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Archive for Juli, 2012

Diagnosen der Woche

Kurz mal einen Keks geknabbert, und schon gilt man als Kandidat für baldiges Ableben. So erging es zumindest Ludigel, als er kurz vor dem regelmäßigen Gesundheits-Check in der Firma seine Blutzucker-Werte in die Höhe trieb.

Eine Untersuchung der anderen Art: Ludigel schildert, wie er in Taiwan sein Auto mit fast 200.000 km durch die Hauptuntersuchung gebracht hat. Taiwan-TÜV, sozusagen.

Außerdem sinniert er über die Schönheit von Taiwans Städtebau und die Gegensätze zur niedersächsischen Natur. Das kann ich gut nachvollziehen!

Abschied der Woche

Marc alias „Ein Hesse in Taiwan“ hat nun Taiwan wieder verlassen und zuvor noch die beiden Abschlussfolgen seiner Rundreise-Berichte veröffentlicht: In Teil 3 ging es von Taitung nach Green Island, in Teil 4 von Kenting über den Alishan zurück nach Taipeh. Darin auch einige interessante Anmerkungen übers Mietwagen-Mieten in Taiwan: Viele Firmen verlangen als Sicherheit offenbar eine unbegrenzte Abbuch-Genehmigung von der Kreditkarte, bis sechs Monate nach Fahrzeug-Rückgabe.

Danke für das interessante Blog, Marc, und besuche Taiwan bald mal wieder!

Vor einem Jahr…

…habe ich hier eine Frau vorgestellt, deren unglaubliche Lebensgeschichte die Wirren des 20. Jahrhunderts wiederspiegelt, und die nach der Flucht aus Shanghai und Nazideutschland in Taiwan endlich Frieden gefunden hat.

Vor zwei Jahren…

…habe ich darüber geschrieben, wie es sich anfühlt, als Ausländer in Taiwan unterwegs zu sein und ständig herauszustechen.

Vor drei Jahren…

…habe ich über Westler geschrieben, die es für eine gute Idee halten, sich chinesische Schriftzeichen, die sie nicht verstehen, ans Auto zu kleben oder in die Haut ritzen zu lassen. Was aber nicht immer gut ausgeht.

Vor vier Jahren…

…habe ich meinen ersten Rundumschlag über den Alltag in Taiwan und die vielen kleine Unterschiede zu Deutschland veröffentlicht. Der ist nach wie vor gültig: Total normal, oder?

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Wie geht es deutschen Unternehmen in Taiwan, wo sehen sie Schwierigkeiten und in welchen Branchen sind sie eigentlich aktiv? Zu solchen Fragen hat das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei eine Umfrage durchgeführt. Von 208 angeschriebenen deutschen Unternehmen haben sich 123 beteiligt.

Die Ergebnisse fassen auch Taiwans Medien zusammen, zum Beispiel hier oder hier.

Mich hat ein Punkt besonders interessiert: Als größte Herausforderung gaben die Firmen an, in Taiwan „qualifizierte Mitarbeiter“ zu finden. Über die Hälfte der Unternehmen sah darin ein Problem, jedes fünfte sogar das „Hauptproblem.“

Auf der Pressekonferenz, wo die Ergebnisse vorgestellt wurden, waren auch deutsche Chefs dabei. Uwe Halstenbach, der die Taiwan-Niederlassung des TÜV Rheinland leitet, sagte: Es sei ein Problem, in Taiwan qualifizierte Ingenieure zu finden. Fast alle würden am liebsten bei HTC oder anderen renommierten Firmen arbeiten. Und während viele auf dem Papier gute Englisch-Kenntnisse vorweisen können, falle ihnen das Englisch-Sprechen sehr schwer.

Problemfeld Englisch

Während Bernd Barkey von Bosch die Ausgangfrage mit „kein Problem“ beantwortet hatte, bekräftigte Helmut Bolt von ThyssenKrupp, dass es um das Englisch-Niveau vieler Taiwaner noch immer nicht besonders gut bestellt sei.  Man brauche in der Firma Leute, die fähig sind, auf Englisch als zweiter Sprache zu kommunizieren: „Kommunikationsfähigkeit macht mindestens die Hälfte von dem aus, in dem man gut sein muss.“ Er berichtete von einer Stelle, auf die sich 200 Taiwaner beworben hatten. Fast alle hätten einen amerikanischen Universitätsabschluss vorweisen können und seien doch nicht in der Lage gewesen, ordentliche englische Sätze zu Papier zu bringen. Einen habe man schließlich eingestellt, sich nach drei Monaten aber wieder von ihm getrennt.

