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Taiwan-News auf Deutsch übersetzt

Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung (s.u.) beschäftigt sich dieses Mal u.a. mit folgenden Themen:

  • Offizieller Besuch zum Jahresanfang aus Europa
  • Außenhandel wächst kräftig
  • Zehntausende demonstrieren in Taipeh

Regierungskritische Demo in Taipeh

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Am 13. Januar marschierten wohl zwischen 100.000 und 200.000 Menschen durch Taipeh, um gegen die Regierungspolitik zu demonstrieren. Aufgerufen hatte die DPP, Taiwans größte Oppositionspartei. Es beteiligten sich dann viele Bürgerrechts- und Umweltschutzgruppen, die für ihre eigenen Anliegen warben: Mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Zerstörung im Namen der wirtschaftlichen „Entwicklung“, Abkehr von der Atomkraft, Schutz der Medienvielfalt.

Meine Fotos von der Demonstration

Der Sprecher des Präsidialamtes, Fan Chiang Tai-chi, erklärte zu der sonntäglichen Demonstration, das Wohlergehen der Bevölkerung und die positive Entwicklung der Nation seien Herzensangelegenheiten von Präsident Ma und Premierminister Chen. Auf die Hauptforderungen der Demonstranten erwiderte er, dass Ma sich stets für eine allumfassende Pressefreiheit eingesetzt habe. (…) Und er betonte: “Wir respektieren das Recht auf öffentliche Protestveranstaltungen. Die Anliegen der Bevölkerung, ihre Kritik und ihre Beschwerden nehmen wir sehr ernst und reagieren entsprechend darauf, wie es für eine verantwortungsvolle Regierung selbstverständlich ist.“

Lesetipp: Taiwans Studentenbewegung gegen ein Medienmonopol

Und: Frühere Besuche von Politikern aus Europa in Taiwan

Taiwan, Japan und die „Trostfrauen“

Noch nicht veröffentlicht hatte ich hier die vorletzte Ausgabe des Newsletters mit diesen Themen:

  • Ureinwohnerpartei gegründet
  • Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen
  • Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration
  • Taiwan begrüßt das neue Jahr

Trostfrauen wurden im Zweiten Weltkrieg vom japanischen Militär gezwungen, sich in eigens eingerichteten Militärbordellen, den japanischen Militärangehörigen für sexuelle Dienste zur Verfügung zu stellen. (…) Von den ursprünglich 58 Trostfrauen, die die Taipei Women’s Rescue Foundation bei ihrer Gründung vor 20 Jahren betreute, leben heute nur noch acht. Erst im November war die bis dahin älteste Überlebende im Alter von 95 Jahren in Taipeh verstorben.

Lesetipp: Taiwan und Japan – eine komplizierte Geschichte

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten:


Japaner: Kolonialherren, Rivalen, Vorbilder?

Taiwan und Japan – das ist eine ganz besondere Beziehung. Für die einen ist Japan wirtschaftlich und kulturell ein  Vorbild, und außerdem Taiwans wichtigster Verbündeter in der Region. Für manche in Taiwan aber ist die ehemalige Kolonialmacht eine Art Erbfeind. Aktuell sorgt der Streit um die Diaoyutai/Senkaku-Inseln für Schlagzeilen.

Hello Kitty-Plakat in Taiwan

Gut, wenn Hello Kitty persönlich für Hygiene sorgt.

Japanische Popkultur

Hello Kitty ist allgegenwärtig. Das niedliche Cartoon-Kätzchen ohne Mund schmückt in Taiwan seit Jahrzehnten alle nur denkbaren Dinge – von Spielzeug und Süßigkeiten über Handtaschen für erwachsene Frauen bis zum Passagierflugzeug auf der Strecke Taipeh-Tokio. Hello Kitty ist aus Japan gekommen – wie so vieles.

Modetrends, Manga, Musik und Popkultur – für hiesige Teenager ist Nippon ein ebenso wichtiger Trendsetter wie die USA. Die Älteren lernen fleißig Japanisch – wichtigste Fremdsprache nach Englisch – und hoffen auf gute Geschäfte. Auch wenn Japans Wirtschaft seit 20 Jahren nicht mehr so rund läuft wie früher, bleibt das Land ein riesiger, weit entwickelter Markt, an dem viele Arbeitsplätze hängen.

