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Archive for Februar, 2012

Der 28. Februar ist heute in Taiwan ein Feiertag (Warum? Mein Blogeintrag über das 228-Massaker), und da es in Taipeh mal wieder regnet, ist dies vielleicht eine gute Gelegenheit, auf einige lesenswerte Berichte der vergangenen Wochen hinzuweisen.

„Das Rohe und das Gekochte“

Nach seiner Premiere auf der Berlinale hat Monika Treuts kulinarisch-politische Taiwan-Dokumentation „The Raw and the Cooked“ eine positive Besprechung im Branchenblatt Variety erhalten.

The film digs deeper and deeper into obscure joints in the middle of nowhere, places even most Taiwan residents may never have heard of.

Im Videointerview erzählt die Regisseurin mehr über den Film und (ab 4:20) auch darüber, dass sie sich Sorgen um Taiwans Zukunft macht.

Weitere interessante Berichte über Taiwan

  • Neuer Zürcher Zeitung: Taiwans Erfolgsmodell auf die Probe gestellt

    Die beeindruckende demokratische Reife, die Taiwan aber gerade wieder bei den Präsidentschaftswahlen gezeigt hat, darf zwar nicht über Missstände im Parteiensystem und im Politikbetrieb hinwegtäuschen. Im Wettbewerb müsste sie aber ein Trumpf sein. Eine innovative Gesellschaft entfaltet sich in einem engen politischen Korsett nicht.

  • Taipeh im Regen
    Schön geschriebener Taiwan-Reisebericht eines deutschen Fernsehreporters

An anderer Stelle (taz: „Der grüne Riese“) hatte ich es schon angedeutet, nun ist es so weit:

Pressemitteilung

DAS DEUTSCHE INSTITUT TAIPEI ZIEHT UM!

Das Deutsche Institut Taipei bezieht Anfang März neue Räumlichkeiten in der 33. Etage des 101-Turms in Taipeh. Aufgrund des Umzugs ist das Büro vom 01.-06. März 2012 für den Besucherverkehr geschlossen.

Termine für Visa, Reisepässe und Bürgerdienste werden ab 07. März 2012 wieder angeboten. Ein Termin muss über die Webseite gebucht werden.

Die neue Anschrift des Deutschen Instituts lautet:

Deutsches Institut Taipei
33F, No. 7, Xinyi Rd., Section 5
Taipei 11049

Telefon: 02-8722-2800
Telefon (Visa, Reisepässe, Bürgerdienste): 02-8722-2820

Telefax: 02-8101-6282
Telefax (Visa, Reisepässe, Bürgerdienste): 02-8101-6283

E-Mail: info@taipei.diplo.de
Webseite: www.taipei.diplo.de


Taiwan: Eine Sportnation?

Eine ganze Reihe Sportler aus Taiwan hat Weltruhm erlangt – meist in Sportarten, die in Deutschland nicht besonders populär sind.

Jeremy Lin, Superstar

Vom Bankdrücker zum globalen Basketball-Star: Wenn Sie die Geschichte von Jeremy Lin noch nicht kennen, bemühen Sie mal die Suchmaschine ihres Vertrauens. In Taiwan jedenfalls scheint es seit Wochen kaum ein wichtigeres Thema zu geben.

Die Menschen sehen Lin als einen der ihren, auch wenn er gebürtiger Amerikaner ist – schließlich sind seine Eltern einst aus Taiwan in die USA ausgewandert. Und natürlich hat es riesiges Underdog-Identifikationspotential, wenn ein keine zwei Meter großer Asian-American sich in einer so körperbetonten Liga wie der NBA nicht nur durchsetzt, sondern so auftrumpft, dass ihm die Sportwelt zu Füßen liegt.

Den Rummel hat der in Taipeh lebende Blogger Sascha Pallenberg ganz gut hier beschrieben: Linsanity in Taipei from a German perspective. Auch Lin selbst – der viel auf seinen christlichen Glauben gibt, was ihn dann doch von den meisten Taiwanern unterscheidet – fand in einer Pressekonferenz neulich nette Worte für Taiwan.

Vielleicht bringt Jeremy Lins Erfolg nun einige junge TaiwanerInnen dazu, mehr Zeit auf dem Sportplatz zu verbringen. Und wer es mehr in den Beinen hat als im Wurfarm, könnte Fußball spielen. Denn da gibt es hier noch viel Aufzubauen – anders als im Basketball, wo in der Profiliga Begegnungen wie Taiwan Beer vs. Kinmen Liquor an der Tagesordnung sind.