Ein weiteres interessantes Ergebnis: Im Vergleich mit China, wo die Umfrage auch durchgeführt wurde, klagen deutsche Unternehmen in Taiwan generell über weniger Probleme. In China etwa haben mehr als 80 Prozent ein Problem damit, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Beim Problemfeld „Korruption“ klaffen die Angaben besonders weit auseinander (56% vs. 18,7%). Andererseits bedeutet das: Fast jedes fünfte deutsche Unternehmen hält Korruption für ein Problem.

Und schließlich: Fast ein Viertel der befragten Unternehmen gab an, Taiwan sei für die gesamte Firma einer der drei wichtigsten Märkte weltweit. Darunter werden wohl auch einige Restaurants, Kanzleien oder Beratungsbüros sein, die ausschließlich in Taiwan aktiv sind (die Umfrage war anonym), aber dennoch ein interessantes  Detail.

Falls sich jemand einen Überblick über deutsche Unternehmen in Taiwan verschaffen möchte: Das Deutsche Wirtschaftsbüro gibt den Band „German Companies in Taiwan“ heraus. Diesen ziemlich kompletten Überblick gibt es leider nur gedruckt und kostenpflichtig.

Gratis dagegen ist der InfoBrief Taiwan, ein Newsletter mit Zahlen und Meldungen rund um Taiwans Wirtschaftswelt.


Was ist der beste Plan für eine Reise nach Taiwan?

Taiwan – Das Herz Asiens. Mit diesem Slogan wirbt das Tourismusbüro nun schon seit mehr als einem Jahr um deutsche Urlauber.

Und mit solchen herzigen Videos:

Welche Sehenswürdigkeiten in Taiwan auf Touristen warten, darüber hatte ich schon einmal geschrieben.

Etwa 10.000 Deutsche reisen pro Jahr als Touristen ein, also knapp 30 pro Tag. Da ist noch Luft nach oben. Ich würde hier gern einmal einer deutschen Reisegruppe über den Weg laufen, mich an ihre Fersen heften und mir heimlich anhören, wie sie Taiwan vermittelt bekommen und erleben.

Aber wo würde ich sie finden? Schauen wir uns doch mal das Programm einer typischen Taiwan-Rundreise an. Der Hamburger Veranstalter Chinatours.de hat auch Taiwan im Programm. 10 Tage kosten ab 1949 Euro. Was gibt es da zu sehen? Die entscheidenden Stationen habe ich im Folgenden fett markiert:

Tag 1

…wird im Flugzeug verbracht.

Tag 2

…findet ab dem Nachmittag in Taipeh statt: Es geht aufs Taipei 101.

Tag 3

…ist der Taipeh-Tag mit den „schönsten Sehenswürdigkeiten“: Palastmuseum, Longshan-Tempel und Huaxi St.-Nachtmarkt (alternativ Baoan-Tempel).

(Artikel: Sehenswürdigkeiten in Taipeh beim Stopover)

Tag 4

Es geht zum Sonne-Mond-See. Dort wird auch übernachtet.

Tag 5

Weiterfahrt über Tainan (Koxinga-Schrein, Fort Anping) nach Kaohsiung.

Tag 6

Fahrt nach Kenting. Dort „kurze Wanderung“ und weiter zu Ostküste nach Taitung.

Tag 7

Ostküste: Fahrt von Taitung nach Hualien.

Tag 8

Fahrt über die Taroko-Schlucht zurück nach Taipeh.

Tag 9

Wieder in Taipeh: Vormittag frei, nachmittags zum Flughafen.

Tag 10

Wieder im Flugzeug: Zurück nach Deutschland.

So schnell sind 10 Tage herum, und so viel Zeit muss man im Bus verbringen, um in Taipeh überhaupt erst einmal von A nach B zu kommen. Im Chinesischen gibt es für diese Art Reisen das schöne Sprichwort 走馬看花: Zu Pferde die Blumen betrachten.

Vielleicht kommt der eine oder andere Teilnehmer an so einer Gruppenreise ja wirklich auf den Geschmack und kehrt noch einmal nach Taiwan zurück, um das Land gründlicher kennen zu lernen. Dann hätte es sich auf jeden Fall gelohnt.

