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A Tale of Two Buildings

Are eyesores in Taiwanese cities just a fact of life, or can something be done about it? Two buildings and a virtual time machine got me thinking.

Old building renovated in Taiwan

When I recently wrote a German article titled „Why Germans pay more attention to an orderly cityscape than Taiwanese“, and the Goethe Institute translated it into Chinese, it got widely shared on social media. (mehr …)


Eine Stadt denkt um: Weniger Beton, mehr Geschichte

In Taipeh werden Straßen umgestaltet und die Abrissbirne geschwungen. Der Bürgermeister nutzte die Feiertage zum Chinesischen Neujahrsfest, um eine schmuddelige Ecke der Stadt aufzuwerten und Taipehs alte Schätze besser zur Geltung zu bringen.

Taipei Beimen neu

Dieses Stadttor ist einzigartig in Taipeh

Es geht um Beimen (北門), das Nordtor, Taipehs einziges im Originalzustand erhaltenes Stadttor. Erst Ende des 19. Jahrhunderts (mehr …)


Das wunderschöne Beitou Hot Spring Museum

Altbau oder Neubau? Für mich keine Frage. Ich liebe alte Gebäude. Erst recht, wenn sie gut erhalten sind. Trotz aller Bausünden findet man in Taipeh noch viele echte Schmuckstücke – wenn man weiß, wo. Die meisten stammen aus der japanischen Kolonialära. In Beitou steht ein besonders schönes Beispiel.

Taipei Beitou Hot Spring Museum

Wer heutzutage nach Xinbeitou fährt und dort den prächtigen Park abspaziert, muss sich schon sehr anstrengen, um das Hot Spring Museum zu übersehen. Wie aus dem Ei gepellt (mehr …)


Unser Taipeh soll schöner werden

Demnächst werde ich vielleicht obdachlos. Und alle meine Nachbarn mit mir. Die Stadtregierung von Taipeh plant eine neue U-Bahn-Linie, um den östlichen Stadtrand besser anzubinden. Und die Endstation könnte genau dort liegen, wo jetzt noch unsere Häuser stehen. In der ganzen Stadt stehen viele Bewohner vor einer ähnlichen Situation.

Haus Wohnblock Taiwan

(Symbolbild: Dies ist nicht mein Haus. Könnte es aber sein.)

Wenig ansehlich: Das Stadtbild von Taipeh

Einen Preis für Schönheit im Städtebau hätte unser Wohnlock selbst zu seinen besten Zeiten nie gewonnen. An der etwa hundert Meter langen Reihe von vier- oder fünfstöckigen Häusern hat der Zahn der Zeit kräftig genagt. Solche Plattenbauten schossen in den siebziger Jahren flächendeckend aus dem Boden, als Wohnraum für die damals noch rasant wachsende Bevölkerung knapp war. Heute sind die Betonfassaden verwittert, Kabelwirrwarr zieht sich kreuz und quer, und die Fenstergitter, mit denen jedes Haus an ein Gefängnis erinnert, rosten vor sich hin.

Warum sehen die Häuser so aus? Mein Blogeintrag übers Wohnen in Taiwan

Für die Bewohner ist das zweitrangig. Sie freuen sich über das kostbare Wohneigentum in der Hauptstadt, wo die Immobilienpreise seit Jahren in die Höhe schießen. Und das Innere ihrer Apartments halten sie sowieso in Schuss.

Ein Blick ins Erdgeschoss zeigt, dass hier wahres Leben gewachsen ist. Ein Laden reiht sich an den anderen. Allein in unserem Block finden sich ein Frühstücksimbiss, zwei Mofawerkstätten, ein Bilderrahmen-Schreiner, ein Vertrieb für Geldzähl-Maschinen, eine Zahnarztpraxis und das Büro des gewählten Nachbarschafts-Vorstehers.

Skepis und Unsicherheit: Die Bewohner

Genau dort hängen seit einigen Monaten Neuigkeiten zum geplanten U-Bahn-Bau aus. Ab und zu trifft sich die Nachbarschaft Sonntagmorgens zu Informationsveranstaltungen. Da geht es darum, ob man Widerspruch einlegen oder die Angebote der Stadt akzeptieren sollte. Kalte Enteignung muss niemand fürchten. Vielen aber ist ihr in die Jahre gekommenes Heim lieber als ein in Aussicht gestelltes modernes, aber etwas kleineres Apartment in dem Hochhaus, das hier bald mit der neuen U-Bahn-Station entstehen könnte. Und es gibt die Befürchtung, dass man seinen Anteil am Grund und Boden mit mehr Parteien teilen müsste und er somit an Wert verlieren wird.

