Taiwans Thema Nummer Eins

Was in Deutschland das Wetter, ist in Taiwan das Essen: Man kann ständig und mit jedermann darüber diskutieren. Doch die Leidenschaft, die durch den Magen geht, reicht hier noch viel, viel weiter.

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Einer meiner absoluten Favoriten: Niurou Juanbing aus der Daan Rd. in Taipeh.

Stellen Sie sich vor, ein Kollege erzählt, dass er am Wochenende in – sagen wir mal – Stuttgart war. Was fragen Sie ihn als erstes?

Falls Ihre Frage nicht lautet „Und, hast Du die berühmten Stuttgarter Spätzle gegessen?“, denken Sie nicht wie ein Taiwaner.

Nichts geht über Essen

Essen nimmt im Alltag und Denken der Taiwaner einen unglaublich hohen Stellenwert ein. Nicht nur, dass sich mit diesem Thema jede Flaute im Gespräch überbrücken lässt – Essen bedeutet Kindheitserinnerungen, Glückserlebnisse, Geborgenheit.

Diese ausgeprägte kulinarische Ader ist auch Folge von Taiwans günstigen Bedingungen. Der fruchtbare Boden und das warm-feuchte Klima lassen verschiedenste Obst- und Gemüsesorten gedeihen.

Obststand Nachtmarkt

Die vielen Berge sorgen dafür, dass die Anbaubedingungen sich alle paar Kilometer ändern. In manchen Gegenden wächst Weißkohl besonders gut, woanders Mangos.

Ratespiel: Was isst man wo?

Daher gibt es in Taiwan, obwohl es gerade mal so groß ist wie die Niederlande, auf engstem Raum zahllose regionale Spezialitäten. Und sie sind es, die Taiwanern als erstes einfallen, wenn sie einen Ortsnamen hören.

Das Assoziations-Spiel läuft ungefähr so:

  • Die Stadt Chiayi in Südtaiwan? Berühmt für Reis mit dünnen Truthahnfleisch-Streifen!
  • Die alte Hauptstadt Tainan? Da muss man die dicken frittierten Toastscheiben probieren, gefüllt mit sämiger Soße, die wegen ihrer Form auch „Sargbrote“ heißen.
  • Auf der „Grünen Insel“ vor der Ostküste isst man getrocknetes Hirschfleisch – dort wird Sikawild gehalten, kleiner als unser Damwild, das vor über 100 Jahren auch in Deutschland eingebürgert wurde.
  • Und in der Stadt Hsinchu in Nordwesten, klar, da schmecken die dünnen Reisnudeln am allerbesten – weil hier immer ein starker Wind weht und die frischen Nudeln so besonders gut trocknen.

Reisnudeln

Und so weiter. Nahezu jedes Städtchen in Taiwan ist für irgendein Gericht berühmt.

Sie fahren meilenweit fürs Essen

Ein oder zwei Stunden zu fahren, nur um eine bestimmte Spezialität zu kosten, ist für Taiwaner ein Klacks. Von einer Bekannten erzählt man sich, dass sie nur deshalb so oft ihre Eltern besucht, um bei der Gelegenheit die Restaurants ihrer Heimatstadt abzuklappern.

Reisegruppen planen ihre Trips nicht nach Sehenswürdigkeiten, sondern danach, was es wo zu essen gibt. Der optimale Anlass dafür ist natürlich eine Umrundung der gesamten Insel, ob per Bus oder Fahrrad. Die Reiseveranstalter helfen gern weiter.

Restaurant Taiwan draußen

Jetzt lesen: Was Sie über Fleisch in Taiwan wissen sollten

Leben Taiwaner im Ausland, sind sie quasi auf Entzug gesetzt. Lokale wie dieses in Frankfurt lindern das kulinarische Heimweh nur vorübergehend.

Taiwan Restaurant Frankfurt

Sobald sie wieder heimischen Boden betreten, führt ihr erster Weg oft direkt vom Flughafen in Restaurants mit den schmerzlich vermissten Delikatessen.

Es muss nicht teuer sein

Dabei bedeutet teurer nicht unbedingt besser – eher im Gegenteil. „Lecker und preiswert“ ist eines der höchsten Komplimente, das Taiwaner abgeben können.

Unscheinbare kleine Essens-Stände auf Nachtmärkten oder an Straßenecken sind kulinarische Wallfahrtsorte mit langen Warteschlangen jeden Abend.

Raohe Nachtmarkt

Was früher nur die Mundpropaganda erledigte, dafür sorgen nun auch das Fernsehen mit allgegenwärtigen Restaurant-Tipps sowie zahllose Essens-Blogs im Internet.

Jetzt lesen: Sind Taiwaner zu dick?

Sogar die Regierung startete mal eine Website für „Essenskultur in Taiwan“ – der Herr mit der hohen Mütze rechts war damals der Regierungssprecher.

Food Culture Taiwan

Woher kommt die Liebe zum Essen?

„Früher waren viele Taiwaner arm,“ erklärt mir eine Freundin. „Aber wenigstens hatten sie immer gutes Essen. Und darauf konnten sie sich freuen, wenn sie nach einem Tag harter Feldarbeit nach Hause gingen.“

Arm sind sie nicht mehr, und statt auf dem Feld rackern sie nun im Büro – aber manche Dinge ändern sich halt nie.

Liebe Leser, was denken Sie: Ticken Taiwaner und Deutsche wirklich so unterschiedlich, wenn es ums Essen geht? Und was mögen Sie am liebsten?

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48 Kommentare zu “ Warum für Taiwaner Essen viel wichtiger ist als für Deutsche ”

  1. Rene sagt:

    Ein wirklich sehr gut geschriebener Artikel. Ich kann dem nur zustimmen. Ich liebe das Essen in Taiwan. Und ja, die Essenstände oder die kleinen Länden in den Gassen sind meist am besten!

    • Hallo Rene, danke sehr. Was sind denn Deine Favoriten?

      Ich sage Taiwanern immer: Dumplings (in jeglicher Form) und Suppennudeln. Beides vermisse ich in Deutschland wirklich, und ich glaube, es würde vielen schmecken.

  2. Daniel sagt:

    Ich habe vor einigen Jahren mal gelesen, dass selbst in Europa die Deutschen wohl diejenigen seien, die den geringsten Anteil ihres Einkommens für Essen ausgeben hab’s aber nicht verifiziert). Generell hat Essen in Deutschland meiner Meinung nach eher den Rang des Notwendigen, während es in vielen anderen Ländern fast schon zelebriert wird. Und wenn man dann noch so eine unglaubliche Vielfalt hat wie Taiwan, müsste man schon verrückt sein, nicht völlig dem Essen zu verfallen. Da ist es nur folgerichtig, wenn sich das auch im Alltagsleben und Unterhaltungen in den Vordergrund drängt.

    Das abgebildete Restaurant in Frankfurt kann ich übrigens nur empfehlen. Die haben dort ein Buffet, dass eher gemischte asiatische Küche ist, z.B. mit leckerem Sushi. Aber á la carte lassen sich auch taiwanische Gerichte bestellen.
    Traurigerweise kann sich das taiwanische Essen nicht wirklich in Deutschland durchsetzen. In Hamburg gibt es ebenfalls ein ganz exzellentes Lokal, das 4mosa, das aber hauptsächlich ein Running-Sushi-Restaurant ist. Immer wieder haben sie einzelne taiwanische Spezialitäten im Angebot, die aber nicht besonders gut zu laufen scheinen. Sehr schade. Ich fände es toll, wenn sich das Essen stärker durchsetzen würde und es richtige, rein taiwanische Restaurants mit guter Qualität auch in Deutschland gäbe.
    Aber ich schweife ab… und fange bereits ebenso wie die Taiwaner an, nur noch von Essen zu reden. 🙂

    • Hallo Daniel, „Rang des Notwendigen“ trifft es sehr gut. Die Einstellung „Hauptsache satt“ ist Taiwanern so fremd.

      Danke für die Info über das Restaurant in Frankfurt, mal sehen.

      Und in HH kenne ich noch einen Taiwaner in Wandsbek und einen auf der Hoheluftchaussee, beide nicht schlechte, wenn man ihnen sagt, man hätte gern was authentisches. Bist Du in Hamburg? Dann könnte der Verein Bambusrunde interessant für Dich sein.

      • Daniel sagt:

        Ich bin leider in München und komme nur sporadisch mal nach Hamburg.
        Hier in München gibt’s zwar einen kleinen Taiwan-Imbiss namens „A Kuo“, aber die Qualität ist doch sehr durchwachsen, so dass der nicht als Maßnahme gegen Fernweh taugt.
        Ordentliche Baozi hab ich genrell leider noch nirgends in Deutschland gefunden.

      • Me sagt:

        @Daniel:

        Für Baozi gibt einen Taiwanesen hier in Berlin, der diese mit verschiedenen Füllungen selber herstellt und per Post an die taiwanesische Community in Deutschland per Mailorder verkauft.

        Bei Bedarf könnte ich die Adresse bei meiner Frau mal eruieren. Uns bringt die immer selber vorbei, weil er um die Ecke wohnt.

      • Hallo „Me“, es steht leider nicht immer da, aber ich würde mich freuen, wenn die Kommentare hier im Blog nicht komplett anonym stattfinden – denn ich weiß gern, mit wem ich es zu tun habe oder zumindest, wie ich ihn oder sie ansprechen kann. Wenn es also schon kein echter Vornahme ist, dann wenigstens keine Wegwerf-Mailadresse.

      • Daniel sagt:

        @Me: Das Angebot nehme ich gerne an, wäre toll, wenn die auch nach München schicken. 🙂

    • Klaus sagt:

      @Daniel, im Akuo in München kannst Du bestimmt auch vorbestellen was Du haben willst, wir haben das früher oft gemacht als das Restaurant noch bei den Riem-Arcaden war.

      • Daniel sagt:

        Das Problem dort ist leider die Qualität des Essens, einige Sachen schmecken wirklich toll, andere überhaupt nicht, weil sie nicht gut zubereitet sind. Gleiches hat mir auch eine taiwanische Freundin bestätigt, die dort ab und an gegessen hat. Ist sehr schade.

      • Oh, ein Namensvetter. Hallo!

      • Klaus sagt:

        Ja, hallo Namensvetter 🙂

        @Daniel, es scheint von der Tagesform von Herrn Wu abzuhängen. Den Eindruck hatten wir auch. Aber wo in München bekomme ich schon Guo Tie oder San Bei Tian Ji… Der Ma La Huo Guo war auch super. Bin für alle Tips offen wenn es da gute Alternativen gibt!

      • Daniel sagt:

        Alternativen gibt’s in München leider gar keine, darum rühr ich inzwischen sogar schon selbst Bubble Tea an, um ein bisschen Taiwan-Erinnerung zu haben. Nur mit dem Kochen von Gerichten hab ich’s eher nicht so… 😉

  3. Ludigel sagt:

    Absolut richtig! Ich selbst habe mich gerade darüber aufgeregt, dass meine taiwanische Kleinreisegruppe in Macao die venedigartige Kulisse ignoriert hat und wie in Trance einer süßen Teigtasche hinterher gelaufen ist (http://osttellerrand.blogspot.tw/2016/03/macao-tail-2-fake-venedig-aber-nett.html). Aber da sind sie eben typisch taiwanisch gewesen 😉

  4. NIKOLAS SU sagt:

    Der Text gefällt mir.
    Aber das ist kein Weißkohl in zweitem Bild sondern der Zimtapfel (釋迦), der insbesondere in Taitung geplant wird.

  5. Bai Yiming sagt:

    Na ja, dafür sitzen sie im Wohnzimmer neben dem Motorroller, aus dem das Öl tropft. Wir legen Wert auf gepflegtes Wohnen, die haben zuhause womöglich ein Badezimmer, das ich kaum benutzen möchte. Dafür putzen sie sich raus, wenn sie essen gehen und geben jede Menge Kohle dafür aus. Unterschiedliche Werte!

  6. Torsten sagt:

    Ich bin regelmäßig in Taiwan und mir ist die übermäßige Bedeutung des Essens in Taiwan auch schon aufgefallen. Allerdings fand ich persönlich immer, dass diese Überhöhung im krassen Gegensatz zu der geschmacklichen Qualität des Essens steht. Das haben die Taiwanesen mit ihren koreanischen Nachbarn gemeinsam, die auch nichts auf „ihr“ Essen kommen lassen, im Ausland auch fast nur koreanische Restaurants besuchen (bei uns sind zu einschlägigen Messezeiten die koreanischen Restaurants immer komplett ausgebucht).

    Taiwanaufenthalte sind für mich immer ein mehrwöchiges Slalomlaufen durch Foodcourts, Garküchen und Nightmarkets. Gutes Essen bekommt man durchaus, ist aber in Taiwan doch eher die Ausnahme denn die Regel. Zumal man sich bei vielem was dort angeboten wird auch fragt, was eine chemische oder auch bakteriologische Untersuchung wohl erbringen würde, wenn man sie denn durchführen würde.

    Im ganzen scheint mir es doch eher eine Mischung als Nationalstolz, sozialer Norm und Autosuggestion zu sein, dass die Taiwanesen so von ihrem Essen überzeugt sind, als die tatsächliche Qualität dessen, was man angeboten bekommt.

    • Das ist alles sehr subjektiv. Wie könnte es auch anders sein.

    • Ludigel sagt:

      Ich denke wegen der zahlreichen Lebensmittelskandale (vgl. Google, „Taiwan food scandal) ist es schon angemessen, sich über die Qualität des Essens in dieser Hinsicht Gdanken zu machen. Bakteriologisch hingegen ist es fast immer unbedenklich, mein empfindlicher Magen scheint sich wieder beruhigt zu haben, auch wenn er da mit 49 Jahren jetzt empfindlicher ist als vor 12 Jahren, als ich auf die Insel kam. Nicht immer perfekt, aber um Welten besser als auf dem chin. Festland.
      Geschmacklich kann man natürlich geteilter Meinung sein. Ich finde die taiwanische Hausmannskost, wenn sie nicht gerade fischlastig ist (bin ich nicht so Fan von und ist oft zu naturalistisch zubereitet) ausgesprochen lecker, etwa angebratene Dumplings mit Mett oder Gemüse gefüllt, superleckere Nudelsuppen etc. pp. Festessen der Taiwaner sind hingegen für westliche Gaumen oft schwer genießbar, „gibberig“ sagt man oft 😉

    • H. Meixner sagt:

      Da muss ich aber klar widersprechen:
      Die Küche in Taiwan, und speziell in Taipei, ist unglaublich variantenreich und in den meisten Fälle sehr schmackhaft. Meiner Meinung nach ist es wirklich eine Ausnahme, wenn man mal KEIN gutes oder schmackhaftes Essen bekommt. Ich bein seit über 25 Jahren mehrmals im Jahr in Taiwan und freue mich jedes mal auf das Essen dort. Meine Freunde laden uns in die verschiedensten Restaurants ein und es ist immer wieder erstaunlich, wieviel Neues da jedes mal dabei ist

  7. Herbert sagt:

    Ich bin oft in Taiwan. Die Qualität des Essens ist sehr, sehr unterschiedlich. In meinen Augen ist manche Bewertung bzgl. Essen in Taiwan maßlos übertrieben. Vieles in Taiwan schmeckt einfach nur grässlich: das süße labberige Weißbrot, die überteuerte Milch, die nur nach Wasser schmeckt, Marmelade, die nicht nach Frucht, sondern nach Zucker und Geschmackschemie schmeckt, usw., usf. Ich bin immer wieder froh, wenn ich wieder hier in Deutschland bin und leckeres Brot essen kann.

    • Hallo Herbert, klar, kann ich auch nachvollziehen. Brot, Milch und Marmelade waren nie Bestandteile der traditionellen Küche. Stelle Dir mal einen Taiwaner vor, der in ein deutsches Chinarestaurant kommt, wo alles in Süßsauersoße aus dem Eimer ertränkt wird – und alle deutschen Gäste rundherum finden das ganz normal.

      Und das deutsche Brot ist nun mal das allerbeste – da stimme ich Dir voll zu!

    • Waldemar sagt:

      Finde ich auch! Es gibt extrem leckeres Essen, aber auch genauso belangloses oder sogar schreckliches. Ich denke nur an Stinky Tofu! Was mir auf Dauer gefehlt hat, war die Struktur beim Essen, wie wir sie kennen mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch. In Taiwan ist alles durcheinander.

      • Stinky Tofu? Geschmacksache. Gekocht für mich gewöhnungsbedürftig, gegrillt extrem lecker (z.B. in Shenkeng)

      • Daniel sagt:

        Stinky Tofu kann sehr unterschiedlich sein. Entscheidend ist hier in der Regel die Soße, denn der Eigengeschmack von Stinky Tofu ist minimal. Ich hatte schon richtig lecker zubereiteten, aber genauso auch ziemlich ekligen.

      • Till sagt:

        Stinky Tofu ist meiner Meinung nach so ziemlich das leckerste, was man hier auf der Insel kriegen kann, ob fritiert oder gekocht. Es fällt mir jedesmal mal schwer nach Deutschland zurückzukehren, da es dort einfach keinen stinkenden Tofu gibt!

    • Ludigel sagt:

      Und die Schokolade schmeckt wie Kerzenwachs. Schon klar, aber eben alles westliche Nahrungsmittel 😉

      • Daniel sagt:

        Das mit der Schokolade ist generell in Asien üblich und in den warmen Ländern leider auch nötig – die Wachsschicht sorgt nämlich dafür, dass die Schokolade nicht (so schnell) schmilzt. Leider ist der Geschmack dadurch natürlich ganz anders.
        Ähnlich ist es übrigens in Deutschland mit den Kinder Schoko Bons, die haben auch einen Überzug, damit sie nicht schmieren.

      • Interessant Daniel, wusste ich gar nicht.

  8. Alex sagt:

    Das Essen in Taiwan einen sehr hohen Stellenwert hat, sieht man auch an den taiwanischen Reiseführern für andere Länder. Ich hatte mal taiwanische Reiseführer von Osaka und Tokio in der Hand und etwa 2/3 des Buches waren nur Tipps wo und was man essen kann. Natürlich alles mit tollen Bildern und Beschreibungen. Dagegen wurden im deutschen Reiseführer über Tokio nur auf ein paar wenigen Seiten Restaurants aufgelistet.

    • Ich amüsiere mich immer, wenn Taiwaner sagen: „Wenn deutsche Touristen nach Taiwan kommen, was interessiert sie dann noch, außer dem Essen?“

      • Daniel sagt:

        Stimmt. Ich hatte gerade erst eine Taiwanerin zu Besuch, die mich fragte, was sie denn anderen Europäern von Taiwan erzählen konnte. Nachtmärkte und Bubble Tea fielen ihr spontan ein, aber sonst?
        Erzähl mal einem Taiwaner, dass Du Tainan besonders magst. Da kommt dann meist: „Oh, the food there is the best!“ Naja, Recht haben sie ja… 🙂
        Ich finde das aus der Fremden-Sicht auch gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil, ich genieße es immer, mir von den Leuten tolles neues Essen zeigen zu lassen.

      • > Ich hatte gerade erst eine Taiwanerin zu Besuch, die mich fragte, was sie denn anderen Europäern von Taiwan erzählen konnte. Nachtmärkte und Bubble Tea fielen ihr spontan ein, aber sonst?

        Die Berge!! Schon interessant, dass vielen Taiwanern gar nicht bewusst ist, auf was für einem Schatz sie da sitzen. Natur, Natur, Natur.

  9. Fabian sagt:

    Also, ich plane meine Reisen auch nach dem Essen und finde es dann ganz prima, wenn es nebenbei noch zufällig was Anderes zu sehen gibt. Bin über Ostern in Amsterdam. War da noch nie, aber das indonesische Essen soll ja ganz vorzüglich sein. Vielleicht bleibt mir sogar Zeit, noch was von der Stadt anzuschauen (hab aber bisher nur die besten Restaurants recherchiert) 😉

    Liebe Grüße und vielen Dank für den schönen Artikel,
    Fabian

    • Amsterdam? Gehe nicht weg, ohne Dich in einem surinamesischen Restaurant durch die Speisekarte gefuttert zu haben!

      • Fabian sagt:

        Ah, vielen Dank für den Tipp! Gleich mal recherchiert und entsprechende Adresse in den Kalender eingetragen! Bin schon sehr gespannt – und freue mich gleich noch mehr auf Amsterdam… und dann soll es da ja auch noch diese Foodtour geben 😀

        Danke nochmal und schönen Sonntag dir!

  10. Haide sagt:

    „Früher waren viele Taiwaner arm,“ erklärt mir eine Freundin. „Aber wenigstens hatten sie immer gutes Essen. Und darauf konnten sie sich freuen, wenn sie nach einem Tag harter Feldarbeit nach Hause gingen.“
    Das stimmt absolut nicht. Warum fragen die meisten Asiaten „Hast du schon gegessen?“ Statt „wie geht’s?“ Weil sie eben nicht genug zu essen bekommen haben und jeder, der sagen konnte „Ja, ich bin satt.“ dem musste es ja gut gehen. Die meisten Leute waren arm und hatten nicht genug zu essen, bzw. war das Essen sehr einfach. Leckereien? Die waren zum träumen. Das gilt bis in die Generation der heute 45-jährigen aufwärts und je weiter auf dem Land desto länger. Die Freundin war wohl jünger oder kam aus Taipei. Aber weil viele Leute nicht genug und/oder nur sehr einfaches Essen hatten, daher bestand dann ein großer Nachholbedarf und daher ist gutes Essen so wichtig.

  11. H. Meixner sagt:

    Eines hat man ja fast gemeinsam: Schweinshaxe! Gehe oft, wenn ich in Berlin bin, zum Chinesen „Good friends“ in der Kantstrasse 30.
    Hab ich Besuch aus Taiwan geht’s natürlich zum Haxenbauer in München, hervorraggende Schweins-und Kalbshaxn!

  12. H. Meixner sagt:

    Noch ein Tipp für guten Kaffee(wusste gar nicht, dass der Kaffeeröstweltmeister aus Taiwan kommt!)und Schokolade in Taiwan:
    In Puli im Centrum: „18°“, Kaffee und Schokolade vom feinsten! Auch Pizzen und spitzen Eiscreme! „18°“ ist ein „kleines Imperium“ dort.

  13. Christoph Schwarz sagt:

    Wo Menschen in der Lage sind zu genießen, dort wird gerne gegessen. Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, Japan, Taiwan, China uswusf.
    Essen ist ein Genuss, den jeder körperlich spüren kann. Es ist ziemlich besorgniserregend, wie viele Menschen in Deutschland nicht in der Lage sind, diesen Genuss zu empfinden… Denn auch wenn wir Deutschen immer dazu neigen, alle anderen Küchen besser zu finden: Wir hätten genug regionale Spezialitäten, um sie zu genießen.

    • H. Meixner sagt:

      Wer sagt denn, dass wir in D. das Essen nicht genießen (können)?
      Bei uns ist das halt eine andere Kultur und wenn man mal zum essen ausgeht, geht das ganz schön ins Geld.
      Aber im Sommer ist Grillen z.B. ganz groß angesagt (machen wir immer mit unseren taiwanesischen Freunden, wenn sie uns mal besuchen, ein „Renner“!)Außerdem denke ich, dass wir in D. viel aufgeschlossener für ausländisches Essen sind, als die meisten Asiaten.
      Für viele von uns ist das so etwas wie eine „kleine Urlaubsreise“. So „genießt“ man da dann in Deutschland!

  14. Anna sagt:

    Wenn Marmelade und Schokolade nicht so toll sind, wären das doch an und für sich gute Mitbringsel. Ein Freund von mir hat Schokolade ins Gefrierfach gelegt, dick mit Alufolie umwickelt und in jedem Hotel sofort ins Kühlfach gelegt.

    In Düsseldorf gibt es „Ilha Formosa“ und Fuyu, ein Suppenladen, ist in der Nähe vom Hauptbahnhof und in der Nachbarschaft von japanischen Gastrobetrieben.

    Bei der Kette COA hab ich taiwanesischen Schweinebauch auf der Karte gesehen.

    In der Kantstrasse in Berlin-Charlottenburg, nicht weit von der deutschen Oper, gibt es einen taiwanesischen Suppenimbiss (Lon-Men’s Noodle House), das stolz ein Foto präsentiert, auf dem Helmut Kohl zu sehen ist. Es sieht ein bißchen abgerockt aus dort, aber der Laden lief und meine Suppe hat geschmeckt.
    Inzwischen gibt es weitere Läden wie die „Original taiwanesische Bauernstube“ und das BaoAh (beide auch Charlottenburg) + das CozyMazu in Wedding.

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