Jubeln für Taiwans Fußballnationalteam

An mir liegt es nicht, wenn Sie noch nie von Taiwans Fußballnationalmannschaft gehört haben. Ich habe mein Bestes getan. Beim wichtigen Olympia-Qualifikationsspiel gegen Jordanien im März vergangenen Jahres hatte ich so viele Westler wie möglich zusammengetrommelt, um im Stadion von Taipeh europäische Atmosphäre zu erzeugen.

Leider vergeblich. Taiwans U23 unterlag mit 0:2 (Spielbericht), und das Land muss weiter auf seinen ersten Auftritt auf internationaler Fußballbühne warten. Es war ein unterhaltsamer Abend, aber Fußball ist einfach nicht Taiwans Nationalsport – das ist Baseball.

Nationalsport Baseball

baseball taiwan

Die Begeisterung für das Spiel mit Schläger und Handschuh kam nicht etwa aus Amerika, sondern auf dem Umweg über Japan auf die Insel. Taiwan war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts japanische Kolonie. Heute gibt es eine Profiliga, einige Taiwaner spielen in US-Teams, und wenn ich am Wochenende durch die Parks an den Flussufern radle, sehe ich überall Mannschaften auf öffentlichen Baseballplätzen trainieren.

Mit Japan und Südkorea liegt Taiwan in ewiger Rivalität um die Baseball-Vorherrschaft in Asien. Welch eine Demütigung, als man 2008 bei den olympischen Spielen in Peking ausgerechnet gegen China eine Niederlage einstecken musste!

Taiwan bei Olympia

Leider darf Taiwan bei internationalen Wettbewerben nur unter der Bezeichnung „Chinese Taipei“ und ohne Nationalflagge antreten, weil China so eifersüchtig darüber wacht, dass Taiwan nicht als selbstständiges Land geführt wird. Um so größer der Jubel in Taiwan, wenn Athleten Edelmetall mit nach Hause bringen.

2004 in Athen gab es in der Kampfsport-Disziplin Taekwondo die beiden ersten und bisher einzigen olympischen Goldmedaillen. Starke Frauen erringen immer wieder gute Platzierungen: Taiwans Gewichtheberinnen und das Frauen-Tauziehteam stehen regelmäßig auf dem Treppchen.

Und auch die derzeit wohl beste Golfspielerin der Welt hat ihren Abschlag in Taiwan erlernt: Yani Tseng ist erst 22, gewinnt aber ein wichtiges Turnier nach dem anderen. Taiwaner sind nicht für ihren athletischen Körperbau bekannt, und „körperlose“ Sportarten dominieren. Der beliebteste Breitensport ist Basketball – und das nicht erst seit Jeremy Lin. Auch ordentliche Tennisspieler bringt Taiwan hervor. Einer schaffte es 2010 ins Viertelfinale von Wimbledon.

Städtische Sportzentren

Körperliche Erschöpfung und Schwitzen gelten vielen Taiwanern, die das Leben gerne ausgewogen angehen, als übermäßige Belastung. Wer sich trotzdem sportlich betätigen will, hat aber viele Gelegenheiten. Schulen und Universitäten öffnen abends ihre Plätze für die Allgemeinheit, und Taipeis Verwaltung hat in jedem Viertel städtische Sportzentren errichtet, mit Kursräumen, Badminton-Courts, Schwimmbädern usw. Für nur 1,30 Euro kann ich hier eine Stunde lang ohne weitere Verpflichtungen ins Fitnesscenter.

Universiade 2017 in Taipei

Vor kurzem hat Taipei international aufgetrumpft: Die Stadt wird 2017 die Universiade ausrichten, quasi die olympischen Spiele der Studenten. Weil Taiwan gut abschneiden will, wird nun darüber diskutiert, wie man Nachwuchssportler besser fördern kann. Über die Ausbildung an Taiwans Sport-Universitäten stand kürzlich übrigens ein interessanter Artikel in der Regierungszeitschrift Taiwan Review.

2009 fanden in Taiwan bereits zwei internationale Sport-Großveranstaltungen statt: Die World Games in Kaohsiung und die Deaflympics in Taipeh.