Individualreise nach Taiwan

Wie wäre es stattdessen mit einer Reise auf eigene Faust? Ohne Chinesisch-Kenntnisse oder ortskundige Begleitung wird es dabei wahrscheinlich einige Schwierigkeiten geben. Der selbstbestimmte Trip durch die Taroko-Schlucht mag sich schon dadurch verzögern, dass die meisten Autovermieter in Hualien aus versicherungstechnischen Gründen nicht an Ausländer vermieten (das habe ich selbst erlebt). Und ein Bummel über den Nachtmarkt (mein Favorit in Taipeh: Raohe St.) ist nur halb so schön, wenn man gar nicht weiß, was man dort vor sich hat, und niemand einen durch den Speise-Dschungel führt.

Taiwan ist vielseitig, teilweise wunderschön und sicher. Aus deutscher (bzw. europäischer) Sicht ist es trotzdem kein bequemes Individualreise-Land. Das liegt vor allem an der Sprachbarriere: Mit Englisch kommt man vielleicht überall zurecht, aber nicht immer auf Anhieb. Andererseits: Wer es bequem haben will, kann auch zuhause bleiben.

Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung auch falsch? Falls dies jemand liest, der Taiwan auf die eine oder andere Art bereist hat, würde ich mich über einen kurzen Erfahrungsbericht per Kommentar freuen. Ich gebe auch gern Tipps für lohnende Ziele, die über die oben aufgelisteten hinaus gehen.


When several thousand Falun Gong practitioners took to the streets today in Taipei, reminding everyone that their group has been persecuted in China for 13 years, these people showed up to protest:

According to their van, they are supporters of a pro-unification, pro-PRC group called 中華愛國同心會 a.k.a. „Concentric Patriotism Association of R.O.C.“. Probably, they are the same ones driving through town with a PRC flag on their cars and speakers blaring from time to time.

On their banners, they attacked Bruce Chung (鍾鼎邦), the Taiwanese citizen and Falun Gong practitioner who has been arrested in China more than a month ago. They accuse him of being a spy sent by Falun Gong, and that the arrest serves him right. Note the exclusive use of simplified Chinese characters.

About one minute after this handful of people showed up unanounced, police intervened and told them to pack up and leave. I filmed this video:

There was no shouting or pushing. Police seemed determined and in a no-nonsense mood. No one from the Falun Gong side crossed the road to confront these people.

The parade continued peacefully towards Freedom Square, where it ended with a candlelight vigil.

Another video, featuring the Falun Gong brass marching band:

And some photos:

I am a German reporter living and working in Taiwan. Click here for more English posts on this otherwise mostly German blog. You can also follow me on Twitter, Facebook, Google Plus and Plurk.

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Kinmen: Messer aus Granaten

Im ARD-Weltspiegel lief vergangenes Wochenende ein Bericht über Kinmen. Die ehemalige Festungsinsel liegt weniger als drei Kilometer vor der chinesischen Küste, wird aber von Taiwan aus verwaltet. Das liefert genügend interessante Geschichten, damit die Kollegen vom zuständigen ARD-Studio Tokio sich auf die Reise gemacht haben.

Das Video:

Natürlich war Maestro Wu, der aus alten Granaten neue Messer schmiedet, ein besonders dankbarer Protagonist. (Website seines Geschäfts.) Der hat schon für viele internationale Medienberichte den Hammer geschwungen und weiß genau, wie er auf den Punkt erzählen kann.

Die Dreharbeiten hatte ich vorbereitet und begleitet, wie schon bei der Reisereportage „Traumhaftes Taiwan“ (Video und Infos hier). Einige Bilder, die dabei entstanden sind:

Und damit mal deutlich wird, wie hart ein Kameramann für wenige Sekunden Bilder arbeiten muss – hier ein kleines Making of-Video vom Kanonen-Drill:


Kürzlich hatte ich ja Gelegenheit, Polit-Legende Egon Bahr über seine Taiwan-Reise, China usw. zu befragen. (Wie kam es dazu?) Nun ist das Interview auch in der Zeitschrift Taiwan Heute erschienen, die vom hiesigen Außenministerium herausgegeben wird (ehemals vom Regierungs-Informationsamt, aber das wurde aufgelöst).

Und ich habe das Video online gestellt:

Das Gespräch im Volltext und Links zu weiteren Berichten stehen drüben bei taiwanreporter.de.