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Arbeitskampf auf dem Flughafen

Deutsche haben ja Erfahrung mit Streiks, die den Verkehr lahm legen. Wenn Piloten oder Lokführer für bessere Arbeitsbedingungen protestieren, schwanken die Reaktionen zwischen „das ist ihr gutes Recht“ und „Geiselnahme der Passagiere“. Genau so war es vor gut einer Woche in Taiwan.

China Airlines Personal

Mit dem lächelnden Personal von den Werbefotos hatte das nichts mehr zu tun: Am internationalen Flughafen Taipei-Taoyuan ging es chaotisch zu. Streikende Angestellte blockierten den Check-in-Schalter (mehr …)


Alles für ein paar Geschichtsbücher? Minderjährige machen Druck

Regierungsgebäude besetzt und umzingelt, junge Demonstranten in Massen auf der Straße, Forderungen nach Transparenz… das klingt bekannt, nach der Sonnenblumen-Protestbewegung vom letzten Jahr. Aber es sind andere, jüngere Demonstranten, und sie verfolgen neue Ziele. Ein Selbstmord ließ die Proteste nun eskalieren.

So langsam sollte ich mir wohl Sorgen machen. Wieder einmal passieren in Taiwan wichtige Dinge, während ich gerade nicht im Lande bin.

Schüler Proteste Taiwan

Als die Studenten der Sonnenblumen-Bewegung im Frühjahr 2014 das Parlament besetzten, war ich gerade in Deutschland. Und auch jetzt, wo der lange gärende Protest von Highschool-Schülern gegen den neuen Geschichts-Lehrplan eskaliert, (mehr …)


Milliardenschweres Feindbild im Gefängnis

Einer der reichsten Männer des Landes sitzt in Untersuchungshaft, weil sein Bauunternehmen geschmiert haben soll. Und ein hochrangiger Politiker, der schon lange unter Verdacht stand, hat das Geld wohl nur zu gern genommen. In Taiwan, seit der Parlamentsbesetzung durch Studenten aufgerüttelt, halten viele das für die Spitze des Eisbergs.

Taipei Dome Tree Protests

Proteste gegen Farglory am Taipei Dome

Mit einem Koffer voll Bargeld ist ein Skandal ins Rollen gekommen, der das Thema Korruption in Taiwan ganz weit nach oben auf die Tagesordnung gesetzt hat. Ein Mittelsmann hatte (mehr …)


Niemals geht man so ganz: Taiwans Parlament wird ent-setzt

Es gab keine deutschen Berichte über die Studentenproteste und Demonstrationen? Stimmt nicht! Hier sind die Gegenbeispiele.

Taiwan Demonstration Berlin

Solidaritätsdemo in Berlin am 30.3.

Eines der spannendsten Kapitel in Taiwans jüngerer politischer Geschichte erlebt am Donnerstag einen vorläufigen Höhepunkt: Die protestierenden Studenten wollen aus dem besetzten Parlament abziehen.

„Wieso haben die deutschen Medien nicht über die Proteste berichtet?“, höre ich derzeit oft.

Nun würde ich gern sagen „Weil ich gerade nicht in Taiwan bin“, aber so düster ist die Lage eigentlich nicht. (mehr …)


Taiwans „nüchterne, unaufdringliche Hausfassaden“

Das ist meine Lieblingsformulierung aus einem neuen halbstündigen SWR-Radiofeature über Taiwan, das komplett im Netz steht.

Haus Wohnblock Taiwan

Es geht aber auch um den internationalen Status der Republik China, um freie Demonstrationen, die Arbeit im Auslandssender Radio Taiwan International (RTI) und darum, wie man als Deutsche Taiwan erlebt.

Die Autorin Mandy Fox hatte einige Monate als Praktikantin bei RTI gearbeitet, und nach ihrer Rückkehr hat sie diese hörenswerte Reportage erstellt.

Jetzt online anhören

Wie ich schon auf Facebook schrieb: Einige historische und politische Hintergründe bleiben auch in einer halben Stunde unscharf, aber das geht fast allen Taiwan-Berichten so, und dieses Feature ist auf jeden Fall hörenswert.

