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Archive for November, 2012

Reise nach Kaohsiung

Es wird Zeit, die Hauptstadt-Brille abzunehmen. Meist berichte ich ja von meinen Erfahrungen in Taipeh, weil ich nun mal hier lebe. Es gibt aber in Taiwan noch eine Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern, prima Wetter, einer Uni am Strand und einem größeren Containerhafen als Hamburg. Nur der Name dürfte in Deutschland wenig bekannt sein: Willkommen in Kaohsiung.

Kaohsiung port harbor skyline

Eine schmutzige Vergangenheit

So wie Taipeh den Norden Taiwans prägt, ist Kaohsiung (Aussprache etwa: Gao-Schiong) das Zentrum des Südens. Früher fast eine Tagesreise entfernt, sind dank Taiwans Hochgeschwindigkeitszug die 300 Kilometer seit einigen Jahren auf 90 Minuten geschrumpft.

Die Japaner hatten während ihrer Herrschaft Hafen und Industrieanlagen ausgebaut, als Sprungbrett zur weiteren Kolonialisierung Südostasiens. So wurde Kaohsiung zum Zentrum von Taiwans Schwerindustrie: Stahl- und Aluminiumswerke, Chemiefabriken und Werften siedelte die Regierung hier an. Noch bis in die neunziger Jahre muss die Stadt ein trostloser, verschmutzter Moloch gewesen sein, um den Touristen einen weiten Bogen machten. Das hat sich gründlich geändert.

Das neue Kaohsiung

Es ist ein bisschen wie im Ruhrgebiet: Fahre ich heute nach Kaohsiung, kann ich sehen, was Strukturwandel bedeutet. Die Schwerindustrie ist zum großen Teil nach China abgewandert, die Luft wieder klar, und vorausdenkende Bürgermeister haben der Stadt ein neues Antlitz verpasst. Quer durchs Stadtzentrum fließt der „Liebesfluss“. Vor weniger als 20 Jahren noch ein stinkender Abwasserkanal, ist er heute mit Ausflugsschiffen und begrünten Uferparks eine Touristenattraktion.

Park in Kaohsiung Taiwan

Hier fährt Taiwans einzige U-Bahn neben Taipeh, alte Industriebrachen wurden zu Kulturparks, und mitten in der Stadt leben auf einem bewaldeten Berg wilde Affen. Manchmal machen sie den Campus der benachbarten National Sun Yatsen University unsicher und klauen den Studenten das Essen vom Tisch.

Um die SYS University geht es auch in meinem Beitrag übers Chinesisch lernen in Taiwan.

Die Studenten trösten sich dann vielleicht damit, dass ihre Hochschule einen eigenen Strand hat. Hier wird auch gebadet, wenn wir in Taipeh im Dauerregen frösteln. Das Wetter in Kaohsiung ist einfach angenehmer: 25 Grad Durchschnittstemperatur und mehr als 2000 Stunden Sonnenschein im Jahr. Wenn ich hier aus dem Zug steige, merke ich immer wieder, dass ich mich viel zu dick angezogen habe.

Großer Auftritt für Kaohsiung: Die World Games 2009

Das neue Kaohsiung präsentierte sich der Welt mit den World Games 2009 – quasi den olympischen Spielen für nicht-olympische Sportarten.

World Games Opening Ceremony

Zum Drachenbootrennen, Tauziehen oder Kanupolo waren damals auch mehr als 150 deutsche Athleten angereist, und wenn ich sie richtig verstanden habe, hat es den meisten gut gefallen.

World Games Deutsche Athleten

Der größte Hafen Taiwans

Der Containerhafen von Kaohsiung, gemessen am Umschlag vor ein paar Jahren noch der sechstgrößte der Welt, war 2010 auf Platz zwölf zurückgefallen. Damit liegt er aber immer noch vor Antwerpen und Hamburg.

Mit der Hansestadt verbindet ihn übrigens eine Hafenpartnerschaft, die aber ziemlich eingeschlafen ist – schließlich hat Hamburg auch eine Städtefreundschaft mit Chinas Shanghai, da hält man sich in Sachen Taiwan wohl lieber zurück.

