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Archive for März, 2010

Werbung für Taiwan

Taiwan-Stand auf dem Hessentag 2010

Da treffen Welten aufeinander… Taiwan wird dieses Jahr erstmals einen Stand auf dem Hessentag haben, meldet das Taipeh-Tourismusbüro. Das sitzt in Frankfurt, was die Entscheidung erleichtert haben dürfte.

Der Hessentag findet demnach vom 28.5. bis zum 6.6. in Stadtallendorf bei Marburg statt. Wer es dorthin schafft, möge hier bitte vermelden, ob es dort neben Bratwürsten und Frischgezapftem tatsächlich auch Rindfleischnudeln und Bubble Tea gibt, und was am Stand so passiert. Immerhin kann man Fahrräder von Giant gewinnen, auf denen es sich dann z.B. zurück nach Marburg radeln lässt.

Es gibt für den Taiwan-Auftritt dort sogar eine Ereignis-Seite auf Facebook mit aktuell gerade mal zwei bestätigten Gästen, und einer davon ist das Tourismusbüro… das muss sich ändern.

Schaufenster Taiwan deutsche Schrift

Deutsche Spuren finden sich in Taipeh an den unwahrscheinlichsten Orten.

Deutscher Tech-Blogger in Taiwan: Sascha Pallenberg

Genau so viel wie das Tourismusbüro tut Netbook-Blogger Sascha Pallenberg dafür, dass nicht nur deutsche Sprachstudenten und Ingenieure den Weg nach Taiwan finden. In seinem Blog Netbooknews.de, das in Tech-Kreisen eine große Nummer ist und Zugriffsraten hat, von denen ich nicht einmal zu träumen wage, berichtet er immer wieder mal ganz persönlich von seinem Leben in Taiwan – zum Beispiel vom Strandurlaub in Kenting.

Sascha ist „dem Content hinterhergezogen“ und lebt nun in Taipeh von und mit seinem Blog. Respekt!

Chinese book German history

Das ist Deutschland. Buchtitel: „Vom Blut-und-Eisen-Kanzler zur neuen Eisernen Lady“

Lesen Sie auch meinen Bericht über das Wohnen und Leben in Taiwan.


In meiner kleinen Serie „Referate aus dem Chinesisch-Kurs“ betreten wir nun das faszinierende Themenfeld des Kinos. Nachdem ich bereits die deutsche Geschichte auf unzulässige Weise vereinfacht habe, missbrauche ich nun die chinesische Sprache zur kurzen Vorstellung eines Mannes, der meinen Mitschülern fast völlig unbekannt war.

Wessen Rechner die chinesischen Schriftzeichen nicht korrekt anzeigt, der kann hier vielleicht Abhilfe finden.

我最欣賞的導演是亞佛烈德 希區考克。他大概是電影界裡面最有名的導演。看了他的影片,我才發現導演手法的重要。

Mein Lieblingsregisseur ist Alfred Hitchcock. In der Welt des Kinos ist er wahrscheinlich der berühmteste Regisseur. Seine Filme haben mir erst bewusst gemacht, wie wichtig die Handschrift eines Filmemachers sein kann.

希區考克是1899年出生的 。他原來是英國人,第二次世界大戰以前移民到美國去了。從那個時後起,他在好萊塢拍電影。

Hitchcock wurde 1899 geboren und ist ursprünglich Engländer. Vor dem Zweiten Weltkrieg wanderte er nach Amerika aus. Von da an drehte er in Hollywood.

希區考克電影的特色是它們都很刺激。它們並不算是普通的偵探片,它們其實是驚悚片。男主角大部分的時候是普通人,碰到很危險的情況。因為每個人都可能是壞人,他不知道能相信誰,這給他帶來很大的壓力。

Das Besondere an Hitchcocks Filmen ist, dass sie alle sehr spannend sind. Es sind  keine üblichen Krimis, sondern Thriller. Die Hauptfigur ist meistens ein gewöhnlicher Mensch, der in eine gefährliche Situation gerät. Weil jeder möglicherweise ein Bösewicht ist, weiß er nicht, wem er noch trauen kann – was ihn ziemlich unter Druck setzt.

希區考克非常會控制觀眾的情緒、反應。他對心理的問題很有興趣,可能是因為他自己好像自己是很容易害怕的人。比方說,他從小最怕警察。這是因為他爸爸,有一次在希區考克做錯事的時候,為了讓他當乖小孩,請警察把小希區考克抓到警察局裡,關了幾分鍾。

Hitchcock war besonders gut darin, die die Gefühle und Reaktionen der Zuschauer zu kontrollieren. Er hatte großes Interesse an Psychologie – vielleicht, weil er selbst offenbar ein sehr ängstlicher Mensch war. Zum Beispiel sagte er, dass er von Kindesbeinen an große Angst vor Polizisten hatte. Und zwar, weil sein Vater eines Tages, nachdem er etwas angestellt hatte, einen Polizisten bat, den kleinen Hitchcock für ein paar Minuten im Polizeirevier einzusperren – damit der wieder ein braves Kind wird.

可惜,他從來沒得過Oscar奬。他是1980年過世的。一共拍了50多部電影。

Leider hat er nie einen Oscar gewonnen. Er starb 1980. Insgesamt drehte er mehr als 50 Filme.


Fortsetzungen sind gefolgt

Die Ideen stapeln sich, doch wo ist die Zeit, sie aufzuschreiben? Hier in Taipeh passiert mal wieder so viel, dass es mir schwer fällt, im Blog Schritt zu halten.

Es folgen einige Updates zu bereits diskutierten Themen.

