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Kennen Sie auch diese WTF-Momente in Taiwan?

Wenn ich durch Taipeh radle, fallen mir manchmal Dinge auf, die ich erst beim zweiten Hinsehen wirklich fassen kann.

Schauen Sie sich mal diese beiden Fotos von Radwegen an:

An der Guangfu S. Rd.

Bushaltestelle mitten auf dem Radweg

An der Nanjing E. Rd. (mehr …)


Giant – Taiwans Fahrrad-Riese

Vielleicht fahren Sie ein Rad Made in Taiwan – und ahnen nichts davon? Giant, einer der größten Hersteller weltweit, sitzt hier auf der Insel.

Vor einiger Zeit hatten wir mit einer Journalistengruppe das Werk besichtigt und mit dem Chef geplaudert. Für Antony Lo ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa. Besonders freut er sich darüber, dass wir Geschmack an E-Bikes gefunden haben, die den Radler per Elektromotor unterstützen. „Früher haben Deutsche vielleicht 500 Euro für ein gutes Rad ausgegeben. Heute sind es 2000 Euro und mehr für ein E-Bike.” Daran verdient seine Firma gut.

Giant Bicycles CEO Antony Lo

„Made in Taiwan“ ist auch nicht mehr, was es mal war

Das Label “Made in Taiwan” stand ja mal für billige Massenware. Mit Plastikspielzeug, Regenschirmen und Textilien begann in den siebziger Jahren das Wirtschaftswunder.

Heute produziert Taiwan High Tech-Produkte mit Marken wie Asus oder HTC. Auch Giant hat sich in den vergangenen 40 Jahren neu erfunden.

1972 gegründet, war das Unternehmen zunächst ein klassischer Auftragsproduzent (OEM). In den Achtzigern etablierte Giant den eigenen Markennamen und investierte in die damals noch sehr teure Kohlenstoff-Faser-Technik, die besonders leichte Rahmen ermöglicht.

Heute produziert Giant nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Fahrräder jährlich und liegt mit mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar Umsatz weltweit an der Branchenspitze.

Giant bikes production Taiwan

Seit 1992 gibt es auch Werke in China. Aber anders als viele taiwanesische Unternehmen hat Giant nicht seine komplette Fertigung aufs Festland verlagert. In Taiwan stellen 2000 Arbeiter Kohlenstoff-Faser-Teile her und montieren besonders hochwertige Räder. Darunter auch Gastarbeiter aus südostasiatischen Ländern.

So sieht die Montage in der Giant-Fahrrad-Fabrik in Taichung aus (Video):

Und wer hätte das gedacht? Speziell für den europäischen Markt produziert Giant in Holland mit etwa 500 Mitarbeitern.

Fahrräder als Premium-Produkte

Das Wettrennen um den günstigsten Preis wolle er nicht mitmachen, sagt Antony Lo. Etwa die Hälfte des Umsatzes kommt aus Europa und den USA – Regionen, in denen kaufkräftige Kunden das Fahrrad als Sportgerät entdecken. “Früher galten Fahrräder eher als billiges Spielzeug”, erzählte Lo uns. “Heute erkennen immer mehr Menschen, dass sie damit etwas für ihre Gesundheit tun können.” Und zwar auch in entwickelten asiatischen Ländern wie Taiwan und Südkorea.

Giant betreibt in Taipeh im Auftrag der Stadtregierung das Youbike-Leihfahrrad-System. Im vergangenen Jahr hat es zwar rasant an Beliebtheit gewonnen, weil mehr Leihstationen aufgemacht wurden. Dennoch hat sich bei Taiwans Pendlern das Rad noch nicht wirklich durchgesetzt.

Immerhin: viele Großstädter, die per Motorroller oder Auto zur Arbeit fahren, schwingen sich am Wochenende in voller Profi-Montur auf den Sattel und erkunden die Umgebung.