1895-1945: Taiwan als japanische Kolonie

Ganz alte Taiwaner sprechen sogar besser Japanisch als Mandarin-Chinesisch, denn in ihrer Kindheit war Taiwan japanische Kolonie. Von 1895 bis 1945 wehte über Formosa die Flagge mit dem roten Sonnenkreis. Chinas Kaiserreich hatte nach einem verlorenen Krieg, der ganz woanders stattfand, die Insel abgetreten. Die Taiwaner selbst erfuhren erst mit Verspätung von ihrem Schicksal und waren alles andere als begeistert.

Lesen Sie auch meine Zusammenfassung der Geschichte Taiwans.

In den ersten Jahrzehnten der Kolonialherrschaft schlugen Japans Truppen viele Aufstände von chinesischen Taiwanern und Ureinwohnern blutig nieder. Irgendwann hatten sich die meisten dann mit ihren neuen Herren arrangiert.

Japan wollte die Insel zur Musterkolonie machen und erschuf eine Infrastruktur, die in Asien ihresgleichen suchte. Während China im Chaos versank, bekam Taiwan Eisenbahnen, Fabriken, moderne Krankenhäuser und ein erstklassiges Bildungssystem. Der Präsidentenpalast wurde als Sitz des japanischen Gouverneurs erbaut. Mit rotem Backstein, Säulen und Portalen erinnern mich Regierungsgebäude und Bahnhöfe dieser Epoche an Bauten aus dem deutschen Kaiserreich.

Presidential Palace Taipei

Der Präsidentenpalast in Taipeh war einst Sitz des japanischen Gouverneurs.

Taiwans klügste Köpfe kehrten voll fortschrittlicher Ideen vom Studium in Japan zurück, doch als das Bürgertum gerade ein bisschen mehr Selbstbestimmung durchgesetzt hatte, brach der zweite Weltkrieg aus. Viele Taiwaner mussten in Japans Armee kämpfen, ihre Heimat war Ziel von amerikanischen Luftangriffen.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150329972938295&set=a.383404963294.159525.234843808294

In Kriegsgefangenenlagern schufteten alliierte Soldaten als Zwangsarbeiter in Minen. Es dauerte lange, bis dort Gedenkstätten errichtet wurden.

Auch die „Comfort Women“, also Frauen, die von Japans Militär zur Prostitution gezwungen worden, bleiben ein heikles Thema. Auch Taiwanerinnen waren betroffen, und eine offizielle Entschuldigung Japans gab es noch nicht.

Taiwan (ROC) und Japan nach 1945

Japan verlor seine Kolonien 1945, und Taiwan fiel der Regierung der Republik China in den Schoß. Vom Regen in die Traufe, denn die neue Verwaltung plünderte die Fabriken, füllte sich die Taschen und massakrierte Taiwans Eliten – aber das ist eine andere Geschichte, die unter der Bezeichnung 228-Massaker bekannt ist.

Während Japaner in China oder Korea wegen ihrer früheren Gräueltaten oft schief angeguckt werden, fühlen sie sich in Taiwan im Großen und Ganzen willkommen. Mit 1,3 Millionen Touristen jährlich stellen sie die größte Gruppe nach den Chinesen. Dabei sind sie beliebter weil sie mehr Geld ausgeben, dezenter auftreten – und weil ihr Land Taiwan nicht bedroht.

Japan und die Republik China haben seit 1972 keine diplomatischen Beziehungen mehr. Trotzdem gilt Japan traditionell neben den USA als wichtigster strategischer Verbündeter Taiwans. Tokio hat großes Interesse daran, dass die Schifffahrtswege nach Japan nicht von China kontrolliert werden. Manche Experten spekulieren sogar, Japan wäre neben den USA das einzige Land, das Taiwan im schlimmsten aller Fälle möglicherweise auch militärisch zur Hilfe kommen würde.

Streit um Inseln im Ostchinesischen Meer

Seit einigen Monaten allerdings werden die Beziehungen zwischen Taipei und Tokio überschattet vom Konflikt um die Diaoyutai/Senkaku-Inseln. Ebenso wie die Volksrepublik erheben beide Seiten Anspruch auf diese Inselgruppe, die ungefähr auf halbem Weg zwischen Taiwan und Okinawa liegt.

Bisheriger Höhepunkt der Unstimmigkeiten war ein Wasserwerfer-Scharmützel zwischen japanischen Schiffen und einer Fischkutter-Flotte aus Taiwan, die von der Küstenwache begleitet wurde.

