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Archive for Juli, 2011

Was denken Taiwaner über das Leben in Deutschland?

„Wir Taiwanesen lieben es einfach lebendiger“ – mit dieser Aussage begann die Hamburger Morgenpost am 20. Juli einen Artikel über Hamburger mit ausländischer Herkunft.

Unter all den vielen Einwohnern, die in Frage kämen, wählten die Kollegen eine Taiwanerin aus: Huang Piao-Lien, Angestellte aus Hamburg-Wentorf, seit 1979 in Deutschland. Sie hat einen kleinen kurzen Fragebogen beantwortet.

Es sind interessante Antworten, gerade weil man sie so vielleicht schon mal von anderer Seite gehört hat.

Besonders typisch:

  • Das gefällt ihr an Deutschland: „Die Luft ist hier viel sauberer und die Umwelt schöner.“
  • Das gefällt ihr nicht: „Deutschland ist zu ruhig. Für mich ist es vor allem abends langweilig – die Geschäfte haben nicht so lange auf wie in Taiwan.“
  • Was ist in Taiwan besser? „Im asiatischen Raum ist man sich schneller vertraut – die Deutschen sind distanzierter.“

Was denkt Ihr, liebe Leser? Hat sie recht, oder lebt sie schon zu lange in Deutschland?

Taiwan Artikel Mopo Hamburger Morgenpost

Besonders schön natürlich, dass die Mopo-Redaktion kein Problem damit hatte, Taiwan samt Flagge gleichberechtigt neben anderen Ländern aufzuführen. Hoffen wir, dass es keine Proteste aus China hagelt.

Wer die Redaktion für Ihre Entscheidung loben möchte, kann sich ja an leserbriefe@mopo.de oder redaktion@mopo.de wenden.

 


Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

Auf der Straße in Taipeh fällt sie nicht weiter auf. Aline Siao Ma, eine elegant gekleidete 81-Jährige mit chinesischen Gesichtszügen, silbergrauem Haar und wachen Augen. Man könnte sie für eine normale taiwanische Rentnerin halten. Doch ihr Leben war alles andere als normal. So kommt es, dass sie zwar perfekt Deutsch spricht, zum Lesen einer chinesischen Zeitung aber oft aufs Wörterbuch zurückgreifen muss.

Meiner Generation ist ja oft nicht mehr bewusst, wie viele Menschen nach dem Krieg als Flüchtlinge in ihrer Heimat alles zurücklassen mussten. Mit nicht viel mehr als einem Koffer kamen sie in eine fremde Umgebung und haben dort ihr Leben ganz neu aufgebaut.

Auch in Taiwan haben viele Familien einen ähnlichen Hintergrund. Als Chinas Nationalisten 1949 den Bürgerkrieg gegen Maos Kommunisten verloren hatten, flüchteten knapp zwei Millionen Menschen nach Taiwan (wo ca. sechs Millionen schon seit Generationen lebten). Darunter waren die Eliten des Landes, aber auch viele mittellose Soldaten, die ihre alte Heimat erst viel später, im hohen Alter, wieder sehen konnten.

Die Geschichte von Aline Siao Ma aber ist wahrscheinlich einmalig. Sie beginnt in Nanking, damals Chinas Hauptstadt, im Jahr 1937. (mehr …)


Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

Sie fahren furchtlos auf dem Motorroller mit durch dichten Stadtverkehr, werden manchmal in der neuesten Mode gekleidet und kommen auch, wenn man sie auf Chinesisch ruft: Hunde in Taiwan. Wie in Deutschland, sind sie die beliebtesten Haustiere und ersetzen für viele Familie oder Kinder. Der Trend geht entweder zum Golden Retriever (familientauglich, macht was her) oder zum Fiffi im Mini-Format (praktisch in der Großstadt, aber tendenziell neurotisch veranlagt).

Als wären die kleinen Kläffer an sich nicht putzig genug, zwängen manche Frauchen sie in spezielle Hunde-Kleider, die es im Rüschen- oder Jeans-Look in verschiedenen Größen gibt, und lassen ihnen im Hunde-Schönheitssalon Schleifchen ins Fell flechten. Ob den Tieren das gefällt? Wahrscheinlich sind sie froh, überhaupt ein Zuhause zu haben. Viele Hunde nämlich verbringen die ersten Wochen ihres Lebens im Schaufenster einer Tierhandlung, in einem (immerhin sauberen) Käfig. Da verschlafen die Welpen den Tag oder tollen herum, während sich auf der anderen Seite der Scheibe Schulkinder und Passanten die Nasen plattdrücken und bei jedem Schwanzwedeln in „Hao ke-ai!“-Rufe ausbrechen (好可愛), was sich am besten mit „Wie süüüüß!“ übersetzen lässt.

Während die meisten sicher ein schönes Leben bei ihren Familien verbringen, enden viele Impulskäufe leider mit dem Aussetzen der Vierbeiner. Nur ein paar Minuten hinter der Stadtgrenze trifft man in den Hügeln schnell auf Rudel streunender Hunde, die oft überraschend gut genährt und fit erscheinen. Durch Wilderei können sie ihr Gewicht kaum halten, denn die letzten größeren Tiere in Taiwans Wäldern sind schon vor Generationen in örtlichen Restaurants geendet. (mehr …)


Unkraut jäten, Blumen wässern, Wege harken – oder einfach ein paar Minuten stilles Gedenken: Dass viele Menschen regelmäßig den örtlichen Friedhof besuchen, bin ich aus Deutschland gewohnt. In Taiwan dagegen tragen die Friedhöfe ihren Namen wirklich zu Recht, denn normalerweise verirrt sich kaum jemand dort hin.

