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Entries tagged with “Gastarbeiter”.


Hilfe für Taiwans südostasiatische Arbeiter

Um die oft schwierige Situation südostasiatischer Gastarbeiter ging es hier schon mehrmals. In einem Fall kann ich nun Fortschritte vermelden.

Irgendwann im Hauptbahnhof von Taipeh: „Ganz schön viel los heute“ denke ich, als die große Schalterhalle betrete, um mir eine Fahrkarte zu kaufen. Hunderte Menschen sitzen in dem riesigen Raum auf dem Fußboden und unterhalten sich. Wo wollen die alle hin?

Taipeh Bahnhof Arbeiter

Erst, als ich genauer hinsehe, merke ich: Die Leute, die hier grüppchenweise zusammensitzen, warten nicht auf einen Zug. (mehr …)


Taiwan und der Islam: Mehr als Touristen und Gastarbeiter

Nicht nur im Schatten der Weltpolitik liegt Taiwan, sondern auch abseits internationaler Flüchtlingsrouten. Syrien und der Nahe Osten sind von hier aus der Ferne Westen. Ist der Islam in Taiwan also ein Fremdkörper? So einfach ist es nicht.

Islamisches Grab Friedhof

Frauen mit bunten Kopftüchern, Läden mit dem Koran in der Auslage, exotisches Essen: Auch das ist Taipeh. Die allermeisten Menschen hier wissen aber nichts davon. (mehr …)


Schande hinter geschlossenen Türen

Wer kennt noch Dobby? In der Welt von Harry Potter sind er und seine Artgenossen der letzte Dreck. Hauselfen, so heißen die Kobolde, sind ihren Gebietern auf Gedeih und Verderb verpflichtet.

Sie erledigen klaglos jede noch so miese Arbeit, erwarten kein Wort des Dankes und bekommen es auch nicht. Wenn sie nicht rasch genug parieren, werden sie misshandelt.

In Taiwan gibt es viele Dobbys

Sie müssen hinter verschlossenen Türen schuften, ausgeliefert und fast rechtlos. Taiwans Hauselfen sind (mehr …)


Aussöhnung statt Empörung

Streit unter Nachbarn ufert gerne aus. Taiwan und die Philippinen liegen derzeit im diplomatischen Clinch. Es geht um einen Toten, um diplomatische Gesichtswahrung und das gesunde Volksempfinden. Filipinos, die in Taiwan arbeiten, stehen zwischen den Fronten.

Pinoy event Taipei

Die Sonne knallte so stark, dass die Menschen im Park sich in den Schatten der Bäume zurückzogen. Es gab gratis Mittagessen, auf der Bühne sprachen Redner von Freundlichkeit und Völkerverständigung. Angenehme Stimmung herrschte letzten Sonntag auf diesem Straßenfest in Taipeh. Taiwaner hatten eingeladen, Filipinos waren gekommen. Für die ist Sonntag oft der einzige freie Tag.

Mein Video der Veranstaltung, inkl. Interview mit einem der Organisatoren:

Der Hintergrund dieser Veranstaltung war leider nicht schön: Ein Mensch ist tot, die Regierungen Taiwans und der Philippinen streiten sich, und die fast 80.000 Filipinos, die in Taiwan arbeiten, könnten es ausbaden. Daher die Aufrufe: Seid nett zueinander!

Tod auf hoher See

Mit Schüssen auf hoher See begannen die Probleme vor knapp drei Wochen. Die philippinische Küstenwache traf auf ein taiwanisches Fischerboot. Der Ort: Gewässer, in denen beide Seiten Fischereirechte geltend machen. Was genau passierte, ist unklar. Jedenfalls eröffnete die Küstenwache das Feuer und durchsiebte das kleine Boot mit etwa 50 Kugeln, bevor sie abdrehte. Ein 65-Jähriger Fischer wurde getötet.

Was ist passiert? Taiwans offizielle Version im Video des Außenministeriums:

So nah und doch so fern? Taiwan und die Philippinen

Taiwan hat ein nicht ganz einfaches Verhältnis zu seinem Nachbarn im Süden. Die Philippinen mit ihren über 7000 Inseln und 92 Millionen Einwohnern (mehr als Deutschland) liegen Taiwan näher als alle anderen Länder, abgesehen von China. Wirtschaftlich aber spielen sie zwei Klassen tiefer. Zahllose Filipinos müssen in die Welt hinausziehen, um Geld für ihre Familien zu verdienen – oft als Seeleute.

In Taiwan erledigen sie Arbeiten, für die Einheimische nicht mehr zu gewinnen sind: Die Männer arbeiten am Fließband oder als Bauarbeiter, die Frauen als Dienstmädchen und Altenpflegerinnen. Für viele Taiwaner ist „Filipino“ gleichbedeutend mit „Gastarbeiter“, und einige werden regelrecht ausgebeutet.

