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Archive for März, 2012

Auch so eine Art von embedded journalism: Ein Blogeintrag, der ohne viele Worte auskommt. Slideshare und Youtube sei Dank.

Ein paar Eindrücke aus dem Wahlkampf: Großkundgebungen von KMT und DPP in Taipeh am „Super Sunday“, dem letzten Sonntag vor der Wahl.

Meine Nachbarn bei der Stimmabgabe im Wahllokal.





Kulturzeit! Danke mal wieder an das Deutsche Institut Taipei für die regelmäßigen Informationen.

Skatturnier in Taipei (28.04.2012)

Traditionell finden in Taipei zwei Mal jährlich (Frühjahr und Herbst) Skatturniere statt.
Der Termin für das nächste FRÜHJAHRSTURNIER ist der 28.04.2012!

Einladung und detaillierte Infos hier (PDF).

Deutschsprachige Filme in Taiwan

Der eine oder andere deutschsprachige Film schafft es zuweilen auch in die taiwanischen Kinos. Diese Filme laufen i.d.R. im deutschsprachigen Original mit chinesischen Untertiteln.

Wunderkinder

Am 23.03.2012 läuft der deutsche Film „Wunderkinder“ (愛樂時光) in Taipeh in den Kinos Ambassador-Changchun und Wonderful an. (Deutsche Homepage des Films)
Deutscher Trailer mit chin. UT:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=E2AhMkyNRZ0;]

Vincent will Meer

Am 30.03.2012 kommt der mit dem Deutschen Filmpreis 2011 in Gold (bester deutscher Film) ausgezeichnete Spielfilm „Vincent will Meer“ (文生去看海, „Vincent wants to sea“) in die Kinos Ambassador-Changchun und Wonderful.

Deutscher Trailer mit chin. UT:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=uHUzO_C7mwk;]

Adressen:

  • Ambassador-Changchun(長春戲院): Taipei, Changchun Rd., No. 172 台北市長春 路172號, Tel.: (02)25074141).
  • Kino „Wonderful Theatre“ (auch „Majestic“)(真善美戲院): Taipei, Wanhua-Bezirk, Hanzhong-Rd., No. 116, 台北市萬華區漢中街116 號, Tel.: (02)23312270)

2012 Taiwan International Children’s Film Festival (29.03 – 05.04.2012)

Dieses Festival (Homepage) präsentiert in diesem Jahr sieben Filme aus Deutschland. U.a. wünscht sich Lola in „Hier kommt Lola“ eine beste Freundin und in „Tony 10“ versucht der zehnjährige Tony mit allen Mitteln seine Eltern wieder zusammen zu bringen. Die drei Animationsfilme „Mobile“, „Bob“ und „Der kleine Junge und das Biest“ erzählen von Freundschaft, einer großen Hamsterliebe und von Familie. Zusammen mit „Die Sendung mit dem Elefanten“ und „Falsches Essen“ entsteht ein guter Eindruck der aktuellen deutschen Kinderfilmproduktion.

Das Festival verfolgt mit einem umfangreichen Filmprogramm und begleitenden Diskussionsveranstaltungen das Ziel, Zuschauern unter 12 Jahren einen qualitativ hochwertigen Zugang zum Medium Film zu ermöglichen.

Die Festivalfilme laufen in den Vieshow-Cinemas Xinyi (Nh. Taipei 101).

Konzerte der deutschen A-Capella-Band „Die Singphoniker“ in Taiwan

In Zusammenarbeit mit dem „Weltmeister“ der Amateurchöre, dem Taipei-Männerchor, werden die „Singphoniker“ am 25. und 31.03. sowie am 01.04.2012 drei lustig, beschwingte Konzerte in Taiwan geben.

