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Entries tagged with “Deutsche Taiwan-Politik”.


Seit Monaten dauern die aktuellen Proteste in Hongkong nun schon an, und von Beginn an beobachten die Taiwaner sie mit besonderer Aufmerksamkeit und Sorge.

Warum das so ist, und was Taiwan über „Ein Land, zwei Systeme“ denkt, darüber habe ich einen Artikel für „Das Parlament“ geschrieben. Das ist eine politische Wochenzeitung, die vom Bundestag herausgegeben wird.

Mein Artikel steht im E-Paper auf Seite 12 unten.

Jemand bei Taiwans Vertretung in Berlin hat ihn auf Chinesisch übersetzt!

Für diesen Bericht hatte ich u.a. Klaus-Peter Willsch befragt. Er ist CDU-Abgeordneter im Bundestag und seit Jahren der Vorsitzende des „Parlamentarischen Freundeskreises Berlin-Taipei“. Diese Parlamentariergruppe, die sich besonders um gute Beziehungen mit Taiwan bemüht, zählt etwa 30 Mitglieder aus allen im Bundestag vertretenen Parteien außer der Linken.

Klaus-Peter Willsch mit Taiwans Kulturministerin Cheng Li-chun

Das ganze Interview mit Klaus-Peter Willsch

Weil ich in dem Text als Platzgründen nur einen Bruchteil seiner Antworten unterbringen konnte, veröffentliche ich sie hier noch einmal komplett. Wir hatten uns per Mail ausgetauscht.

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Interview: Taiwans Vetreter in Deutschland hat nur begrenzten politischen Spielraum – doch den will er nutzen

Ohne offizielle diplomatische Beziehungen sei er ein „U-Boot“ sagt Shieh Jhy-Wey (謝志偉) scherzhaft – ein „Untergrund-Botschafter“. Auf seiner Mission in Deutschland muss der diplomatische Quereinsteiger politischen Untiefen ausweichen und den Spielraum seines Landes immer wieder ausloten.

Shieh Jhy-Wey

Damit hat der frühere Deutschprofessor und TV-Talkmaster Erfahrung: Von 2005 bis 2007 stand Shieh schon einmal für Taiwan am Ruder in Berlin.

Mein Interview mit ihm (mehr …)


Interessante Einblicke beim Bundestag

Unerlaubte Einreise oder Abschiebungen sind Schlagworte, die man eher nicht mit Taiwan in Verbindung bringt. Trotzdem findet sich es sich natürlich neben allen anderen Staaten in deutschen Statistiken wieder. Ich habe mir Zahlen genauer angesehen und ins Verhältnis gesetzt – richtig gestaunt habe ich dabei vor allem über die Zahl chinesischer Touristen.


Ich freue mich ja immer, wenn Taiwan in der deutschen Politik irgendwie thematisiert wird. Oft passiert das nicht, und meistens fliegen solche Erwähnungen auch noch unter dem medialen Radar hindurch. (mehr …)


Deutschland und Taiwan: Es ist kompliziert. Oder doch nicht?

Morgen ist Bundestagswahl – aber egal, wie sie ausgeht, eines wird sich eher nicht ändern: Deutschlands China- und Taiwanpolitik. Was steckt eigentlich konkret dahinter? Neulich konnte ich in Taipeh ein leibhaftiges Mitglied der Bundesregierung ausfragen.

Deutscher Empfang zur Universiade mit Taipehs Bürgermeister Ko Wen-je

Er ist die rechte Hand von Innenminister de Maiziere, und er war zur Universiade nach Taipeh gereist: Ole Schröder (im Foto ganz r.), CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Also quasi der Vize-Innenminister. (mehr …)


When a Taiwanese working in Germany as an intern complained that she had to state her citizenship as „Chinese“ in official documents, her post on the PTT bulletin board quickly attracted a lot of media attention in Taiwan.

Taiwan_or_China

Many netizens left comments saying they were shocked or disappointed. Some suspected: This must be an appeasement effect of Taiwan’s non-confrontational China policy.

Because I have been following Germany’s Taiwan policy closely for a few years, I naturally became interested. (mehr …)


Warum Taiwan keine „abtrünnige Provinz“ ist

Auf der deutschen Huffington Post habe ich mir heute den Frust von der Seele geschrieben – den Frust über die deutsche Taiwan-Politik. Da gilt nämlich viel zu oft: Taiwaner müssen draußen bleiben.

Wenn Sie über die Huffington Post den Weg hierher gefunden haben: Herzlich wilkommen! Sehen Sie sich ganz in Ruhe um. Falls Sie mit Taiwan noch nicht vertraut sind, könnte mein kurzer Abriss zur Geschichte Taiwans bzw. der Republik China interessant sein.

Soldaten der Republik China in Taipeh

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um hier einige Begriffe aufzulisten, die in deutschen Medien häufig in Verbindung mit Taiwan gebraucht werden – leider. Aus dem einen oder anderen Grund sollte man sie lieber auf den Phrasen-Müllhaufen verbannen.

Taiwan-Phrase #1: „Abtrünnige Provinz“

Warum nicht?

Die Volksrepublik China betrachtet Taiwan nicht als „abtrünnige Provinz“ oder „renegade province“. Auch, wenn die Medien immer wieder auf diese griffige Floskel zurückgreifen: Mir konnte noch niemand eine Quelle zeigen, in der die chinesische Seite sie verwendet. Sie muss also als Medien-Erfindung gelten.

Was dann?

China nennt Taiwan gern einen „unabtrennbaren Bestandteil des chinesischen Territoriums“.

Taiwan-Phrase #2: „Abgespalten“

Warum nicht?

Taiwans hat sich nach dem Ende des Chinesischen Bürgerkriegs 1949 nicht „abgespalten“. Die unterlegene Regierung der 1911/12 gegründeten Republik China zog sich mit den Resten der Armee und dem gesamten Staatsapparat nach Taiwan zurück. In der Folge beschränkte ihr Herrschaftsgebiet sich auf Taiwan und einige Inselgruppen.

Was dann?

Wahrscheinlich wäre es korrekter, zu sagen: Die Volksrepublik China hat sich von der Republik China abgespalten.

Taiwan-Phrase #3: „Staatsgründer Chiang Kai-shek“

Warum nicht?

Chiang Kai-shek hat keinen Staat gegründet. Nicht die Republik China, denn die bestand schon lange, bevor er sich nach Taiwan zurückzog. Und ganz bestimmt keinen Staat „Taiwan“. Den gibt es offiziell sowieso nicht.

Taiwan-Phrase #4: „Wiedervereinigung“

Warum nicht?

Was sich wiedervereinigt, muss ja schon mal vereinigt gewesen sein. Taiwan ist aber nie von der Volksrepublik kontrolliert worden. Und eine „Wiedervereinigung“ von Volksrepublik und Republik China würde bestimmt nicht auf Augenhöhe stattfinden. Peking würde die Bezeichnung „Republik China“ weder anerkennen noch die Bezeichnung der Volksrepublik ändern.

Was dann?

„Vereinigung“ oder „Anschluss“.

Taiwan-Phrase #5: „Das andere China“

Warum nicht?

„Anderes China“, „freies China“, „kleines China“… bequeme Medienfloskeln, die vermeintlich Vieles in Kürze auf den Punkt bringen, tatsächlich aber die komplexe Realität verkleistern. Zwar besteht auf Taiwan offiziell noch die „Republik China“, aber die Menschen hier sind sich selbst überhaupt nicht einig, was das denn nun bedeutet. Manche lehnen die Bezeichnung rundweg ab, andere bezeichnen sich als Taiwaner und als Chinesen. Nur eine Minderheit sieht in Taiwan nach wie vor nicht mehr als einen kleinen Bestandteil der (eigentlich) großen Republik China.

Was dann?

„Das demokratische Land“, „Die Inseldemokratie“, „Taiwan“

Also, wenn Sie mal wieder einen Medienbericht über Taiwan lesen: Achten Sie darauf, wie viele Floskeln Sie entdecken können.

(Nachtrag: Ja, wer fleißig Google anschmeißt, findet vielleicht auch in meinen eigenen Berichten solche Negativbeispiele. In mindestens einem Fall hat die Redaktion es mir nachträglich reingeschrieben. Die anderen habe ich verdrängt. Man lernt im Lauf der Zeit ja auch dazu.)