Durch Taipeh und zum Pazifik mit dem Fahrrad

Wer das erste Mal Taipeh und Umgebung per Fahrrad erkunden will, ist wahrscheinlich etwas ratlos. Ein neues deutsches Buch kann helfen. Auch ich habe einige Anregungen daraus mitgenommen.

Am Radfahren in Taiwan scheiden sich die Geister. Die einen beklagen sich, dass Taipeh keine Radwege wie Amsterdam oder Kopenhagen hat – die anderen (dazu gehöre ich) stürzen sich unerschrocken in den Verkehr und kommen gut zurecht. Die einen umrunden die Insel per Rad, die anderen begnügen sich mit Youbike-Leihfahrrädern in Taipeh.

Jetzt lesen: Wie man in Taipeh mit dem Fahrrad zurechtkommt

Ich finde: Wer Taiwan nicht zumindest einen Tag lang vom Fahrrad aus erkundet, und sei es nur bei einer Städtereise nach Taipeh, verpasst etwas. Gerade in der Hauptstadt bieten die exzellenten Fahrradwege in den Parks an sämtlichen Flussufern exzellente Möglichkeiten, die Stadt von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen.

Cover Radtourenbuch Taipei und Umgebung

Um deutschen Taiwanreisenden die Berührungsängste zu nehmen, ist ein neues Büchlein erschienen: Taipeh und Umgebung. Ein Radtourenbuch. Der Autor Detlef Kaden hatte mir ein Exemplar zukommen lassen. Sein im eigenen Verlag erschienenes Buch ist kein klassischer Reiseführer und kein Kartensatz, sondern kombiniert beide Ansätze.

Strecken kreuz und quer durch Taipeh

Er beschreibt extrem detailliert mehrere Routen entlang der Flüsse in Taipeh, vom Zentrum bis hinaus nach Tamsui und zurück auf der anderen Seite via Banqiao. Mit 60 Kilometer ist dies die längste der innerstädtischen Strecken.

Andere, etwa entlang des Keelung-Flusses, haben eine Länge von gut 30 Kilometern.

Radtourenführer Taipeh

Kaden nimmt den Leser bei der Hand und beschreibt seine Routen so kleinteilig, dass man sie wirklich nur noch nachfahren muss – wobei der Spaß natürlich zunimmt, wenn man beginnt, am Wegesrand seine eigenen Entdeckungen zu machen. Nicht nur die großen Ziele, auch kleine Bootsanlegestellen und Rastplätze werden erwähnt.

Das Buch ist so organisiert, dass auf jeder Doppelseite ein kleiner Kartenausschnitt mit den dazugehörigen Informationen steht und man während der Fahrt immer weiterblättert. Das Buch hat ein praktisches Format, eine sehr stabile Spiralheftung und laminierte Seiten, so dass es mehrere Touren im Fahrradkorb oder in der Jackentasche überstehen wird.

Mit dem Rad von Taipeh ans Meer

Für mich brachte der Radtourenführer auch Erkenntnisgewinn – zwar nicht in Sachen Flussuferparks, die hatte ich im Lauf der Jahre schon mehr oder weniger abgefahren. Im hinteren Teil finden sich aber auch Touren, die über die Stadtgrenzen hinausführen.

Eine führt vom Strandort Fulong (erreichbar mit dem Regionalzug von Taipeh) durch den alten Caoling-Eisenbahntunnel zur Pazifikküste und via Kap San Diego, dem östlichsten Punkt Taiwans, wieder nach Fulong (19 Kilometer).

Yehliu Felsen

Die andere Route ist mit 72 Kilometern die längste im Buch: „Um Taiwans Nordkap“, von Keelung über Yeliu, Jinshan und Kap Fugui (Taiwans nördlichster Punkt) bis Tamsui.

Jetzt lesen: Deutsche Gräber auf dem alten Ausländer-Friedhof von Tamsui

Diese beiden Strecken hatte ich so bislang nicht auf dem Schirm, aber jetzt fühle ich mich ermutigt, sie noch dieses Frühjahr in Angriff zu nehmen.

GPS-Tracks verfügbar

Für mich nicht relevant, aber wenn jemand das nutzt: Die im Buch vorgeschlagenen Strecken lassen sich als GPS-Tracks herunterladen.

Etwas putzig und gar nicht taiwanspezifisch fand ich die extrem detaillierten Ausführungen zu den Reisevorbereitungen – das geht bis hin zum Tipp, für den Flug ein Paar Socken ins Handgepäck zu stecken. Vielleicht ist es nicht für jeden Leser die erste Fernreise?

Buch überall lieferbar

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2 Kommentare zu “ Ein deutscher Radtouren-Führer nicht nur für Taipeh ”

  1. Petzold sagt:

    Ja, leider gibt es kaum Reisefuehrer. Der bekannteste Reisefuehrer von Know How ist ein Riesen – Mist. Der schreibt, man koenne Baeren in der Tarokoschluch sehen. Taiwanesen werden in vorauseilendem Gehorsam grundsaetzlich als konfuzianische Chinesen beschwafelt. Teils rassistisch ueber gesichtsgeile Chinesen auf Taiwan.

    Deshalb schreibe ich gerade einen.

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