  • 25.03. (So), 19:30 Uhr: Tainan, Kulturzentrum
  • 31.03. (Sa), 19:30 Uhr: Hsinchu, Kulturzentrum
  • 01.04. (So), 19:30 Uhr: Taipei – Nationale Konzerthalle

Weitere Details sowie Ticketinfos erhalten Sie hier: 02-23644825 / 0939067356
Siehe auch: www.singphoniker.de


Grundschulen auf dem Land, die bedroht sind, weil nicht mehr genügend Kinder geboren werden – das gibt es nicht nur in Deutschland. Auch in Taiwan bereitet eine niedrige Geburtenrate Regierung und Experten Kopfzerbrechen. In einigen Gebirgsdörfern haben die Grundschulen seit Jahren weniger als 15 Schüler. Es soll schon vorgekommen sein, dass nur ein einziges Kind neu eingeschult wurde. Die durchschnittliche Klassengröße ist in den letzten Jahren von 35 auf 25 zurückgegangen. Eine Grundschule in der Hauptstadt Taipeh, die 1966 mit 11.000 Schülern die größte der Welt war, hat nun nicht mal mehr 800.

Während die Regierung in China den Menschen per Ein-Kind-Politik das Kinderkriegen verbietet, scheinen die Taiwaner freiwillig in den Zeugungsstreit getreten zu sein. Bis weit in die Achtziger Jahre war es völlig normal, dass eine Familie drei oder vier Kinder hatte. Während Taiwan sein Wirtschaftswunder erlebte, stieg so die Bevölkerung von 8 Millionen nach dem Krieg auf über 20 Millionen. Diese Zeiten sind vorbei. Heute bringt in Taiwan jede Frau im Lauf ihres Lebens weniger als 1,2 Kinder zur Welt – selbst in Deutschland liegt der Wert noch bei 1,4 (Rangliste).

Wenn ich mir die U-Bahnen, Kaufhäuser und Straßen in Taipeh ansehe, ist es schwer zu glauben, dass es hier in Zukunft mal weniger überfüllt zugehen soll. Weniger Kinder, steigende Lebenserwartung, mehr alte Menschen – der sogenannte „demographische Wandel“ bringt Taiwan die gleichen Probleme wie anderen entwickelten Ländern. Ein Zehntel der Bevölkerung ist schon älter als 65, und der Anteil wächst rasant. Noch werden die meisten alten Menschen zu Hause betreut, oft mit Hilfe von Billiglohn-Pflegerinnen. Die kommen hier statt aus Polen von den Philippinen oder aus Indonesien. Damit die Pflege auch in Zukunft funktioniert, muss die Regierung genauso wie beim Renten- und Krankenversicherungssystem die Weichen für die Zukunft stellen. Meist wird aber eher halbherzig am bestehenden System herumgedoktert – ganz wie in Deutschland.

Ein wichtiger Grund für den Geburtenrückgang: Taiwans Frauen sind immer besser ausgebildet, smart und ehrgeizig und haben wenig Lust, ihre beruflichen Perspektiven aufzugeben – für Kinder oder Männer. Mit 30 ist nur jede dritte Frau verheiratet. Viele Männer haben noch nicht umgedacht und hängen dem traditionellen Rollenverständnis an, was sie nicht gerade zu attraktiven Heiratskandidaten macht. Und wenn sich mal ein Paar traut, erscheint ihnen die wirtschaftliche Lage oft zu unsicher, die Kosten zu hoch, und die Entscheidung fürs Kinderkriegen wird immer weiter herausgezögert.

Ein monatliches Kindergeld nach deutschem Vorbild, wie es hier ab und zu diskutiert wird, würde vermutlich ebenso wenig helfen wie die Geburtenprämien von 400 Euro, die einige Lokalregierungen auszahlen. Wie in Deutschland dürfte die Lösung heißen: Mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Also etwa kostenlose Kinderbetreuung und Arbeitgeber, die nicht mit Jobverlust drohen, wenn eine Mitarbeiterin mal Elternpause macht. Ansonsten muss eines Tages vielleicht der Kindergarten schließen, auf dessen Hof ich von meinem Fenster aus der nächsten Taiwan-Generation beim Spielen zusehen kann. Und das wäre schade.

Dieser Text war ursprünglich eine Folge meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.





Ich habe in Taipeh ja schon einiges ausprobiert, aber eines steht mir noch bevor: Eine U-Bahn-Fahrt mit Fahrrad. Das hat sich einfach noch nicht ergeben. Und ich werde den Verdacht nicht los: Das liegt auch an den Bestimmungen.