Kaohsiung port harbor ship

Ein besonderer Anblick bietet sich an der Spitze der lang gestreckten Insel, die das Hafenbecken abschirmt. Die Ausfahrt ins Meer ist so eng, dass die Containerriesen fast in Reichweite vorbeischippern – da kann selbst der Hamburger Elbstrand nicht mithalten.

Übrigens wird wohl keine andere Stadt in Taiwan so häufig falsch geschrieben wie Kaohsiung. Während der Name in der Hanyu Pinyin-Umschrift „gāoxióng“ lautet, liest man auch häufig „Kaoshiung“.

Dieser Text erschien auch im Rahmen meiner Taiwan-Kolumne in der heimatlichen Lokalzeitung.


Auszeichnung für deutschen Kryptographie-Experten

Der Darmstädter Informatiker Prof. Johannes Buchmann ist in Taiwan geehrt worden. Mehr dazu unten.

Kasino-Komplex auf Matsu nicht vor 2017

Zunächst aber ein kurzes Update zu den Plänen, auf der von Taiwan verwalteten Inselgruppe Matsu ein riesiges Spielkasino zu errichten: Vor Mitte 2017 werden die Roulettekugeln nicht rollen, denn das nötige Gesetz soll frühestens Mitte 2013 verabschiedet werden. Und danach dauert alles noch einige Zeit.

Was für ein Komplex dort entstehen könnte, zeigt Apple Daily mit einigen Grafiken und einem Videobericht.

Matsu Casino Plans

Taiwan-News aus München

Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung (s.u.) beschäftigt sich dieses Mal u.a. mit folgenden Themen:

  • EU-Parlamentarier lobt Mas Friedensinitiative
  • Jahresendzulage sorgt für Wirbel
  • Europäische Handelskammer berät Taiwan
  • Deutscher Wissenschaftler ausgezeichnet

Johannes Buchmann, ein deutscher Experte der Kryptographie und Computeralgebra-Forschung ist mit dem Tsungming Tu Research Award ausgezeichnet worden, der höchsten akademischen Ehrung, die ausländischen Wissenschaftlern durch die Regierung der Republik China verliehen werden kann. (…) Johannes Buchmann ist Professor am Fachbereich Informatik der TU Darmstadt und Vizedirektor von CASED, dem Center for Advanced Security Research Darmstadt. Der Experte für Kryptographie und IT-Sicherheit beschäftigt sich unter anderem mit der Theorie und Praxis neuer Verschlüsselungs- und Signaturverfahren, die auch zukünftigen Bedrohungen z.B. durch Quantencomputer standhalten.

Johannes Buchmann in Taiwan

Prof. Johannes Buchmann bei einem Vortrag im Deutschen Institut Taipei, 16.11.2012.

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten:


Doppelbesteuerungsabkommen Taiwan-Deutschland unter Dach und Fach

Das Deutsch-Taiwanische Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) ist am 07.11.2012 in Kraft getreten. Das Abkommen findet ab 01.01.2013 erstmalig Anwendung.

Lesetipp: Wem hilft das Doppelbesteuerungsabkommen? Juristin erklärt

Ein Artikel der in Taipeh ansässigen deutschsprachigen Kanzlei Eiger Law zum DBA steht in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Taiwan Contact ab Seite 10.

Info vom Deutschen Institut Taipei

Der Leiter des Deutschen Instituts, Dr. Michael Zickerick, hat den Leiter der Taipei Vertretung in Berlin, Dr. Wei Wu-lien, mit Schreiben vom 30.10.2012 darüber informiert, dass der Gesetzgebungsprozess bezüglich des „Abkommens zwischen dem Deutschen Institut in Taipei und der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung hinsichtlich der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen“ – so der vollständige Titel – auf deutscher Seite abgeschlossen wurde. Damit sind alle Voraussetzungen für das Inkrafttreten des Abkommens erfüllt.

Das Abkommen dient der Vermeidung der Doppelbesteuerung für Unternehmen und Einzelpersonen. Mehrfachbelastungen durch gleichartige Steuern auf dieselben Einkünfte im gleichen Zeitraum entfallen weitgehend
oder werden eingeschränkt.

