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Archive for August, 2013

Taiwan goes Bremervörde

In meiner niedersächsischen Heimatstadt habe ich vor ein paar Tagen einen Vortrag über Taiwan gehalten. Es kamen weit mehr Zuhörer als erwartet!

Mit 50 oder 60 hatten die Organisatoren – der Bremervörder Lions Club und der Anzeiger-Verlag – gerechnet. Es wurden 110 – so viele, dass der kleine Saal aus allen Nähten platzte und einige sogar wieder nach Hause gehen mussten.

Das Beweisvideo:

Ein Taiwan-Rundumschlag

In meinem Vortrag habe ich alle möglich Aspekte rund um Taiwan angeschnitten. Zum Beispiel:

  • Wie bin ich dort als Reporter gelandet?
  • Wo liegt Taiwan eigentlich, wie groß ist es? (Kleiner als Niedersachsen, größer als Nordrhein-Westfalen!)
  • Wieso ist Taiwans Geschichte so kompliziert, und gehört es zu China?
  • Warum ist Essen für Taiwaner so wichtig, und warum geht es vielen Landwirten so schlecht?
  • Wie überlebe ich mit dem Fahrrad im Stadtverkehr von Taipeh?
  • Wieso hat die Familie in Taiwan einen höheren Stellenwert als in Deutschland?

Aus dem Publikum kamen auch viele Frage, die sich meist um gesellschaftliche Probleme drehten. Zum Beispiel: Wenn es in Taiwan kaum Altenheime gibt, wer kümmert sich dann um die Senioren?

Machen Sie sich ein Bild! Dies sind meine Vortrags-Folien mitsamt Videos:

Alle Fotos stammen übrigens von mir.

Erschließt sich der Inhalt auch ohne viel Text?

Meine Kolumne „Tschüß Bremervörde, ni hao Taiwan“

Diesen Vortrag gab es, weil ich seit mehr als drei Jahren für den „Bremervörder Anzeiger“ eine zweiwöchentliche Taiwan-Kolumne schreibe. So kommt es, dass in Bremervörde und umzu die wohl am besten über Taiwan informierten Lokalzeitungs-Leser Deutschlands leben 🙂

Während bei dieser Veranstaltung des Publikum eher im reiferen Alter war, wird sich das Bild morgen (29.08.) ändern: Dann halte ich den Vortrag leicht abgeändert an meinem alten Gymnasium vor den kombinierten 10., 11. und 12. Klassen. 300 Zuhörer sollen es werden.

Drücken Sie mir die Daumen, dass alles gut geht!

Haben Sie eine Idee, wo ich noch von Taiwan erzählen könnte?


Klassische Musik mit Taiwan-Connection

Musikfreunde aufgepasst! Eine junge Pianistin mit taiwanischen Wurzeln gibt demnächst Konzerte in München, Hamburg und Düsseldorf. Schon nächsten Samstag ist es in München so weit.

Anny Hwang wurde 1989 im Saarland geboren. Bereits mit drei Jahren erhielt sie Klavierunterricht von ihrer Mutter, mit 16 gab sie ihr Debütkonzert. Seitdem trat sie gemeinsam mit vielen namhaften Orchestern auf. Anny Hwangs offizielle Vita gibt einen Überblick.

Anny Hwang

Demnächst stehen diese Termine an:

  • 31.08. in München, Gasteig, 20 Uhr
  • 18.10. in Hamburg, Laeiszhalle, 20 Uhr
  • 19.10. in Düsseldorf, Tonhalle, 20 Uhr

„Klavierabend der Extraklasse“

In der Pressemitteilung heißt es:

Nun gibt sie ein Solo-Recital mit Werken von Bach, Mozart, Brahms und Chopin. Zu diesem Klavierabend der Extraklasse möchten wir Sie und Ihre allen Leser herzlich einladen. Die Veranstaltung findet im Rahmen ihrer Herbst-Konzerttournee statt, wobei das Musiktalent seit Jahren die Menschen und verschiedene Bevölkerungen mit ihrer Musik verbindet.

