…und zwar nicht über unsere legendäre, in ganz Taiwan bekannte Fähigkeit, sich ausschließlich von Schweinshaxen zu ernähren. Nein, es ist Deutschlands Wirtschaftsleistung und, man höre und staune: gerechte Vermögensverteilung, die das taiwanische Wirtschaftsmagazin Business Weekly (商業周利) zu seinem aktuellen Titelthema bewogen hat.

Cover des Magazins Business Weekly

Von Deutschland kann Taiwan sich noch eine Ecke Käse abschneiden, soll das wohl heißen.

Was da steht?

Seine Fläche ist kleiner als eine chinesische Provinz, und es ist nicht abhängig von der Unterbewertung seiner Währung. Dennoch exportiert es fast so viel wie die USA , und seine Produkte verkaufen sich weltweit zu Höchstpreisen.

Sein Wirtschaftswachstum ist das größte der G7, aber der Abstand zwischen arm und reich ist am geringsten.

Wie kann es gleichzeitig reich und fair sein?

Das Deutschland-Wunder

Wir portraitieren drei deutsche Städte (i.e. Hamburg, Berlin, Stuttgart), erforschen die 100-jährige Struktur dieses starken Landes und finden Lösungen, um Taiwan langsam wieder zu beleben.

Ja, da wallen im 7/11 unvermittelt die patriotischen Gefühle auf. Besonders, wenn man gleich zu Beginn des 25-seitigen Berichts auf ein Hamburg-Hafenpanorama stößt.

Artikel über Hamburg

„Hamburg, Deutschlands größter Hafen.“ So ist das.

Wer nicht in Taiwan ist und trotzdem sein Wirtschaftschinesisch trainieren will, sollte sich mal diese Seite von Business Weekly ansehen. Offenbar kann die Artikel online lesen, wer einen Account angelegt hat.

Business Deutschland Familie

Blond und glücklich, so sind wir Deutschen wohl.

Über das Deutschland-Bild der Taiwaner hatte ich schon mal geschrieben.

Also, liebe Leser in Deutschland, ist die Lage wirklich so rosig?

Share on Facebook27Share on Google+0Tweet about this on TwitterEmail this to someone

6 Kommentare zu “ Taiwan staunt über Deutschland ”

  1. richard sagt:

    danke Klaus, ist recht interessant

  2. Maru sagt:

    naja, so rosig wies da steht isses wohl eher nicht bzw. wuerde ich nicht so weit gehen zu sagen, dass ganz Deutschland immer „fair“ ist.

    Was deutsche Produkte und ihre Preise und auch ueberwiegend Qualitaet angeht, stimmt das natuerlich auch meistens.

  3. justrecently sagt:

    Angela Merkel beweist ihr Talent in der Ausbalancierung ihrer Koalition, und „steuert Europa durch die Finanzkrise“?

    Ich glaub‘, ich dreh‘ gleich ab… Aber das ist eben der Unterschied zwischen Außen- und Innenwahrnehmung.

    Wenn Deutschland eine nachahmenswerte Nation gewsen sein sollte – im Sinne von echter Reformbereitschaft -, dann war das wohl eher zwischen 2002 und 2005 der Fall, bevor sie Kanzlerin wurde.

    • Klaus sagt:

      Wieso denn erst ab 2002? Atomausstieg, Ökosteuer, Staatsbürgerschaftsrecht, Homo-Ehe, Erneuerbare-Energien-Gesetz… alles zwischen 1998 und 2002 beschlossen. (Okay, auch solche Granaten wie Senkung des Spitzensteuersatzes und Steuerfreiheit beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen.)

      • justrecently sagt:

        Stimmt – auch von 1998 bis 2002 gab es Reformen. Aber mit Ausnahme der Granaten war vieles davon europäischer Mainstream, und vieles andere genau das, wofür sie 1998 gewählt worden waren.

        Das, was ab 2002 geliefert wurde, war so von den Wählerinnen und Wählern nicht geordert worden – aber es war mutig, und trägt zu der momentan in Deutschland überdurchschnittlich guten Wirtschaftslage bei.

        N.B.: Ich müsste ein Fan der Wiedereinführung der D-Mark sein, wenn ich Merkels Eurolandpolitik für „Steuerung“ halten sollte…

Trackbacks & Pingbacks:

Leave a Reply to Maru

Hier klicken, um das Antworten abzubrechen.