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Archive for Juli, 2010

Jeder Mensch ist Ausländer, fast überall

Ob sich ein Asiate in Deutschland so ähnlich fühlt? Überall herausstechen, bemerkt und beäugt werden?

Für mich ist das jedenfalls eine der prägendsten Erfahrungen daran, in Taiwan zu leben: Am eigenen Leib zu erfahren, wie es ist, anders zu sein, nichts daran ändern zu können und also damit umgehen zu lernen.

Ein Thema auch für meine kleine Heimat-Kolumne im Bremervörder Anzeiger, Folge 2.

Ausländer in Taiwan

(Klicken zum Vergrößern.)

  • Bei der Gelegenheit möchte ich auch auf den Text eines geschätzten österreichischen Kollegen verweisen, der vor einiger Zeit nach Taiwan gekommen war, um über die hiesige IT-Industrie zu recherchieren. Interessant, was er dabei herausgefunden hat. Denn Taiwan ist ja wirklich eine heimliche Computer-Weltmacht. (Update: Artikel leider nicht mehr online).
  • Schon ein wenig älter, aber zum gleichen Thema: Why Taiwan Matters

    Want to find the hidden center of the global economy? Take a drive along Taiwan’s Sun Yat-sen Freeway. This stretch of road is how you reach the companies that connect the vast marketplaces and digital powerhouses of the U.S. with the enormous manufacturing centers of China.

  • Ein weiterer deutscher Reiseveranstalter hat eine zweiwöchige Taiwan-Rundreise im Programm. Wer mitfährt, kann selbst Tee pflücken und in Tainan mit Studenten zu Abend essen. (Wie die wohl zu dem Job gekommen sind?)
  • In Taipeh hat angeblich ein Windows-7-Themenrestaurant eröffnet. Abstürze inbegriffen?
  • Sind Zungenküsse in der Öffentlichkeit toleriert? Was tun, wenn ein Taiwaner zu neugierig wird? Eine nette kleine Knigge-Liste, um in Taiwan als Ausländer die gängigsten Fettnäpfchen zu umgehen.

Nun sind meine acht Wochen Deutschlandurlaub fast vorbei. Es ist so heiß wie in Taipeh, Spanien ist Weltmeister, und ich sehne mich nach einem anständigen Nachtmarkt.

Statt aber nur von 水煎包,酸辣湯 und anderen Leckereien zu träumen, habe ich die Zeit in meiner alten Heimat u.a. dafür genutzt, im Anzeigenblatt meines Heimatstädtchens eine Taiwan-Kolumne zu starten. Unter dem sinnreichen Motto „Tschüß Bremervörde, ni hao Taiwan“ schreibe ich künftig alle zwei Wochen darüber, wie ich Taiwan erlebe und was ich dort für einigermaßen interessant halte. Jedenfalls so lange, wie das jemand lesen will.

(Zum Vergrößern aufs Bild klicken.)

Damit spare ich mir zunächst einmal dauernde Updates im Bekanntenkreis meiner Eltern, denn der „Anzeiger“ erreicht zuverlässig jeden Haushalt in der Gegend. Und außerdem kann ich vielleicht tatsächlich den einen oder anderen Zufallsleser für Taiwan sensibilisieren.

In der ersten Folge (am 11.7.) habe ich mich zunächst mal vorgestellt und um Leser-Fragen zu Taiwan gebeten, die ich beantworten kann. Da die Mail-Adresse dank Zeilenumbruch falsch gedruckt war, ist bis heute keine eingegangen. So musste ich mir auch für die zweite Folge wieder selbst ein Thema ausdenken. Mehr dazu in wenigen Tagen. Wenn ich wieder in Taiwan bin!


Heute mal wieder auf Englisch, weil Taiwan ausnahmsweise gerade international Schlagzeilen macht. Leider nicht wegen eines der vielen wirklich wichtigen Themen, sondern wegen Kämpfen im Parlament. Wieder mal. Kaum gibt es Gerangel ums Rednerpult, interessieren sich plötzlich auch in Deutschland die Medien von Spiegel Online bis Bild Online für Taiwan. (Bruce Darnell wusste, worauf es ankommt: Drama, Baby!) Dabei fasst Spiegel Online immerhin die Hintergründe des Streits kurz, aber einigermaßen neutral und korrekt zusammen, wobei ich nicht weiß, ob hier eine Agentur zitiert wird oder ein Redakteur selbst ein wenig Sachkenntnis hatte:

Die Opposition hält den Kurs der Regierung, der eine Annäherung an China bedeutet, für falsch. Sie befürchtet, dass Peking, welches Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet, langfristig die Angliederung anstrebt. Die Insel Taiwan vor der chinesischen Festlandsküste wird nur noch von wenigen Ländern der Erde als unabhängiger Staat anerkannt. Dabei gehört sie zu den wichtigsten Wirtschaftsmächten der Welt.

