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Steinmeier, Wikileaks und Taiwan

Für die Bundesregierung gehört Taiwan zum „chinesischen Territorium“. Das geht über die Politik z.B. der USA hinaus. Eine Wikileaks-Veröffentlichung verrät, was hinter dieser Aussage von Frank-Walter Steinmeier stecken könnte.

Morgen Abend wird fein gespeist in einer Wannsee-Villa, man wird sich beraten, Abkommen unterzeichnen und gegenseitig seiner Wichtigkeit versichern. So geht es zu, wenn Chinas Premierminister Wen Jiabao mit 13 Ministern zu den ersten deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen nach Berlin kommt. China ist eine Diktatur, aber für Deutschland ein zu wichtiger Handelspartner, um nicht den roten Teppich auszurollen.

Taiwan dagegen ist eine Demokratie, ein wichtiger Handelspartner, aber nicht wichtig genug, um das „gute Verhältnis“ mit China zu trüben. So kommt es, dass die Bundesregierung Taiwans Demokratie mit Missachtung straft, während sie ansonsten gern weltweit für Demokratie und Selbstbestimmung eintritt, vom Kosovo bis zum Südsudan. (mehr …)


It seems quite natural that someone who has been head of the DPP twice is now competing for its Presidential nomination. However, the closer one looks at the case of Hsu Hsin-liang (許信良), the more unsusual it appears to be.

For example, a Chinese dissident has mentioned Hsu’s name in connection with alleged plans for a Beijing-funded political organization, to be established as a puppet party in Taiwan after the 2012 Presidential elections (see below).

He has also been called a „DPP turncoat“ whose „position in the election primary is exactly the same as the KMT’s.“

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Per Mail erreichte mich kürzlich dieser Hilferuf aus Deutschland:

Im Angesicht dessen, dass vermutlich bald ein chinesischer Großaktionär bei uns einsteigt, ist unter den Kollegen das Interesse an der (Kommunikations-) Kultur und Sprache gestiegen.

Könntest Du mir ein paar Eigenarten nennen, die beim Kontakt mit Chinesen für uns Europäer
als unkonventionell gelten und vielleicht auch etwas über den Aufbau der Sprache sagen?

Nun lebe ich zwar in Taiwan und nicht in China, aber natürlich gibt es zwischen beiden Ländern eine Menge kulturelle Gemeinsamkeiten – genauso wie große Unterschiede. Was ich also einigermaßen spontan (und hoffentlich nicht zu konfus) als Antwort zusammengeschrieben habe, bezieht sich auf China, wird aber z.T. gespeist durch meine Erfahrungen in Taiwan.

Generalisierungen bringen es immer mit sich, dass man vielen nicht gerecht wird. Ich bitte um Nachsicht, falls meine Stichpunkte zu holzschnittartig ausgefallen sind. Es gibt sind natürlich schon viele Bücher zu genau diesen Themen geschrieben worden, über kulturelle Differenzen zwischen China und dem Westen im Allgemeinen, und auch im Hinblick auf Business.

Ganz unbedingt empfehlen kann ich „Ost trifft West“, denn dieses Buch erklärt wichtige Punkte ganz ohne Worte, nur mit brillanten Piktogrammen. Das ist nicht nur aufschlussreich, sondern auch unterhaltsam, und wird sicher auch allen Kollegen gefallen.

Zur Vorbereitung auf Taiwan habe ich damals u.a. den „China-Knigge“ gelesen, der auch viele lohnenswerte Kapitel enthält.

In der Kommunikation zwischen Deutschen und Chinesen kommt es häufig zu Missverständnissen, wenn Deutsche Probleme direkt ansprechen und Kritik offen aussprechen. (mehr …)


Wo Demokratie auf Chinesisch funktioniert

Die „Republik China“ auf Taiwan ist Peking ein Dorn im Auge – US-Waffenlieferungen Thema beim Gipfeltreffen in Washington

Taiwans größte Touristenattraktion sorgt dieses Jahr für Verwirrung. Seit dem spektakulären Silvesterfeuerwerk prangt in 20 Meter hohen Leuchtbuchstaben „100 ROC“ an der Fassade des bambusförmigen Taipei 101, bis vor kurzem der höchste Wolkenkratzer der Welt. „100 Jahre Republic of China“ – welche Bedeutung dieses Jubiläum hat, ist den meisten Besuchern nicht bekannt.