Damals entstand auch dieser Fernsehbericht, auf den ich heute noch ein bisschen stolz bin:

Dieser Text war ursprünglich eine Folge meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

Taiwan Zeitungsartikel Sport


Das ist doch mal richtig schön: Pünktlich zum Start der deutschen Version von Taiwans offizieller Essens-Website „Taiwan Food Culture“ serviert der Lokalsender Hamburg 1 fast eine Viertelstunde lang taiwanisches Frühstück im Studio. 蔥油餅,黑豆漿,燒餅油條 und einiges mehr.

Das Video steht online. Falls der Link mal nicht mehr funktioniert, sollte es sich über das Archiv der Seite finden lassen. Zwar erfährt man kaum etwas über Taiwan, Land und Leute, aber ich finde: Frau Hung hat das prima gemacht (wie auch immer sie zu der Aufgabe gekommen ist), und der Moderator hat sich blöde Fragen verkniffen. Chapeau!

Die Food Culture-Website habe ich mir noch nicht komplett angesehen, aber was ich gesehen habe, sieht korrekt, umfangreich und gut übersetzt aus. Was denkt Ihr? Welches Gericht fehlt Euch dort?


„Das Rohe und das Gekochte“ auf der Berlinale

Auf der Berlinale feiert heute ein Dokumentarfilm Premiere, der bei Taiwan-Freunden auf größtes Interesse stoßen dürfte: „Das Rohe und das Gekochte“, gedreht von der Hamburger Regisseurin Monika Treut.

Dokumentation über Esskultur in Taiwan

Das Berlinale-Programm beschreibt den 83-minütigen Film als „dokumentarische Entdeckungsreise durch die kulinarischen Traditionen Taiwans, die zeigt, wie eng das Essen mit den unterschiedlichen Kulturen des Vielvölkerstaats verbunden ist.“ (Filmbeschreibung deutsch / englisch)

Leckeres Essen, interessante Menschen und schöne Landschaften also – aber Monika Treut blendet in ihrem Film, der von Taiwans öffentlich-rechtlichem Public Television Service koproduziert wurde, auch die soziale Realität nicht aus:

Die Urbanisierung Taiwans schreitet voran und bedroht die Landwirtschaft. Zum Glück gibt es seit einigen Jahren eine Umweltsschutzbewegung. Wir filmen eine Demonstration von Bauern und sprechen mit zwei Mitgliedern der noch jungen Grünen Partei Tawains.

Dreh in Taiwan

Im November 2010 hat Treut mit ihrem Team u.a. auf einer Großdemo gegen die geplante Kuokuang-Chemiefabrik gefilmt. Viele Anwohner aus Changhua County waren dafür nach Taipeh gereist.

Weitere Fotos von dieser Demo hatte ich bei Facebook hochgeladen.

Monika Treut

Unter allen deutschen Filmemachern hat Monika Treut (Facebook-Seite) wohl die größte Taiwankompetenz und -erfahrung. Sie hatte bereits eine lange Karriere als Autorenfilmerin hinter sich (Lebenslauf / Filmografie), als sie 2002 von einem Frauenfilmfest nach Taiwan eingeladen wurde.

Ich wusste bis dahin gar nichts über Taiwan und las mir im Flugzeug mein erstes Wissen im Reiseführer an… von Anfang an gab es irritierende Erlebnisse, die mich immer neugieriger machten. Auf dem Festival lernte ich dann sehr spannende Leute kennen. (Quelle: taz)

Den Tigerfrauen wachsen Flügel

Nachdem Ihr Interesse geweckt war, reiste Treut noch viele Male nach Taiwan und drehte zunächst „Den Tigerfrauen wachsen Flügel“ (母老虎飛飛飛), der 2005 auf der Berlinale uraufgeführt wurde (Filmbeschreibung).

Die Dokumentation zeigt Taiwans gesellschaftlichen Wandel am Beispiel von drei Frauen aus drei Generationen und ist in Deutschland offenbar nicht DVD erhältlich, dafür aber in Taiwan (z.B. bei Eslite oder im Taiwan Bookshop). (Chinesische Film-Infos z.B. hier oder hier)

Made in Taiwan

Ebenfalls 2005 hatte „Made in Taiwan“ seine Erstausstrahlung. Die 30-minütige Dokumentation entstand für 3sat und schildert den Alltag von Yi-chun, einer ganz normalen 17-Jährigen in Taipeh.