Lesetipp (engl.): Taiwans „Ausländer zweiter Klasse“

Auf einige Inselgruppen im Südchinesischen Meer erheben beide Seiten ebenso Anspruch wie andere Länder der Region – ein ungelöstes Problem, das aber normalerweise nicht in Gewalt umschlägt. Fischgründe sind ein weiterer Konfliktherd. Weil die küstennahen Gewässer bald leergefischt sind, fahren die Boote immer weiter hinaus, und Zusammenstöße sind die Folge.

Screenshot von der englischen Website des ROC-Außenministeriums:

MOFA Cold Blooded Murder

Die Empörungsspirale dreht sich

Nach dem Tod des Fischers entflammte in Taiwan der Volkszorn, angeheizt durch Medien und Politiker, die sich parteiübergreifend durch betont nationalistisches Auftreten profilierten. Mindestens ein DPP-Abgeordneter war sich nicht zu blöd dazu, vor laufenden Kameras die Flagge seines Nachbarlandes zu verbrennen.

Die Reaktion der Philippinen konnte die Wogen nicht glätten – im Gegenteil. Taiwan redet von „kaltblütigem Mord“, verlangt ein offizielles Schuldeingeständnis, eine Entschuldigung der Regierung in Manila und Entschädigung für die Familie des Getöteten.

Englische Website des Außenministeriums zu dem Vorfall

Die Philippinen sprachen zunächst nur von einem unbeabsichtigten Zwischenfall und ließen einen Gesandten des Präsidenten dessen persönliche Entschuldigung ausrichten. Weil das den Taiwanern nicht gut genug war, setzten sie Sanktionen in Kraft: Anwerbestopp für Filipinos, Einfrieren der gegenseitigen Zusammenarbeit, Zurückholen der offiziellen Gesandten. Sogar Sportmannschaften, die in Taiwan antreten sollten, wurden ausgeladen.

Manila, Taipeh und der China-Faktor

Der Unmut von Taiwans Regierung lässt sich wohl zum Teil auch damit erklären, dass die Philippinen es mit ihrer „Ein-China-Politik“ begründen, warum eine offizielle Entschuldigung von einer Regierung zur anderen nicht möglich sei. Mit der selben Begründung hatte Manila Taipeh vor gut zwei Jahren brüskiert: 14 in den Philippinen festgenommene Taiwaner, die einer Straftat verdächtigt wurden, sind damals an die Volksrepublik statt nach Taiwan ausgeliefert worden.

Bald gab es Berichte, dass einige Taiwaner ihre Empörung an Filipinos auslassen, mit bösen Worten und sogar durch Übergriffe. Einige stellten sich als frei erfunden heraus, andere nicht.

Erst nach mehreren Tagen riefen Politiker dazu auf, Filipinos in Taiwan anständig zu behandeln. Zum Glück gibt es eine rege Zivilgesellschaft, die mit Aktionen wie dem Straßenfest deutlich macht: Von einigen Idioten auf beiden Seiten lassen wir uns nicht aufeinander hetzen.

Meine Fotos von der Veranstaltung

Schweigeminute Filipinos Taipei

Nach einigen Wochen Krisenstimmung können die Regierungen nun wieder vernünftig miteinander reden. Beide Seiten haben Teams von Ermittlern zur Gegenseite geschickt, die zunächst herausfinden sollen, was eigentlich genau passiert ist.

Es sieht so aus, als ob die Vernunft sich am Ende doch noch durchsetzt.


Help Filipino and other foreign laborers in Taiwan

Taipei and Manila are currently in crisis mode after a Taiwanese fisherman was shot and killed by the Philippine coastguard on May 9. Most Taiwanese, it seems, are angry about the Philippine government’s response, which the Taiwanese side claims to be insincere. One group that is definitely not guilty, but suffering under the current situation, are Filipino workers in Taiwan.

A group of filmmakers in Taiwan has for a long time been working on a documentary that highlights the many hardships that migrant workers from Southeast-Asian countries often face in Taiwan. Workers, maids and caretakers from the Philippines, Vietnam or Indonesia are sometimes exploited by Taiwanese and have to deal with racist attitudes and other stereotypes. In the past week, there have been media reports about Pinoys being discriminated against and even beaten up as some Taiwanese are apparently carried away by nationalistic fervor.

How you can support „I Have it Maid“

The documentary is called „I Have it Maid“. The filmmakers are currently trying to raise more funds via Kickstarter. The target is US$7000, and there still is some way to go. If you want to support them, you only have time until this Friday, May 24.

Click here to back the project

In this video, you can see that they have already been busy filming interviews, demonstrations and other footage:

You can give as little as one dollar. For US$15, the filmmakers promise you a download of the film when it’s completed. That is the option I just went for. If you want to give even more, you can choose DVDs, T-Shirts, your name in the credits etc.

