Taipeh Flüge jetzt buchen EVA AIR

 

Entries tagged with “China”.


Wie Hysterie und vorgefasste Meinungen Taiwan nicht gerecht werden

Huch, was war denn da passiert? Gestern war Taiwan plötzlich der Aufreger des Tages. Medien weltweit und auch in Deutschland überschlugen sich mit Meldungen.

Normalerweise interessieren sie sich kaum so flächendeckend für Taiwan, es sei denn, es gibt Wahlen, Naturkatastrophen oder schräges irrelevantes Zeug zu vermelden.

ZDF heute journal Taiwan

Gestern war es nichts davon, das Claus Kleber dazu brachte, im ZDF Heute-Journal mal wieder daran zu erinnern, wo Taiwan überhaupt liegt. Gestern war es Donald Trump.

Was war passiert? (mehr …)


Trump-Schock auf taiwanisch

Um die US-Wahlen zu verfolgen, lebe ich in Taiwan genau in der richtigen Zeitzone. Morgens um sieben schlossen die ersten Wahllokale. Und am frühen Nachmittag, als die Amerikaner schon die Nacht durchmachen, stand das Ergebnis fest – das die meisten in Deutschland dann erst nach dem Aufwachen erfahren haben.

Trump Park Werbung Taipeh

Natürlich war die Überraschung hier genauso groß wie im Rest der Welt. Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten – noch vor einem Jahr war das die Pointe von müden Witzen. Aber es ist nun mal passiert.

Was heißt das nun für Taiwan?

(mehr …)


Why do the United Nations not recognize the Taiwan passport?

It was a big media story in Taiwan: When trying to visit the U.N. office in Geneva, a Taiwanese woman was denied entry. The reason, she was reportedly told: Since the United Nations do not recognize Taiwan, her Taiwanese (ROC) passport cannot be accepted either. I wanted to know: What’s going on there? Listen to this interview with a U.N. spokesperson.

To get first-hand information, I asked a colleague of mine who lives in Geneva for help: Marc Engelhardt, a specialist for reporting on the United Nations. He managed to ask the U.N. spokesman in Geneva, Rhéal LeBlanc, some questions about Taiwan and the passport refusal.

First, listen to his anwers in this video:

(It has Chinese subtitles. Click on the symbols below the video if you don’t see them.)

So what have we learned? (mehr …)


Von Taiwan zur Stippvisite nach Shanghai

Als neulich der erste Taifun des Jahres über Taiwan hinwegzog, Bäume entwurzelte und Felder verwüstete, konnte ich 700 Kilometer weiter nördlich trockenen Fußes eine für mich neue Welt erkunden: Zum ersten Mal war ich in Shanghai. Und es war ganz anders, als ich erwartet hatte.

Shanghai Straßen Altstadt

Ein Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte mich nach Shanghai geführt. Eine Woche lang half ich jeweils neun deutschen und chinesischen Nachwuchsjournalisten dabei, gemeinsam eine Zeitschrift zum Thema „Nachhaltigkeit“ zu schreiben. Eine tolle kulturübergreifende Erfahrung und ein beeindruckender Beleg dafür, wie durch Schweiß und Inspiration in kurzer Zeit aus dem Nichts ein greifbares Ergebnis entstehen kann. Sobald unser Magazin erschienen ist, werde ich auch eine PDF-Datei hochladen.

Shanghai KAS Seminar

Shanghai also. Natürlich hatte ich vorher eine Menge Klischees im Kopf – wie das so ist, wenn man einen Ort noch nie bereist hat. Auch wenn ich die meiste Zeit im Seminarraum verbringen musste, konnte ich mir zum Glück ein paar eigene Eindrücke bilden.

Die Zeit in Shanghai erinnerten mich an meinen Abstecher nach Hongkong vor fünf Jahren, kurz vor dem Ende meiner allerersten Taiwan-Reise. Auch damals waren mir viele kleine und größere Unterschiede zwischen den Städten aufgefallen.

Lesetipp: Mein Blogeintrag aus Hongkong 2008

Dies sind meine Shanghai-Impressionen im Vergleich zu Taipeh:

Shanghai ist riesig.