Nicht etwa, dass Radfahrer unerwünscht sind. Im Gegenteil – in vielen MRT-Stationen liegen sogar Broschüren aus, die Menschen wie mich ermuntern sollen, ihre beiden Lieblings-Verkehrsmittel zu kombinieren.

Ich fasse mal zusammen, was da drin steht.

Radfahrer sind willkommen in der MRT!

(Man denke sich Slogans, in denen Schlagworte vorkommen wie: Green Lifestyle, Low-Carbon, Healthy Living und dergleichen mehr.)

Aber…

…nur am Anfang und Ende jedes Zuges

Im ersten und letzten Wagen finden sich je acht Stehplätze für Radfahrer. Die übrigens Wagons sind tabu – egal, wie voll oder leer es dort ist.

…nicht in jeder Station

Dass die braune MRT-Linie keinen Platz für Räder bietet, ist nachvollziehbar. Schließlich ähnelt sie eher der Besucher-Hochbahn im Heidepark Soltau als einer ausgewachsenen Metro. Aber auch auf den anderen Linien sind einige Stationen no-roll-area für Zweiräder:

Nun gut, der Hauptbahnhof ist Taipehs berüchtigter Nahverkehrs-Hauptknotenpunkt, und es würde sicherlich die Situation nicht entspannen, wenn sich auch noch Fahrräder durch die Massen drängen.

Dass man an diesem Knotenpunkt nun mit Rad nicht einmal umsteigen darf, macht es dann doch recht kompliziert. Angenommen, ich komme mit der blauen Linie aus Richtung Taipei 101 und möchte mit der roten Linie nach Danshui (ach nein, Tamsui) fahren. Dann müsste ich über Taipei Main Station hinaus fahren, in Ximen in die hellgrüne Linie umsteigen, zwei Stationen zur CKS Memorial Hall fahren und dort in die rote Linie wechseln, mit der ich kurz darauf wieder den Hauptbahnhof passiere.

Von Zuwiderhandlungen wird streng abgeraten, schließlich steht in Taipehs MRT schon mit einem Bein im Gefängnis, wer nur sein Handy an einer Steckdose auflädt.

Die übrigen off limit-Stationen sind entweder Umsteigestationen wie Zhongxiao Fuxing und Guting, bedienen den Shilin-Nachtmarkt (Jiantan), sind Endhaltestellen (Fu Jen University, Nangang Exhibition Center) und stehen ohne nachvollziehbaren Grund auf dieser Liste (Shipai).

…nur an Wochenenden und Feiertagen

Ja, das stimmt. An Wochentagen haben Fahrräder in Taipehs U-Bahn nichts verloren, egal zu welcher Zeit. Das macht die Crux des Systems deutlich: Fahrräder gelten aus Sicht der Verantwortlichen nicht als Verkehrsmittel, sondern als Sport- und Freizeitgeräte. Zielgruppe dieser Regeln sind nicht Pendler, sondern Ausflügler.

…es kostet

Aus Hamburg war ich es gewohnt, mein Rad gratis mit in die U-Bahn zu nehmen. Warum auch nicht? Schließlich zahle ich ja schon für mich selbst. In Taipeh dagegen wird für jede Fahrt zusätzlich zum normalen Preis ein 80-NTD-Fahrradticket fällig. Das ist etwa dreimal so teuer wie eine durchschnittliche Fahrt für eine Person. Einmal wohin und zurück kostet mit 160 NT$ (knapp fünf Euro) etwa so viel wie ein einfaches Mittagessen für zwei. Da überlegt man es sich nicht nur einmal, ob es die Mühe wert ist.

Und nun?

Wer einige dieser Regeln nicht nachvollziehen kann und trotzdem unter der Woche überall legal und gratis mit Rad in der MRT fahren will, kann sich ein Klapprad zulegen. Zusammengefaltet und in einer Tasche verstaut, gilt es als normales Gepäck und kann überall hin mitgenommen werden.

Oder man stürzt sich ins Verkehrsgetümmel.