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Archive for September, 2010

Eure Kreativität ist gefragt!

Dieses Blog wird voraussichtlich bald auf einen neuen Server umziehen. Dann kann ich die alte URL taipeh.wordpress.com nicht mehr benutzen. Ich brauche also eine Idee für eine neue Adresse, die folgende Voraussetzungen erfüllt:

  • kurz und prägnant (was brennpunkttaipeh.de ausschließt)
  • international verständlich (also lieber was mit „Taiwan“ als „Taipeh“)
  • noch zu haben (anders als formosa.de)
  • ohne „-online“ Anhängsel oder ähnlichen Schund

Hat jemand ein paar Vorschläge? Den Gewinner lade ich in Taipeh auf einen Bubble Tea ein.


Zur Zeit zieht der erste Taifun dieses Jahres über Taiwan hinweg. Nachdem es kurz zuvor noch schön sonnig und klar war, kündigte „Fanapi“ sich gestern (Sa.) Abend mit heftigen Regenfällen an. In der Nacht stürmte und regnete es dann so stark, dass ich mehrmals aus dem Schlaf gerissen wurde. Heute, am Sonntag, ist das öffentliche Leben in Taiwan durch den Taifun lahmgelegt. Jeder bleibt zu Hause, schaut sich an, wie die Windböen die Bäume vor dem Fenster biegen und immer wieder Regen an die Scheiben klatscht, und verfolgt natürlich die Fernsehnachrichten.

Hier mal ein kleines Beispiel dafür, was gerade über die Sender geht:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=TOrfGWn6_G8]

Im Moment (16 Uhr Ortszeit) haben die Regenfälle nachgelassen, aber der Wind bläst noch immer heftig, und von Zeit zu Zeit hört man, wie draußen irgendwo etwas zu Boden fällt, scheppert oder umgerissen wird.

Die Menschen in Taiwan haben große Routine im Umgang mit Taifunen, und die meisten ärgern sich vor allem, dass „Fanapi“ an einem Wochenende kommen musste, so dass es kein „taifunfrei“ gibt. Der Wetterdienst warnt immer Tage im vorraus, wenn ein Taifun im Anmarsch ist, der Taiwan erreichen könnte. Meist schwächt der Sturm sich noch ab oder dreht in eine andere Richtung, aber drei- bis viermal pro Jahr wird es ernst. So wie jetzt.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=oM_t3QkoUiA]

An der Ostküste, die immer zuerst von den Taifunen erreicht wird, und in den Bergen ist die Lage allerdings ernster und die Schäden größer. Seit dem verheerenden Taifun „Morakot“ mit hunderten Toten vor einem Jahr sitzt die Angst tief, dass es wieder zu solchen Erdrutschen kommen könnte.  Taiwans Regierung geht nun auf Nummer sicher und hat viele Bergdörfer evakuieren lassen, damit sie sich nicht – wie vergangenes Jahr – zögerliches Handeln vorwerfen lassen muss. „Morakot“ hatte es damals ja in Deutschland bin in die Tagesschau gebracht. Zu „Fanapi“ haben die deutschen Online-Medien bereits eine Reihe von Agenturmeldungen veröffentlicht.

Hoffen wir, dass es bei umgestürzten Bäumen und einigen Überschwemmungen bleibt.


Der wahrscheinlich schönste Wolkenkratzer der Welt

Auf das Taipei 101 kann Taiwan zu Recht stolz sein. Auch, wenn es nicht mehr das allerhöchste Gebäude der Welt ist – ein Wahrzeichen stellt es allemal dar, und es macht das Land in der Welt bekannt.

Nicht umsonst gehört mein über zwei Jahre alter Eintrag über das Hochhaus und sein riesiges goldenes Schwingungstilger-Pendel zu den meist-angeklickten auf diesem Blog. (Viele suchen übrigens im Netz auch nach der Schreibweise „Taipeh 101“.)