Die junge Frau isst gerne, doch jede Nahrungszufuhr wird von ihrer Familie argwöhnisch beobachtet, die kleinste Gewichtszunahme ist für ihre Tanzkarriere hinderlich. Ihr Voice-Over erzählt von ihrem Schulalltag, der einer strengen Dramaturgie unterworfen ist: der Wecker klingelt um 5h45, zu Hause ist sie oft erst um 19 Uhr, dann Hausaufgaben machen, duschen und ins Bett – für einen festen Freund hast sie weder Zeit noch Energie. Der erlösende Ausbruch aus der Routine ist der jährliche Schulausflug ans Meer.

Dieser kleine Film ist ein persönlicher Favorit von mir, weil er so liebevoll unaufdringlich beobachtet, die Kamera immer im richtigen Moment hin- oder wegguckt, und weil Treut es nicht für nötig befindet, Ausrufezeichen hinter ihre Beobachtungen zu setzen – jeder Zuschauer kann sich sein eigenes Bild machen. Ab und zu wird er im deutschen Fernsehen wiederholt, also aufpassen.

Ghosted

In der Folge arbeitete Treut an der ersten deutsch-taiwanischen Spielfilm-Koproduktion überhaupt: „Ghosted“ (曖昧) kam 2009 ins Kino. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen Hamburg und Taiwan, in der die Grenzen zwischen Dies- und Jenseits verschwimmen. Ganz wie im Geistermonat, der in Taiwan jeden Sommer begangen wird.

Trailer:

Taiwan-Fernsehbericht über die Premiere auf der Berlinale (Filmbeschreibung):

„Ghosted“ ist in Deutschland auf DVD erhältlich:

Und natürlich auch in Taiwan. Hier entdeckt Monika Treut die DVD im Fembooks Frauenbuchladen in Taipeh.

Vorführungen in Deutschland

Zurück zum aktuellen Film: „Das Rohe und das Gekochte“ wird leider keinen regulären Kinostart haben, aber nach der Berlinale immerhin ein paar Mal in Kinos in Hamburg (Abaton, Metropolis) und Berlin laufen. Im Mai wird er dann bei der Edition Salzgeber auf DVD erscheinen.

Wer hat einer der Filme gesehen? Ich bin gespannt auf Kommentare und Meinungen.





Eine Menge interessante Taiwan-Veranstaltungen stehen diesen Monat noch an – in Taiwan (meist in Taipeh) sowie in Hamburg. Sicherlich auch anderswo, aber davon weiß ich nichts.

Infos vom Deutschen Institut Taipei, Bambusrunde e.V. u.a.

Termine in Taiwan

Im Kino, aktuell

Der für den deutschen Filmpreis 2010 nominierte Streifen „Goethe!“ (Chinesisch: „少年歌德的煩惱“) läuft derzeit in Taipeh in den Kinos Ambassador-Changchun, Wonderful und Halar (Neihu) sowie in Chungli (Metromall, Chung-yuan-Rd Sec. 2, No. 501, 5F) und in den Wonderful-Cinemas Taichung (Gong-yuan Rd., No. 34).


Deutsche Homepage des Films


Trailer mit chin. UT:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=yiFndwfhE9w;]

17. Februar: Grünkohlessen 2012 in Taipeh

„Gute Traditionen sind es wert, fortgesetzt zu werden“, schreiben die Veranstalter. Es ist 2012 bereits das 12. Grünkohlessen. 
Das Grünkohlkomitee lädt dazu am 17.02.2012 ins Westin-Hotel in Taipeh ein und verspricht: „Auch für Süddeutsche geeignet und alle, die mal wieder Spaß haben wollen.“

Infoflyer (PDF)

Anmeldung und nähere Infos

18. Februar: Vortrag des deutschen Medizin-Nobelpreisträgers Prof. Dr. Harald zur Hausen

Auf Einladung des Deutschen Instituts und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Taipeh wird der deutsche Krebsforscher und Medizin-Nobelpreisträger 2008, Prof. Dr. Harald zur Hausen einen Vortrag mit dem Titel „Wissenschaft verständlich gemacht: Ist Krebs verhinderbar?“ halten. 
Sein zur Hausens spezielles Forschungsgebiet ist die Entstehung von Krebsarten aus Virusinfektionen. Er wird auch als „Vater der HPV-Impfung“ bezeichnet. 