Hochhaus Apartments Taiwan

In Taipeh steht viel marode Bausubstanz, bei der Renovierung zwecklos wäre und wertvoller Platz nicht effizient genutzt wird. Von Neubau-Plänen profitieren aber große Investoren eher als die angestammten Bewohner, deren gewachsene Viertel oft kaputt-modernisiert werden. Im Erdgeschoss der überall neu entstehenden Apartment-Türme ist neben Empfangshalle, Pförtnerloge und Tiefgaragen-Einfahrt  meist kein Platz mehr für kleine Geschäfte.

Es gibt auch gelungene Neubauten: Architekturführer Taiwan

Stimmt die Mehrheit der Wohneigentümer in einem Block der Modernisierung zu, können die anderen nichts mehr dagegen tun. Das führt angeblich dazu, dass einige Firmen stimmberechtigte Strohmänner ansiedeln, bevor die Pläne bekannt werden.

Widerspenstig: Wenn Anwohner nicht weichen wollen

Vor einigen Monaten machte das Thema Schlagzeilen, weil eine Familie sich als einzige weigerte, ihr Haus zu räumen. Die Investoren pochten auf ihre Baugenehmigung und rückten mit Bulldozern an. Die Fernsehbilder der Familie Wang aus Shilin, die sich erfolglos gegen den Abriss wehrte, stachelten den Volkszorn an und sorgten für eine breite Diskussion. Einige Gesetze sollen nun anwohnerfreundlicher gestaltet werden. Es war außerdem einer der Vorfälle, die 2012 Taiwans Studentenbewegung wachrüttelten.

Die Wangs fordern den Wiederaufbau ihres Hauses. Ihre ehemaligen Nachbarn dagegen drängen Bauträger und Stadtregierung, endlich die neuen Gebäude hochzuziehen – sie warten in ihren Ausweichunterkünften schon seit vielen Monaten auf die versprochenen Neubauten.

Einen ähnlichen Fall gab es ganz in der Nähe meiner Wohnung: An einer großen Kreuzung lehnte ein älterer Mann die Pläne als einziger ab, nachdem seine Nachbarn nach und nach eingewilligt oder aufgegeben hatten.

Dieser Fall und mehr Hintergründe: Families call for fairer urban renewal law

Rund herum hatte der Abriss schon begonnen, aber er harrte monatelang in der Trümmerwüste aus und hängte Transparente aus dem Fenster. So sah es rund um das Haus aus:

Abriss Urbal Renewal Taipei

Mittlerweile hat er doch die Segel gestrichen, und das Haus ist weg.

Sollte es bei uns zum Abriss kommen, werde ich mich nicht an solchen Diskussionen beteiligen – ich bin nämlich nur Mieter und werde mir notgedrungen etwas Neues suchen.

Alt, authentisch und günstig oder neu, schick und etwas teurer: Wohnen Sie in Taiwan? Was sind Ihre Erfahrungen?


Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung (s.u.) beschäftigt sich dieses Mal u.a. mit folgenden Themen:

  • Positive Reaktion auf Hsiehs China-Besuch
  • Moody’s bestätigt Taiwans Bonität
  • Mega-Immobilienprojekt in Taipeh
  • Ausstellung zu Günter Grass in Tainan

So wie hier in Hongkong soll es bald auch rund um Taipehs Hauptbahnhof aussehen:

Der Hauptbahnhof von Taipeh soll zu einem mehrere Milliarden NT$ schweren Immobilienkomplex ausgebaut werden. Die Planungen sehen vor Hotels, Büros, Restaurants und Geschäfte in den Gebäudekomplex zu integrieren (…). Im Rahmen des Bauprojekts, das außerdem die Errichtung zweier Hochhäuser mit 56 respektive 76 Stockwerken vorsieht, wird eine Nutzfläche von insgesamt 158.000 Quadratmetern geschaffen werden, also eineinhalbmal soviel wie die Fläche des Taipei 101. Des weiteren soll der Komplex zu einem Verkehrsknotenpunkt umgestaltet werden, an dem neben den drei U-Bahn-Linien die Hochgeschwindigkeitszüge und die Eisenbahn Taiwans sowie die S-Bahn zum Flughafen zusammenlaufen werden.

Das wird dann sicher auch ein Fall für den Architekturführer Taiwan.

In der vorherigen Ausgabe, die ich noch nicht online gestellt hatte, ging es u.a. um diese Themen:

  • Präsident Ma zum Nationalfeiertag
  • Außenhandel wächst wieder
  • Frauen in der Politik

Taiwans Gesellschaft hatte schon immer moralische Vorurteile gegenüber Frauen in der Politik sowie einen starken Hang zum Voyeurismus, was viele Frauen davon abhält, in die Politik zu gehen. Yang Tsui, Professorin an der Dong Hwa University sagt, es gebe ein gespaltenes Verhältnis in der Gesellschaft in Fragen von Geschlecht und Macht. Männer, die gezielt eine Machtposition anstreben, würden für die Zurschaustellung von Männlichkeit und Stärke bewundert, aber eine Frau, die Ambitionen auf eine Machtstellung zeigt, werde oft unbewusst als jemand angesehen, der “die hässliche Seite seines Charakters zeigt“ oder gar verteufelt.