Grund genug, auch in meiner kleinen Privat-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt das Taipei 101 einmal vorzustellen:

Taiwan-Kolumne Taipei 101

Auf Flughäfen gab es vor kurzem eine originelle Plakat-Werbekampagne der Financial Times zu sehen. Da befindet sich das Taipei 101 in guter Gesellschaft:

Financial Times Skyscrapers Poster Advertisement

Wolkenkratzer Taipei 101 Plakat Werbung

War noch was? Ach ja..

Jimmy Lai, Apple Daily und Next Media

Vor kurzem hatte ich ja im NDR -Medienmagazin „Zapp“ einen TV-Beitrag über die animierten Nachrichtenvideos der Boulevardzeitung Apple Daily untergebracht.

Nun hat Wired einen ganz großartigen, informativen und seeehr ausführlichen Artikel darüber veröffentlicht, wer dieser Jimmy Lai ist, der hinter dem Unternehmen steht, und wie genau die Videos entstehen. Unbedingt lesenswert, auch wenn die nicht unberechtigte „das ist kein Journalismus mehr“-Kritik dort keine Rolle spielt.


Fünf Berufsgruppen, die in Taiwan bessere Chancen haben als in Deutschland:

  1. Optiker
  2. Motorradhelm-Händler
  3. Restaurant-Betreiber
  4. Innereien-Verwerter
  5. Fenster-Vergitterer

Fünf Berufe, die in Taiwan schlechtere Geschäftsaussichten haben als in Deutschland:

  1. Fassadenreiniger
  2. Heizungsmonteur
  3. Duschvorhang-Designer
  4. Waschmaschinen-Heizspiralen-Hersteller
  5. Drogendealer

Wem fällt noch mehr ein?


Michael Wendel ist der wahre deutsche Kulturbotschafter in Taipeh. Mit seiner Bäckerei samt Restaurant und Biergarten ist er seit Jahren gut im Geschäft und versorgt längst nicht mehr nur Exil-Europäer mit deutschem Brot und Schweinshaxen.

Vor zwei Jahren hatte hier im Blog schon über ihn berichtet, und kurz darauf noch einmal. Doch erst jetzt scheint er es in der alten Heimat zu wahrer Berühmtheit gebracht zu haben, denn am Dienstag (7.8.2010) lief zur besten Sendezeit ein Bericht über ihn in der Kabel 1-Sendung „Mein neues Leben“. Das Team hatte ihn offenbar rund um Chinesisch Neujahr im Februar ein paar Tage mit der Kamera begleitet.

Das ist eines dieser Privat-TV-Auswanderer-Formate, das sich normalerweise über deutsche Familien lustig macht, die ohne Vorbereitung, dafür aber mit großen Illusionen in fremden Ländern scheitern und am Ende möglichst kleinlaut wieder den Heimweg antreten. Diese Gefahr bestand bei Wendel ja nun nicht, der ist seit mehr als zehn Jahren in Taiwan und hat sich gut etabliert.

Die Sendung steht hier online.

Klar hätte ich am liebsten selbst so eine Reportage mit Wendel gedreht, aber man muss auch gönnen können. Jedes bisschen Taiwan-Berichterstattung in den deutschen Medien ist gut, und die Kollegen daheim müssen ja auch ihre Miete bezahlen. Und Steuern. Und Sozialabgaben. Die Armen.

Nun weiß ich aus eigener Erfahrung ganz gut, wie für solche Formate im Privatfernsehen (und nicht nur dort) gearbeitet wird. Die schnöde Realität ist nicht fernsehtauglich, ohne einen gescheiten Spannungsbogen geht nichts über den Sender. Schon vor dem Dreh, währenddessen und spätestens im Schnitt muss dafür gesorgt werden, dass es Drama gibt, Zeitdruck und Konfliktpotenzial.