Im Ballungsraum Taipeh leben außer mir noch sechs oder sieben Millionen. Aus deutscher Sicht ist es hier schon ganz schön voll. In Shanghai leben 23 Millionen – so viele wie in ganz Taiwan.

Shanghai Stadt Modell City Model

Taipeh ist eine Großstadt, Shanghai ist eine Mega-City. Wenn man im Taxi über die Hochstraßen saust, die kreuz und quer durch die Stadt führen, ziehen draußen schon mal eine Stunde lang Hochhäuser vorbei, und man hat nicht das Gefühl, das Stadtzentrum hinter sich zu lassen.

In Taipeh ist ein Gebäude mit 20 Stockwerken schon auffallend hoch. In Shanghai würde niemand auch nur einen zweiten Blick darauf verschwenden.

Shanghai Skyline Pudong Night

Nur das Taipei 101 mit seinen gut 500 Metern würde in der Wolkenkratzer-Kulisse von Pudong noch eine gute Figur abgeben. Der noch im Bau befindliche Shanghai Tower (auf dem Foto rechts, mit Kränen auf der Spitze) würde es aber um mehr als 100 Meter überragen.

Shanghai ist international.

Hier in Taipeh falle ich als westlicher Ausländer überall auf. In Shanghai gehören „Laowai“ (das sagen sie dort statt „Waiguoren“) als Touristen und Geschäftsleute viel selbstverständlicher zum Straßenbild. Und im Nachtleben stellen sie in den Warteschlangen für angesagte Bars sogar die absolute Mehrheit.

Shanghai hat einen Heiratsmarkt.

Chinesische Eltern greifen zur Selbsthilfe: Am Platz des Volkes, dem zentralen Park im Herzen der Stadt, stehen im dichten Gedrängel dutzende Mütter und Väter wie auf einem Basar. Sie preisen keine Waren an, sondern ihre Kinder. Frauen, die sich der 30 nähern, gelten ja als schwer vermittelbar (Stichwort 剩女 oder „Restefrauen“). Gleichzeitig finden viele Männer keine Partnerin.

Shanghai Heiratsmarkt Wedding Market

Geschlecht, Alter, Größe und Berufsausbildung – das sind die wichtigsten Daten auf den Zetteln, die sie den Passanten präsentieren. Keine Fotos. Einige legen aufgespannte Regenschirme auf den Boden, an denen sie ihre Kontakt-Anzeigen befestigen. Eisern halten sie ihre Positionen.

Shanghai Heiratsmarkt Eltern

Ob die Kinder wissen, dass ihre Eltern hier nach Ehepartnern suchen?

Ob sie damit einverstanden sind?

Ob diese Methode wirklich Erfolge bringt?

Shanghai Heiratsmarkt Aushang

Sicher ist nur: In Taipeh gibt es keine solchen Heiratsmärkte. Der Druck ist hier wohl nicht ganz so groß, das Verhältnis der Geschlechter ausgeglichener als in China, wo als Folge der Ein-Kind-Politik viele Töchter abgetrieben werden. (Solche geschlechtsspezifischen Abtreibungen gibt es in Taiwan auch, aber weniger häufig. Natürlich sind sie illegal.)

Shanghai achtet auf sein Äußeres.

Nicht nur die Glitzer-Glasfassaden der Hochhäuser machen was her. Auch die ganz normalen Plattenbauten hat zumindest mal jemand frisch gestrichen, und keine rostigen Gitterkäfige verunstalten die Fenster. Solche gepflegten Fassaden hatten mich schon in Singapur beeindruckt. Es geht also.

Klima, Regen, Luftverschmutzung? Alles Ausreden. Taipeh, bitte abgucken und nachmachen!

Denn wer aus Deutschland das erste Mal nach Taipeh kommt, muss tief durchatmen. Das äußere Erscheinungsbild der meisten Gebäude hier ist schlicht abschreckend. Historische Gebäude in gutem Zustand sind sowieso eine Seltenheit.

Im Schatten der Wolkenkratzer hat man im ehemaligen französischen Quartier von Shanghai dagegen einige lauschige Gassenviertel erhalten und restauriert.