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten:


Ein Buch über Architektur in Taiwan

Taiwans Architektur – das sind nicht nur Betonkästen mit verwitterten Betonfassaden oder schmuddeligen Kacheln, die das Bild vom Leben in Taiwan prägen.

Abgesehen vom Taipei 101 und anderen Touristenattraktionen muss man allerdings schon genau wissen, wohin man schauen sollte, um ansprechende und ungewöhnliche Bauwerke zu entdecken. Dabei kann der Architekturführer Taiwan helfen.

Am Samstag (13.10.) ist Autor Ulf Meyer in Taipeh, um die englische Ausgabe seines Buches vorzustellen.

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im URS21 Chung Shan Creative Hub 中山創意基地 (Facebook), einem Ort, der mir noch nicht bekannt war. Adresse: Minsheng East Rd., Sec. 1, No. 21. Meyer wird seinen Vortrag auf Englisch geben.

Aufs Bild klicken zum Vergrößern:

Auf Deutsch ist der Architekturführer Taiwan z.B. bei Amazon.de erhältlich:


Weil der Verlag mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt hat, konnte ich mir das Buch einmal ansehen. Größer als ein übliches Taschenbuch, mit mehr als 250 Seiten und sehr vielen ansprechenden Fotos macht es einen hochwertigen Eindruck.

Taiwans „dritter Weg“

Im Vorwort erklärt Meyer, der seit 2003 fast jedes Jahr nach Taiwan gekommen ist, was ihn hier fasziniert:

Wie das Land, so sucht auch seine Baukunst nach einem Platz in der Welt: zwischen westlicher Wirtschaftsordnung und östlicher Kultur und Mentalität – einen dritten Weg zwischen rationaler Moderne und traditioneller Ikonografie.

Architekturführer Taiwan Hauptpostamt Taipei

Die Konkurrenz zwischen Taiwans Städten und Regionen, die „um Bedeutung, Status, Besucher, Investitionen und Aufmerksamkeit wetteifern“, sieht er als Stärke Taiwans:

Der Wettbewerb zwischen den Metropolen treibt bunte Blüten; doch ist in Taiwan gute bis sehr gute Architekturqualität oft auch in kleisten Gemeinden oder auf dem Land zu finden. Die Regionen haben ihre kulturellen Eigenheiten und sind souverän genug, Architektenkarrieren zu ermöglichen und zu fördern.

Architekturführer Taiwan Kongresszentrum Taichung

Von der japanischen Kolonialzeit bis in die Gegenwart

Im Hauptteil stellt Meyer 125 bemerkenswerte Bauten vor, von der japanischen Kolonialzeit bis zu aktuellen Projekten, von denen erst Entwürfe existieren.

Mit 56 Einträgen stellt Taipei City den Löwenanteil. Aber auch Regionen wie Taoyuan, Chiayi, Yunlin und Changhua sind vertreten. Fast alle Bauwerke werden auf mindestens einer Seite mit mehreren Fotos vorgestellt. Es gibt auch QR-Codes, um per Smartphone den Weg zu finden.

Architekturführer Taiwan Kaohsiung

Das Spektrum reicht dabei sehr weit:

  • Unübersehbare Zeugnisse der japanischen Kolonialzeit (Präsidentenpalast, Zhongshan-Halle, Red House Theatre, Kontroll-Yuan, Nationalmuseum)
  • Nach 1949 entstandene Bürohäuser, Kirchen, Universitäten und Monumente (CKS- und SYS-Gedenkhalle, Grand Hotel)
  • Aktuelle Hingucker (Taipei 101, Keramikmuseum Yingge, Chung Tai Shan-Kloster, World Games-Stadion)
  • Gewagte Bauten der nahen Zukunft (Theaterzentrum am Shilin-Nachtmarkt,  TEK Cube am Citizen Boulevard, Taipei Pop Music Centre, geplant für 2014 an der MRT Kunyang)

Architekturführer Taiwan Pop Music Centre

Die Texte sind kenntnisreich geschrieben – nicht nur, was das Fachwissen um Architektur angeht. Der Autor hat sich auch gründlich mit Taiwans (Stadt-)Geschichte und Kulturen beschäftigt. So lernt man nebenbei eine Menge dazu, und das macht diesen Architekturführer zu einer guten Ergänzung für klassische Taiwan-Reiseführer.

Auch wer schon länger in Taiwan wohnt, wird das eine oder andere Bauwerk mit neuen Augen betrachten und auch dort Interessantes entdecken, wo er vorher vielleicht nur ein weiteres Bürohaus-Monstrum gesehen hat.

Architekturführer Taiwan Hung Kuo Gebäude