Anny Hwang Flyer

Schon mal probehören? Der Saarländische Rundfunk stellte Anny Hwang in diesem Fernsehbericht vor:

Hach, hätte ich doch auch Klavierspielen gelernt…


Deutsche Expertin erklärt das Doppelbesteurerungsabkommen

Zwischen Taiwan und Deutschland gilt seit Anfang 2013 ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA). Das soll ja angeblich vielen Menschen und Firmen Erleichterungen bringen. Wer nicht gerade Jurist ist, versteht bei einem Blick in den Vertragstext allerdings nur wenig. Zumindest mir ging das so. Also habe ich Leute um Erklärung gebeten, die sich damit auskennen.

Bei der Rechtsanwaltskanzlei Eiger in Taipeh ist Melanie Langenhorst Referendarin. Sie hat sich die Zeit genommen und meine Fragen im Detail beantwortet.

M. Langenhorst (Quelle: eigerlaw.com)

Vielen Dank dafür!

Was regelt so ein Doppelbesteurerungsabkommen?

Natürliche Personen sowie Unternehmen haben grundsätzlich in dem Land Steuern auf ihr erzieltes Einkommen zu zahlen, in dem sie ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt haben (“Territorialprinzip”).

Dies führt jedoch in einigen Fällen zu Schwierigkeiten, wenn beispielsweise ein deutscher Staatsangehöriger seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland hat und dort sein Einkommen erzielt. Dann nämlich erhebt derjenige Staat Steuern auf das erzielte Einkommen, in dem der deutsche Staatsangehörige seinen Wohnsitz hat und das Einkommen erzielt hat. Gleichzeitig jedoch erhebt der deutsche Staat Steuern auf dieses erzielte Einkommen, weil § 49 EStG im Ausland erzieltes Einkommen demjenigen Einkommen gleichstellt, das unter die deutsche Einkommensteuer fallen würde, wenn es in Deutschland erzielt worden wäre.

Geldscheine NTD Taiwan Dollar

Um diese doppelte Besteuerung des Einkommens zu vermeiden, haben viele Länder sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen (“DBA”) abgeschlossen. Darunter versteht man einen völkerrechtlichen Vertrag zwischen zwei Staaten, in dem geregelt wird, welchem Staat das erzielte Einkommen zusteht.

Da die Bundesrepublik Deutschland jedoch nie einen souveränen Staat Taiwan anerkannt hat, war es lange Zeit nicht möglich, ein klassisches Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Taiwan abzuschliessen. Um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Taiwan zu verbessern und Wettbewerbsverzerrungen zu verringern, wurde letztendlich eine Variante gewählt, die auch von anderen europäischen Staaten im Verhältnis zu Taiwan praktiziert wird:

Der Leiter des Deutschen Instituts in Taipeh und der Leiter der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland haben ein Abkommen unterzeichnet, dass seinem Inhalt nach einem Doppelbesteuerungsabkommen gleich kommt aber keinen völkerrechtlichen Vertrag darstellt.

Dieses Abkommen ist zum 7. November 2012 in Kraft getreten und findet erstmals für den Veranlagungszeitraum 2013 Anwendung.

Lesetipp: Infos zum Start des DBA Taiwan-Deutschland und Links zum Vertragstext

Was ändert sich durch das Abkommen ganz konkret?

Änderungen sollen sich vor allem in Bezug auf die Vermeidung von doppelter Besteuerung von Privatpersonen ergeben, als auch Unternehmen viele Vorteile bringen.

So soll in Bezug auf Unternehmen vor allem die Besteuerung von Zinsen, Dividenden und Lizenzen als auch die Besteuerung von Veräusserungsgewinnen optimiert werden.

  • Dividenden, Zinseinkünfte und Lizenzen

    Dividenden sowie Lizenzzahlungen nach Deutschland wurden bislang in Taiwan mit 20% Steuer belastet. Zinseinkünfte wurden in der Regel ebenfalls mit 20% Steuer belastet – in Ausnahmefällen war es möglich, einen Steuersatz von 15% anzuwenden, wenn die Zinseinkünfte aus kurzfristigen Wechseln, verbrieften Wertpapieren, Schuldverschreibungen, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie dem Rückkauf von Anleihen oder Zertifikaten stammten.