Das DBA bedeutet eine erhebliche Vereinfachung für die bereits guten bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Taiwan. Erleichtert wird die Freizügigkeit des Waren- und Dienstleistungsverkehrs sowie des Einsatzes von Kapital und Arbeit.

Dr. Michael Zickerick:

„Das DBA mindert Wettbewerbsverzerrungen und stärkt somit die Attraktivität des Wirtschafts- und Investitionsstandorts Deutschland. Da Deutschland und Taiwan über exportorientierte Volkswirtschaften verfügen, kommt dies beiden Seiten zugute. Wir erwarten aufgrund des DBA steigende Investitionen in beide Richtungen. Das Abkommen erhöht außerdem die Rechtssicherheit, da es sich am Musterabkommen der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) orientiert.“

Für wen bringt das DBA Taiwan-Deutschland welche Neuerungen? Eine Juristin erklärt.


Weihnachtsgeschenke für Taiwan-Freunde

Völlig überraschend ist in gut einem Monat mal wieder Weihnachten. Was schenkt man jemandem, der sich für Taiwan interessiert? Hier sind einige Geschenkideen.

  • Mein Buch Tschüß Deutschland – ni hao, Taiwan
  • Taiwan-Bücher bei Amazon.de:
    Reiseführer, Erlebnisberichte, Kultur & Sprache
  • Mein englisch-chinesisches Buch Taiwan: Snapshots of Democracy in Action
  • Nette Kleinigkeiten:
    Taiwan-Flagge, Tischflagge, Freundschafts-Pin

Mein Buch Tschüß Deutschland – ni hao, Taiwan

Das Leben in Taiwan aus deutscher Sicht habe ich in 13 Kapiteln mit vielen Fotos beschrieben. Der ungewöhnliche Alltag in Taiwan – das sollte nicht nur für Taiwan-Neulinge eine interessante Lektüre sein.

Werfen Sie einen Blick ins Buch und bestellen Sie Ihr Exemplar: Mein Taiwan-Buch

Taiwan-Buch: Tschüß Deutschland, ni hao Taiwan

Taiwan-Bücher bei Amazon.de

Deutsche Literatur zu Taiwan – die Auswahl ist überschaubar. Hier sind meine Geschenkideen, ergänzt um den wirklich brauchbaren englischen „Lonely Planet: Taiwan“.

Es gibt einige Erlebnisberichte von Deutschen, die in Taiwan gelebt haben, und sogar einen Sprachführer zum Taiwanesisch-Lernen.

Besonders empfehlen kann ich den kürzlich erschienenen, reich bebilderten Architekturführer Taiwan.

Reiseführer

Erlebnisberichte

Kultur & Sprache

Mein englisch-chinesisches Buch Taiwan: Snapshots of Democracy in Action

Seine freie, demokratische Gesellschaft unterscheidet Taiwan von China. Seit 2008 bin ich als Reporter vor Ort und beobachte, was in Taiwan passiert. In diesem Buch beschreibe ich einige Schlüsselmomente.

Wahlkämpfe, Demonstrationen und Proteste: Die vielen Bilder geben einen Eindruck davon, wie turbulent es oft zugeht, wenn Taiwaner ihre Meinung laut aussprechen.

Das Buch ist komplett zweisprachig in Englisch und Chinesisch. Vielleicht wäre es eine Geschenkidee für Taiwaner in Deutschland, oder für Chinesisch-Studenten?

Taiwan-Buch: Snapshots of Democracy in Action

Werfen Sie einen Blick ins Buch, bestellen Sie die gedruckte Ausgabe und laden Sie das komplette e-Book kostenlos herunter: Taiwan: Snapshots of Democracy in Action

Taiwan-Kleinigkeiten

Eine echte Taiwan-Flagge macht sich gut an der Wand oder im Garten, eine Tischflagge schmückt jeden Schreibtisch. Und wer beruflich viel mit Taiwanern zu tun hat, kann sich den Freundschafts-Pin Deutschland-Taiwan anstecken.

HTML Tables

Weihnachten in Taiwan: Weihnachtsmann

Kein Schnee, aber Weihnachtsmann-Mützen: Das ist Weihnachten in Taiwan.

Hoffentlich ist bei diesen Taiwan-Geschenkideen etwas passendes dabei. Haben Sie weitere Vorschläge für Weihnachtsgeschenke?


