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Update 17.6.: Die Sendung steht nun als mp3-Datei online. Mein Beitrag beginnt bei 31:50.

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Jetzt gleich, am Sa. 16.6. zwischen 11 und 13 Uhr dt. Zeit (17 und 19 Uhr Taiwan-Zeit) läuft auf WDR 5 ein Radiobeitrag, für den ich mich mit dem Fahrrad in den Stadtverkehr von Taipeh gestürzt und meine Erlebnisse live kommentiert habe.

Es gibt auch einen Livestream und später die Möglichkeit, das Programm per Podcast nachzuhören. Mehr Informationen auf der Website der Sendung „Oase“.

Mit dieser Konstruktion habe ich während des Fahrens die Atmosphäre auf den Straßen eingefangen:
https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150828708353295&set=a.383404963294.159525.234843808294&type=3&theater

Demnächst werde ich noch ein Video veröffentlichen, das ich bei der Gelegenheit gedreht habe. Aus der Perspektive des Fahrradlenkers.

Auch zum Thema: In Taipeh mit dem Fahrrad in die U-Bahn? Ja, aber…


Ich habe in Taipeh ja schon einiges ausprobiert, aber eines steht mir noch bevor: Eine U-Bahn-Fahrt mit Fahrrad. Das hat sich einfach noch nicht ergeben. Und ich werde den Verdacht nicht los: Das liegt auch an den Bestimmungen.

Nicht etwa, dass Radfahrer unerwünscht sind. Im Gegenteil – in vielen MRT-Stationen liegen sogar Broschüren aus, die Menschen wie mich ermuntern sollen, ihre beiden Lieblings-Verkehrsmittel zu kombinieren.

Ich fasse mal zusammen, was da drin steht.

Radfahrer sind willkommen in der MRT!

(Man denke sich Slogans, in denen Schlagworte vorkommen wie: Green Lifestyle, Low-Carbon, Healthy Living und dergleichen mehr.)

Aber…

…nur am Anfang und Ende jedes Zuges

Im ersten und letzten Wagen finden sich je acht Stehplätze für Radfahrer. Die übrigens Wagons sind tabu – egal, wie voll oder leer es dort ist.

…nicht in jeder Station

Dass die braune MRT-Linie keinen Platz für Räder bietet, ist nachvollziehbar. Schließlich ähnelt sie eher der Besucher-Hochbahn im Heidepark Soltau als einer ausgewachsenen Metro. Aber auch auf den anderen Linien sind einige Stationen no-roll-area für Zweiräder:

Nun gut, der Hauptbahnhof ist Taipehs berüchtigter Nahverkehrs-Hauptknotenpunkt, und es würde sicherlich die Situation nicht entspannen, wenn sich auch noch Fahrräder durch die Massen drängen.

Dass man an diesem Knotenpunkt nun mit Rad nicht einmal umsteigen darf, macht es dann doch recht kompliziert. Angenommen, ich komme mit der blauen Linie aus Richtung Taipei 101 und möchte mit der roten Linie nach Danshui (ach nein, Tamsui) fahren. Dann müsste ich über Taipei Main Station hinaus fahren, in Ximen in die hellgrüne Linie umsteigen, zwei Stationen zur CKS Memorial Hall fahren und dort in die rote Linie wechseln, mit der ich kurz darauf wieder den Hauptbahnhof passiere.

Von Zuwiderhandlungen wird streng abgeraten, schließlich steht in Taipehs MRT schon mit einem Bein im Gefängnis, wer nur sein Handy an einer Steckdose auflädt.

Die übrigen off limit-Stationen sind entweder Umsteigestationen wie Zhongxiao Fuxing und Guting, bedienen den Shilin-Nachtmarkt (Jiantan), sind Endhaltestellen (Fu Jen University, Nangang Exhibition Center) und stehen ohne nachvollziehbaren Grund auf dieser Liste (Shipai).