    Mit Einführung des Abkommens wird zukünftig eine einheitliche Quellensteuer von 10% in dem Gebiet einbehalten, aus dem die oben aufgeführten Zahlungen stammen.

    Übergangsweise wird die Steuer zunächst nach dem jeweiligen nationalen Recht eingezogen und später zurück erstattet. Die ultimative Lösung sieht jedoch vor, die Reduktion bereits im Vorfeld im Rahmen eines Freistellungsverfahrens durchzuführen.

  • Unternehmensgewinne

    Unternehmensgewinne sind nach Einfürung des Abkommens in demjenigen Land zu besteuern, in dem das Unternehmen ansässig ist. Damit ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass auch in dem anderen Land Steuern anfallen, nämlich dann, wenn das Unternehmen in diesem Gebiet ebenfalls eine Betriebsstätte unterhält. Allerdings ist die Besteuerung dann auf diejenigen Einkünfte beschränkt, die dieser Betriebsstätte funktional zurechenbar sind.

    Was eine Betriebsstätte definiert, bestimmt sich im Wesentlichen nach dem OECD Musterabkommen. Zu beachten ist dabei, dass Bauausführung und Montagetätigkeiten bereits ab einer Dauer von 6 Monaten (nicht 12 wie im OECD-Musterabkommen) begründet wird.

  • Veräußerungsgewinne

    Die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen orientiert sich ebenfalls am OECD-Musterabkommen. Dabei wird unterschieden zwischen Gewinnen, die aus dem Verkauf von unbeweglichem Vermögen (Immobilien) stammen, und Gewinnen, die aus der Veräusserung von beweglichem Vermögen (Veräusserung von Anteilen) stammen.

    Während die Veräußerung von unbeweglichem Vermögen in dem Land besteuert wird, in dem das unbewegliche Vermögen belegen ist, erfolgt die Besteuerung von beweglichem Vermögen ausschliesslich in dem Land, in dem der Veräußerer ansässig ist.

  • Änderungen in Bezug auf Privatpersonen

    In Bezug auf Privatpersonen sind folgende Situationen zu unterscheiden:

    • Deutsche Staatsangehörige, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, von der Firma nach Taiwan entsandt wurden, hier leben, aber das Gehalt weiter von der deutschen Firma beziehenVor der Einführung des DBA war der deutsche Staatsangehörige in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, da er seinen Wohnsitz in Deutschland hatte. Darüber hinaus fiel zusätzlich eine Besteuerung in Taiwan an, sobald der deutsche Arbeitnehmer länger als 90 Tage in Taiwan gearbeitet hat, so dass letztendlich zunächst eine Doppelbesteuerung erfolgte. Es war zwar möglich, die in Taiwan gezahlte Einkommensteuer auf die deutsche Steuer anzurechnen. Allerdings war dies mit einigem bürokratischem Aufwand verbunden.

      Mit Einführung des DBA wurde die Situation für deutsche Staatsangehörige, die ihren ständigen Aufenthalt in Taiwan haben, verbessert. Nunmehr erfolgt eine Besteuerung nur noch in einem Land. Einerseits kann die Besteuerung in Taiwan erfolgen. Es ist aber ebenso möglich, die Besteuerung in Deutschland vorzunehmen.

      Voraussetzung für eine Steuererhebung in Deutschland ist jedoch, dass die Steuer 10% des Bruttobetrags der gezahlten Dividende nicht übersteigt. Es gilt in diesem Fall das Prinzip der Gleichbehandlung, d.h. der Arbeitnehmer wird in dem Land besteuert, das steuerlich günstiger für ihn ist. Sollte der deutsche Arbeitnehmer allerdings eine Tätigkeit für seinen in Deutschland ansässigen Arbeitnehmer ausführen, die als in Deutschland erbracht gilt, so erfolgt die Besteuerung ausschließlich in Deutschland.