Lesetipp: Die besten Strecken zum Radfahren in Taipeh

Giant Anyroad bikes showroom

Das Rad neu erfinden kann Giant nicht, aber zumindest am Detail feilen: Im April 2013 eröffnete die Firma in Düsseldorf ihre erste deutsche Fahrradhandlung unter dem eigenen Namen. Dort gibt es auch eine Produktreihe mit Rädern speziell für Frauen. “Früher waren Damenräder einfach nur ein bisschen kleiner”, sagte Lo. “Dabei ist der Körperbau von Frauen ganz anders. Vor ein paar Jahren haben wir weibliche Ingenieure und Designer darauf angesetzt, und nun verkaufen wir Räder von Frauen für Frauen.“

Wenn Sie also Taiwans Wirtschaft unterstützen wollen, treten Sie doch mal wieder in die Pedale.

So radelt es sich in Taipeh: Mein Video aus Fahrrad-Perspektive

Lesetipp: Wie man als Radfahrer in Taipeh überlebt


Viel zu lesen: Deutsche Taiwan-Blogs zum Jahreswechsel

Mein guter Vorsatz für 2013 ist es, pro Woche mindestens zwei Mal über Taiwan zu bloggen. Da bleiben noch immer viele Themen übrig, denen ich mich nicht widmen kann.

Atomkraft Demonstration Taiwan

Am Wochenende gab es Proteste mit wohl mehr als 100.000 Teilnehmern in Taipeh. Meine Fotogalerie: Demo in Taiwan

Zum Glück gibt es eine ganze Reihe lesenswerter deutschsprachiger Taiwan-Blogs. Hier sind meine Tipps der letzten Wochen und Monate.

Unheimliche Begegnungen: Dunkelangst.org

Es gibt einen wertvollen Neuzugang in der deutschsprachigen Taiwan-Blogospähre zu vermelden: Ingenieur Helmut hat nach frustrierenden Behörden-Erfahrungen in Deutschland hingeschmissen und einen neuen Job in Taiwan angetreten. Jetzt lebt und arbeitet er in Zhongli (Jhongli) im Kreis Taoyuan, fotografiert in seiner Freizeit und schreibt auch ein Blog. „Dunkelangst“ heißt es. (Warum, das muss ich ihn bei nächster Gelegenheit noch mal fragen.)

Helmut hat ein besonderes Talent dafür, haarsträubende Begegnungen mit seltsamen Menschen zu beschreiben:

  • Eine chinesische Passkontrolleurin, die sich ärgerte, dass er sich auf der Reise nach Taiwan nicht in Peking umschauen wollte

    Aufgrund der Art wie sie fragte, hatte ich spontan in der Tat keine Lust mir Peking anzusehen und sagte nur: „No, there is nothing to see in Beijing.“

     

  • Deutsche Ingenieure, denen beim ersten Treffen kein besseres Gesprächsthema einfällt, als seine Kamera zu kritisieren

    „Wie, nur eine Canon EOS 600D? Ich hab in Deutschland eine 7D!“

     

  • Einen Amerikaner, den es nach Taiwan zog, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte

    Seine Ex-Frau solle halt Wissen, wie sich das für ihn anfühlt. Dann fragte er mich, wie er mit den Taiwanischen Mädels umgehen soll und vor allem wie er sie für eine Nacht ins Bett bekommen könnte.

     

  • Deutsche Sprachstudenten, die im 7-Eleven lauthals auf Deutsch über die Einheimischen herziehen

    Sagt der Eine zum Anderen: „Die Taiwaner sind doch eh doof!“ Die Taiwanerin, mit der ich unterwegs war dreht sich augenblicklich am Geldautomaten zu mir um und schaut mir geschockt ins Gesicht und an diesem Gesichtsausdruck konnte ich sehr gut erkennen, dass sie das verstanden hat, was der Deutsche da gesagt hat. Es ist ein Moment in dem ich mich schlagartig unwohl (gefühlt) und sogar zum ersten mal wirklich geschämt habe

     

Und als positive Erfahrung: Eine Gespräch mit einer Taiwanerin und ihrer mexikanischen Freundin, die beide in München Deutsch gelernt hatten. Dort hatten sie so ihre Erfahrungen mit germanischer Gastfreundschaft gemacht:

Die Mexikanerin war mit einer Mexikanischen Freundin zusammen nach Deutschland gereist; ihre Freundin hat einen Deutschen Pass, da ihr Vater Deutscher ist. Aufgrund ihres „türkischen“ Aussehens wurden die beiden dann von der Polizei aufgegriffen und wegen dem deutschen Pass ihrer Freundin dann zwei Stunden festgehalten bis feststand, dass das keine Fälschung ist.

Auf Wohnungssuche: Ludigels Taiwanblog

Blogger-Veteran Ludigel macht sich Gedanken über westliche Ausländer in Taiwans Fernsehwerbung und nimmt die Leser mit auf einen Foto-Streifzug durch sein Stadtviertel in Taipei-Neihu.

Ist es hier nun schön oder hässlich? Alles eine Frage der Perspektive, manchmal gibt es eben einen Lichtblick irgendwo.

 

Nach einigen Jahren schockiert ihn auch das aus deutscher Sicht unansehliche Äußere taiwanischer Häuser nicht mehr.

In all den Jahren, in denen ich mich in Taiwan eingelebt habe, ist mir die Schlichtwohnungsumgebung hier viel angenehmer geworden, sie wirkt sogar irgendwie heimelig auf mich. Hoffentlich sehe ich deutsche Reihenhausidylle nicht in ein paar Jahren mit den Augen meiner Frau: als einsam, tot und leer, wie sie es mir einmal beschrieb.

Zu dem Thema hatte ich auch schon gebloggt: Hauptsache vergittert? Wohnen in Taiwan

In Taiwan, you can always choose a fancy window design to express your individuality.

Posted by taiwanreporter on Saturday, January 12, 2013

Ludigels bestimmendes Thema in den letzten Monaten war aber die Suche nach einer neuen Wohnung. Ein Drama in fünf Akten:

  1. Der alte Vermieter verlängert den Mietvertrag um zwei Jahre.
  2. Er bittet nun doch um baldigen Auszug. Ludigel und seine Frau besichten eine Wohnung mit einer nicht zu öffnenden Hintertür, die Anlass zu allerlei gruseligen Spekulationen gibt.
  3. Eine andere Wohnung wird angemietet.
  4. Der Schock bei Tageslicht: Ganz so schön ist die neue Bleibe wohl doch nicht.
  5. Drei Wochen später: Alles hab so schlimm.

    Rustikal der Hauseingang, alles ein bisschen angesifft, so dass man aufpassen muss, nicht kleben zu bleiben, aber das ist typisch taiwanische Mittelklasse. Eine alte 5000jährige Kultur wie die chinesische, die ja hier auf Taiwan originaler als in China weiterexistiert, hat längst erkannt, das übertriebene Hygiene nicht alles ist.

     

Streifzüge durch Taiwan: Das RTI-Redaktionsblog

Im deutschen Blog von Radio Taiwan International ging es abwechlungsreich zu:

Blogroll-Neuzugänge

  • Alle Jahre wieder kommen einige mutige deutsche Schüler über den Rotary-Club nach Taiwan, um hier ein Austauschjahr zu verbringen. Mindestens einer von ihnen bloggt auch gerade regelmäßig über seine Erfahrungen: Ron Schimanski Taiwan exchange
  • Laurens van Rooijen, ein Schweizer Fahrrad-Journalist, war schon mehrmals in Taiwan uns bloggt regelmäßig darüber: Speak Louder

Vor genau einem Jahr: Wahl in Taiwan

Heute vor einem Jahr hat Taiwan gewählt: Präsident und Parlament. Ich hatte damals die deutsche Presse-Berichterstattung ausgewertet. Und ich hatte dieses Video aus dem Wahllokal in meiner Nachbarschaft gedreht:

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com und auf meine Liste weiterer deutschsprachiger Taiwan-Informationsquellen. Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Abenteuer auf zwei Rädern

Wenn es in Taipeh nicht gerade regnet oder unerträglich heißt ist, spare ich mir gern das Geld für Bus oder U-Bahn und schwinge mich aufs Fahrrad. Das ist nicht nur gesund, sondern hat auch den Vorteil, dass ich die Stadt besser kennen lerne und immer neue interessante Ecken entdecke.

