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Archive for Juli, 2012

Taiwan-Splitter aus deutschen Blogs

Rezept der Woche

Beim Heimaturlaub ist Ludigel in einer Lokalzeitung auf eine gar lustige Idee gestoßen: Bubble Tea zum Selbermachen.

Apfelsaft und dann Gummibärchen reinwerfen, schrieben sie da. Klingt ja nett, so als Pittiplatsch für Fünfjährige, hat aber mit Bubbletea nix zu tun. Ist etwa so als ob man vorschlägt, einen halben Liter Reisschnaps mit Eigelb und Sahne oben drauf als echtes deutsches Bier zu verkaufen.

Taiwan dentist

Außerdem ist er in Taipeh mit Junior bei einem Kinderzahnarzt gewesen, der sich auf Star Wars-Memorabilia spezialisiert hat.

Gleichberechtigung der Woche

Beim Blog des deutschen Radioprogramms von RTI ist der Autor auf einen Wickelraum gestoßen, der nicht in der Damentoilette vesteckt, sondern auch Vätern zugänglich ist.

Und sonst?

Marc alias Ein Hesse in Taiwan berichtet vom Taroko-Trip mit seinen Eltern und einem Gecko im Hotelzimmer.

Gaby hat im Baoan-Tempel von Taipeh stimmungsvolle Fotos gemacht.

Vor einem Jahr…

…habe ich hier über Ahnenverehrung in Taiwan geschrieben.

Vor zwei Jahren…

…ist die erste Folge meiner Taiwan-Kolumne erschienen.

Zeitungsartikel Taiwan

Vor drei Jahren…

…habe ich mich darüber gefreut, dass die World Games in Kaohsiung so schön waren. Ein Eintrag, der mir noch heute aus der Seele spricht.

World Games Kaohsiung tug-of-war

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Das Geld hat gesprochen, der Beton kann fließen. Eine Volksabstimmung auf der von Taiwan verwalteten Inselgruppe Matsu hat kürzlich ergeben: Demnächst könnten hier gigantische Spielcasinos und Hotelkomplexe entstehen. Nur etwa 40% Wahlbeteiligung mögen nicht gerade aussagekräftig sein, aber so ist nun mal das Ergebnis. Ganz gut zusammengefasst ist das Thema hier im Asienspiegel.

Aus dem Album Typical architecture on Matsu

Bevor die schöne Natur verschandelt wird, war ich zum Glück vor einiger Zeit noch rechtzeitig auf Matsu, genauer gesagt auf den Hauptinseln Nangan und Beigan. Einst verlief hier eine der heißesten Frontlinien im Kalten Krieg. Keine zwanzig Kilometer sind es von Matsu zur chinesischen Küste, aber verwaltet wird die Inselgruppe von Taiwan, das mehr als 150 Kilometer südöstlich liegt. Nur eine Stunde dauert der Flug von Taipeh.

Aus dem Album Taiwanese Soldiers on Matsu

Schon am Flughafen fällt mir auf, wie viele Soldaten hier unterwegs sind. Seit die nationalchinesischen Truppen bei ihrer Flucht vom Festland 1949 die Inseln als Brückenkopf gehalten hatten, ist das Militär auf Matsu allgegenwärtig. Die jungen Männer in Flecktarn sind zum größten Teil Wehrdienstleistende, die bestimmt lieber irgendwo auf Taiwan stationiert wären, wo es in der Freizeit mehr Unterhaltung gibt als nur eine Handvoll Internetcafés und Karaoke-Bars. Die 7/11-Minimärkte in den Dörfern sind ihre Treffpunkte.

Aus dem Album Taiwanese Soldiers on Matsu

Wenigstens müssen sie sich keine Sorgen über feindlichen Artilleriebeschuss machen. Derzeit versucht China, Taiwan mit wirtschaftlichen Mitteln für sich zu gewinnen, und die Kanonen schweigen. Doch das war nicht immer so. Bis in die neunziger Jahre kochte der Konflikt immer wieder hoch, und Matsu war bis an die Zähne bewaffnet. Das halbe Dutzend Inseln ist zusammen nicht mal so groß wie Borkum, aber überall finden sich Kasernen und Geschützstellungen.

Aus dem Album Matsu: Abandoned military installations and bunkers

Die Granitfelsen sind mit hunderten Tunneln und Bunkern durchzogen wie ein Schweizer Käse. Die Soldaten, die damals darin für den Ernstfall gedrillt wurden, mussten bis zu drei Jahre dienen, und Heimaturlaub gab es nur ganz selten.