    • Deutsche Staatsangehörige, die in Deutschland gemeldet sind, aber in Taiwan bei einer Firma zu hiesigen Bedingungen angestellt sindVor Einführung des DBA war der deutsche Staatsangehörige in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig, da er seinen Wohnsitz in Deutschland hatte. Es war jedoch möglich, die in Taiwan gezahlte Steuer in Deutschland anzurechnen, sodass eine Doppelbesteuerung vermieden wurde. Mit Einführung des DBA ist es jetzt jedoch möglich, den deutschen Staatsangehörigen ausschließlich in Taiwan zu besteuern, denn Art. 23 Abs.1 des DBA verbietet eine Schlechterstellung im Vergleich zu taiwanesischen Staatsangehörigen.
    • Deutsche Staatsangehörige, die in Taiwan leben und keinen Wohnsitz mehr in Deutschland habenDeutsche Staatsangehörige, die keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben, unterfallen grundsätzlich nicht mehr der Einkommensteuer in Deutschland. Eine Ausnahme erfolgt lediglich für den Fall, dass beschränkt steuerpflichtige Einkünfte anfallen, d.h. Einkünfte, die von deutschen Staatsangehörigen in Deutschland erzielt werden (z.B. Einkünfte aus Vermietung oder Zinseinkünfte), die zwar keinen Wohnsitz mehr in Deutschland haben, jedoch Einkünfte in Deutschland erzielen, die als steuerbar gelten würden, wenn die Person noch ihren Wohnsitz in Deutschland hätte.

Tipp: Videos von deutschen Anwälten über häufige Rechtsprobleme in Taiwan

Ab wann gelten die Änderungen?

Die Änderungen gelten ab dem Veranlagungszeitraum 2013, also für Zahlungen, die ab dem 1. Januar 2013 getätig werden.

Löst das Abkommen also die wichtigsten Probleme, oder sorgt es in einigen Fällen für Erschwernisse?

Das Abkommen bringt Unternehmen viel Erleichterung durch die Einführung einer einheitlichen Quellensteuer von 10% auf Dividenden, Zinseinkünfte sowie Lizenzzahlungen. Auch Privatpersonen profitieren von der Vereinfachung, da nunmehr erzieltes Einkommen nur noch in einem Land besteuert wird und der bürokratische Aufwand, die in Taiwan gezahlte Einkommensteuer in Deutschland anzurechnen, nunmehr entfällt.

Sie Sie nun klüger als vorher? Welche Fragen beschäftigen Sie im Zusammenhang mit dem Doppelbesteuerungsabkommen Taiwan – Deutschland?


Demonstrationen in Taiwan nach Tod eines Soldaten

Jahrzehntelang war es der Stolz der Nation, doch derzeit hat Taiwans Militär einen ganz schweren Stand. Wohl mehr als 200.000 Taiwaner, etwa ein Prozent der Bevölkerung, gingen neulich in Taipeh auf die Straße und protestierten gegen die Zustände in ihrer Armee. Kaum eine andere Demonstration der letzten Jahre hatte so einen Zulauf.

Video der Demo vom 3. August 2013:

Grund für den Volkszorn war der Tod eines 24-Jährigen Rekruten im Militärgefängnis. Nur wenige Tage vor Ende seines Wehrdienstes war Hung Chung-chiu verknackt worden, weil er ein Kamerahandy in die Kaserne mitgenommen hatte. Das ist streng verboten, weil Taiwans Militär chinesische Spionage fürchtet.

Taiwan Wehrdienst Rekruten

Kameras bleiben im entscheidenden Moment schwarz

In der Haft wurde Hung offenbar so hart geschliffen und malträtiert, dass er nach fast einer Woche an Hitzschlag starb. Solche Fälle kommen ab und zu vor, aber diesmal wurden Medien und Öffentlichkeit aufmerksam. Die Angehörigen forderten eine Untersuchung und Bestrafung der Verantwortlichen. Das Verteidigungsministerium wollte die Sache natürlich lieber unter den Teppich kehren. Als aber bekannt wurde, dass die Überwachungskameras in Hungs Zelle während der entscheidenden Momente offenbar verhängt worden waren, war das Maß voll und die Wut groß.

Lesetipp: „Linda in Taiwan“ über Taiwans Militär-Skandal

Taiwan Militär exerzieren Soldaten

Junge wollen nicht in dieses System gezwungen werden. Eltern sind besorgt um die Gesundheit ihrer Kinder. Und viele Ältere haben keine guten Erinnerungen an ihren eigenen Wehrdienst. In der Vergangenheit war die Kriegsgefahr Alltag, und Taiwans Armee galt als extrem schlagkräftig und gut ausgebildet, aber auch als harte Schule.

Taiwan hat mehr Soldaten als Deutschland – noch

Während wir in Deutschland die Wehrpflicht gerade abgeschafft haben, müssen junge Taiwaner noch immer zwölf Monate zum Dienst anrücken – übrigens erst nach Abschluss des Studiums. Taiwans Armee ist daher mit einer Truppenstärke von 235.000 Mann neuerdings größer als die Bundeswehr. Doch das soll sich ändern. Der Präsident will das System in zwei Jahren auf Berufsarmee umstellen. Wo die nötigen Freiwilligen herkommen sollen, ist die große Frage. Eine Militärlaufbahn ist für Taiwaner kaum noch attraktiv. Statt zum Dienst am Vaterland streben die meisten lieber möglichst schnell nach hohem Verdienst, gern auch drüben im Taiwan eigentlich feindlich gesonnenen China.

Ehrenwache Taiwan Soldat

Militärdienst gilt zum einen als öde Zeitverschwendung, zum anderen glauben die meisten nicht mehr daran, dass die Armee im Fall eines Konfliktes mit China überhaupt etwas ausrichten könnte. Die Volksarmee hat in den letzten Jahrzehnten so massiv aufgerüstet, dass Taiwan eine Invasion im Ernstfall wohl nicht mehr zurückschlagen könnte. Dass einige hochrangige Offiziere als chinesische Spione enttarnt wurden und andere sich nach der Pensionierung gern in die Volksrepublik einladen lassen, fördert das Vertrauen auch nicht.

Taiwan Panzer

Rücktritte und Anklagen nach dem Tod des jungen Soldaten

Auf den aktuellen Skandal hat die Politik reagiert. Der Verteidigungsminister ist zurückgetreten, sein Nachfolger kurz darauf auch – wegen einer Plagiatsaffäre, Deutschland lässt grüßen. Einige Vorgesetzte Hungs wurden festgenommen und angeklagt. Dank einer Gesetzesänderung werden Soldaten sich in Friedenszeiten künftig vor zivilen Richtern verantworten statt vor einen Militärgericht.

Doch die Schadensbegrenzung kam so spät, dass viele Taiwaner ihr Vertrauen ins Militär wohl komplett verloren haben.


Schauen Sie sich schlau! Rechtliche Probleme in Taiwan für Ausländer

Ein Ausflug ins Taipei 101 hatte sich Anfang dieses Jahres öfter gelohnt: Im Deutschen Institut gab es drei interessante Vorträge von deutschen Rechtsanwälten. Thema waren häufige Probleme für Ausländer in Taiwan. Verpasst? Ich konnte einige Videos drehen.

Justitia

Über Taiwans Rechtssystem kursieren unter Ausländern viele Legenden, Halbwissen und Hörensagen. Zugleich gibt es eine ganze Reihe deutsche Juristen in Taiwan.

Das Deutsche Institut Taipei hatte die prima Idee, deutsche Anwälte zu drei kostenlosen Vorträgen einzuladen – immer an Feiertagen, damit sich möglichst viele Zuhörer auf den Weg machen konnten.

Ich habe bei diesen Veranstaltungen einige Videos gedreht, damit auch diejenigen profitieren können, die nicht dabei waren. Alle Videos stehen versammelt in meiner Youtube-Playlist Recht in Taiwan auf Deutsch erklärt. Ich werde nach und nach noch einige Filme ergänzen.

Arbeitsrecht und Mietrecht in Taiwan

Am 28. Februar (Gedenktag ans 228-Massaker) sprach Rechtsanwalt Walter Appel über Themen wie Kündigungsfristen, Urlaubstage, Mietkaution.

Er erklärte auch, warum Taiwans Recht dem deutschen so ähnlich ist, und wieso viele Paragraphen dem BGB nachgebildet sind.

Im Anschluss beantwortete Appel vor meiner Kamera noch einige Fragen:

Diskussion bei Forumosa

Visa, Aufenthaltsgenehmigungen und Familienrecht in Taiwan

Am 1. Mai sprachen die Anwälte Michael Werner und Andrea Neuer von der Kanzlei Eigerlaw. Bei diesem Termin war ich leider nicht anwesend.

War jemand dort? Was waren wichtige Aussagen?

Diskussion bei Forumosa

Zivil- und Strafrecht und Verkehrsrecht in Taiwan

Am 12. Juni (Drachenbootfest) sprach Rechtsanwalt Dr. Claudius Petzold darüber, wie man sich verhalten sollte, wenn man als Ausländer in Taiwan ernsthafte Probleme bekommt, also verklagt oder sogar angeklagt wird.

Ganz besonders ausführlich ging er auf das Verkehrsrecht und die Frage des Verhaltens nach einem Verkehrsunfall ein.

Unfall in Taiwan! Und dann?

Schuldfrage und Schadenersatz:

Eherecht in Taiwan, Scheidung und Ehevertrag:

Diskussion bei Forumosa

Hatten Sie schon mal rechtliche Probleme in Taiwan? Wie haben Sie sie gelöst?


Weniger als gedacht? Deutsche in Taiwan

Jeder Ausländer in Taiwan hat sich schon mal die Frage gestellt: Wie viele meiner Landsleute leben eigentlich noch hier? Eine offizielle Statistik von Taiwans Regierung löst diese Frage nun ein für allemal.

Die Daten von Taiwans National Immigration Agency lassen sich komplett als Excel-Datei herunterladen.

Erfasst wurden „residents“, also wahrscheinlich Ausländer mit Alien Residence Certificate (ARC).

Aufgelistet sind so ziemlich alle Nationen. Ich habe hier mal die Gesamtzahlen und die deutschsprachigen Länder auf einen Blick zusammengefasst (zum Vergrößern klicken):

Anzahl Deutsche in Taiwan Statistik

Auffällig ist, dass insgesamt mehr weibliche als männliche Ausländer in Taiwan leben. Das liegt vor allem an Ländern wie Indonesien und den Philippinen, aus denen viele Frauen nach Taiwan kommen, um als Haushaltshilfe oder Pflegerin zu arbeiten.

Lesetipp: Wer kümmert sich um Taiwans Alte?

Aus den westlichen Ländern dagegen kommen generell mehr Männer als Frauen nach Taiwan. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind da keine Ausnahme.

Wie viele Deutsche in Taiwan gibt es denn nun?

(Oder Österreicher oder Schweizer?)

Das sind die offiziellen Zahlen:

  • 631 Deutsche
  • 85 Österreicher/-innen
  • 127 Schweizer/-innen

Das war schon mal die erste Überraschung für mich: Die Eidgenossen erobern den zweiten Platz. Ich hätte mehr Österreicher erwartet!

Zur Feier dieser Leistung hier der Verweis auf das Blog einer Schweizerin, die in Taipeh arbeitet: Leben als Waiguoren

Ich selbst gehöre als männlicher Deutscher in Taipei City zur am wenigsten originellen Gruppe.

Deutsche Flagge in Taiwan bei den World Games 2009

Gern würde ich mehr erfahren über:

  • den einzigen Österreicher in Tainan
  • die beiden Schweizer in Hualien
  • die einzige Deutsche in Keelung

Nachfrage bei der deutschen „Botschaft“

Ich habe beim Deutschen Institut Taipei nachgefragt, ob die Zahl von 631 Deutschen in Taiwan realistisch ist. Antwort: Ja, das kommt hin.

Nicht mitgezählt werden allerdings z.B. Kinder mit doppelter Staatsbürgerschaft, die ja keine ARC brauchen, oder Geschäftsleute mit Wohnsitz in Hongkong, Singapur oder China, die regelmäßig nach Taiwan reisen. Kurzzeit-Sprachstudenten tauchen nicht in der Statistik auf, und Touristen natürlich auch nicht.

Das Deutsche Institut meint daher: „Tatsächlich werden zu jedem beliebigen Zeitpunkt sicherlich mehr als 630 Deutsche in Taiwan leben. 1000 ist sicher eine gute Schätzung.“

Finden Sie sich in der Statistik wieder? Was fällt Ihnen auf?