhin sei er es gewesen, der damals den Dalai-Lama-Besuch ermöglicht habe.

Für Reporter ist so eine Situation natürlich ein Geschenk. Und so konnte ich auch zu diesem Thema einen Radiobericht im Programm der Deutschen Welle unterbringen, den man hier nachlesen kann.


Stellen wir uns mal vor, in Berlin würde eine Linkspartei-Regierung die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen schließen und Walter Ulbricht eine Gedenkhalle widmen. Unvorstellbar, oder?

Kürzlich ist es mir gelungen, zwei nicht ganz unwichtige Themen in einem deutschen Medium unterzubringen: Die Rück-Umbenennung der Chiang-Kai-shek-Gedenkhalle (zuvor „Nationale Demokratie-Gedenkhalle“) und die Schließung der Gedenkstätte im ehemaligen Militärgefängnis Jingmei.

Beides sind Beispiele dafür, dass Teile der regierenden Kuomintang-Partei sich vielleicht doch noch nicht so ganz von ihrer autoritäten Vergangenheit (ca. 40 Jahre Einparteienherrschaft per Kriegsrecht, zehntausende tote Taiwaner) distanziert haben.

Der Beitrag lief in der Sendung „Fokus Asien“ im Radioprogramm der Deutschen Welle. Man kann ihn hier nachlesen.

Mir fehlt die Zeit, die Geschichte des Gefängnisses und der Namens-Kontroverse um die Gedenkhalle hier im Detail aufzurollen. Ich hoffe, irgendwann kann ich das nachholen. Bis dahin bildet Euch ein Urteil anhand des Radiobeitrags und dieser Bilder.

Für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich: Das ehemalige Militärgefängnis Jingmei (eigentlich in Xindian).

Für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich: Das ehemalige Militärgefängnis Jingmei (eigentlich auf dem Stadtgebiet von Xindian, nicht Taipeh).

Eine sehr schöne Fotogallerie des Jingmei-Gefängnisses vor und nach der Schließung mit weiteren Informationen hat Günter Whittome erstellt.

Die Menschenrechts-Gedenkstätte im Jingmei-Gefängnis.

Die Menschenrechts-Gedenkstätte im Jingmei-Gefängnis.

Blogger David Reid über die Eröffnung der Gedenkstätte 2007 und die geschlossene Ausstellung 2009.

Stacheldraht und Polizisten sorgen dafür, dass die Rück-Umbenennung der Chiang-Kai-Shek-Gedenkhalle ungestört über die Bühne geht (20.7.2009)

Stacheldraht und Polizisten sorgten dafür, dass die Rück-Umbenennung der Chiang-Kai-shek-Gedenkhalle ungestört über die Bühne ging. (20.7.2009)

Berichte über die Rück-Umbenennung der Chiang-Kai-shek-Gedenkhalle in der Taipei Times (regierungskritisch) und der China Post (regierungsfreundlich).

Nur wenige Demonstranten protestierten vor der Absperrung. (20.7.09)

Nur wenige Demonstranten protestierten vor der Absperrung. (20.7.2009)

Als einer ihrer ersten Amtshandlungen hatte die KMT-Regierung nach dem Amtsantritt im Mai 2008 den alten Zustand in der Gedenkhalle wieder hergestellt.

Innenraum der CKS-Halle im März 2008: Zu Füßen des Diktators eine Ausstellung über Taiwans Demokratiebewegung. Die Drachen sollten den "Wind der Freiheit" o.ä. symbolisieren.

Innenraum der CKS-Halle im März 2008: Zu Füßen des Diktators eine Ausstellung über Taiwans Demokratiebewegung. Die Drachen sollten den "Wind der Freiheit" o.ä. symbolisieren.

Die Gedenkhalle heute: Absperrung statt Ausstellung. Außerdem wurde wieder eine Ehrenwache (nicht im Bild) aufgestellt.

Die Gedenkhalle heute: Absperrung statt Ausstellung. Außerdem wurde wieder eine Ehrenwache (nicht im Bild) aufgestellt.

Im Souvenirshop der CKS-Halle gibt es T-Shirts mit dem Diktator zum Auf-der-Brust-Tragen.

Im Souvenirshop der CKS-Halle gibt es T-Shirts mit dem Diktator zum Auf-der-Brust-Tragen.

KMT-Präsidenten unter sich: Chiang Ching-kuo (1978-88), sein Vater Chiang Kai-shek (bis 1975), Ma Ying-jeou (seit 2008).

KMT-Präsidenten unter sich: Chiang Ching-kuo (1978-88), sein Vater Chiang Kai-shek (bis 1975), Ma Ying-jeou (seit 2008).


Das Team vom Taiwan-Tourismusbüro lädt am 31. August 2009 ab 16.00 Uhr alle Taiwan-Interessierten, die langfristig oder kurzfristig eine Reise nach Taiwan planen oder sich generell für Taiwan als Reiseland interessieren, zu einem Ländervortrag ein.

Es sind sowohl reiselustige Weltenbummler, Asien-Anfänger als auch Kollegen aus der Reisebranche eingeladen.

Garkueche

Wir empfangen Sie gerne in unserem Büro in der Rheinstraße 29, 60325 Frankfurt. Taiwan wird Ihnen mit einer Länderpräsentation und Film vorgestellt, anschließend steht das Team für Fragen zur Verfügung und Sie haben die Möglichkeit, Tee und einige kleine Leckereien aus Taiwan zu probieren. Natürlich sind Sie auch eingeladen, in unserem Infomaterial zu stöbern und sich auf eine zukünftige Taiwan-Reise vorzubereiten.

Bei Interesse melden Sie sich bitte per e-mail über info@taiwantourismus.de an. Sobald die Mindestteilnehmerzahl erreicht ist, senden wir Ihnen eine Bestätigung. Bei Rückfragen stehen wir unter Tel. 069 / 610743 zur Verfügung.

(Quelle)



Wer hat Angst vorm weißen Mann?

Westliche Ausländer haben in Taiwan nicht unter offenem Rassismus zu leiden, aber sie sind Opfer von Stereotypen. Eines davon besagt: Junge, weiße Männer nutzen in Taiwan mit Vorliebe junge Mädchen aus. Was ist da dran?

Taiwans Bild-Zeitung heißt Apple Daily und wird von einem in Hongkong ansässigen Medienkonzern herausgegeben. Mein Chinesisch ist zwar noch nicht ganz Zeitungs-fit, aber ich habe mir sagen lassen, im Apple Daily fänden sich immer wieder interessante Geschichten aus der Rubrik „skurriles Taiwan“.

Sex and Crime in Taiwan

Auf jeden Fall haben die Illustratoren dort Spaß bei der Arbeit:

Apple Daily Illustration

Worum geht es? Der dazugehörige Artikel steht im Original hier und wird schon in diversen englischsprachigen Blogs und Foren munter diskutiert.

Hauptrollen in diesem Drama: Eine arglose taiwanische Studentin an der NCCU (wo ich auch mal meinen ersten Chinesischkurs in Taiwan hatte). Sowie ein böser Ausländer, der im AIT (der US-amerikanischen Quasi-Botschaft) arbeitet. Nebenrollen: Eine sensationsgeile Presse sowie offenbar eine Menge Leser mit Ressentiments gegen Ausländer, gekoppelt mit Minderwertigkeitskomplexen.

Akt 1: Die Romanze

Der Ausländer und die Taiwanerin lernen sich auf einer berüchtigten Abschlepp-Website kennen. Sie treffen sich und haben Sex. (Dreimal zwischen neun und elf Uhr abends.) Der Amerikaner macht Fotos (Bild 1). Später – er ist in Japan unterwegs – treffen sie sich zum Webcam-Sex (Bild 2).

