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Gesellschaft


Du sollst Vater und Mutter ehren

Auch als Erwachsene richten viele Taiwaner ihr Leben noch nach den Wünschen und Ansprüchen der Eltern aus. Wie kommt das?

Senioren in Taiwan

Als ich von Deutschland nach Taiwan zog, habe ich das selbst entschieden. Wäre ich ein Taiwaner gewesen, der den umgekehrten Weg gehen will, hätte ich vielleicht zunächst auch mit über 30 das Einverständnis meiner Eltern einholen müssen.

In Taiwan ist es nämlich noch immer normal, dass Eltern auch nach der Volljährigkeit über das Leben ihrer Kinder mit entscheiden – und dass Kinder sich nach ihren Eltern zu richten haben. (mehr …)


Zuo Yuezi: Wenn Mami den Monat absitzt

Das Essen wird ins Zimmer gebracht, Besucher müssen Atemschutzmasken tragen, und wehe, man wäscht sich die Haare: So laufen in Taiwan die ersten Wochen nach der Geburt.

Baby Boomer waren gestern. Wie Deutschland hat auch Taiwan mittlerweile eine extrem niedrige Geburtenrate. In den Fünfzigern waren fünf oder mehr Kinder noch ganz normal (im Kalten Krieg wurden Soldaten gebraucht), in den Achtzigern waren es eher zwei, und seit der Jahrtausendwende sind die Zahlen abgestürzt.

Zwei kleine Kinder in Taiwan

Mit einer Ein-Kind-Politik wie in China hat das nichts zu tun, im Gegenteil – die Regierung würde gern mehr Nachwuchs sehen. (mehr …)


Bei 228 geht es nicht nur um Gedenken und Geschichte

„Die Art und Weise, wie mit diesem Gedenktag jedes Jahr aufs neue umgegangen wird, wird auf absehbare Zeit immer auch ein Anzeichen dafür bleiben, wie es um den innertaiwanischen Konsens über die eigene nationale Identität bestellt ist.“

So hatte ich 2009 hier im Blog einen Kollegen zitiert.  Kluge Worte. 228, das ist der 28. Februar, ein Gedenktag an den blutig niedergeschlagenen Volksaufstand von 1947, – aber eigentlich auch an die daran anschließende Kriegsrechts-Ära, die erst Anfang der neunziger Jahre von Taiwans heutiger Demokratie abgelöst wurde.

Seit 1995 spricht jedes Jahr an diesem Tag der Präsident bei einer Gedenkzeremonie, seit 1997 ist es ein nationaler Feiertag. Und, wie gesagt: Jedes Jahr lässt sich an den Diskussionen, Demonstrationen und Reaktionen ablesen, wie es um Taiwans Selbstverständnis gerade bestellt ist.

Demonstration vor der Chiang-Kai-shek-Gedenkhalle in Taipeh

Unabhängigkeitsbefürworter demonstrieren vor der Chiang-Kai-shek-Halle

Dieses Jahr kamen zwei Faktoren dazu, die den Tag besonders aufgeladen haben: (mehr …)


Hilfe für Taiwans südostasiatische Arbeiter

Um die oft schwierige Situation südostasiatischer Gastarbeiter ging es hier schon mehrmals. In einem Fall kann ich nun Fortschritte vermelden.

Irgendwann im Hauptbahnhof von Taipeh: „Ganz schön viel los heute“ denke ich, als die große Schalterhalle betrete, um mir eine Fahrkarte zu kaufen. Hunderte Menschen sitzen in dem riesigen Raum auf dem Fußboden und unterhalten sich. Wo wollen die alle hin?

Taipeh Bahnhof Arbeiter

Erst, als ich genauer hinsehe, merke ich: Die Leute, die hier grüppchenweise zusammensitzen, warten nicht auf einen Zug. (mehr …)


Taiwans Wirtschaftskapitäne wollen nicht von Bord gehen

Sie hießen Rockefeller oder Ford, Krupp oder Siemens. Legendäre Industrielle, die riesige Unternehmen aufgebaut und ebenso riesige Reichtümer angehäuft haben. In Taiwan gibt es seit dem Wirtschaftsboom eine ganze Reihe solcher Gründerfiguren. Nun läuft ihre Zeit ab. Das sehen nicht alle ein.

Viele, die Taiwan einst zum Tigerstaat gemacht haben, zögern lange, ihr Lebenswerk aus der Hand zu geben. Zu lange? Dies ist eine von vielen faszinierenden Geschichten. Es geht um Y.C. Wang und Formosa Plastics, aber auch um Taiwan als ganzes.

Formosa Plastics Fabrik Mailiao Schornstein

Vor einigen Jahren machte ich mit anderen Journalisten eine Informationstour an Taiwans Westküste. Es ging um Pläne für neue Fabriken an der Küste, die große Teile fast unberührten Wattenmeers zerstört hätten. Nach Protesten von Umweltschützern und Anwohnern überlegte die Regierung es sich schließlich anders.

Bei diesem Ausflug fuhren wir auch vor die Tore einer gigantischen Fabrikanlage ganz in der Nähe, die schon in Betrieb war. Errichtet auf 2000 Hektar Fläche (ja, 20 Quadratkilometer), die im Meer aufgeschüttet wurde, steht der „Naphtha Cracker Nr 6“ von Formosa Plastics in Mailiao, Yunlin County. (mehr …)


Taiwan und der Islam: Mehr als Touristen und Gastarbeiter

Nicht nur im Schatten der Weltpolitik liegt Taiwan, sondern auch abseits internationaler Flüchtlingsrouten. Syrien und der Nahe Osten sind von hier aus der Ferne Westen. Ist der Islam in Taiwan also ein Fremdkörper? So einfach ist es nicht.

Islamisches Grab Friedhof

Frauen mit bunten Kopftüchern, Läden mit dem Koran in der Auslage, exotisches Essen: Auch das ist Taipeh. Die allermeisten Menschen hier wissen aber nichts davon. (mehr …)


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