In Taiwan gibt es mehrere Gruppen von Diaoyutai-Aktivisten, die Japan gegenüber sehr kritisch eigestellt sind und sich eine härtere Gangart wünschen. Ich habe einen Ihrer Wortführer befragt, der sich sogar eine engere Kooperation mit Peking vorstellen kann, um Japan in die Schranken zu weisen.

Das Interview zum Nachlesen.

Ob die Inseln demnächst wieder in mediale Vergessenheit geraten? Es wird spannend sein, zu beobachten, wie sich die Beziehungen zwischen Taiwan und Japan weiter entwickeln.


Taiwanese Diaoyu activist trusts Beijing more than Tokyo

English video interview: Leading Taiwanese Diaoyutai activist Lin Shiaw-shin suggests joint PRC-Taiwan patrols.

The uninhabited Senkaku Islands in the East China Sea are administered by Japan. Like the People’s Republic of China, Taiwan (a.k.a. Republic of China) claims the Diayutai Islands, as they are known in Chinese, as its territory. Some Taiwanese groups have been protesting against Japan for decades.

With the subject making headlines and the ROC government loudly stating its claims, these groups have recently gained more traction. Lin Shiaw-shin (Lin Hsia-hsin, 林孝信) is one of their most influential leaders. I interviewed him for a report on Deutsche Welle.

In the interview, Lin suggests joint patrols by China and Taiwan and does not rule out that the conflict might escalate to a point where shots are fired. This is the video:

On 23 September 2012, Lin’s group staged a large demonstration in Taipei. Some sources report up to 5000 participants. The „Alliance to Protect Diaoyu Islands by Everyone“ was not directly involved with a Taiwanese fishing fleet and Coast Guard ships heading toward the islands and engaging in a water cannon battle with the Japanese side on 25 September.

Because his anti-Japanese activities did not fit the official policy of the time, the ROC government put Lin on its blacklist in the 1970’s and confiscated his passport, preventing him from returning to Taiwan for many years.

After WWII, Japan has consistently been one of Taiwan’s most important allies. The PRC has never ruled out invading Taiwan and is doing everything it can to keep Taiwan off the diplomatic stage.

Interview Transcript

Why did you become a Diaoyutai activist 40 years ago?

(0:30) At that time, we students studying overseas in American colleges, in American graduate studies, we have lots of students from Taiwan over there. And at that time, most of us, we are really angry at the Japanese invasion, the Japanese occupation, and they just try to kick away the fishing people over there. We are just very angry at this kind of Japanese behaviour. And we think we have the full evidence that it belongs to Taiwan, is one of the near isles of Taiwan. It is not part of Japan at all.

What do you demand from the Japanese government?

(1:25) The Diaoyutai belong to us. So we want the Japanese government unconditionally retreat from that island. In the past 40 years plus, their boats just circle around that isles. And our fishing boats when try to fish there, which had been fishing for more than couple hundred years… They were displaced by Japanese boats. We protest against their behaviour.

Why do you think the Japanese are acting the way they are?

(2:25) Number one, we think the Japanese government eagerly wants to have some oil or gas reserves over the continental shelf of Eastern Asia. Because the territory of Japan is not in the continental shelf. So they don’t have any right to exploit the mines over there. Only when they occupy Diaoyutai, they have the right to exploit those oil or natural gas or other minerals under the sea. So I think that is the most important reason why Japan tries to occupy that isles. And next, we think that Japanese militarism try to return to their past, try to enjoy the past glory before WWII. At that time, ever since the Meiji Restauration in the 19th century, they tried to occupy the territory of their neighboring countries or even to occupy a foreign country, like Liuqiu. Liuqiu actually was an independent state before 1879. It was occuped by Japanese government. After WWII, they should be allowed to be independent. But unfortunately, in 1972 they occupy Liuqiu again. And I think that is the same story. The next step is try to occupy the Diaoyutai isles.

Are you satisfied with the actions of Taiwan’s government?

(4:55) Yes, we are satisfied, but we thought the Japanese government or militarism they really don’t disregard our protections. So we would like, want our government to protect more strong. (…) For example, if they don’t retreat from there, then we should try to consider cooperation with mainland China to protect that islands.(…) Maybe they have some joint force to safeguard our fishing boats over there.

So Beijing’s claims on the islands bother you less than Tokyo’s?