Diskussion um Todesstrafe

Nach dem erzwungenen Rücktritt von Taiwans Justizministerin ist in Taiwan eine Diskussion über Abschaffung oder Beibehaltung der Todesstrafe entbrannt. Einige Gedanken meinerseits dazu hat die Taipei Times nun erneut als Leserbrief gedruckt (der zweite Brief auf der Seite). Ich beziehe mich darin auf das merkwürdige Editorial eines ehemaligen Richters, der zugibt, er habe einmal einen Unschuldigen zum Tode verurteilt – und die Todesstrafe trotzdem okay findet.

Kritische Website in Malaysia

Nach meiner Reise nach Malaysia habe ich einen Radiobeitrag über das mutige Online-Magazin The Nut Graph für die Deutsche Welle erstellt.

Im Prinzip geht es den Kollegen in Kuala Lumpur darum, trotz Pressezensur eine malaysische Version von Abgeordnetenwatch zu etablieren. Unterstützt wird das vom örtlichen Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Ein weiterer Bericht von mir zu diesem Thema lief im Deutschlandfunk.

Wanrschild in Taiwan: Nicht im Stehen pinkeln

Völlig ohne Zusammenhang mit diesen Themen: Eines der bezaubernden Warnschilder, über die man in Taiwan überall stolpert.

Taiwans Pressefreiheit im Rückwärtsgang

Nachdem ich hier vor einiger Zeit auf das Abrutschen Taiwans in der Pressefreiheits-Rangliste von „Reporter ohne Grenzen“ hingewiesen hatte, war ich der Sache noch ein wenig nachgegangen.

Einige Interviews später konnte ich nun einen Artikel in der Zeitschrift „M – Menschen Machen Medien“ veröffentlichen. Das ist die Mitgliederzeitung der Journalistengewerkschaft DJU unter dem Dach von ver.di.

Versteckter Rassismus

Ebenfalls vor längerer Zeit hatte ich über die Vorurteile geschrieben, denen Ausländer in Taiwan manchmal begegnen. Es ging auch um die Frage, in wie weit in Taiwans Gesellschaft Stereotype oder gar Rassismus verbreitet sind.

In diesem Zusammenhang sehr aufschlussreich ist der Blogeintrag einer Australierin chinesisch-koreanischer Abstammung, der es in Taipeh nicht möglich war, einen Job als Englischlehrerin zu erhalten – denn die privaten Nachhilfeschulen wollen am liebsten ein weißes Gesicht vorzeigen, Qualifikation zweitrangig.


Ein großer Schritt zurück für Taiwan

Weil sie gegen die Todesstrafe ist und keine Hinrichtungen anordnen will, musste Taiwans Justizministerin zurücktreten. „Ich würde eher zur Hölle fahren, als ein Todesurteil zu unterschreiben“, hatte die gläubige Buddhistin Wang Ching-feng gesagt.

Das wurde ihr zum Verhängnis, denn die Mehrheit der Bevölkerung in Taiwan will laut Umfragen an der Todesstrafe festhalten. Ihre Parteifreunde warfen Wang vor, das Gesetz zu brechen, wenn sie sich pauschal weigert, Taiwans 44 Häftlinge im Todestrakt hinrichten zu lassen. Am späten Donnerstag Abend erklärte sie ihren Rücktritt.

Die Todesstrafe kann in Taiwan für Mord, Drogenschmuggel und andere Vergehen verhängt werden. Verurteile werden erschossen. (Mehr Infos in Wikipedia.) Ich habe schon einmal dazu gebloggt. Langfristig plant Taiwans Regierung, die Todesstrafe abzuschaffen. Seit sie 2005 ein Moratorium verhängte, ist niemand mehr hingerichtet worden.

„Endlich können die Teufel zur Hölle fahren“

Das könnte sich demnächst ändern, denn in Wahlkampfzeiten wollen einige Politiker offenbar besonders hart auftreten. „Endlich können die Teufel zur Hölle fahren“, sagte Lo Shu-lei, Abgeordnete der Regierungspartei KMT. Ihr Kollege Wu Yu-sheng forderte, die 44 verurteilten Mörder noch dieses Jahr hinzurichten.

Warnung Todesstrafe für Drogen Flughafen Taiwan

In der Volksrepublik China, die Taiwan als Teil ihres Staatsgebiets betrachtet, werden mehr Menschen hingerichtet als in jedem anderen Land. Im Vergleich verweist Taiwan, das offiziell Republik China (ROC) heißt, gerne auf seine freie, demokratische Gesellschaft und die Menschenrechte, die hier garantiert sind.

Kritik an der Todesstrafe

Zur Abschaffung der Todesstrafe, die während Taiwans über 40-jähriger Diktatur tausendfach missbraucht worden war, konnte das Land sich jedoch noch nicht durchringen. Menschenrechts-Aktivisten und auch die deutschen Diplomaten vor Ort fordern diesen Schritt seit langem. „Auch wenn Taiwan kein UN-Mitglied ist, können wir uns nicht aus der internationalen Gemeinschaft ausklinken“, erklärten mehrere Bürgerrechtsgruppen.

Kurz vor ihrem Rücktritt war Wang sich sicher, auf der richtigen Seite zu stehen. „Kein Land hat je den Justizminister gewechselt, weil er gegen die Todesstrafe war“, sagte sie. „Damit würde Taiwan sich doch international zum Gespött machen.“

Dem kann ich mich nur anschließen. Wie ich in einem Leserbrief an die Taipei Times schon einmal dargelegt hatte, müsste Taiwan die Todesstrafe eigentlich schon allein deswegen abschaffen, weil es die beste Möglichkeit ist, um sich in der Weltöffentlicheit von China abzusetzen. Nun geht’s eher andersrum.