Akt 2: Das Drama

Der Amerikaner meldet sich nicht mehr. Die Studentin spioniert ihm nach, der Portier des Hauses plaudert aus, er arbeite beim AIT und bringe öfter mal Mädels mit nach Hause. Die Taiwanerin legt sich vor dem Haus auf die Lauer und stellt ihn, als er mit einer anderen Frau heimkommt. Es gibt Streit.

Akt 3: Die Presse

Nun beginnt der eigentlich wahnwitzige Teil dieser bislang eher unspektakulären Geschichte. Statt eine Lektion fürs Leben gelernt zu haben, erzählt die Studentin die ganze Geschichte mit allen saftigen Details ausgerechnet der Redaktion des Apple Daily. Mit Chatprotokollen und allem drum und dran.

Chatprotokoll Apple Daily

Für die Redakteure (und Illustratoren) ist das natürlich ein Fest. Egal, dass offenbar niemand etwas Unrechtes getan hat (der Amerikaner hat z.B. keine verfänglichen Fotos veröffentlicht). Egal, dass die ganze Geschichte sich nur auf die Aussagen der Frau stützt. Egal auch, dass der Mann sich in Taiwan wahrscheinlich nicht mehr blicken lassen kann, nachdem das Schmierenblatt seinen vollen Namen genannt hat (was bei vergleichbaren Geschichten mit Einheimischen nicht gemacht wird).

Misstrauen und Vorbehalte

Zunächst harmonische Dates haben offenbar ab und zu mal ein unschönes Nachspiel. Zum Schutz vor unberechtigten Date Rape-Anschuldigungen empfiehlt dieser Blogger gar:

„Let me say first off the bat that he found the way to protect yourself from false date rape is to think like a RAPIST! Sounds sick but true. Plan your date like you would plan a crime and you will be covering more of your bases instead of hanging in the wind!“

Die Krönung des Apple Daily-Artikels ist die Aussage einer „Beziehungs-Expertin“, kombiniert mit den Taiwanerinnen „Kelly“ und „Tina“:

According to relationship expert Jiang Yingyao, there’s nothing too different between dating a foreigner and dating a local man. „Some Taiwanese are under the mistaken impression that foreigners are romantic, but you have to be cautious of foreigners who, because of a sense of racial superiority, like to play Taiwanese women.“ Jiang thinks that some Taiwanese women like to date foreigners because walking down the street, pulling on some foreigner’s sleeve makes them feel special, but actually this reaction is based on some inferiority complex.

According to architect Kelly, who has dated over 20 foreigners, „In foreigners‘ eyes, Asian women are gentle, loyal and dependent. That’s why they go crazy for them.“ But she says, „Ninety percent of the foreigners are trash! They have shitty jobs and the women back home wouldn’t think anything of them.“

Tina, who has gone out with a foreigner for 3 years, calls on all Taiwanese women to open their eyes. „It should be you who’s pursuing the foreigner, not being pursued.“

According to relationship expert Jiang, foreigners have this concept of „Sex first, then love.“ She urges women to go back to the fundamentals. There are too many cultural differences between foreigners and Taiwanese. There’s no need to think foreigners are superior, let alone is there any need to put up with their sexual demands. Women should pay attention to how these foreigners treat people, both in professional situations and social gatherings, before deciding whether to proceed.

(Übersetzung bei Forumosa.com)

Rassismus gegen Westler in Taiwan?

Die Absurdität der ganzen Geschichte täuscht leicht darüber hinweg, dass es hier ein echtes Problem zu geben scheint: Eine spezielle Form von Rassismus, die offenbar nicht wenige Taiwaner gegenüber männlichen westlichen Ausländern empfinden.

Rassimus, der sich nicht in offenen Anfeindungen äußert – im Gegenteil. Taiwaner gelten nicht umsonst Westlern gegenüber als besonders freundlich, und den Ausdruck „Ausländer erster Klasse“ habe ich hier schon des öfteren gehört.

Lesetipp (englisch): Wie ist die Situation für Taiwans Gastarbeiter, die „Ausländer zweiter Klasse“?