Japaner: Kolonialherren, Rivalen, Vorbilder?

Taiwan und Japan – das ist eine ganz besondere Beziehung. Für die einen ist Japan wirtschaftlich und kulturell ein  Vorbild, und außerdem Taiwans wichtigster Verbündeter in der Region. Für manche in Taiwan aber ist die ehemalige Kolonialmacht eine Art Erbfeind. Aktuell sorgt der Streit um die Diaoyutai/Senkaku-Inseln für Schlagzeilen.

Hello Kitty-Plakat in Taiwan

Gut, wenn Hello Kitty persönlich für Hygiene sorgt.

Japanische Popkultur

Hello Kitty ist allgegenwärtig. Das niedliche Cartoon-Kätzchen ohne Mund schmückt in Taiwan seit Jahrzehnten alle nur denkbaren Dinge – von Spielzeug und Süßigkeiten über Handtaschen für erwachsene Frauen bis zum Passagierflugzeug auf der Strecke Taipeh-Tokio. Hello Kitty ist aus Japan gekommen – wie so vieles.

Modetrends, Manga, Musik und Popkultur – für hiesige Teenager ist Nippon ein ebenso wichtiger Trendsetter wie die USA. Die Älteren lernen fleißig Japanisch – wichtigste Fremdsprache nach Englisch – und hoffen auf gute Geschäfte. Auch wenn Japans Wirtschaft seit 20 Jahren nicht mehr so rund läuft wie früher, bleibt das Land ein riesiger, weit entwickelter Markt, an dem viele Arbeitsplätze hängen.

1895-1945: Taiwan als japanische Kolonie

Ganz alte Taiwaner sprechen sogar besser Japanisch als Mandarin-Chinesisch, denn in ihrer Kindheit war Taiwan japanische Kolonie. Von 1895 bis 1945 wehte über Formosa die Flagge mit dem roten Sonnenkreis. Chinas Kaiserreich hatte nach einem verlorenen Krieg, der ganz woanders stattfand, die Insel abgetreten. Die Taiwaner selbst erfuhren erst mit Verspätung von ihrem Schicksal und waren alles andere als begeistert.

Lesen Sie auch meine Zusammenfassung der Geschichte Taiwans.

In den ersten Jahrzehnten der Kolonialherrschaft schlugen Japans Truppen viele Aufstände von chinesischen Taiwanern und Ureinwohnern blutig nieder. Irgendwann hatten sich die meisten dann mit ihren neuen Herren arrangiert.

Japan wollte die Insel zur Musterkolonie machen und erschuf eine Infrastruktur, die in Asien ihresgleichen suchte. Während China im Chaos versank, bekam Taiwan Eisenbahnen, Fabriken, moderne Krankenhäuser und ein erstklassiges Bildungssystem. Der Präsidentenpalast wurde als Sitz des japanischen Gouverneurs erbaut. Mit rotem Backstein, Säulen und Portalen erinnern mich Regierungsgebäude und Bahnhöfe dieser Epoche an Bauten aus dem deutschen Kaiserreich.

Presidential Palace Taipei

Der Präsidentenpalast in Taipeh war einst Sitz des japanischen Gouverneurs.

Taiwans klügste Köpfe kehrten voll fortschrittlicher Ideen vom Studium in Japan zurück, doch als das Bürgertum gerade ein bisschen mehr Selbstbestimmung durchgesetzt hatte, brach der zweite Weltkrieg aus. Viele Taiwaner mussten in Japans Armee kämpfen, ihre Heimat war Ziel von amerikanischen Luftangriffen.

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In Kriegsgefangenenlagern schufteten alliierte Soldaten als Zwangsarbeiter in Minen. Es dauerte lange, bis dort Gedenkstätten errichtet wurden.

Auch die „Comfort Women“, also Frauen, die von Japans Militär zur Prostitution gezwungen worden, bleiben ein heikles Thema. Auch Taiwanerinnen waren betroffen, und eine offizielle Entschuldigung Japans gab es noch nicht.