Aus dem Album Matsu: Abandoned military installations and bunkers

Inzwischen hat das Militär viele Stellungen geräumt, und einige davon kann man besichtigen. Die „eiserne Festung“ etwa, ein ausgehöhltes, von Wellen umtostes Riff, in dem eine Elite-Einheit von Froschmännern in ständiger Alarmbereitschaft stationiert war. Oder den „Nordsee-Tunnel“, in dem 120 Landungsboote vor Bombardierung geschützt ankern konnten. Mehr als 700 Meter lang und 10 Meter breit, wurde er über drei Jahre mit Presslufthämmern in den Granit geschlagen. Dutzende Männer kamen dabei ums Leben. Keine 30 Jahre später wurde der Tunnel für überflüssig erklärt. An die Soldaten erinnert ein Denkmal.

Aus dem Album Matsu: Abandoned military installations and bunkers

Auf einem Bergplateau stehen ausrangierte Panzer und Flugabwehrgeschütze. Früher war hier Sperrgebiet.

Aus dem Album Matsu: Abandoned military installations and bunkers

Die Aussicht ist beeindruckend: Meer, Klippen, Wind und Wellen. Und hinten am Horizont das chinesische Festland. Es sind schöne Inseln, deren zerklüftete Küsten manchmal ans Mittelmeer erinnern. Nur, dass dort keine bunten Tempel die Landschaft zieren.

Aus dem Album Weird and interesting places on Matsu

Hoffentlich bleiben sie künftig vom Geschützdonner verschont. Und von Spielcasinos.

Aus dem Album Weird and interesting places on Matsu

Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

Kommentare werden veröffentlicht, wenn eine real existierende Mail-Adresse angegeben wird. (Sie ist nicht öffentlich lesbar.)


Eastern Girls and Western Boys

Taiwanese girls and their Western (mostly white) boyfriends: A tricky subject that expats and Taiwanese can talk about endlessly.

On Twitter, someone recommended the website eRenlai, which describes itself as „an Asia-Pacific magazine of cultural, social and spiritual concerns“. I have not yet found the time to really dig into it, but I stumbled upon two videos I highly recommend for anyone interested in the dynamics of Taiwanese-Foreigner relationships and their perception by Taiwanese society.

Nationalism and girls who date foreigners

Some Taiwanese refer to local girls dating Western (i.e. white) foreigners as Xicanmei (西餐妹), literally „girls who like Western-style food.“ (This video by rapper Dog-G is one example.) I have also heard the term „Potato Queen“ (馬鈴薯皇后).

The subject of intercultural/interracial relationships is being discussed ad nauseam on sites like Forumosa.com and probably on a lot of Taiwanese forums as well.

My German blog entry about this subject: Sex, Lügen und Vorurteile

But I had not yet seen an attempt to give a voice to those who are directly affected by such terms – namely, Taiwanese girls dating Western guys. That is why this video is worth watching. (Click CC for English subtitles.)

The filmmakers interviewed five women. (And a Western guy, whose blurred-out statements do not add that much.)

Some statements I found interesting:

  • „Dating a Westerner has nothing to do with him being white, but with culture.“
    Interview with a Taiwanese girl about dating foreigners

 

  • „Some girls think foreigners are particularly exotic, just like some guys like girls with big breasts.“
  • „Because their own political position is awkward, Taiwanese tend to project stereotypes on people from foreign countries. Like: French must be romantic. There is more space for your imagination than with a Taiwanese guy. With him, you know how he grew up. For a French guy, you can imagine a wonderful life for him, but maybe he is really ordinary and grew up next to some dreary fishing port.“
    Interview with a Taiwanese girl about dating foreigners

 

  • „In Taiwan, the term ‚foreigners‘ is always suggesting Westerners.“
  • „For some girls, sleeping with a foreigner is like an achievement, she can brag about it.“
    Interview with a Taiwanese girl about dating foreigners

 

  • „If the limits on immigration are loosened to much, Taiwanese culture could be invaded. There would be more and more Xicanmei, and Taiwanese guys would have a harder time finding a girlfriend.“ (This is a statement I personally cannot agree with. Stop eating pizza and watching Hollywood movies if you are afraid of your culture being „invaded“.)
  • „People may think because Taiwan is a weak country by international standards, girls stick to foreigners from countries perceived as being more powerful. It is pathetic that Taiwanese see themselves in this way.“
  • „Our education tells us that foreign things are all great, that red wine is better than rice wine or Kaoliang. And you have to speak English to be international. Going to America or having a German boyfriend sound very special and cool.“

One of the authors working on this project elaborated on the eRenlai website:

The term (Xicanmei) always made struck me as over-emphasizing the difference between Taiwanese people (us) and Western foreigners (them). The fact that it refers almost exclusively to women suggests also that there is a male chauvinist implication behind the term – it functions to undermine the individuality and independence of women in the choices they make in their love lives, and sees these choices instead in terms of a failure to be patriotic and marry ‚into the tribe‘ so to speak.
(…)
(Taiwanese men who date Western girls) are seen in a much more positive light than their female counterparts – and Western girls, it could be argued that Western girls are seen as status symbols – which feeds into the Nationalistic narrative from the other end. So essentially it’s the male voice from which value is derived – essentially translating to – ‚if she dates a foreigner – it’s a rejection of me, the Taiwanese male, therefore a rejection of Taiwan, – if I date a foreigner then it is an affirmation of me, a Taiwanese male, therefore an affirmation of Taiwan.‘

(Emphasis is mine)

Xicanmei vs South-East Asian brides 西餐妺x東南亞外藉配偶

Another one of the eRenlai editors added his own thoughts on the matter. He comes up with some interesting observations as to how Taiwanese in general perceive and treat foreigners from other (poorer) Asian countries differently from Westerners. Being Taiwanese and male, he obviously does not fit the ‚male chauvinist‘ pattern outlined above.