Gerade mal so groß wie Baden-Württemberg, ist Taiwan seit über 60 Jahren potentieller Krisenherd und Mittelpunkt eines vertrackten Beziehungsdreiecks. Beteiligt ist neben der Volksrepublik China und den USA die Republik China – ein Staat, der für die internationale Diplomatie eigentlich gar nicht mehr existiert, (mehr …)


Interessante Veranstaltung am Wochenende:

Unter der Überschrift „Von Erzfeinden zu Blutsbrüdern“  (Chin: „世仇怎麼變密友“, Eng: „Who offers the first olive twig?“) findet am 30.10.2010 im Taipei-Salon eine Diskussion über die Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen und die Entwicklung dieser beiden historischen Erzfeinde zu außergewöhnlich gut befreundeten Partnern in der EU statt.

Vortragen werden dazu die Generaldirektorin des Deutschen Instituts, Birgitt Ory, und der Leiter des Französischen Instituts in Taipei, Patrick Bonneville. Die Veranstaltung wird moderiert durch Frau Prof. Lung Yingtai.

30.10. (Samstag), 14:00-16:00 Uhr in der Yue-han Hall, Taipeh, Jinhua-Street, 110 (月涵堂會議廳,台北市金華街110號). Tel.: 02-33224907

Die gesamte Veranstaltung wird auf Englisch, ohne Verdolmetschung, durchgeführt.
Registrierung auf der Webseite der Lung-Yingtai-Stiftung ist empfohlen.

Interessant, dass ausgerechnet die Lung-Yingtai-Stiftung diese Diskussion durchführt. Frau Lung („Drache“) 龍應台 ist eine der bekanntesten Intellektuellen Taiwans und Professorin an einer Uni in Hong Kong. Sie stammt aus einer Festland-Familie und war unter Bürgermeister Ma Ying-jeou (dem jetzigen Präsidenten) Kultur-Stadträtin von Taipeh. Sie spricht sich für Demokratie und Eigenständigkeit Taiwans (bzw. der Republik China) aus. Allerdings sieht sie Taiwan dabei, so weit ich das verstehe, immer als Teil eines „chinesischen Kulturraums“, wie die derzeitige Regierung ja auch.

Ein Beispiel: Lungs vor einem Jahr international hoch gelobtes Buch „Großer Fluss, großes Meer“ über den chinesischen Bürgerkrieg hat mit Taiwan direkt nur wenig zu tun, schildet es doch die Kämpfe zwischen Kommunisten und KMT auf dem Festland. Dennoch wurde Lung im Ausland als repräsentative Stimme Taiwans verstanden, und es entstand der Eindruck, als seien die von ihr geschilderten Ereignisse eine taiwanische Kollektiv-Erfahrung oder irgendwie konstituierend für Taiwans Selbstverständnis. (6 Millionen Menschen lebten bereits auf Taiwan und hatten mit dem Bürgerkrieg nichts am Hut, als 1949 die KMT mit nur 1,5-2 Millionen übersetzte.)

Das deutsch-französische Modell der Aussöhnung auf Taiwan und China zu übertragen, wie es die Wahl ausgerechnet dieses Themas für eine Diskussion in Taipeh naheliegt, würde natürlich voraussetzen, dass beide Seiten komplett getrennte Antagonisten mit völlig unterschiedlichen Hintergründen sind. Das sieht aber niemand in Taiwans derzeitiger Regierung so.

(PS: Wann erscheint das Buch eigentlich in deutscher Übersetzung? Oder in englischer?)

 


Hochinteressante Diskussionen im Forum von Spiegel Online anlässlich der US-Waffenlieferungen an Taiwan.

Da kommen sie alle zu Wort, die Faktenverdreher, Anti-Amerikanisten, China-Trolle und Nazi-Vergleicher. Und auch eine ganze Reihe vernünftiger, sachkundiger Stimmen. Falls einer von denen zufällig hier mitlesen sollte, bitte meldet Euch mal. (G.W., Dich kenne ich natürlich schon.)