Warum ich den „anderes China“-Titel für die Verwendung in Medien nicht optimal finde, hatte ich bereits näher erläutert: Diese Taiwan-Phrasen sparen wir uns lieber

Um Radio Taiwan International ging es hier übrigens in einem meiner allerersten Blogeinträge, über fünfeinhalb Jahre ist das schon her…


Demonstrationen in Taiwan nach Tod eines Soldaten

Jahrzehntelang war es der Stolz der Nation, doch derzeit hat Taiwans Militär einen ganz schweren Stand. Wohl mehr als 200.000 Taiwaner, etwa ein Prozent der Bevölkerung, gingen neulich in Taipeh auf die Straße und protestierten gegen die Zustände in ihrer Armee. Kaum eine andere Demonstration der letzten Jahre hatte so einen Zulauf.

Video der Demo vom 3. August 2013:

Grund für den Volkszorn war der Tod eines 24-Jährigen Rekruten im Militärgefängnis. Nur wenige Tage vor Ende seines Wehrdienstes war Hung Chung-chiu verknackt worden, weil er ein Kamerahandy in die Kaserne mitgenommen hatte. Das ist streng verboten, weil Taiwans Militär chinesische Spionage fürchtet.

Taiwan Wehrdienst Rekruten

Kameras bleiben im entscheidenden Moment schwarz

In der Haft wurde Hung offenbar so hart geschliffen und malträtiert, dass er nach fast einer Woche an Hitzschlag starb. Solche Fälle kommen ab und zu vor, aber diesmal wurden Medien und Öffentlichkeit aufmerksam. Die Angehörigen forderten eine Untersuchung und Bestrafung der Verantwortlichen. Das Verteidigungsministerium wollte die Sache natürlich lieber unter den Teppich kehren. Als aber bekannt wurde, dass die Überwachungskameras in Hungs Zelle während der entscheidenden Momente offenbar verhängt worden waren, war das Maß voll und die Wut groß.

Lesetipp: „Linda in Taiwan“ über Taiwans Militär-Skandal

Taiwan Militär exerzieren Soldaten

Junge wollen nicht in dieses System gezwungen werden. Eltern sind besorgt um die Gesundheit ihrer Kinder. Und viele Ältere haben keine guten Erinnerungen an ihren eigenen Wehrdienst. In der Vergangenheit war die Kriegsgefahr Alltag, und Taiwans Armee galt als extrem schlagkräftig und gut ausgebildet, aber auch als harte Schule.

Taiwan hat mehr Soldaten als Deutschland – noch

Während wir in Deutschland die Wehrpflicht gerade abgeschafft haben, müssen junge Taiwaner noch immer zwölf Monate zum Dienst anrücken – übrigens erst nach Abschluss des Studiums. Taiwans Armee ist daher mit einer Truppenstärke von 235.000 Mann neuerdings größer als die Bundeswehr. Doch das soll sich ändern. Der Präsident will das System in zwei Jahren auf Berufsarmee umstellen. Wo die nötigen Freiwilligen herkommen sollen, ist die große Frage. Eine Militärlaufbahn ist für Taiwaner kaum noch attraktiv. Statt zum Dienst am Vaterland streben die meisten lieber möglichst schnell nach hohem Verdienst, gern auch drüben im Taiwan eigentlich feindlich gesonnenen China.

Ehrenwache Taiwan Soldat

Militärdienst gilt zum einen als öde Zeitverschwendung, zum anderen glauben die meisten nicht mehr daran, dass die Armee im Fall eines Konfliktes mit China überhaupt etwas ausrichten könnte. Die Volksarmee hat in den letzten Jahrzehnten so massiv aufgerüstet, dass Taiwan eine Invasion im Ernstfall wohl nicht mehr zurückschlagen könnte. Dass einige hochrangige Offiziere als chinesische Spione enttarnt wurden und andere sich nach der Pensionierung gern in die Volksrepublik einladen lassen, fördert das Vertrauen auch nicht.

Taiwan Panzer

Rücktritte und Anklagen nach dem Tod des jungen Soldaten

Auf den aktuellen Skandal hat die Politik reagiert. Der Verteidigungsminister ist zurückgetreten, sein Nachfolger kurz darauf auch – wegen einer Plagiatsaffäre, Deutschland lässt grüßen. Einige Vorgesetzte Hungs wurden festgenommen und angeklagt. Dank einer Gesetzesänderung werden Soldaten sich in Friedenszeiten künftig vor zivilen Richtern verantworten statt vor einen Militärgericht.

Doch die Schadensbegrenzung kam so spät, dass viele Taiwaner ihr Vertrauen ins Militär wohl komplett verloren haben.