Read my blog entry about Taiwan’s 2nd class foreigners

I’ve met Alex Wolfgram, one of the filmmakers, personally and have the feeling that he is deeply interested in Taiwan and its society. This will be no film bashing Taiwan. The Taipei Times published an article about Wolfgram and this documentary project.

Discrimination against Filipinos in Taiwan? Current reports

Update: Some media reports turned out to be based on made-up stories

The National Police Agency said (on May 20) that it had received three reports of Filipinos being attacked.

The most recent case involved several Taiwanese youths who attacked a Filipino at his dormitory and damaged property in the dormitory in Hsinchu County on Sunday.

However, the Hsinchu police said that one of the youths claimed that he assaulted the Filipino because he thought he was being laughed at, and that the attack was not incited by the dispute between Taiwan and the Philippines.

(Source)

Want to know more? These are some media reports on the current developments:

How Taiwan can improve migrant workers‘ conditions

In late February, Taiwan’s government invited a group of reknown international human rights experts to Taiwan. Their mission was to independently review Taiwan’s implementation of the United Nations’ human rights conventions.

While most media coverage was about their criticism of the way the death penalty is executed in Taiwan, the experts in their concluding observations also mentioned the situation of migrant workers:

38. A matter of serious concern is the abuse of rights and the absence of rights of migrant workers in such areas as their recruitment, mostly involving exorbitant brokers’ fees, their almost complete dependence on their employers, and the restrictions on their transfer between employers, the loss of their status as documented workers, and their becoming undocumented with the attendant risk of deportation. Domestic workers are among the most vulnerable of migrant workers in terms of excessive working hours, low wages, and their vulnerability to sexual harassment. It is also a matter of concern that migrant workers, including domestic workers, are not covered by basic labour protection legislation, such as the Fair Labour Standards Act and the Labour Safety and Health Act. Further, it is a serious problem that even the most basic rights which, under international human rights standards, are to be attributed to everyone, and which include in particular the rights to food, housing and health care, are not secured for undocumented workers.

39. The Experts therefore recommend that (i) basic labour protection legislation such as the Labour Standards Act and the Labour Safety and Health Act, be made more inclusive so as to cover migrant workers, domestic workers, and dispatched workers; (ii) the exploitation by recruitment brokers be more closely controlled and abuses penalized; (iii) the rights of migrant workers enabling them to transfer between employers be extended; (iv) the right of everyone, including nationals and non-nationals, documented and undocumented, to enjoy very basic human rights, notably the rights to food, housing and health care, be guaranteed; and (v) proposals to delink the basic wages of foreign workers from those of Taiwanese citizens be rejected as in violation of United Nations and International Labour Organization standards.

 

Source: Review of the Initial Reports of the Government of Taiwan on the Implementation of the International Human Rights Covenants. Concluding Observations and Recommendations (PDF)

I Have it Maid: Filipino Worker

About me

I am a German reporter living and working in Taiwan. Read more English posts on this otherwise mostly German blog. You can also follow me on Twitter, Facebook, Plurk, and Google Plus.

English posts you might want to have a look at:


Skandal ohne Folgen

Diplomatie, Renminbi, Hintergründe zum Laternenfest und mehr. Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung dieses Mal u.a. mit folgenden Themen:

  • Taiwan verurteilt Atomtest Nordkoreas
  • USA gewähren diplomatische Immunität
  • Taiwan erlaubt Renminbi-Handel
  • Das Laternenfest

USA gewähren diplomatische Immunität

Taipeh hat mit Washington eine Vereinbarung unterzeichnet nach der taiwanische Diplomaten, die in den USA stationiert sind, verschiedene Stufen der Immunität in strafrechtlichen und ziviljuristischen Belangen genießen werden.

 
Was in diesem Text leider nicht erwähnt wird: Hintergrund ist die Verhaftung einer taiwanischen Diplomatin in Kansas City 2011. Jacqueline Liu soll ihr philippinisches Hausmädchen ausgebeutet haben. Was in Taiwans gehobenen Kreisen toleriert werden mag, kam bei den US-Behörden nicht so gut an. Frau Liu bekannte sich schuldig und wurde nach Taiwan abgeschoben. Dort bestritt sie dann, irgendetwas falsch gemacht zu haben, und wurde (mit 64) für zwei Jahre von ihren Aufgaben entbunden. Süßes Rentnerleben!

Taiwan erlaubt Renminbi-Handel

Mit dem 06. Februar 2013 begann in Taiwan der institutionalisierte Handel mit Renminbi Yuan (CNY), der Währung der VR China. In Taiwan wird dadurch genauso wie in Hongkong und Singapur ein Offshore-Markt für Finanzgeschäfte in Renminbi entstehen. Mit diesen neuen Bestimmungen werden 46 Banken in der Republik China auf Taiwan nun die Erlaubnis erhalten, Renminbi-Geschäfte zu betreiben. Außerdem wird sich Taiwan für Banken aus Festlandchina öffnen.

 

Cui bono?

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten: