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Archive for Januar, 2011

Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

Ein verheerender Taifun und deutsches Brot, die Diskussion um die Todesstrafe und eine Reise des Bürgermeisters von Weimar – was das alles miteinander zu tun hat? Über diese und viele andere Themen habe ich in den vergangenen eineinhalb Jahren aus Taiwan berichtet. So lang arbeite ich nun schon daran, dieses kleine, facettenreiche und viel zu wenig beachtete Land in die deutschen Medien zu bringen.

Von langer Hand geplant war das nicht. Alles begann mit einem Aushang am Schwarzen Brett beim NDR in Hamburg. Dort arbeitete ich seit einigen Jahren als Fernsehreporter. „Taiwans Regierung lädt ausländische Journalisten ein. Lernen Sie das Land kennen und besuchen Sie einen Chinesisch-Kurs“, so etwa hieß es auf dem Fax. Ich war nie in Asien gewesen, wusste wenig über Taiwan, und Chinesisch zu lernen wäre mir im Traum nicht eingefallen – genau die richtigen Voraussetzungen also für eine dreimonatige Journalistenreise Anfang 2008.

In Taipeh angekommen, wurde mir schnell klar: (mehr …)


[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=aqKzCyEacgw;]

Ohrbooten: „Autobahn“, bei 1:35 min.

Als wir in Taiwan warn

wollten wir in’n Sudan fahrn

doch hatten wir kein‘ Plan, Mann

so kamen wir nach Japan.

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Ganz groß.


Wo Demokratie auf Chinesisch funktioniert

Die „Republik China“ auf Taiwan ist Peking ein Dorn im Auge – US-Waffenlieferungen Thema beim Gipfeltreffen in Washington

Taiwans größte Touristenattraktion sorgt dieses Jahr für Verwirrung. Seit dem spektakulären Silvesterfeuerwerk prangt in 20 Meter hohen Leuchtbuchstaben „100 ROC“ an der Fassade des bambusförmigen Taipei 101, bis vor kurzem der höchste Wolkenkratzer der Welt. „100 Jahre Republic of China“ – welche Bedeutung dieses Jubiläum hat, ist den meisten Besuchern nicht bekannt.

Gerade mal so groß wie Baden-Württemberg, ist Taiwan seit über 60 Jahren potentieller Krisenherd und Mittelpunkt eines vertrackten Beziehungsdreiecks. Beteiligt ist neben der Volksrepublik China und den USA die Republik China – ein Staat, der für die internationale Diplomatie eigentlich gar nicht mehr existiert, (mehr …)


Nicht für das Leben, für die Schule lernen sie

Schüler in Taiwan: Warum sie so viel lernen müssen und welche Folgen das hat.

Wenn es schon dunkel wird in Taipeh, zwischen fünf und sechs Uhr abends, strömen sie auf die Gehsteige und stürmen die Busse: Heerscharen von Schülerinnen und Schülern, gekleidet in Uniformen, die geschnitten sind wie Trainingsanzüge oder Pyjamas. Grün-schwarz, rot-grau oder himmelblau – die Farben verraten auf einen Blick, aus welcher Schule sie kommen. Sie quatschen, tuscheln und kichern genau wie Teenager in Deutschland. Man sieht ihnen nicht an, dass sie gerade acht oder neun Stunden Frontalunterricht hinter sich haben. Und das war noch längst nicht alles.

Zeitungsartikel: Schüler in Taiwan

Nachhilfeschulen in Taiwan

Als Schüler in Bremervörde hatten wir den anstrengenden Teil des Tages spätestens gegen 14 Uhr überstanden und machten uns auf den Heimweg. Von so viel Freizeit können Taiwaner nur träumen. Schule bis in den späten Nachmittag, und danach führt der Weg oft direkt in eine der zahllosen privaten Nachhilfeschulen – Englisch oder Mathe pauken. Bis zu Hause die letzten Hausaufgaben gemacht sind, ist es schon fast Mitternacht. Was deutsche Eltern auf die Barrikaden triebe, von den Schülern ganz zu schweigen, ist hier Alltag.

Bildung gilt in Taiwan schon fast als Religion. Von Kindern wird erwartet, dass sie sich verausgaben und gute Noten nach Hause bringen, um der Familie keine Schande zu machen. Dafür zahlen die Eltern klaglos Schulgeld, Nachhilfe und Studiengebühren. Die Wurzeln dieser Einstellung reichen zurück ins alte China, wo jeder die Chance hatte, durch Fleiß und Eifer die kaiserliche Beamten-Prüfung zu bestehen. Der Weg aus dem Reisfeld führte schon immer über die Bildung.

Immer identifizierbar mit Schuluniform und Nummer

Taiwans Schulsystem orientiert sich am amerikanischen Modell: Sechs Jahre Grundschule und jeweils drei Jahre „Junior“ und „Senior High School“. Beim Schulwechsel entscheiden die Noten, ob der Weg auf eine renommierte oder eine durchschnittliche Anstalt führt. Nach der Grundschule sorgt die Schuluniform fürs Gruppengefühl, und eine aufgestickte Schülernummer garantiert, dass der Träger oder die Trägerin auch außerhalb des Schulgeländes identifiziert werden kann. Da überlegt man es sich dreimal, bevor man in der U-Bahn die Füße auf den Sitz legt.

Pflichtbewusstsein und Leistungsdruck bleiben nicht ohne Folgen. Wenn ich mich mit deutschen Schülern unterhalte, die ein Austauschjahr in Taiwan verbringen, beschreiben sie ihre Altersgenossen als fleißig, interessiert und diszipliniert – aber auch als unreif, schüchtern und unselbstständig.