…nur an Wochenenden und Feiertagen

Ja, das stimmt. An Wochentagen haben Fahrräder in Taipehs U-Bahn nichts verloren, egal zu welcher Zeit. Das macht die Crux des Systems deutlich: Fahrräder gelten aus Sicht der Verantwortlichen nicht als Verkehrsmittel, sondern als Sport- und Freizeitgeräte. Zielgruppe dieser Regeln sind nicht Pendler, sondern Ausflügler.

…es kostet

Aus Hamburg war ich es gewohnt, mein Rad gratis mit in die U-Bahn zu nehmen. Warum auch nicht? Schließlich zahle ich ja schon für mich selbst. In Taipeh dagegen wird für jede Fahrt zusätzlich zum normalen Preis ein 80-NTD-Fahrradticket fällig. Das ist etwa dreimal so teuer wie eine durchschnittliche Fahrt für eine Person. Einmal wohin und zurück kostet mit 160 NT$ (knapp fünf Euro) etwa so viel wie ein einfaches Mittagessen für zwei. Da überlegt man es sich nicht nur einmal, ob es die Mühe wert ist.

Und nun?

Wer einige dieser Regeln nicht nachvollziehen kann und trotzdem unter der Woche überall legal und gratis mit Rad in der MRT fahren will, kann sich ein Klapprad zulegen. Zusammengefaltet und in einer Tasche verstaut, gilt es als normales Gepäck und kann überall hin mitgenommen werden.

Oder man stürzt sich ins Verkehrsgetümmel.





Ob Taiwan doch noch ein etabliertes Reiseziel für deutsche Touristen wird? Der durchschnittliche Pauschalurlauber wird sich sicherlich auch künftig kaum hierher verirren, aber einige Special Interest-Gruppen sind schon aufmerksam geworden und haben dankenswerterweise auch fleißig über ihren Taiwan-Besuch gebloggt.

Die einen kosten…

Da war zum einen eine Reisegruppe von deutschen Tee-Kennern und -Genießern, die im Oktober zwei Wochen lang durch Taiwan gereist ist und dabei offenbar hektoliterweise Tee verkostet hat – in Anbaugebieten, deren Namen ich noch nie gehört habe. Sie haben auch Teemeister und Kannen-Manufakteure besucht und ihre Reise mit vielen Fotos im Blog des „Hamburger Teespeichers“ dokumentiert. Hier stehen alle Beiträge auf einen Blick.

Durch unsere Chinareise im letzten Jahr hatte wir ja schon eine Idee, wie es in Taiwan werden könnte. Doch ich muss sagen, dass ich mich total getäuscht habe.  Taiwan ist ganz anders als Festlandchina. Die Taiwanesen habe eine wundervolle Art mit den Besuchern ihres Landes umzugehen. Die Leute sind mehr als freundlich und hilfsbereit, auch wenn sie kein Englisch verstehen. Sie freuen sich aber ein Loch in den Bauch, wenn sie merken, dass man ein paar Brocken Chinesisch kann. Ich habe jetzt durch die Teereise viel von Land und Leuten gesehen und kann nur sagen, dass ich mein Herz komplett an Taiwan verloren habe. Es ist ein tolles Land und ich kann nur jedem empfehlen dieses kleine Paradies mal zu besuchen.

…die anderen strampeln

Fast zur gleichen zeit war eine Radreisegruppe des Veranstalters „China by Bike“ in Taiwan unterwegs und hat ebenfalls fleißig über ihre Erlebnisse gebloggt – und das sehr lesenswert und manchmal fast poetisch.

Taiwan ist ein Traum für alle Fahrradfahrer. Jede Polizeistation hat Luftpumpen, Flickzeug, Schläuche und eine positive Einstellung für alle Radfahrer. In leuchtend grünen Kästen liegen alle nötigen Utensilien. Leuchtend grün sind auch die Reisfelder durch die wir hindurchfegen. Aufgeteilt in kleine Pulks sausen wir durch die fast autofreie Traumlandschaft. Nur Fliegen ist schöner.

Es ist schwer zu jubilieren, wenn man den halben Tag im Regen gefahren ist, aber warum eigentlich nicht? Die Strecke war ruhig und wunderschön, die Blicke gingen in wolkenverhangene Berge und in Täler mit rauschenden Bächen, chinesische Tuschemaler hätten sich die Finger wundgekritzelt. Nix los auf dem Weg, alles ruhig, das Wasser hat uns heute die Geräuschkulisse geliefert.

Sonst wird er gegessen. Derzeit hat der junge Bambus „Meiren tui“ („Füße schöner Menschen“, es gibt sehr viele verschiedene Bambus-Sorten) Saison, man kann ihn überall an den taiwanischen Landstraßen erwerben. Aber vor allem wogt er wild am Straßenrand. Ein wolkenverhangener und fast stürmischer Tag, passend zum Pazifik, dem großen weiten Meer. Der Wind kommt fairerweise von allen Seiten, komisch, man segelt durch die Gegend und hinter der nächsten Biegung fährt man gegen eine Wand.

Alle Blogeinträge auf einen Blick: Hier (Start) und hier (Ende der Reise).

Sogar Taiwans nationale Nachrichtenagentur CNA ist auf die deutschen Radler und ihre mehr als 700 Kilometer lange Tour aufmerksam geworden, hat sie kontaktiert und diesen Bericht verfasst. Der letzte Ansatz ist unbezahlbar:

The cultural experience seemed to have not only impressed the Germans but also Taiwanese people, according to local tour guide Hsu Chung-hsiang.  „These guys love beer,“ Hsu said. „Instead of drinking tea while sitting in a boat on Sun Moon Lake, they drank tons of Taiwan Beer.“

Die einen sind drin…

In der Leiste rechts liste ich alle deutschen Taiwan-Blogs auf, die ich für lesenswert halte und – vor allem – die aktuell aktiv sind. Es gibt zwei Neuzugänge:

Leben als Waiguoren

Gaby kommt aus der Schweiz und arbeitet seit September 2010 in Taipeh. Wo, weiß ich, da ich sie persönlich kenne – aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es im Netz lesen möchte. Sie schreibt viel regelmäißger als ich über ihre Alltagserlebnisse in Taiwan, und auch über Reisen nach Korea, Australien usw. Und auch das hat sie mir voraus: Sie hat schon selbst Dumplings gemacht.

Alexweltweit

Alex‘ Blog hatte ich vor längerer Zeit schon einmal regelmäßig verfolgt, aber dann setzte er sich samt Begleitung von Taiwan nach Australien ab und verschwand somit von meinem Radar. Seit September lebt er nun wieder in Taiwan, und zwar mit Working Holiday Visum und derzeit in Taichung – was einige interessante Beobachtungen des Lebens außerhalb von Taipeh verspricht.

…die anderen sind draußen

Eine ganze Reihe Blogs ist mittlerweile offenbar still eingeschlafen, und ich habe sie aus der Blogroll entfernt. Lest aber ruhig noch einmal nach, es findet sich dort viel Interessantes.

Wir nehmen Abschied von…

  • http://andreasintaiwan.blogspot.com/
  • http://dhelmdach.wordpress.com/
  • http://fiona-taiwan.blogspot.com/
  • http://daniattaiwan.blogspot.com/
  • http://johannes-in-taiwan.blogspot.com/
  • http://robertintaiwan.blogger.de/
  • http://vikintaipei.blogspot.com/

Und was lest Ihr?

Wer noch ein lesenswertes deutsches Taiwan-Blog kennt – bitte unbedingt nennen!

Dann war da noch…

…ein Artikel des neuen deutschen Vertreters (also Botschafters) in Taipeh, Dr. Michael Zickerick, zu seinem Amtsantritt. Er stand in der China Post, und ich war bisher nicht dazu gekommen, ihn hier zu veröffentlichen.

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Ab ins Grüne – in Taipeh!

Wochenend und Sonnenschein – da will ich auch in Taipeh nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen oder mich auf der Straße an Motorrollern vorbeiquetschen. Was tun, wenn die eigene Wohnung keinen Balkon hat und der Park gegenüber vom Zelt einer Trauerfeier blockiert ist?

Zum Glück leben im Ballungsraum der Hauptstadt zwar außer mir noch ca. 6 Millionen Menschen, aber wenn die mal ins Grüne wollen, haben sie es nicht allzu weit.

Zeitungsbericht über Parks in Taiwan

Wandern rund um Taipeh

Elefantenberg, Tigerberg, Yangming-Berg: Direkt hinter den Wohnblocks und Bürotürmen steigen sie in die Höhe. An drei Seiten ist Taipeh von Hügeln und sogar einem erloschenen Vulkan umgeben. So betongrau das Straßengewirr aus der Ferne wirkt, so sattgrün wuchern Büsche und Bäume an den steil ansteigenden Hängen.

Ein Netz von gut ausgebauten Wanderwegen bietet gestressten Großstädtern die Möglichkeit, schnell die Asphaltpisten hinter sich zu lassen. Der Weg ist vorgegeben, denn die Vegetation geht in unseren Breitengraden als Urwald durch, und es ist unmöglich, die vorgegebenen Pfade zu verlassen.

Hiking path near Taipei City

Wenn es im Sommer mit 35 Grad und mehr gar zu heiß vom Himmel brennt, oder wenn während der Frühjahrs-Regenzeit jeden Moment ein Wolkenbruch droht, überlege ich mir gut, ob ich so einen doch recht schweißtreibenden Aufstieg beginnen will. Wenn ich dann – noch frohgemut ausschreitend – die ersten gepflasterten Treppen erklimme, werde ich oft von Rentnern überholt, für die der Weg zum Gipfel seit Jahren allmorgendliche Routine ist.

Nehmen die Steintreppen kein Ende, werden die Beine schwer, aber ein vorzeitiges Umkehren kommt nicht in Frage. Schließlich ergeben sich immer wieder schöne Aussichten über die Häuserschluchten von Taipeh, aus denen der bambusförmige Wolkenkratzer Taipei 101 mit seinen 500 Metern aufragt wie der Pfeil auf einer Dartscheibe.

View over Taipei City with Taipei 101

Radfahren in Taipehs Flussufer-Parks

Wenn es mal weniger steil zugehen soll, schwinge ich mich gern auf Rad und nehme den kürzesten Weg zum nächsten Fluss. Nur dort lässt es sich in Taipeh richtig entspannt radeln: An beiden Ufern der Ströme, die durch Taiwans Hauptstadt fließen, ziehen sich mehr als 100 Kilometer grüne Parkstreifen entlang. An einigen Stellen sind sie mehrere hundert Meter breit.

Neben Radwegen und Rasenflächen finden sich hier auch Feuchtgebiete, Hundewiesen und Sportplätze. Überall spielen dort am Wochenende Amateur- und Jugendmannschaften Baseball, Taiwans beliebtesten Mannschaftssport, der vor etwa hundert Jahren von den Japanern ins Land gebracht wurde. Vorbei geht die Fahrt auch an Basketball- und sogar Tennisplätzen, die alle frei zugänglich sind und auf denen trotzdem kein Netz Opfer von Vandalismus wird.

Und in der Stadt? Meine Beobachtungen zum Radfahren in Taipeh, mit Video.

Riverside bike path in Taipei City, with Taipei 101

Von Menschen, die Taipeh schon länger kennen, höre ich (PDF meines Zeitungsartikels): Vor 10, 15 Jahren sah es hier noch ganz anders aus. Wo heute Blumenbeete angelegt und Flutwände mit Mosaiken verschönert werden, war damals verkommenes Brachland, das gern als wilde Müllkippe genutzt wurde.

Dann erkannte die Stadtregierung, dass ihre Bürger nicht immer nur Geld verdienen, sondern auch mal entspannen wollen, und startete ein großes Reinemachen. Projekt Lebensqualität – davon profitiere ich gern.

 


Ärgernisse in Taiwan

Oft spare ich mir die 15 Taiwan-Dollar (30 Eurocent) für die China Post, ist diese (nebenbei bemerkt stramm „blaue“, also regierungstreue) Zeitung doch ziemlich schlecht gestaltet. Ein Layout von vorgestern. Außerdem verfolgt sie in ihren Leitartikeln manchmal eine geradezu demokratiefeindliche Linie, die das Lesen zum Ärgernis macht. Dann lieber die Taipei Times. Die ist zwar genauso parteiisch (nur für die andere Seite), aber wenigstens kommen dort immer wieder Stimmen zu Wort, die vom anderen Lager verschwiegen werden. Aber ich schweife ab.

Neulich aber sind mir in der China Post auf zwei Seiten „Lokales“ (so nennen sie die Innenpolitik, weil „Taiwan“ nach ihrer Denke ja kein Staat sein kann) gleich mehrere kurze Artikel aufgefallen, die allesamt hochinteressant sind – weil sie zeigen, dass in diesem schönen Land eben doch einiges im Argen liegt.

Und man kann ja nicht immer nur das Positive sehen.

1) Biking accidents in Taipei City escalate

Lange war Fahrradfahren in Taiwans Städten nur etwas für Lebensmüde und Mormonen-Missionare (die grundsätzlich zu zweit mit Mountainbike und Helm unterwegs sind, aber ich schweife schon wieder ab). Nun gibt es seit wenigen Jahren Bemühungen, die Städte Fahrrad-freundlicher zu machen. Es werden einige Radwege angelegt, in Taipeh und Kaohsiung wurde ein Fahrrad-Leih-System wie in vielen europäischen Städten eingeführt. Das steckt aber alles noch in den Kinderschuhen.

Radweg Taipeh Strasse

Ob so was schon als neu angelegter Radweg gilt? Viel Spaß beim Befahren! (Taipeh)

Laut dieser Meldung gab es von Januar-Mai 2009 in Taipeh 395 Verkehrsunfälle mit Fahrrad-Beiteiligung – fast ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der getöteten Radfahrer ist demnach um 43 Prozent gestiegen (leider wird keine totale Zahl genannt).

Interessant ist nun, welche Schlussfolgerung Taipehs Verkehrsbehörde daraus zieht. Wird die Rücksichtslosigkeit der Autos und Motorroller angemahnt, die grundsätzlich ohne Vorwarnung, und ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, die Spur wechseln? Gibt es Kurse zum Thema „wie benutze ich meinen Blinker“ oder „warum Fußgänger bei grüner Ampel die Straße überqueren dürfen“? Nein. Die Hauptschuld liegt natürlich bei den Radfahrern:

„Bicyclists should check traffic signs, pay attention to traffic flow, give other vehicles signals when making a turn and follow traffic laws more rigorously so as to avoid accidents.“

Ist schon klar – der Schwächere soll sich gefälligst an Regeln halten, die Stärkeren dürfen nach bewährter Chaos-Manier weiterfahren.

Ein Parade-Radweg, sogar mit Mäuerchen von der Straße abgegrenzt. Trotzdem eine prima Abkürzung für ungeduldige Scooter-Fahrer. (Taipeh, Dunhua N. Rd.)

Ein Parade-Radweg, sogar mit Mäuerchen von der Straße abgegrenzt. Trotzdem eine prima Abkürzung für ungeduldige Scooter-Fahrer. (Taipeh, Dunhua N. Rd.)