Taiwan (ROC) und Japan nach 1945

Japan verlor seine Kolonien 1945, und Taiwan fiel der Regierung der Republik China in den Schoß. Vom Regen in die Traufe, denn die neue Verwaltung plünderte die Fabriken, füllte sich die Taschen und massakrierte Taiwans Eliten – aber das ist eine andere Geschichte, die unter der Bezeichnung 228-Massaker bekannt ist.

Während Japaner in China oder Korea wegen ihrer früheren Gräueltaten oft schief angeguckt werden, fühlen sie sich in Taiwan im Großen und Ganzen willkommen. Mit 1,3 Millionen Touristen jährlich stellen sie die größte Gruppe nach den Chinesen. Dabei sind sie beliebter weil sie mehr Geld ausgeben, dezenter auftreten – und weil ihr Land Taiwan nicht bedroht.

Japan und die Republik China haben seit 1972 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Trotzdem gilt Japan traditionell neben den USA als wichtigster strategischer Verbündeter Taiwans. Tokio hat großes Interesse daran, dass die Schifffahrtswege nach Japan nicht von China kontrolliert werden. Manche Experten spekulieren sogar, Japan wäre neben den USA das einzige Land, das Taiwan im schlimmsten aller Fälle möglicherweise auch militärisch zur Hilfe kommen würde.

Streit um Inseln im Ostchinesischen Meer

Seit einigen Monaten allerdings werden die Beziehungen zwischen Taipei und Tokio überschattet vom Konflikt um die Diaoyutai/Senkaku-Inseln. Ebenso wie die Volksrepublik erheben beide Seiten Anspruch auf diese Inselgruppe, die ungefähr auf halbem Weg zwischen Taiwan und Okinawa liegt.

Bisheriger Höhepunkt der Unstimmigkeiten war ein Wasserwerfer-Scharmützel zwischen japanischen Schiffen und einer Fischkutter-Flotte aus Taiwan, die von der Küstenwache begleitet wurde.

In Taiwan gibt es mehrere Gruppen von Diaoyutai-Aktivisten, die Japan gegenüber sehr kritisch eigestellt sind und sich eine härtere Gangart wünschen. Ich habe einen Ihrer Wortführer befragt, der sich sogar eine engere Kooperation mit Peking vorstellen kann, um Japan in die Schranken zu weisen.

Das Interview zum Nachlesen.

Ob die Inseln demnächst wieder in mediale Vergessenheit geraten? Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen Taiwan und Japan weiter entwickeln.


Ist der Bubble Tea-Trend vorbei? Google verrät es

Seit kurzem googlen die Deutschen wieder häufiger nach „Taiwan“ als nach „Bubble Tea“. Das war nicht immer so.

Kaum spiele ich ein bisschen mit Google Trends herum, erhalte ich diese spannende Grafik:

Was lernen wir daraus?

  1. Das deutsche Interesse an Taiwan hält sich in Grenzen.
  2. Am meisten gegoogelt (gegooglet?) wurde „Taiwan“ im März 2005. Damals hatte China sein „Anti-Abspaltungsgesetz“ beschlossen.
  3. Danach ging es bergab. Ein Interessen-Hoch folgte noch im August 2009, als nach dem Taifun Morakot ein paar Tage lang Taiwan in der Tagesschau zu sehen war.
  4. Im Juli 2011 zog „Bubble Tea“ vorbei – ungefähr ein Jahr, nachdem im großen Stil Shops in Deutschland eröffneten. Diese Entwickung kann man an den Kommentaren zu meinem ersten Post über Bubble Tea in Deutschland ganz gut nachvollziehen.
  5. Bubble Tea Shop Berlin mit Suhi

    Bubble Tea gibt’s in Deutschland mittlerweile wirklich überall. Aber was sind das für Farben?

  6. Ihren Höhepunkt erlebte die Bubble Tea-Suche im Juni 2012, als McDonald’s ein entfernt ähnliches Getränk ins Sortiment aufnahm. (War McDonald’s BubbleTea-Werbung rassistisch?) Kurz danach brach die unsägliche mediale Sommerloch-Empörungswelle über angebliches Gift im Bubble Tea etc. ausbrach.

Tja, und seitdem scheint es wieder ruhiger zu werden. Hört man denn schon davon, dass in Deutschland Bubble Tea-Läden wieder geschlossen werden?