Schwierige Partnersuche für Taiwans Teenager

Nie würden Pärchen auf dem Schulgelände Händchen halten. Die erste Beziehung mit 14? Das lenkt doch nur vom Lernen ab. Viele Jungs kennen das andere Geschlecht vor allem aus Online-Spiele und Manga-Comics. Für Mädchen sind gefärbte Haare, auffälliges Make-up oder gar Piercings tabu. Im Unterricht spricht der Lehrer ins Mikro und alle schreiben mit. Freies Sprechen wird kaum trainiert. Erst wenn die Aufnahmeprüfung zur Uni bestanden ist, können junge Taiwaner sich wirklich ausleben.

Wenn ich sie aber so beobachte, etwa nach Schulschluss, fällt mir auf: Die gute Laune lassen sie sich trotzdem nicht nehmen.


Damit es mir in Taiwan nicht langweilig wird, besuche ich fleißig Chinesisch-Kurse, fünf mal die Woche. Da lernt mal interessante Vokabeln kennen, Mitschüler aus aller Welt, und man hat jeden Tag zu tun, was ja nicht unwichtig ist.

Hier mal ein Beispiel für die Art Texte, mit denen wir es mittlerweile zu tun haben. Mit meiner Übersetzung ins Deutsche sowie der Umschrift in Pinyin. So kann ich meine Hausaufgaben quasi auf dem Blog zweitverwerten. Wie effizient ist das denn.

Nicht die Brücke der USS Enterprise, sondern die Bibliothek im vierten Untergeschoss (!) meiner Uni.

我在台北的中國文化大學念中文,把這篇課文翻譯成德文了。不是我自己的經驗,所以不必擔心。也許翻譯對學德文的臺灣學生也有用。

Dies ist ein Text aus dem Lehrbuch, der nicht meine persönlichen Erfahrungen schildert, also keine Sorge. Kommentare und Korrekturen sind willkommen!

Wessen Rechner die chinesischen Schriftzeichen nicht korrekt anzeigt, der kann hier vielleicht Abhilfe finden.

強化體質的重要性

Warum es so wichtig ist, seine Gesundheit zu stärken

我先天體弱多病,自從懂事以來,幾乎每個月都得去醫院報到,有時候更須住院,不知道貢獻了醫院多少利潤!進出醫院的主要原因是體質過敏,尤其嚴重的是皮膚過敏。因此父母只要知道那裡有好的醫生就帶我去看,一聽到有好的藥就去買。雖然我去過很多家醫院、吃過很多種藥,但是醫生說的以及給我的藥,除了外表不同以外幾乎沒什麼兩樣。

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Von Geburt an war ich schwächlich und oft krank. So weit ich zurückdenken kann, musste ich mich so gut wie jeden Monat im Krankenhaus melden, manchmal sogar dort auf Station bleiben. Ich möchte nicht wissen, wie viel ich zum Gewinn der Krankenhäuser beigetragen habe! Der wichtigste Grund dafür, dass ich immer wieder ins Krankenhaus musste, waren (mehr …)


I am always happy to find German traces in Taiwan, but sometimes they leave me confused. I collected these advertisements and shop signs in the course of more than two years on the streets of Taiwan. I honestly never heard of these brands in my whole life, of which I spent more than 30 years living in Germany.

However, it is good to know that German products are so popular in Taiwan.

Back in 2008, I interviewed Andreas Gursch, who was then deputy head of the German Trade Office in Taipei, on the importance of Taiwan for the German economy and vice versa. The interview is still online here.

According to the German Trade Office, in 2010 Germany was Taiwan’s 8th biggest export market (#1 in Europe) and 7th biggest source if imports, with a bilateral trade volume of about USD 14 billion.

But now, for the pictures:

Click here for more English entries on this otherwise mostly German blog.

Excerpts from the interview with Andreas Gursch:

Taiwan ist jetzt bereits ein ganz wichtiger Handelspartner in Asien, und Deutschland ist der wichtigste Handelspartner für Taiwan in Europa. Die 250 in Taiwan vertretenen deutschen Unternehmen machen gute Geschäfte, egal ob es sich um Produzenten von chemischen Produkten handelt, Maschinenbauer oder Zertifizierungsunternehmen. So kommt ein großer Teil der Maschinen für die neue taiwanische Solarindustrie aus Deutschland. Außerdem sind hier natürlich deutsche Luxusgüter gefragt, allen voran Autos. (…)

Der Schutz geistigen Eigentums funktioniert in Taiwan sehr viel besser als in China. Das Rechtssystem ist mit dem deutschen verwandt. Man kann als westliches Unternehmen im Notfall seine Kooperationspartner verklagen und sogar Recht bekommen. Ein weiterer Aspekt, der für Taiwan spricht, ist die Infrastruktur, die in Asien ihresgleichen sucht. (…)

Taiwan ist nicht nur geografisch ideal gelegen, es ist auch eine freie Gesellschaft, mit freien Medien, wie in einem europäischen Land. Die Regierung macht auch kaum Restriktionen, in welchem Bereich man investieren darf oder nicht. Die Menschen hier sind extrem gut ausgebildet, fast alle waren schon im Ausland, und viele haben in Europa oder Amerika studiert. Und auch die „weichen Faktoren“ darf man nicht unterschätzen. Es ist ein sehr sicheres, schönes Land, in dem es sich als Ausländer gut leben lässt, und es hat nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im kulturellen Bereich viel zu bieten.