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Fulong kann mehr als nur Strand und Meer

Der deutsche Fahrrad-Reiseführer, den ich hier neulich vorstellte, hat mich neugierig gemacht. So einfach ist es also, von Taipeh aus eine kleine Radtour an der Pazifikküste zu machen? Das musste ich ausprobieren. Hier nun, mit vielen Fotos, der Erfahrungsbericht.

Einer der großen Vorteile, in Taipeh zu leben: Die Möglichkeiten für tolle Tagesausflüge sind fast endlos. Direkt vor der Haustür finden sich (mehr …)


Durch Taipeh und zum Pazifik mit dem Fahrrad

Wer das erste Mal Taipeh und Umgebung per Fahrrad erkunden will, ist wahrscheinlich etwas ratlos. Ein neues deutsches Buch kann helfen. Auch ich habe einige Anregungen daraus mitgenommen.

Am Radfahren in Taiwan scheiden sich die Geister. Die einen beklagen sich, dass Taipeh keine Radwege wie Amsterdam oder Kopenhagen hat – die anderen (mehr …)


Kennen Sie auch diese WTF-Momente in Taiwan?

Wenn ich durch Taipeh radle, fallen mir manchmal Dinge auf, die ich erst beim zweiten Hinsehen wirklich fassen kann.

Schauen Sie sich mal diese beiden Fotos von Radwegen an:

An der Guangfu S. Rd.

Bushaltestelle mitten auf dem Radweg

An der Nanjing E. Rd. (mehr …)


Giant – Taiwans Fahrrad-Riese

Vielleicht fahren Sie ein Rad Made in Taiwan – und ahnen nichts davon? Giant, einer der größten Hersteller weltweit, sitzt hier auf der Insel.

Vor einiger Zeit hatten wir mit einer Journalistengruppe das Werk besichtigt und mit dem Chef geplaudert. Für Antony Lo ist Deutschland der wichtigste Markt in Europa. Besonders freut er sich darüber, dass wir Geschmack an E-Bikes gefunden haben, die den Radler per Elektromotor unterstützen. „Früher haben Deutsche vielleicht 500 Euro für ein gutes Rad ausgegeben. Heute sind es 2000 Euro und mehr für ein E-Bike.” Daran verdient seine Firma gut.

Giant Bicycles CEO Antony Lo

„Made in Taiwan“ ist auch nicht mehr, was es mal war

Das Label “Made in Taiwan” stand ja mal für billige Massenware. Mit Plastikspielzeug, Regenschirmen und Textilien begann in den siebziger Jahren das Wirtschaftswunder.

Heute produziert Taiwan High Tech-Produkte mit Marken wie Asus oder HTC. Auch Giant hat sich in den vergangenen 40 Jahren neu erfunden.

1972 gegründet, war das Unternehmen zunächst ein klassischer Auftragsproduzent (OEM). In den Achtzigern etablierte Giant den eigenen Markennamen und investierte in die damals noch sehr teure Kohlenstoff-Faser-Technik, die besonders leichte Rahmen ermöglicht.

Heute produziert Giant nach eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Fahrräder jährlich und liegt mit mehr als 1,5 Mrd. US-Dollar Umsatz weltweit an der Branchenspitze.

Giant bikes production Taiwan

Seit 1992 gibt es auch Werke in China. Aber anders als viele taiwanesische Unternehmen hat Giant nicht seine komplette Fertigung aufs Festland verlagert. In Taiwan stellen 2000 Arbeiter Kohlenstoff-Faser-Teile her und montieren besonders hochwertige Räder. Darunter auch Gastarbeiter aus südostasiatischen Ländern.

So sieht die Montage in der Giant-Fahrrad-Fabrik in Taichung aus (Video):

Und wer hätte das gedacht? Speziell für den europäischen Markt produziert Giant in Holland mit etwa 500 Mitarbeitern.

Fahrräder als Premium-Produkte

Das Wettrennen um den günstigsten Preis wolle er nicht mitmachen, sagt Antony Lo. Etwa die Hälfte des Umsatzes kommt aus Europa und den USA – Regionen, in denen kaufkräftige Kunden das Fahrrad als Sportgerät entdecken. “Früher galten Fahrräder eher als billiges Spielzeug”, erzählte Lo uns. “Heute erkennen immer mehr Menschen, dass sie damit etwas für ihre Gesundheit tun können.” Und zwar auch in entwickelten asiatischen Ländern wie Taiwan und Südkorea.

Giant betreibt in Taipeh im Auftrag der Stadtregierung das Youbike-Leihfahrrad-System. Im vergangenen Jahr hat es zwar rasant an Beliebtheit gewonnen, weil mehr Leihstationen aufgemacht wurden. Dennoch hat sich bei Taiwans Pendlern das Rad noch nicht wirklich durchgesetzt.

Immerhin: viele Großstädter, die per Motorroller oder Auto zur Arbeit fahren, schwingen sich am Wochenende in voller Profi-Montur auf den Sattel und erkunden die Umgebung.

Lesetipp: Die besten Strecken zum Radfahren in Taipeh

Giant Anyroad bikes showroom

Das Rad neu erfinden kann Giant nicht, aber zumindest am Detail feilen: Im April 2013 eröffnete die Firma in Düsseldorf ihre erste deutsche Fahrradhandlung unter dem eigenen Namen. Dort gibt es auch eine Produktreihe mit Rädern speziell für Frauen. “Früher waren Damenräder einfach nur ein bisschen kleiner”, sagte Lo. “Dabei ist der Körperbau von Frauen ganz anders. Vor ein paar Jahren haben wir weibliche Ingenieure und Designer darauf angesetzt, und nun verkaufen wir Räder von Frauen für Frauen.“

Wenn Sie also Taiwans Wirtschaft unterstützen wollen, treten Sie doch mal wieder in die Pedale.

So radelt es sich in Taipeh: Mein Video aus Fahrrad-Perspektive

Lesetipp: Wie man als Radfahrer in Taipeh überlebt


Viel zu lesen: Deutsche Taiwan-Blogs zum Jahreswechsel

Mein guter Vorsatz für 2013 ist es, pro Woche mindestens zwei Mal über Taiwan zu bloggen. Da bleiben noch immer viele Themen übrig, denen ich mich nicht widmen kann.

Atomkraft Demonstration Taiwan

Am Wochenende gab es Proteste mit wohl mehr als 100.000 Teilnehmern in Taipeh. Meine Fotogalerie: Demo in Taiwan

Zum Glück gibt es eine ganze Reihe lesenswerter deutschsprachiger Taiwan-Blogs. Hier sind meine Tipps der letzten Wochen und Monate.

Unheimliche Begegnungen: Dunkelangst.org

Es gibt einen wertvollen Neuzugang in der deutschsprachigen Taiwan-Blogospähre zu vermelden: Ingenieur Helmut hat nach frustrierenden Behörden-Erfahrungen in Deutschland hingeschmissen und einen neuen Job in Taiwan angetreten. Jetzt lebt und arbeitet er in Zhongli (Jhongli) im Kreis Taoyuan, fotografiert in seiner Freizeit und schreibt auch ein Blog. „Dunkelangst“ heißt es. (Warum, das muss ich ihn bei nächster Gelegenheit noch mal fragen.)

Helmut hat ein besonderes Talent dafür, haarsträubende Begegnungen mit seltsamen Menschen zu beschreiben:

  • Eine chinesische Passkontrolleurin, die sich ärgerte, dass er sich auf der Reise nach Taiwan nicht in Peking umschauen wollte

    Aufgrund der Art wie sie fragte, hatte ich spontan in der Tat keine Lust mir Peking anzusehen und sagte nur: „No, there is nothing to see in Beijing.“

     

  • Deutsche Ingenieure, denen beim ersten Treffen kein besseres Gesprächsthema einfällt, als seine Kamera zu kritisieren

    „Wie, nur eine Canon EOS 600D? Ich hab in Deutschland eine 7D!“

     

  • Einen Amerikaner, den es nach Taiwan zog, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte

    Seine Ex-Frau solle halt Wissen, wie sich das für ihn anfühlt. Dann fragte er mich, wie er mit den Taiwanischen Mädels umgehen soll und vor allem wie er sie für eine Nacht ins Bett bekommen könnte.