Das heißt in diesem Fall: Wendel wird ein Problem mit seinem taiwanischen Personal angedichtet, das er so in der Realität bestimmt nicht hat, sonst hätte er hier schon längst die Segel gestrichen. In der Reportage aber regt er sich in einer Tour auf über unvollständige Broccoli-Lieferungen, schlampig zubereitete Croissants und nicht aufgefüllte Regale. Das gipfelt in dem Satz „Sie würden es ja gerne besser machen, aber sie können es halt noch nicht“ (sinngemäß zitiert), von dem ich stark annehme, dass der Redakteur ihn Wendel beim Dreh in den Mund gelegt hat, oder ihn zumindest aufgefordert,  jetzt mal ordentlich vom Leder zu ziehen.

Bei einem Besuch auf dem traditionellen Markt darf auch der Satz „In Deutschland hätte das Gesundheitsamt hier schon längst alles zugemacht“ nicht fehlen, der bisher noch jedem Deutschen eingefallen ist und über den ich mich schon lange nur noch amüsieren kann.

Im weiteren Verlauf des Beitrags wird dann zum Glück ein positiveres Bild von Taiwan gezeichnet, und Wendel darf auch mal die Offenheit der Menschen loben, die ihm die Integration in Taipei so leicht machen. Außerdem lässt er sich ein rotes Jäckchen maßschneidern, und wir erfahren, dass er im kurzen Winter von Taipei sein Wohnzimmer mit einem Heizpilz warm hält. Da lohnt sich das Dranbleiben.

Wer nun mehr Wendel will (und angesichts der per Google hier gelandeten Besucher sind das nicht wenige), den interessieren vielleicht auch meine Zeitungsartikel (Rheinpfalz) und meine Radioberichte (SWR, RTI) über ihn.

Allen, die nun mehr über Taiwan erfahren möchten, gratuliere ich und wünsche fröhliches Stöbern hier im Blog sowie auf den verlinkten Seiten.

Was denken Sie, liebe Leser? Sind solche TV-Beiträge fürs Image von Taiwan hilfreich oder nicht? Sind Sie durch die Sendung erst auf Wendel und damit auf dieses Blog aufmerksam geworden, und was ist Ihr Eindruck?


Nächstes Jahr wird das Hundertjährige gefeiert, und die Welt ahnt nichts davon. Über die „Republik China“ und die Tatsache, dass sie nicht deckungsgleich mit Taiwan ist, hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben: Between ROC and a hard place.

Nun flattert diese Veranstaltungs-Ankündigung in meine Mailbox:

Dr. Thomas Weyrauch
„CHINAS UNBEACHTETE REPUBLIK“
Einladung zum Vortrag mit anschließender Diskussion

Zeit: Mittwoch, 15. September 2010 um 19 Uhr
Ort: Landesvertretung des Saarlandes, In den Ministergärten 4, 10117 Berlin

Im Kontext des bevorstehenden 100. Geburtstages der Republik China (Taiwan) gibt Dr. Thomas Weyrauch einen Einblick in die historischen Zusammenhänge der frühen Republikjahre 1911-1949. Im Mittelpunkt stehen dabei die internen Machtkämpfe innerhalb der politischen Führung, die Kräfte zehrenden Auseinandersetzungen mit Nachbarstaaten sowie die Bedeutung der Einführung freier Wahlen auf chinesischem Boden.

Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Imbiss. Als besonderen Gast begrüßen wir an diesem Abend den Repräsentanten der Taipeh Vertretung, Herrn Dr. Wei Wu-Lien.

Veranstalter: Deutsch-Chinesische Gesellschaft e.V.- Freunde Taiwans
Mit Unterstützung der Presseabteilung der Taipeh Vertretung

Rückantwort bitte bis zum 10. September 2010 an die Deutsch-Chinesische Gesellschaft unter: Fax 030-20361-410 oder dcg-berlin@t-online.de

Der Referent hat über die Republik China mindestens schon zwei Bücher mit insgesamt 800 Seiten geschrieben. Und Präsident Ma getroffen.

UPDATE: Rezension des Buches und Hinweis auf eine Veranstaltung am Donnerstag, 16.9., in Hamburg.