An den Verkehr in Taipeh musste ich mich natürlich erst gewöhnen, denn er funktioniert nicht nur anders als daheim in Deutschland – Radfahrer sind darin eigentlich überhaupt nicht vorgesehen. So kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich mich mal wieder kilometerweit über Hauptverkehrsstraßen quäle, ohne so etwas wie einen Radweg zu sehen.

Mein Bericht über die Radwege in den Flussufer-Parks von Taipeh

Straße ohne Radweg in Taipei

Taiwan ist zwar mit Marken wie „Giant“ einer der wichtigsten Fahrrad-Produzenten der Welt. (Ich hatte bereits über meinen Besuch in der Giant-Fabrik in Taichung geschrieben und ein Video gepostet.) Und die Tourismusbüros auch in Deutschland locken Urlauber mit dem Versprechen auf entspannte Radtouren in freier Natur. Aber in den Städten spricht es sich nur nach und nach herum, dass Fahrräder auch ein Verkehrsmittel sein können und nicht nur ein Freizeitgerät.

Taipeh: Radwege Mangelware

Gibt es mal einen Radweg, ist er meist nach ein paar hundert Metern wieder vorbei oder wird durch parkende Scooter blockiert. Manchmal steht auch eine Bushaltestelle mitten im Weg.

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150818069433295&set=a.10150818066653295.398272.234843808294

Dazu kommt, dass es Taiwans Passanten offenbar genetisch nicht möglich ist, das Geräusch einer sich von hinten annähernden Fahrrad-Klingel wahrzunehmen. Ob ich Sturm läute oder nicht – meist muss ich Fußgängern sehr dicht auf den Pelz rücken und direkt ansprechen, bis sie mal einen Schritt zur Seite machen und mich passieren lassen.

Mein Bericht: Die besten Strecken zum Radfahren in Taipeh

Vor ein paar Jahren hatte die Stadtregierung auf der Dunhua Road, einem der großen Nord-Süd-Boulevards, einen Radweg einfach ganz rechts auf die Straße gemalt. Weil es aber kaum Absperrungen zur Fahrbahn gab und auch die Polizei besseres zu tun hatte als die Regeln durchzusetzen, entstand hier schnell der längste grün angestrichene Parkstreifen von Taipeh. Auch Scooter benutzten ihn gern, um sich an Ampeln nach vorn zu drängeln.

Fahrradweg Dunhua Rd. Taipei

Nach ein paar Wochen gestand der Bürgermeister die fehlgeschlagene Planung ein. Er gab bekannt, der Radweg gelte nun nur noch am Wochenende, woraufhin sich überhaupt niemand mehr daran hielt. Fahre ich heute auf dieser Straße, wechsle ich ständig zwischen Fahrbahn und Fußgängerweg hin und her. So wird mir zumindest nie langweilig.

So radelt es sich in Taipeh: Mein Video aus Fahrrad-Perspektive

Als Radfahrer überleben im Verkehr von Taipei

Es chaotisch erscheinen, aber ständig gefährdet fühle ich mich eigentlich nicht. Weil jeder ständig mit allem rechnen muss, halten alle Verkehrsteilnehmer die Augen auf und reagieren flexibel auf unvorhergesehene Situationen. Autos und Roller, die sich von vorn oder hinten nähern, planen mein Rad als ein Hindernis unter vielen in ihren Verkehrsfluss ein.

Ich muss vor allem darauf achten, was von der Seite kommt: Wer aus Seitenstraßen schießt, rechnet meist nicht damit, dass ein Fahrrad seinen Weg kreuzen könnte. Besonders eilig haben es Taxis und die allgegenwärtigen kleinen blauen Pritschen-LKW. Da hilft es wenig, mit deutscher Rechthaberei auf seiner Vorfahrt zu bestehen, und ich fahre lieber ein wenig langsamer.

Dieser Text erschien auch im Rahmen meiner Taiwan-Kolumne in der heimatlichen Lokalzeitung.