Ich bin kein fanatischer Radfahrer und habe hier in Taiwan auch kein Fahrrad. Ich finde diese Argumentation aber wunderbar beispielhaft für die Inkonsequenz, mit der hier viele Probleme angegangen werden. Man würde ja gerne vieles besser machen, kommt aber doch nicht von asozialen egoistischen Verhaltensweisen los. Aus dem selben Grund gibt es auf  öffentlichen Toiletten so selten Klopapier-Rollen – meine Lehrerin meint jedenfalls: Jeder würde sich „auf Vorrat“ mehr abrollen, als er braucht, und am Ende wäre doch nur das Klo verstopft. Statt dessen schleppt jeder notgedrungen seine eigenen nicht-wasserlöslichen Tissues mit sich rum, und das Klo ist im Zweifelsfall trotzdem verstopft.

Fußgänger sollen sich gefälligst an die Regeln halten, denn auf den Straßen von Taipeh sind gefährliche Haifische unterwegs. Großartige Analogie.

Fußgänger sollen sich gefälligst an die Regeln halten, denn auf den Straßen sind gefährliche Haifische unterwegs? Großartige Analogie.

2) Taitung prison overcrowded with drunk drivers

In der aktuellen Wirtschaftskrise ziehen es offenbar einige Menschen vor, ins Gefängnis zu gehen, statt eine Geldstrafe für Alkohol am Steuer zu zahlen. So sparen sie sich das Geld, und gebraucht werden sie draußen offenbar sowieso nicht. In Taitung führte das dazu, dass plötzlich 500 Häftlinge in einem Gefängnis saßen, das für 345 Insassen ausgelegt ist. Die Polizei sagt, wenn das so weiter geht, gibt es bald nur noch Geldstrafen und keine Wahlmöglichkeit mehr.

Die Strafen sind nicht von schlechten Eltern. Das Limit liegt offenbar bei 0,55 Promille. Herr Wang wurde mit 1,64 erwischt und hat sich freiwillig für vier Monate einsperren lassen. Frau Lin bekam für 0,63 Promille 45 Tage Haft. Herr Chen hatte dann doch keine Lust auf das Gefängnis, er zahlte für 0,69 Promille 30.000 NT$ (650 Euro), also mehr, als Berufseinsteiger hier im Monat verdienen.

3) Taiwan Railway slammed for bad English translations

Englisch-Schulen sind in Taiwan ein eigener Wirtschaftszweig. Viele Eltern geben Unsummen dafür aus, ihre Kinder dort von „Lehrern“ unterrichten zu lassen, deren einzige Qualifikation in einem amerikanischen oder kanadischen Pass und irgendeinem College-Abschluss besteht. Viel schlechter als der Frontalunterricht in den Schulen, wo vor allem Grammatik für Prüfungen gepaukt wird, kann die Qualität aber auch nicht sein.

Hess - der Englisch-Kindergarten Ihres Vertrauens?

Hess - der Englisch-Kindergarten Ihres Vertrauens?

Kurz gesagt, die Englisch-Kenntnisse der Taiwaner lassen im Großen und Ganzen zu wünschen übrig. Was schade ist, weil die Menschen eigentlich so weltoffen und interessiert am Rest der Welt sind.

Unfreiwillige Poesie am Getränkeautomaten

Unfreiwillige Poesie am Getränkeautomaten

In dem Provinzbahnhof Shalu in der Nähe von Taichung jedenfalls hätte man sich das Geld für die englische Ausschilderung offenbar besser gespart, wie dieser Artikel zeigt (z.B. „Quiet Proper University“ statt „Providence University“). Bahnhofsmanager Herr Li zeigt sich betroffen angesichts der „Übersetzungen“, die man extra bei einer externen Firma in Auftrag gegeben hatte:

„Li, responding to the embarrassing hiccups, said that the station staff did not notice the mistakes because of their poor English skills, and promised that the mistakes would be corrected immediately.“