Politik


In Taiwan beschäftigen Coronavirus und Covid-19 uns schon seit Januar. Deutschland hat sich mit einer umfassenden Reaktion mehr Zeit gelassen. Dabei hatten beide Länder ihre ersten einheimischen Ansteckungen am selben Tag gemeldet. Ich vergleiche die Reaktionen. Mit Zeitachse.

Zwei Länder, eine Herausforderung

Anmerkung: Seit der Veröffentlichung vor einigen Tagen wurde dieser Beitrag oft geteilt. Das ist schön, denn Taiwan verdient Aufmerksamkeit. Darunter sind aber auch – z.B. auf Twitter – eine Reihe Accounts vom scharf rechten Rand. Ein kurzer Blick auf einige dieser Profile macht deutlich, was von diesen Leuten zu halten ist. Wer „Gutmensch“ für ein Schimpfwort hält oder „linksgrünversifft“ für einen akzeptablen Begriff, wer generell Menschenfeindlichkeit zum Leitprinzip erhebt, der macht sich in meinem Augen lächerlich und disqualifiziert sich für jeden ernsthaften Diskurs. Solchen Gesellen sei gesagt: Ich will Eure Reichweite nicht, ich will Eure Klicks nicht. Auch wenn ich die deutsche Virus-Krisenpolitik (vor allem von Ende Januar bis Ende Februar) kritikwürdig finde, stehen wir nicht auf der gleichen Seite.

Im Vergleich mit fast allen anderen Ländern liegen die Infektionszahlen in Taiwan (aktuelle Zahlen hier) sehr niedrig. Irgendetwas wird Taiwan wohl richtig gemacht haben. Und deshalb fühlen ich – und alle, die ich kenne – uns hier derzeit auch ziemlich sicher.

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Taiwan hat gewählt, Präsidentin und Parlament. Dass die internationale Aufmerksamkeit 2020 hoch war, lag an China. Wie haben deutschsprachige Medien berichtet?

Zeitungen Schlagzeilen Taiwan Wahl 2020
Schlagzeilen am Tag danach

Es war mein vierter Präsidentschaftswahlkampf in Taiwan – und wohl der spannendste. Obwohl die letzten Umfragen eindeutig schienen, hing große Unsicherheit in der Luft: Könnte der KMT-Kandidat Han Kuo-yu einen unerwarteten Überraschungserfolg landen, seine Anhänger in letzter Minute geschlossen mobilisieren? Dass sie auf einen „Trump-Effekt“ hofften, räumten Hans eigene Wahlkampfmanager offen ein.

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In wenigen Tagen ist es soweit: Am Samstag (11.1.2020) wählen die Menschen in Taiwan ihr Staatsoberhaupt und ihr Parlament neu. Vorher aber noch ein Blick auf eine wichtige Sendung im deutschen Fernsehen.

ARD Weltspiegel Team Taroko

Für mich sind es die vierten Präsidentenwahlen, die ich in Taiwan erlebe. Wie 2016 werde ich vor allem das Team des ARD-Ostasienstudios begleiten und mit dafür sorgen, dass Taiwan mal wieder in Sendungen wie der 20-Uhr-Tagesschau ein Thema sein wird.

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Seit Monaten dauern die aktuellen Proteste in Hongkong nun schon an, und von Beginn an beobachten die Taiwaner sie mit besonderer Aufmerksamkeit und Sorge.

Warum das so ist, und was Taiwan über „Ein Land, zwei Systeme“ denkt, darüber habe ich einen Artikel für „Das Parlament“ geschrieben. Das ist eine politische Wochenzeitung, die vom Bundestag herausgegeben wird.

Mein Artikel steht im E-Paper auf Seite 12 unten.

Jemand bei Taiwans Vertretung in Berlin hat ihn auf Chinesisch übersetzt!

Für diesen Bericht hatte ich u.a. Klaus-Peter Willsch befragt. Er ist CDU-Abgeordneter im Bundestag und seit Jahren der Vorsitzende des „Parlamentarischen Freundeskreises Berlin-Taipei“. Diese Parlamentariergruppe, die sich besonders um gute Beziehungen mit Taiwan bemüht, zählt etwa 30 Mitglieder aus allen im Bundestag vertretenen Parteien außer der Linken.

Klaus-Peter Willsch mit Taiwans Kulturministerin Cheng Li-chun

Das ganze Interview mit Klaus-Peter Willsch

Weil ich in dem Text als Platzgründen nur einen Bruchteil seiner Antworten unterbringen konnte, veröffentliche ich sie hier noch einmal komplett. Wir hatten uns per Mail ausgetauscht.

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Interview: Taiwans Vetreter in Deutschland hat nur begrenzten politischen Spielraum – doch den will er nutzen

Ohne offizielle diplomatische Beziehungen sei er ein „U-Boot“ sagt Shieh Jhy-Wey (謝志偉) scherzhaft – ein „Untergrund-Botschafter“. Auf seiner Mission in Deutschland muss der diplomatische Quereinsteiger politischen Untiefen ausweichen und den Spielraum seines Landes immer wieder ausloten.

Shieh Jhy-Wey

Damit hat der frühere Deutschprofessor und TV-Talkmaster Erfahrung: Von 2005 bis 2007 stand Shieh schon einmal für Taiwan am Ruder in Berlin.

Mein Interview mit ihm (mehr …)


Wenn China mit Krieg droht, interessieren die Medien sich sogar für Taiwan (obwohl das nichts Neues ist)

Das Jahr 2019 begann für Taiwan mit einigen Paukenschlägen. So viele internationale Schlagzeilen gab es lang nicht mehr. Und dann auch noch eine herausragende Sendung im deutschen Radio! Und eine Frage, die ich der Präsidentin stellen konnte. Was ist passiert?

Apple Daily Xi Jinping Wolf

Wie heißt es auf Twitter oft so schön: Die Dinge eskalierten rasch. Das betraf in diesem neuen Jahr auch Taiwan, zumindest medial. (mehr …)


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