Shanghai French Concession

Erwartet hatte ich eine Designerboutique oder Edel-Bar neben der anderen, doch dort wohnen tatsächlich noch ganz normale Menschen.

Shanghai Gasse Alleys

Shanghais Verkehr hat andere Probleme.

Scooter gibt es in Shanghai viel weniger als in Taipeh, und meist sind sie elektrisch betrieben. Das Gute daran: Die Bürgersteige werden nicht als Roller-Parkplätze zweckentfremdet. Der Nachteil: Fußgänger hören die E-Scooter nicht, wenn sie heranrauschen. Das ist besonders gefährlich, wenn man grüne Fußgängerampeln überquert – an die halten Rollerfahrer in Shanghai sich nämlich grundsätzlich nicht und fahren einfach durch. Viele Autos übrigens auch. Also lieber dreimal gucken!

Die Helmpflicht hat sich noch nicht bis Shanghai herumgesprochen – ich habe keinen einzigen Fahrer mit Schutzhelm gesehen.

In Shanghai sind die Taiwaner schon lange.

Family Mart-Convenience Stores und 85°C-Coffeeshops gehören auch in Shanghai zum Straßenbild.

Family Mart Logo China

Nur wer genau hinsieht, erkennt die Unterschiede auf den Logos: Kurz- statt Langzeichen.

85 C Coffeeshop China

Aber…

…auch in Shanghai gibt es traditionelle Schriftzeichen.

Und zwar ausgerechnet am zentralen Platz des Volkes. Da ist dieses Schild meinem Taiwan-geschulten Blick sofort aufgefallen:

Langzeichen China Traditional Chinese Characters Shanghai

Wie es kommt, was das soll? Keine Ahnung. Unsere chinesischen Begleiter waren selbst verblüfft.

Reisen bildet

Shanghai China Obst Fruit

So weit also mein kleiner Einblick ins große China. Immerhin: Nun habe ich es selbst erlebt. Irgendwann werde ich bestimmt nach Shanghai zurückkehren, aber rund um Taiwan gibt es noch eine Menge anderer Orte, die auf meiner Reiseliste stehen. Zum Beispiel:

  • Vietnam
  • Philippinen
  • Südkorea
  • Indonesien
  • Japan

Es gibt viel zu sehen!


Schwimmen statt streiten: Kinmen im Weltspiegel

Neulich war Taiwan ein Thema im ARD-Weltspiegel. Das wohl renommierteste Auslandsmagazin im deutschen Fernsehen berichtete von einem grenzüberschreitenden Wettschwimmen: Vom chinesischen Xiamen nach Kinmen, das von Taiwan verwaltet wird. Verpasst? Hier sind die Videos und ein paar Hintergrund-Infos.

ARD Weltspiegel Kinmen Flagge Taiwan China

120 Chinesen, 80 Taiwaner, acht Kilometer Schwimmen und ein Rennen – das Xiamen-Kinmen-Schwimmen fand am 6. Juli bereits zum fünften Mal statt. Die Richtung, in der die Schwimmer die Meerenge überqueren, wechselt von Jahr zu Jahr.

ARD Weltspiegel Kinmen Schwimmen Karte

China links, Kinmen rechts. Das Ziel war dieses Mal in der Mitte, auf der Insel Lieyu („Little Kinmen“).

Kinmen: Brennpunkt im Kalten Krieg

Natürlich hat die Veranstaltung eine große symbolische und auch politische Bedeutung. Die ältere Generation kennt Taiwans Vorposten vielleicht noch unter dem Namen „Quemoy“. In den fünfziger und sechziger Jahren war Kinmen auch deutschen Nachrichten ein großes Thema: Eine der heißesten Frontlinien im Kalten Krieg, bewaffnet bis an die Zähne, Sperrgebiet sogar für Taiwaner, Ziel amerikanischer Militärausbilder und vor allem unzähliger chinesischer Artilleriegranaten.

Kein Wunder also, dass der Beitrag in der ARD unter dem Titel „Aussöhnung mal anders“ lief. Oder alternativ: „Invasion der Badehosen“.