Solche Kämpfe im Parlament gibt es immer wieder mal, und natürlich sieht die Regierungspartei KMT ebenso wie viele Außenstehende darin einen Versuch, die Arbeit des demokratisch legitimierten Parlaments zu behindern. Bei einer Pressekonferenz am 29. April fragte ich daher die DPP-Vorsitzende Tsai Ing-wen, ob dies wirklich das Bild sei, das sie von Taiwans Oppositions ins Ausland transportieren möchte. Ihre Antwort ist nicht uninteressant. (Und bevor ich ins Englische wechsle: Ein richtig guter Artikel über Taiwans politische Lage ist gerade in den Nürnberger Nachrichten erschienen.)

There is one sure way to make the international media report on Taiwanese politics: Have a fight in parliament. As much as most newspapers or websites tend to ignore Taiwan – throw in some physical confrontation, and they find the time and space to report. Unfortunately, this kind of news usually gives an impression of Taiwanese policitics being immature, irrational and a little silly.

Yesterday, a confrontation between KMT and DPP politicians broke out during a session on ECFA, the trade agreement with China. The KMT says it’s all business, no politics. The DPP sees it as a huge step towards Taiwan being absorbed by China (Anschluss, anyone?). Today, you can read about the brawl in many papers worldwide. Or on the web. Most of the reports mention the political background of the fighting, but mostly very briefly and not always historically correct („split from China in 1949…“).

Some days after another one of these incidents, on April 29, DPP Chairwoman Tsai Ing-Wen had a Q&A with the foreign press. I asked her if obstructing parliament’s work is the kind of image for Taiwan’s opposition she would like to project abroad. This is her answer.

The DPP represents at least 45 percent of the votes here. But unfortunately we only have slightly more than a quarter of the seats in the legislature. So in terms of proportional representation, this is not the kind of situation that we would like to have. That is, your seats are not representing enough the people who voted for you. And the rules in the legislature that is our parliament are such that it would not give the minority enough room to exercise the right amount of influence. So you have an extremely powerful versus an extremely weak political party in the legislature. And in that sort of situation, the relationship has to be very, very carefully managed. But we don’t see the will on the part of the KMT being an extremely powerful party in the legislature to sit down and negotiate and express their willingness to hear what the other party has to say.

So if they are not prepared to be a listener, they are not prepared to sit down and negotiate, if they are not prepared to respect the views of at least 45 percent of the population here, I think the kind of conflict that we saw is something very difficult to avoid. And of course we don’t want to see that sort of thing happen every day. We try to reduce that sort of conflict. But it is so difficult to avoid, primarily because you have the other party that is not ready to be patient and rational.

We are not the only country that has that sort of conflict in the legislature. And you have seen that sort of fights in other places, as well. Korea has that sort of situation and to a certain extent Japan has that situation, too. So I don’t think this is something unique here. And if there is any uniqueness in this political situation here, it is we as a political party have to face KMT as a very powerful party plus the Chinese. So this is a very unique situation and as a result it is very, very difficult for an opposition party to be meaningful. Unless we take strong actions.

Our appeal to the international community is they have to pay more attention to what is happening here and what is the voice of the people here, and what the opposition has to say. I think the news coverage in terms of what the opposition has to say is rather limited in terms – I mean, I am not complaining, I am talking about foreign press here. So we have a humble request that perhaps you want to be more accomodating in terms of the opposition’s view on various things. And to a certain extent we hope you are more understanding and sympathetic.

Watch footage of the brawl here. And on thousands of other websites.


In Taiwan, sometimes you run into signs warning you of dangers you have never even been aware of. Or doing so in a way you would not have thought imaginable. Creative in their design and/or content, I want to share some examples with you.

Also see my photo collection on Taipei City’s potentially deadly subway escalators.