Die Gräberfelder ziehen sich in Taipeh an den Flanken der Hügel entlang, und aus der Entfernung kann man sie mit ihren Mäuerchen und Mausoleen fast für kleine Stadtviertel halten. Weil sich hier dem Volksglauben zufolge außer den eigenen Ahnen auch viele andere, möglicherweise feindselige Geister herumtreiben, lassen die Taiwaner es nicht drauf ankommen und entzünden lieber am eigenen Hausaltar ein Räucherstäbchen für die Verstorbenen.

Nur einmal im Jahr, im April, wird es lebhaft auf den Friedhöfen. Zum „Gräberputzfest“ bringt man traditionell gemeinsam die Gräber der Vorfahren auf Vordermann. Kinder und Enkel nehmen dafür weite Wege in den Heimatort auf sich. Wenn es in die Berge geht, müssen sie Sichel und Besen schon mal eine Weile über Stock und Stein schleppen, bis ein Grab erreicht ist – und das nächste liegt vielleicht noch einmal ganz woanders. In Taipeh geht es bequemer zu: Zwischen U-Bahn und Friedhof pendeln städtische Sonderbusse.

Ahnenverehrung ist von zentraler Bedeutung für den chinesischen Volksglauben, der sich in Taiwan munter mit taoistischen und buddhistischen Bräuchen mischt. Die Geister der Vorfahren beobachten aus dem Jenseits das Treiben ihrer Nachkommen und sehen es gerne, wenn die sich um sie kümmern. Neben Gebeten gehört dazu auch das Finanzielle, denn im Jenseits geht es zu wie auf Erden – ohne Geld hat man es schwer.

Also sorgen die Taiwaner für Nachschub und verbrennen bündelweise „Geistergeld“ – dicke gelbe Papierscheine, die als Rauch aufsteigen und so bei den Ahnen ankommen. Nach dem selben Prinzip trägt beim Gebet der Qualm von Räucherstäbchen die Gedanken nach oben. Auch beim Gräberputzfest entzündet jede Familie nach getaner Arbeit ein Feuer, und über den Friedhöfen stehen dichte Rauchschwaden.

Weil die Luft manchmal ganz schön dick wird, wirbt die Stadtregierung von Taipeh jedes Jahr um Vertrauen für die Müllabfuhr: Man garantiere, dass Geistergeld in die Müllverbrennungsanlagen wandere, wie es sich gehört. Trotzdem lässt sich kaum jemand davon abhalten, nach althergebrachter Tradition die Scheine selbst in die Flammen zu werfen.

Steht ein Begräbnis an, bleibt es oft nicht beim Geistergeld. Wer es sich leisten kann, lässt bei spezialisierten Papier-Handwerkern alles anfertigen, was der Verstorbene im Jenseits gebrauchen kann. Von Kleidung und Schmuck über den noblen PKW bis zum kompletten Miniatur-Modellhaus samt Einrichtung wird alles liebevoll gebastelt, um dann verbrannt zu werden. Sogar Mobiltelefone, Notebook-Computer und iPads aus Papier sind mittlerweile im Angebot. Der technische Fortschritt macht in Taiwan auch vor der Religion nicht halt.

Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.


Der vielleicht erfolgreichste deutsche Blogger lebt in Taiwan

Und er heißt Sascha Pallenberg. Seit einigen Jahren lebt er quasi nur noch für sein Blog Netbook News, und mittlerweile zahlt es sich aus.

Sascha Pallenberg in Taipei, Taiwan

Über Bannerwerbung, Sponsoren, Affiliate-Programme und Youtube erzielt Pallenberg nach eigenen Angaben jeden Monat fünfstellige Euro-Umsätze. Davon ab gehen natürlich die Kosten für seine Mitarbeiter und die vielen Reisen zu Messen in der ganzen Welt.

Mein TV-Beitrag von der Computex

Zur Computex Taipei, der zweitgrößten Computermesse der Welt, habe ich ein selbstgedrehtes und -geschnittenes Porträt von Sascha in der Sendung „neues“ auf 3sat untergebracht. Bitte schön, das Video:

„Blogs monetarisieren“

Sascha Pallenbergs Vortrag auf der re:publica 2010 (Ausschnitt im Beitrag) komplett als Video:

Wer in seiner Nische der beste ist und verlässlich guten Content bietet, wird auch davon leben können – genau mit dieser Einstellung gehe ich auch an meine Arbeit als deutscher Reporter in Taiwan. Bisher funktioniert es.

Unterstützen könnt Ihr mich z.B. mit einem Klick auf den Flattr-Button da unten! Wie das funktioniert, steht hier: Für eine Handvoll Cent


Mandarin lernen in Taiwan

Mein Bericht auf Spiegel Online

Vor drei Jahren habe ich damit begonnen, in Taiwan Chinesischkurse zu besuchen. Und ich habe viele Studenten kennen gelernt, die zuvor schon in China Erfahrungen gemacht hatten und das Studium in beiden Ländern vergleichen können.

Daraus ist nun dieser Bericht für Spiegel Online entstanden: Entspannt auf der Schatzinsel – Chinesisch lernen in Taiwan.

Hoffentlich weckt der Text bei einigen Lesern Interesse an Taiwan. In den Kommentaren geht es jedenfalls schon mal munter zur Sache.

Über das Thema Chinesisch lernen in Taiwan hatte ich hier im Blog schon ausführlicher geschrieben.