Das Video:

(Video in der ARD-Mediathek, auch zum Download / Infos zum Nachlesen)

Nicht der erste ARD-Bericht von Kinmen

Mein Job war es, vor dem Rennen Kontakt zur Regionalregierung von Kinmen aufzunehmen, die Reise vorzubereiten und vor allem zwei Teilnehmer zu finden, die sich bereitwillig von der Kamera begleiten lassen. Zum eigentlichen Dreh konnte ich leider nicht mitreisen, weil ich gleichzeitig in Shanghai zu tun hatte (mehr dazu in einem eigenen Blogeintrag).

ARD Weltspiegel Kinmen Schwimmen

Den selben Reporter und Kameramann hatte ich bereits vor einem Jahr nach Kinmen begleitet. Damals drehten sie für den Weltspiegel mit einem Schmied, der aus alten Granaten Messer fertigt.

Lesetipp: Messer, Granaten und Kanonen

Grenzfragen: Schwierige Dreharbeiten

Da ich in die Planung des Schwimm-Beitrags von Anfang an eingebunden war, habe ich miterlebt, wie dieser Dreh sogar die ARD vor Herausforderungen stellte. Der Plan war, sowohl beim Start in Xiamen dabeizusein wie auch 90 Minuten später am Ziel in Kinmen. Die strengen chinesischen Visabestimmungen für Reporter (und auch die ARD-Strukturen) machten eine Arbeitsteilung nötig:

  • Aus dem ARD-Studio Tokio, das auch Taiwan abdeckt, flog ein Team nach Taipeh und von dort nach Kinmen.
  • Aus dem ARD-Studio Peking machte sich ein weiteres Team auf den Weg nach Xiamen.
  • Das Taiwan-Team schnitt seine Sequenzen noch am selben Abend zusammen und überspielte sie nach Peking. Von dort ging der Beitrag zum Sender nach Hamburg.

Wer die ARD nicht von innen kennt, für den mag das nicht besonders kompliziert klingen, aber glauben Sie mir: Im Vorfeld war eine Menge Feinabstimmung nötig. Ich glaube, diese Form der Auslandsstudio-übergreifenden Zusammenarbeit für einen Einzelbeitrag war für den Weltspiegel sogar eine echte Premiere.

Zum besseren Verständnis haben die Kollegen noch diesen kleinen Blick hinter die Kulissen gedreht:

(Video in der ARD-Mediathek, auch zum Download)

Schön finde ich übrigens, dass die ARD ein unverkrampftes Verhältnis zur Verwendung von Begriffen wie „Taiwan“ und „China“ auch auf Landkarten hat:

ARD Weltspiegel Karte Taiwan China

Haben Sie den Beitrag gesehen? Halten Sie ihn für ein gelungenes Beispiel der Taiwan-Berichterstattung, oder hätten Sie etwas anders erzählt?


Wer sich für Taiwan interessiert, konnte in den vergangenen Wochen einiges Interessante aus der deutschsprachigen Blogosphäre erfahren. Vor allem Ludigels Output war mal wieder beträchtlich. Hier meine persönlichen Highlights.

Bürokratisches

In Sachen Papierkram-Pedanterie stehen Taiwaner den Deutschen in nichts nach. Ludigel hat sich daran gewagt, einen Pfad ins Dickicht zu schlagen. Er erklärt uns, wie man für in Taiwan geborenen Nachwuchs einen deutschen Pass beantragt, und versucht, Taiwans Rentensystem zu durchdringen: Hat man als Nicht-Staatsbürger auch Ansprüche und wenn ja, welche?

Und dann hat er noch herausgefunden: Lässt man sich von Amazon.de nach Taiwan liefern, wird offenbar die Umsatzsteuer erstattet, und Amazon kümmert sich ums Verzollen. Außerdem hat die Lieferung (eines Objektivs) nur drei Tage gedauert.

Heimisches

Taiwan buildings

Impressionen aus „Käfignesien“, Ludigels Wohnviertel in Taipeh. Über Fenstergitter, Parkplatzknappheit und Baulärm. Das ganz normale Leben halt.