How Giant bikes are produced in Taiwan

Giant has become one of Taiwan’s most recognized brands. Like Asus or Acer in the IT industry, the bicycle producer started out as an original equipment manufacturer (OEM) for Western companies. Beginning in the 1980s, Giant (Chinese: 捷安特 or 巨大) established its own brand.

Many customers in Europe or the U.S. are probably still not aware that it’s a Taiwanese company, and that their Giant bikes may have been produced in Taichung.

Who is the biggest of them all?

With a sales revenue of US$1.56 billion in 2011, Giant defines itself as currently being the world’s largest bicycle manufacturer. The company has 10,000 employees globally. About 2,500 of them work in Taiwan, where Giant was founded 40 years ago.

In 1972, its first year, the company produced less than 4,000 bikes. Giant puts the number at 5.7 million for 2012.

Giant bikes: Made in Taiwan. At least some of them.

When visiting the company headquarters in Taichung with a group of foreign journalists, we had a chance to look inside the manufacturing plant next door. My video gives you an impression of how Giant produces bikes there.

Like so many Taiwanese companies, Giant is taking advantage of low labor costs in China. In 1992, its first factory opened in Kunshan. Today, Giant is operating five plants in China. But unlike other companies, it has not given up on Taiwan as a place for manufacturing.

Giant Bicycles CEO Antony Lo

„Taichung is our head factory,“ Giant Global Group CEO Antony Lo (羅祥安) told us during our visit. „Here, we are making high-end products: carbon fibre and light-weight aluminum.“ In the plant right next to Lo’s office, 2,000 workers are producing parts as well as assembling about 1 million bikes per year.

Giant: not trying to produce as cheap as possible

„We don’t provide anything cheap,“ Lo said. „People are looking for good quality; they are not looking for cheap products.“ His company has positioned itself as a leading provider for rather high-priced sport, fitness and lifestyle bikes. In Germany, for example, typical Giant bikes range from EUR300 to EUR1,000, with the high-end price range between EUR1,500 and EUR3,000. This also includes e-bikes that have recently been gaining popularity. „We like to provide premium quality products at a popular price,“ said Lo.

Giant electric bikes ebikes

The global trend is Giant’s friend: „In the past, most people used their bikes for mobility, transportation, or lifestyle. But now the global trend is that more and more people start cycling for fitness and health reasons.“

That’s why, according to Lo, Giant is seeing strong growth in European markets like Germany and the Netherlands, and in Asian countries like South Korea and Taiwan, where the number of cyclists has increased in recent years.

Giant bikes production Taiwan

Migrant workers making Giant bikes in Taiwan

Because I am very interested in the situation of migrant workers in Taiwan, and had read that Giant Taiwan employs many South-East Asians, I asked Lo how his company is dealing with this situation.

According to him, about 20% of the workers in the Taichung plant are migrant workers — about 350 to 400 people. „We choose them very carefully,“ Lo said. „We have people in Thailand and Indonesia to interview applicants over there. In Taiwan, we have dormitories and people who can speak their language to take care of them.“

Asked if his company pays all migrant workers Taiwan’s minumum wage (currently NT$18,780 / US$645 per month), or if they earn more, Lo said: „We pay according to the skill level. Some of them, we will give more than the minimum wage.“

Giant bikes factory Taiwan

Lo said that Giant has long-term relationships with many migrant workes. Usually, they can work in Taiwan for three years before they have to return to their home countries. „Most of them go home for one month and then come back to us. Many of them have been working with us for more than 10 years.“

Foreign labor is not just relevant in Taiwan, said Lo. For the European market, Giant is operating a manufacturing plant in the Netherlands. Many of the 400-500 workers there are Polish. „I think if you do the balance right, local workers plus guest workers, that’s a good system.“

Giant Anyroad bikes showroom

I published a report about Giant on the Deutsche Welle website. It has been translated into Chinese: 來自台灣的自行車巨頭

Cycling in Taipei

Although Giant is operating Taipei’s public Youbike system, the city is not yet really suited for bike commuting. I attached a camera to my bike and filmed this POV video to give you an impression of what cycling in Taipei feels like:

What is your opinion about Giant bikes? Have you noticed them becoming more popular in your country?

I am a German reporter living and working in Taiwan. Read more English posts on this mostly German blog. Follow me on Twitter, Facebook, Plurk, or Google Plus.

English posts you might want to have a look at:


Wie man per Rad durch Taipei kommt

Das Fahrrad gilt in Taipei nicht gerade als Verkehrsmittel Nr. 1, und wer zugibt, dass er sich per Rad in den Verkehr stürzt, wird manchmal komisch angesehen. Zu gefährlich, zu anstrengend, zu unpraktisch, heißt es dann. Aber so schlimm ist es gar nicht.

Wer weiß, welche Wege er einschlägt und wie er sich im Verkehr zu verhalten hat, kommt mit dem Rad ganz gut durch die Stadt.

Ich habe ein kleines „Point of View“-Video gedreht, das meinen Weg per Rad ins Stadtzentrum dokumentiert. Währenddessen habe ich kommentiert, was mir zum Thema „Radfahren in Taipei“ durch den Kopf gegangen ist. Viel Spaß:

Wie man sieht, ist der Verkehr gar nicht besonders dicht oder chaotisch. Seit ich mal ein paar Tage in Südindien verbracht habe, kommt der Stadtverkehr von Taipeh mir sogar extrem ruhig und geordnet vor!

Ob das Radeln Spaß macht oder zur Qual wird, hängt natürlich entscheidend davon ab, welchen Weg man wählt. Wer jeden Tag die Zhongxiao Road von West nach Ost und zurück nehmen muss, hat bestimmt mehr Stress als jemand, der sich durch Seitenstraßen und Gassen schlängeln kann.

Oft lassen sich die schlimmmsten Stellen aber vermeiden. Hier meine Top 6 der entspanntesten Rad-Strecken in Taipeh:

1. Flussufer-Parks

Taipei Riverside Park Bike Path

Über 100 Kilometer lang ziehen sich links und rechts an Taipehs Flussufern breite Grünstreifen durch die Stadt. Nahezu überall finden sich dort durchgängige Radwege. Weit und breit keine Autos oder Scooter – eine Wohltat!

Diese Parks sind prima Ausflugsziele fürs Wochenende, aber wenn Start und Ziel günstig liegen, können sie auch in eine Pendelstrecke integriert werden. Zu- und Ausgang sind nur durch bestimmte Tore in den Flutmauern möglich. Selbst, wenn der Weg dorthin zunächst einen Umweg bedeutet – am Ende könnte ein Zeitgewinn stehen.

2. Daan Forest Park

Taipei Daan Forest Park bike lane

Einmal rund um den Daan Park ziehen sich die allerbesten innerstädtischen Radwege von Taipeh. Sie sind breit, glatt, schattig und durch einen breiten Grünstreifen von der Straße getrennt. Da vergeht die Fahrt von der Heping zur Xinyi Road wirklich wie im Flug. Wer von Süd nach Nord fährt, z.B. von Gongguan kommend, tut gut daran, einen Teil der Wegstrecke hier zurückzulegen.

3. Xinsheng South Road

Taipei City bike lane

Beim Bau der orangefarbenen U-Bahn-Linie haben die Planer zum Glück auch an Taipehs Radfahrer gedacht und nach Abschluss der Tunnelarbeiten oben drauf einen prima Radweg gesetzt. Zwar heißt es hier „Passanten haben Vorrang“, aber die Radspur ist breit, ziemlich unterbrechungsfrei, farblich abgesetzt, verläuft nicht über die Straße und wird auch (noch) nicht von Motorrollern zugeparkt. Was bei der Dunhua Road schief gelaufen ist (s.u.), hat man hier richtig gemacht.

Das beste Teilstück befindet sich zwischen der Xinyi Road (Nordwestecke Daan-Park) und der Bade Road (beim Guanghua Digital Plaza). Es sieht so aus, als würden in Taipeh mehr und mehr Radwege nach diesem Muster angelegt. Gut so, und hoffentlich bleibt es nicht Stückwerk, sondern ergibt ein richtiges Wegenetz.