Glaubt man Kommentaren, die immer wieder im Netz zu finden sind und die ich teilweise aus eigener Beobachtung bestätigen kann, so handelt es sich in diesen Fällen eher um kulturellen Überlegenheitsdünkel in Kombination mit Neid auf vermeintliche körperliche Vorzüge (blonde Haare, blaue Augen, Körpergröße) und wohl auch Frust angesichts einer nicht zu verachtenden Zahl gebildeter Taiwanerinnen, die lieber allein oder mit Ausländern leben als mit einheimischen Männern, die häufiger gesellschaftpolitisch noch eine Stufe zurück sind und sich ganz traditionell nach dem Heimchen am Herd (oder Weibchen am Wok?) sehnen.

Lesetipp (englisch): Taiwanerinnen mit westlichen Freunden – was ist eine „Xicanmei“ (西餐妹)?

Ein Kommentar bei „The View from Taiwan“ drückt es so aus:

I’ve found that simply being a foreign male, it is assumed that you will:

  • Have a shed load of Taiwanese girlfriends who you callously rotate
  • Love to get drunk
  • Know nothing about Taiwan and can barely speak the language
  • Ride your scooter dangerously
  • Be excessively rich
  • Be an economic migrant who has no real understanding of nor affection for Taiwan / China

Allerdings wurde mir auch von verschiedenen Seiten (Taiwanerinnen, Westlerinnen) versichert: Unter den Ausländern in Taiwan finde sich tatsächlich ein auffallend hoher Anteil von Freaks und gescheiterten Existenzen, die in ihrer Heimat ganz schlechte Karten hätten und sich in Taiwan als Englischlehrer (Qualifikation: Muttersprache) und Ausnahmeerscheinung (westliches Aussehen) ein einigermaßen angenehmes Leben machen können.

Ein anderer Kommentar im o.g. Thread:

After all, it makes quite a lot of sense that Americans or other foreigners that have debts or didn’t find success job-wise in their home country to come to Taiwan and teach English to make some easy money (but the fact that it’s not truly a lot of money means that those with successful careers in the US just won’t find teaching English in Taiwan attractive).

Taiwanese do watch too much Hollywood and you know what? It does perpetuate stereotypes and portrays whites superior to blacks or Asians.

A foreigner in Taiwan meets all sorts of people and people are friendly towards them in ways that is not possible for most in their home country. To not acknowledge that some people are taking advantage of that is just being ignorant.

Wie groß ist das Problem?

Damit nun kein falscher Eindruck entsteht – meiner Meinung nach:

  • Sind die meisten Taiwaner Westlern gegenüber nicht rassistisch
  • Haben die meisten Ausländer aus Afrika, der Karibik, Indonesien oder von den Philippinen wahrscheinlich weit mehr Grund, über Rassismus in Taiwan zu klagen, als unsereins
  • Interessieren sich die meisten Taiwanerinnen gar nicht für Ausländer
  • Sind die meisten westlichen Ausländer hier weder Gestörte noch Unschuldsengel oder reißende Wölfe, sondern prima Menschen

Zwei Seiten gibt es allerdings, für die ich beim besten Willen kein Verständnis aufbringen kann: Die Taiwanerin, die sich mit ihrer Geschichte an die Boulevardpresse wendet. Und die Zeitung, die daraus so eine widerliche Schmierenkomödie fabriziert, Neid und Vorurteile schürt. (In dem Artikel wird nicht nur der volle Name des Amerikaners genannt, sondern auch eine absurd hohe Wohnungsmiete von 150.000 NT$, über 3000 Euro.) Blogger Michael Turton vermutet politische Motive hinter der Geschichte:

A glance at the news shows that the US has been in the news in a positive light — our aircraft are here delivering aid to the locals. Lookin‘ spiffy and doin‘ the right thing, garnering praise and positive views for the US. Can’t have that! This time it is Apple Daily with the negative news about the US to counterbalance the good news.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Wird am Ende gar das AIT eine Stellungnahme abgeben?