Positives

Taiwan ist ein sicheres Land, freut sich Ludigel. Hier muss man sich spätabends im 7/11 weniger Sorgen machen als an einer Darmstädter Tankstelle.

Halbherziges

Im deutschen Redaktionsblog von Radio Taiwan International findet sich ein Bericht vom „Internationalen autofreien Tag“ in Taipeh. Da hat die Stadtregierung es doch tatsächlich geschafft, für einen halben Tag den Platz vor dem Rathaus für Autos zu sperren. Wahnsinn.

Was eigentlich passieren müsste, steht z.B. in diesem Kommentar in der Taipei Times.

Taiwan traffic, bike

Historisches

„Taiwan gehört sehr jeher zu China.“ So hört und liest man ja gelegentlich. Dass das großer Blödsinn ist, zu diesem Schluss kommen viele, die sich eingehend mit der Geschichte beschäftigen. Dezhong von Blickpunkt Taiwan hat sich die Mühe gemacht, über das Taiwan-Bild zur Zeit des chinesischen Kaiserreichs zu schreiben.

Tatsächlich sind konkrete Äußerungen zu Taiwan in altchinesischen Quellen mehr als spärlich. Der heutige Stand der seriösen Geschichtsforschung ist, dass es bis zum Ende der Ming-Dynastie (1368-1644) keine Aufschreibungen gibt, die sich eindeutig an Taiwan festmachen lassen. Das heißt natürlich nicht, dass kein Chinese zuvor jemals den Weg vom Festland auf „das andere Ufer“ gefunden hat.

Besinnliches

Luo2You1 macht sich so einige Gedanken über die geografischen Mittelpunkte Deutschlands und Taiwans.

Wahrnehmbar gemeinsam war beiden Orten ein dicker Stein, der unverrückbar bestätigte, dass die Suchenden selber im Mittelpunkt stehen. Denn die Zweifel an der Bedeutung solcher Punkte angesichts der eher willkürlichen Definition, technischen und tatsächlichen Meßbarkeit, der Veränderlichkeit staatlicher oder weniger staatlicher Gebilde, Motivation der Aufsteller sind enorm.

Und er hatte interessante Begegnungen in einer christlichen Kirche am Sonne-Mond-See: „Come back to God.“

Italienisches

Italienische Restaurant gibt’s in Taiwan viele, aber mit unseren europäischen Vorstellungen haben sie nicht immer viel gemein. Luo2You1 erinnert sich an einen Besuch:

Statt Parmesan, da die taiwanesische Reaktion auf würzigen Käse schwer einzuschätzen ist, gab es auf den Spaghetti Bolognese Bambusscheiben als „Käse-Fake“. Das passte und schmeckte gut zu den Nudeln. Zur Sicherheit hatte die Bestellerin noch eine extra Portion Teigtaschen geordert. Im übrigen war bei jedem Hauptgericht ein Glas Saft inbegriffen.

Auch in Ludigels Nachbarschaft hat so ein Taiwano-Italiener aufgemacht:

Der große Renner unter den Nudelgerichten ist ein chinesischer Seafood-Nudeltopf, bei dem lediglich die chinesischen Nudeln durch Spaghetti ersetzt worden ist. Etwa 50% der Kunden bestellen das. Die restlichen 50% bestellen Spaghetti mit Seafood, mit einer Art Bolognese dazu. Ich hatte immer Nudeln mit weißer Soße und Hühnerwürfeln drin, völlig geschmacklos, ohne Salz und ohne Wein und ohne Gewürze, aber hübsch anzusehen.

In der Nachbarschaft wurde der Laden ein großer Erfolg, so dass Ludigels taiwanische Familie ihn nun drängt, ebenfalls ein Lokal zu eröffnen.

Mein Einwand war immer, das wir als La Familia in Punkto Gastronomie keine Erfahrung haben würden, aber – so machte meine Frau deutlich – mangelnde Fachkenntnis ist in Taiwan kein Hinderungsgrund ein Geschäft auf zu machen.

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com und auf meine Liste weiterer deutschsprachiger Taiwan-Informationsquellen. Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.