Dr. zur Hausen wird deutsch sprechen. Eine Verdolmetschung ins Chinesische oder Englische ist nicht vorgesehen. Medizinische Fachkenntnisse sind zum Verständnis des Vortrags nicht Voraussetzung.
Die Teilnahme ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist zwar nicht zwingend erforderlich, aber die Veranstalter wären dankbar, wenn Teilnehmer eine kurze Bestätigung per Mail schicken könnten – zwecks besserer Planung für Sitzplätze sowie Kaffee und Kuchen. 



Samstag, 18 Februar, 14:00-15:30 Uhr Vortrag, 15:30-17:00 Uhr Kaffee und Kuchen 

Ort: 
Goethe-Institut Taipeh, Heping West Road, Sec. 1, No. 20 Heping West Rd., 12F

台北歌德學院,臺北市和平西路一段20號12樓

28./29. Februar: Taiwantournee des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks



Im Rahmen des „Taiwan International Festival of Arts“ wird das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks am 28. und 29. Februar in Taipeh (National Concert Hall) auftreten. Unter Leitung von Daniel Harding kommen Werke von Beethoven, Brahms, Schubert, Mahler und Bruckner zur Aufführung.

Termine in Hamburg

15. Februar: Zur Kulturgeschichte des Feng-Shui

Die Hamburger Bambusrunde schreibt:

Wir freuen uns sehr, dass wir die Leiterin der Ost- und Südasien-Abteilung des Hamburger Museums für Völkerkunde, Frau Dr. Susanne Knödel, gewinnen konnten, uns einen Einblick in die Kulturgeschichte des Feng-Shui zu geben.

Fengshui, aus chinesisch FENG = Wind (風) und SHUI = Wasser (水), wird häufig übersetzt als «Geomantik» und ist zunächst eine Methode, Gräber und Gebäude rituell korrekt zu positionieren. Erdadern dürfen nicht durchschnitten oder beseelte Landschaftsformationen gestört werden, die Ausrichtung von Gebäuden zum Berg und zum Wasser wirkt sich direkt auf ihre Bewohner aus. Diese Vorstellungen nutzen schon seit früher Zeit begabte oder gewiefte Fengshui-Meister, die, unseren Wünschelrutengängern nicht unähnlich, mit Kompass und anderen Werkzeugen «Wind-Wasser-Leistungen» anbieten.

Fengshui hat zudem alle Lebensbereiche erobert, wurde zu einem System, das seinen «Zweck in der Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung» (Wikipedia) hat. Fengshui – eines der wenigen chinesischen Worte, die Eingang in den Duden fanden – wird in ernsten wissenschaftlichen Zusammenhängen diskutiert, und ist zugleich in seichten, esoterischen und populären Ausprägungen allgegenwärtig. Und das schon seit sehr langer Zeit.

Weitere Infos zum Vortrag und dem anschließenden (optionalen) Essen:

Mittwoch 15. Februar um 18.00 Uhr
Restaurant „Ni Hao“, Wandsbeker Zollstraße 25-29, Hamburg

17. Februar: „Entomologische Reise nach Taiwan – Auf den Spuren von Hans Sauter“

Die abwechslungsreiche Landschaft Taiwans und das vielfältige Muster von Temperaturen und Niederschlägen spiegeln sich im Artenspektrum der Insektenwelt wieder. Der deutsche Entomologe Hans Sauter (1871-1943) sandte Anfang des 20. Jahrhunderts umfangreiche Ausbeuten taiwanischer Insekten nach Europa.

Sauter, der ab 1905 ständig in Taiwan lebte, hat einen wichtigen Beitrag für die entomologische Forschung in Taiwan in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts geleistet. Er durchstreifte ganz Taiwan mit Ausnahme eines Teils der unwegsamen Ostküste und der Gebiete, die damals wegen der als Kopfjäger bekannten Ureinwohner noch nicht zugänglich waren.

Der Vortrag von Dr. Stephan Blank wird von einer Powerpoint-Präsentation begleitet. Neben den Insekten wird auch die einzigartige und vielfältige Landschaft Taiwans gezeigt.

Eine Kooperation der Taipeh Vertretung Hamburg und des Zoologischen Museums Hamburg.

Sonderveranstaltung: Freitag 17. Februar, 18.00-21.00 Uhr (Vortrag ca. 1 Stunde)
Zoologisches Museum, Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg