Entweder zu heiß oder zu kalt, aber meistens zu feucht?

Der Nationalfeiertag am 10. Oktober ist hier gerade voll ins Wasser gefallen. Vier Tage, das ganze schöne extralange Wochenende, hat es in Taipeh fast ununterbrochen geregnet. Aber so ist es mit dem Wetter: Entweder ist es zu heiß, zu kalt oder zu nass. Über irgendwas lässt sich immer meckern.

Regen in Taipeh

Wer das deutsche Klima schon diskussionswürdig findet, sollte jedenfalls mal nach Taiwan kommen. Da ist was los! Innerhalb von ein paar Wochen sind neulich gleich drei Taifune auf ihrem Weg vom Pazifik über die Insel hinweg gezogen. Die Zahl ist nicht ungewöhnlich, der Sommer heißt in Taiwan auch „Taifun-Saison“. Aber die Ballung in so einem kurzen Zeitraum war schon heftig.

TV Taifun 1

Taiwaner haben Routine im Umgang mit diesen Riesen-Wirbelstürmen. Die Regierung warnt normalerweise rechtzeitig, alle haben frei und verschanzen sich mit Vorräten zu Hause. Dann pustet und schüttet es einen Tag lang ganz extrem, und danach wird aufgeräumt.

Gefährlich ist weniger der Wind, sondern der Regen. Manchmal fallen in den Bergen an einem Tag mehr als zwei Meter. Das kann zu Erdrutschen führen, wenn ganze Hänge sich lösen. Gut, dass die großen Städte nicht in den Bergen liegen.

Heiß und feucht

Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt, aber als ich das erste Mal in Taiwan aus dem Flugzeug trat, war es, als liefe ich gegen eine Wand. Das lag an der Hitze, vor allem aber an der Luftfeuchtigkeit. Dabei liegt Taiwan, von der Südspitze abgesehen, noch nicht mal in den Tropen. Thailand, Vietnam oder Singapur sind alle noch viel dichter am Äquator. Aber auch in den Subtropen wird es ganz schön heiß und, vor allem auf einer überall vom Meer umgebenen Insel, auch feucht.

Von Juni bis September sind mehr als 30 Grad hier völlig normal. Manchmal geht es sogar in Richtung 40. Kein Wunder, dass – von neu angekommenen westlichen Ausländern abgesehen – kein Mensch sich bei Sonne die Kleider vom Leib reißt und nach draußen rennt. Im Gegenteil, alle suchen die schattige Kühle von klimatisierten Innenräumen.

Regenschirm Sonnenschein

Viele Frauen, die ihre Blässe erhalten wollen, trauen sich nur mit Schirm und manchmal sogar Gesichtsmaske auf die Straße. Klimaanlagen sind allgegenwärtig und verbrauchen massenhaft Energie, so wie in Deutschland die Heizungen.

Feucht und kalt

Im Winter liegen wir in Taipeh meist um die 15 Grad. Klingt angenehm, aber es ist eine feuchte Kühle. Die meisten Häuser sind kaum isoliert und haben auch keine Heizungen – „Für die paar Wochen im Jahr lohnt das nicht“, so wie in Deutschland auch kaum Klimaanlagen installiert sind. Wenn das Thermometer dann mal Richtung zehn oder zwölf Grad wandert und das Fernsehen vor der Kältewelle warnt, hat es in den Wohnungen auch nur wenige Grad mehr. Dann zieht Taiwan dicke Pullover und Winterjacken an und fröstelt.

Winterjacke Sonnenschein

Wie fast überall sorgt der Klimawandel auch in Taiwan dafür, dass die Extreme zunehmen. Letzten Januar gab es das erste Mal einen echten Kälteeinbruch. Eines Abends konnte ich es kaum glauben: Das große Thermometer vor einer Schule, an der ich oft vorbeikomme, zeigte tatsächlich nur vier Grad an.

Thermometer Winter Taipeh

In den Feuertopf-Restaurants gab es an diesem Tag wohl keinen einzigen freien Platz mehr.

Wirklich angenehm nach unseren Maßstäben sind normalerweise März-April und Oktober-November. Wobei der Oktober 2016 bislang schwer enttäuscht.

Trotzdem: Denken Sie daran, wenn Sie Ihre nächste Taiwan-Reise planen!

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Ein Kommentar zu “ Immer Probleme mit dem Wetter in Taiwan ”

  1. Bai Yiming sagt:

    Im Süden muss man sich nur 5 Monate beklagen, nämlich von Mitte Mai bis Mitte Okt., wenn es sehr sehr heiß wird, sich die Feuchtigkeit aber weit mehr in Grenzen hält (es sei denn, es folgen 3 Taifune aufeinander und überall gibt es Überschwemmungen). Jetzt hatten wir schon 2, 3 richtig schöne Tage, tiefblauen Himmel, nur noch 27, 28°, nachts herrliche 23- 25. Und der Winter wird meist nicht kälter als 12, 15 °C (obwohl ich auch schon 6°C gemessen habe, dann ab 10 Uhr morgens in die Sonne, das hält denn ganzen Tag). Also, in der „TRockenzeit“ für mich paradisisch, im Sommer brauche ich aber unbedingt 6 Wochen „Feuchtigkeitsferien“. Und wie ein bekannter Ex-Taiwan-Blogger so schon schrieb: Taiwan ist nichts zum alt werden! (Gesund ist diese Feuchtigkeit weder im Sommer noch im Winter!)

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