     

  • Deutsche Sprachstudenten, die im 7-Eleven lauthals auf Deutsch über die Einheimischen herziehen

    Sagt der Eine zum Anderen: „Die Taiwaner sind doch eh doof!“ Die Taiwanerin, mit der ich unterwegs war dreht sich augenblicklich am Geldautomaten zu mir um und schaut mir geschockt ins Gesicht und an diesem Gesichtsausdruck konnte ich sehr gut erkennen, dass sie das verstanden hat, was der Deutsche da gesagt hat. Es ist ein Moment in dem ich mich schlagartig unwohl (gefühlt) und sogar zum ersten mal wirklich geschämt habe

     

Und als positive Erfahrung: Eine Gespräch mit einer Taiwanerin und ihrer mexikanischen Freundin, die beide in München Deutsch gelernt hatten. Dort hatten sie so ihre Erfahrungen mit germanischer Gastfreundschaft gemacht:

Die Mexikanerin war mit einer Mexikanischen Freundin zusammen nach Deutschland gereist; ihre Freundin hat einen Deutschen Pass, da ihr Vater Deutscher ist. Aufgrund ihres „türkischen“ Aussehens wurden die beiden dann von der Polizei aufgegriffen und wegen dem deutschen Pass ihrer Freundin dann zwei Stunden festgehalten bis feststand, dass das keine Fälschung ist.

Auf Wohnungssuche: Ludigels Taiwanblog

Blogger-Veteran Ludigel macht sich Gedanken über westliche Ausländer in Taiwans Fernsehwerbung und nimmt die Leser mit auf einen Foto-Streifzug durch sein Stadtviertel in Taipei-Neihu.

Ist es hier nun schön oder hässlich? Alles eine Frage der Perspektive, manchmal gibt es eben einen Lichtblick irgendwo.

 

Nach einigen Jahren schockiert ihn auch das aus deutscher Sicht unansehliche Äußere taiwanischer Häuser nicht mehr.

In all den Jahren, in denen ich mich in Taiwan eingelebt habe, ist mir die Schlichtwohnungsumgebung hier viel angenehmer geworden, sie wirkt sogar irgendwie heimelig auf mich. Hoffentlich sehe ich deutsche Reihenhausidylle nicht in ein paar Jahren mit den Augen meiner Frau: als einsam, tot und leer, wie sie es mir einmal beschrieb.

Zu dem Thema hatte ich auch schon gebloggt: Hauptsache vergittert? Wohnen in Taiwan

In Taiwan, you can always choose a fancy window design to express your individuality.

Posted by taiwanreporter on Saturday, January 12, 2013

Ludigels bestimmendes Thema in den letzten Monaten war aber die Suche nach einer neuen Wohnung. Ein Drama in fünf Akten:

  1. Der alte Vermieter verlängert den Mietvertrag um zwei Jahre.
  2. Er bittet nun doch um baldigen Auszug. Ludigel und seine Frau besichten eine Wohnung mit einer nicht zu öffnenden Hintertür, die Anlass zu allerlei gruseligen Spekulationen gibt.
  3. Eine andere Wohnung wird angemietet.
  4. Der Schock bei Tageslicht: Ganz so schön ist die neue Bleibe wohl doch nicht.
  5. Drei Wochen später: Alles hab so schlimm.

    Rustikal der Hauseingang, alles ein bisschen angesifft, so dass man aufpassen muss, nicht kleben zu bleiben, aber das ist typisch taiwanische Mittelklasse. Eine alte 5000jährige Kultur wie die chinesische, die ja hier auf Taiwan originaler als in China weiterexistiert, hat längst erkannt, das übertriebene Hygiene nicht alles ist.

     

Streifzüge durch Taiwan: Das RTI-Redaktionsblog

Im deutschen Blog von Radio Taiwan International ging es abwechlungsreich zu:

Blogroll-Neuzugänge

  • Alle Jahre wieder kommen einige mutige deutsche Schüler über den Rotary-Club nach Taiwan, um hier ein Austauschjahr zu verbringen. Mindestens einer von ihnen bloggt auch gerade regelmäßig über seine Erfahrungen: Ron Schimanski Taiwan exchange
  • Laurens van Rooijen, ein Schweizer Fahrrad-Journalist, war schon mehrmals in Taiwan uns bloggt regelmäßig darüber: Speak Louder

Vor genau einem Jahr: Wahl in Taiwan

Heute vor einem Jahr hat Taiwan gewählt: Präsident und Parlament. Ich hatte damals die deutsche Presse-Berichterstattung ausgewertet. Und ich hatte dieses Video aus dem Wahllokal in meiner Nachbarschaft gedreht:

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com und auf meine Liste weiterer deutschsprachiger Taiwan-Informationsquellen. Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Abenteuer auf zwei Rädern

Wenn es in Taipeh nicht gerade regnet oder unerträglich heißt ist, spare ich mir gern das Geld für Bus oder U-Bahn und schwinge mich aufs Fahrrad. Das ist nicht nur gesund, sondern hat auch den Vorteil, dass ich die Stadt besser kennen lerne und immer neue interessante Ecken entdecke.

An den Verkehr in Taipeh musste ich mich natürlich erst gewöhnen, denn er funktioniert nicht nur anders als daheim in Deutschland – Radfahrer sind darin eigentlich überhaupt nicht vorgesehen. So kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich mich mal wieder kilometerweit über Hauptverkehrsstraßen quäle, ohne so etwas wie einen Radweg zu sehen.

Jetzt lesen: Mein Bericht über die Radwege in den Flussufer-Parks von Taipeh

Straße ohne Radweg in Taipei

Taiwan ist zwar mit Marken wie „Giant“ einer der wichtigsten Fahrrad-Produzenten der Welt. (Ich hatte bereits über meinen Besuch in der Giant-Fabrik in Taichung geschrieben und ein Video gepostet.)

Und die Tourismusbüros auch in Deutschland locken Urlauber mit dem Versprechen auf entspannte Radtouren in freier Natur. Aber in den Städten spricht es sich nur nach und nach herum, dass Fahrräder auch ein Verkehrsmittel sein können und nicht nur ein Freizeitgerät.

Taipeh: Radwege Mangelware

Gibt es mal einen Radweg, ist er meist nach ein paar hundert Metern wieder vorbei oder wird durch parkende Scooter blockiert. Manchmal steht auch eine Bushaltestelle mitten im Weg.

Dazu kommt, dass es Taiwans Passanten offenbar genetisch nicht möglich ist, das Geräusch einer sich von hinten annähernden Fahrrad-Klingel wahrzunehmen. Ob ich Sturm läute oder nicht – meist muss ich Fußgängern sehr dicht auf den Pelz rücken und direkt ansprechen, bis sie mal einen Schritt zur Seite machen und mich passieren lassen.

Mein Bericht: Die besten Strecken zum Radfahren in Taipeh

Vor ein paar Jahren hatte die Stadtregierung auf der Dunhua Road, einem der großen Nord-Süd-Boulevards, einen Radweg einfach ganz rechts auf die Straße gemalt. Weil es aber kaum Absperrungen zur Fahrbahn gab und auch die Polizei besseres zu tun hatte als die Regeln durchzusetzen, entstand hier schnell der längste grün angestrichene Parkstreifen von Taipeh. Auch Scooter benutzten ihn gern, um sich an Ampeln nach vorn zu drängeln.

Fahrradweg Dunhua Rd. Taipei

Nach ein paar Wochen gestand der Bürgermeister die fehlgeschlagene Planung ein. Er gab bekannt, der Radweg gelte nun nur noch am Wochenende, woraufhin sich überhaupt niemand mehr daran hielt. Fahre ich heute auf dieser Straße, wechsle ich ständig zwischen Fahrbahn und Fußgängerweg hin und her. So wird mir zumindest nie langweilig.

So radelt es sich in Taipeh: Mein Video aus Fahrrad-Perspektive

Als Radfahrer überleben im Verkehr von Taipei

Es chaotisch erscheinen, aber ständig gefährdet fühle ich mich eigentlich nicht. Weil jeder ständig mit allem rechnen muss, halten alle Verkehrsteilnehmer die Augen auf und reagieren flexibel auf unvorhergesehene Situationen. Autos und Roller, die sich von vorn oder hinten nähern, planen mein Rad als ein Hindernis unter vielen in ihren Verkehrsfluss ein.

Ich muss vor allem darauf achten, was von der Seite kommt: Wer aus Seitenstraßen schießt, rechnet meist nicht damit, dass ein Fahrrad seinen Weg kreuzen könnte. Besonders eilig haben es Taxis und die allgegenwärtigen kleinen blauen Pritschen-LKW. Da hilft es wenig, mit deutscher Rechthaberei auf seiner Vorfahrt zu bestehen, und ich fahre lieber ein wenig langsamer.