4. Xinyi District

Rund um das Taipei 101 und die Taipei City Hall befindet sich der Xinyi Business District, ein auf dem Reißbrett geplantes Viertel, wo in den letzten 25 Jahren zahlreiche Einkaufszentren, Messehallen, Hotels und Apartment-Hochhäuser entstanden sind. Hier findet sich auch Taipehs dichtestes Radwege-Netz.

In der Realität ist es allerdings sehr uneinheitlich ausgefallen. An einigen Stellen kommt man prima voran, Radfahrer und Fußgänger kommen sich nicht ins Gehege, und es gibt sogar einige für Autos und Scooter gesperrte Strecken, auf denen man den Weg entlang der Xinyi Road vermeiden kann. Andernorts sind die Radwege viel zu schmal, ständig unterbrochen oder gar nicht vorhanden.

Stichwort Xinyi Road: Auch hier wird ja in Kürze eine neue U-Bahn-Strecke eröffnet, und es wird neue Radwege geben. Direkt gegenüber vom Taipei 101 sieht das so aus:

Leider gibt es so einen Weg nur auf der Südseite der Straße. Ich bin mir auch nicht sicher, ob er sich in diesem Stil die ganze Xinyi Road (also Richtung Westen bis fast zur Chiang Kai-shek Memorial Hall) entlangziehen wird. Schön wäre es!

5. Ren’ai Road

Wie kommt man in Taipeh am besten von Ost nach West? Bis auf der Xinyi und Nanjing Road nach Abschluss der U-Bahn-Arbeiten hoffentlich prima Radwege entstehen, ist die Renai Road für Radfahrer erste Wahl. Schön fürs Auge: Es ist einer der repräsentativsten Boulevards von Taipeh, mit ungewöhnlich vielen Bäumen.

Gut fürs Radeln: Es gibt über weite Strecken Fahrradwege oder breite Fußwege, und wo sie fehlen, ist der Verkehr relativ dünn, so dass man auch auf der Fahrbahn gut voran kommt.

Dabei beachten: Die Renai Road ist streckenweise eine Einbahnstraße, die nur von Ost nach West befahren werden kann.

6. Dunhua Road

Scooter on the Taipei Dunhua Road bike lane

Auf der Dunhua Road wollte die Stadtregierung vor einigen Jahren eine bitter nötige Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer schaffen. Leider scheute man den Aufwand und malte lediglich einen bunten Streifen auf den Asphalt, nur an wenigen Punkten gibt es eine niedrige Barriere wie auf diesem Foto.

Von Beginn an kümmerten Auto- und Scooterfahrer sich wenig um den Radweg. Es waren ja auch so wenig Fahrräder unterwegs. Die Polizei scherte sich wenig darum, dass viele PKW den Radstreifen als Parkfläche behandelten. So wurde das Fehlverhalten schnell zum Normalfall. Nach einigen Monaten gestand der Bürgermeister das Scheitern des Plans ein. Als es dann hieß „der Radweg gilt nur noch am Wochenende“, war das gleichbedeutend mit seinem Ende.

Egal ob Wochenende oder nicht, wer heute auf der Dunhua Road radelt, schlägt am besten einen Slalomkurs ein: Mal auf dem Radstreifen, der zumindest noch optische Orientierung bietet. Und mal auf dem Bürgersteig, wenn mal wieder Taxis oder andere Autos am Straßenrand halten und das Ausweichen nach links, in den fließenden Verkehr hinein, zu riskant wäre. Besonders viel Spaß macht das nicht, aber auf den anderen Nord-Süd-Achsen sieht es meist noch schlechter aus.

…und sonst?

Meist muss man sich als Radfahrer notgedrungen auf der Fahrbahn fortbewegen. Dabei immer schön rechts halten, und vor allem darauf achten, was von der Seite angeschossen kommt!

Taipei bike lane

Gibt es mal einen Radweg, der hier nicht genannt wurde? Schön! Aber auch dort heißt es Augen auf, denn Hindernisse können jederzeit auftauchen. So wie hier auf der Guangfu South Road, westlich der Sun-Yat-Sen-Gedenkhalle:

Also dann – gute Fahrt mit dem Rad in Taipei!

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