Some key statements:

  • „Taiwanese like to think of themselves as very open-minded, but actually they are not. The society is conservative when it comes to accepting people from other countries. On the outside people are very open, but on the inside they have a strong opinion about race.“
    Interview with a Taiwanese guy

 

  • „On the one hand Taiwanese often criticize girls who are with Western men and try to assimilate Western culture. But the foreign (South-East Asian) girls who marry Taiwanese men and try to become a part of Taiwanese culture are also frowned upon by the same people.“
  • „Some people belittle Asians and consider Westerners are better. That is just as loathsome.“
  • „Filipinos often speak better English than Taiwanese people, but in Taiwan they are still expected to communicate in Chinese, different from Western foreigners.“
    Interview with a Taiwanese guy

Over the last few years living in Taiwan, I have come to share many of these observations. But it feels good to see Taiwanese actually saying it out loud.

There are so many good things to be said about Taiwan’s society, and it has gone through such impressive developments, that I am quite confident: In a few years time, many of these problems will have been resolved.

What do you think? Will ‚Xicanmei‘ become a term with positive connonations, or is already not that much of a problem?

For your comments to be published, please provide an authentic e-mail address. (Which is not made public.)

I am a German reporter living and working in Taiwan. Read more English posts on this otherwise mostly German blog. You can also follow me on Twitter, Facebook, Plurk, and Google Plus.

English posts you might want to have a look at:


Das ganz normale Leben schreibt die besten Geschichten, und nichts ist interessanter als andere Menschen, oder? Dazu hier ein kleines Video aus meiner Nachbarschaft.

Rückkehrer der Woche

Ludigel ist samt Frau und Sohn aus dem Deutschland-Urlaub nach Taipeh zurückgekehrt. Ergebnis: Schlaflosigkeit in der ersten Nacht, und anschließend bei Papa und Junior Missmutigkeit nach dem „Wiedereintauchen in die Taiwanzone“.

Außerdem schreibt Ludigel über den aktuellen Korruptionsskandal, der Taiwans Regierung, Regierungspartei und das Vertrauen der Bevölkerung in beide erschüttert. Und über die verblüffende Vorliebe vieler Taiwaner für „China-Öl“ made in Germany.

Taiwaner mögen auch gern deutsches Bier. Oder das, was sie dafür halten.

Rundreise der Woche

Marc alias „Ein Hesse in Taiwan“ hatte Besuch von seinem Vater und einem Freund aus Deutschland. In Teil 1 des Rundreise-Reports geht es nach Keelung, Jioufen, Fulong und auf den Caoling-Wanderweg.

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Mein Taiwan-Buch billiger

Zur Feier meines Geburtstags gibt es ein Geschenk: Am Dienstag (übermorgen) kann man mein Buch „Tschüß Deutschland, Ni hao Taiwan“ zwei Euro (10%) günstiger kaufen, nämlich für 17,95 Euro. Versandkosten kommen dazu.

Der allergrößte Teil des Kaufpreises landet übrigens bei der Firma Blurb, die diesen Print-on-Demand-Dienst anbietet, und nicht bei mir. (Schade.) Der Preis wird ungefähr von 3 Uhr nachts deutscher Zeit bis etwa 3 Uhr am Mittwoch reduziert sein.

In dem Buch schildere ich in 13 Kapiteln mit mehr als 60 Farbfotos verschiedene Aspekte des Alltags in Taiwan. Was sind die Themen? Das und mehr steht hier: Mein Taiwan-Buch

Taiwan-Blogschau

Die Blogosphäre steckt im Sommerloch, aber ein paar Sachen gibt es zu lesen.

Absturz der Woche

Für seinen Junior wollte Ludigel, gerade auf Heimaturlaub, ein Konto bei einer großen deutschen Bank eröffnen. Wie die Taiwan-Adresse das Computersystem lahmgelegt hat, schildert er hier.

Fotostrecke der Woche

„Blickpunkt Taiwan“ besucht den Chiang Kai-Shek Residence Park im Stadtteil Shilin und bringt sommerliche Eindrücke zurück.

In seiner regelmäßigen Presseschau listet das Blog außerdem, inspiriert durch einen kleinen Artikel von mir (s.u.), einige Beispiele für klischeehafte Taiwan-Berichterstattung in deutschen Medien auf.

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.