(5:55) Because the problem between the different sides of the strait is another problem. We still don’t settle on this one problem. But definitely, Diaoyutai don’t belong to the Japanese government. We have dispute between the mainland China government. But the eventual problem still has to be settled between the people of both sides of the strait. That has nothing to do with the Japanese government. No matter the fact, Diaoyutai doesn’t belong to Japan.

Would PRC forces close to Taiwan’s coast not pose a danger?

(6:45) The problem between Taiwan and mainland China is another bigger problem. According to my judgement, Beijing government won’t do that kind of things, no. They try to peacefully settle the problem between mainland China and Taiwan. It is not in the interest of them to do this way. (So you rather trust the government in Beijing more than…) Yes. Because up to now I don’t think the Diaoyutai problem, they do anything harmful to our people or fishing people at all. They just try to protect against Japan, have the same goal as us.

What do you think of the violent anti-Japanese protests in China?

(7:50) I think it is not very good behaviour. But also I can understand why they have this kind of behaviour. Because Japanese militarism invaded China and caused more than 35 Mio. peoples suffering during their invasion. So most people, most Chinese people in mainland, their relatives or their good friends, or somebody they (?) suffer this kind of invasion. So that’s why they have this kind of emotion. So I can understand their emotion, and I sympathize their feeling, because they are victims.

What do you think about the U.S. backing Japan’s claims?

(8:50) We are not satisfied with the stand of the U.S. goverment. We think they are not useful. (…) Because even if they understand we have dispute, we have, as I just mentioned before, we have the older evidence that Diaoyutai belongs to us. But the U.S. government has just disregarded this evidence, and besides they seem to side with the Japanese government, so we think they are not useful.

Do Taiwanese independence supporters also join your protests?

(9:35) We just quickly formed this kind of coalition. We are a coalition. So this organization, we really don’t care what is your stand in terms of this problem. We welcome all different kind of, or we respect their political attitude, we don’t ask their political attitude. Only problem (?) is you want to protect Diaoyutai against the Japanese invasion.

Could the Diaoyutai conflict escalate into war?

(10:20) According to the past experience, number one, I think Japanese government, they will be restricted by the United States government. It is not in the interest of United States policy to see there is really a hot war break out here. And for the Beijing government in the past 60 years also, I think they are quite reasonable, quite restrict. So I don’t think there is going to have a really big war, but if there happen just to have some some small military events, it’s possible. (So there might be shots fired?) Shots fired, it’s possible.

The View From the Other Side

A Japanese Twitter user sent me this video as a reply. I guess it serves to show how each side thinks they have all truth to themselves.

Personally, I cannot identify with nationalism of any kind. In a letter to the Taipei Times, a reader jokingly suggested that Japan, China and Taiwan should all relinquish their claims on the islands and transfer sovereignty to one of the small Pacific island nations nearby. I think this suggestion has a lot of charme.

I am a German reporter living and working in Taiwan. Read more English posts on this otherwise mostly German blog. You can also follow me on Twitter, Facebook, Plurk, and Google Plus.

English posts you might want to have a look at:


Ein Buch über Architektur in Taiwan

Taiwans Architektur – das sind nicht nur Betonkästen mit verwitterten Betonfassaden oder schmuddeligen Kacheln, die das Bild vom Leben in Taiwan prägen.

Abgesehen vom Taipei 101 und anderen Touristenattraktionen muss man allerdings schon genau wissen, wohin man schauen sollte, um ansprechende und ungewöhnliche Bauwerke zu entdecken. Dabei kann der Architekturführer Taiwan helfen.

Am Samstag (13.10.) ist Autor Ulf Meyer in Taipeh, um die englische Ausgabe seines Buches vorzustellen.

Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr im URS21 Chung Shan Creative Hub 中山創意基地 (Facebook), einem Ort, der mir noch nicht bekannt war. Adresse: Minsheng East Rd., Sec. 1, No. 21. Meyer wird seinen Vortrag auf Englisch geben.

Aufs Bild klicken zum Vergrößern:

Auf Deutsch ist der Architekturführer Taiwan z.B. bei Amazon.de erhältlich:


Weil der Verlag mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt hat, konnte ich mir das Buch einmal ansehen. Größer als ein übliches Taschenbuch, mit mehr als 250 Seiten und sehr vielen ansprechenden Fotos macht es einen hochwertigen Eindruck.

Taiwans „dritter Weg“

Im Vorwort erklärt Meyer, der seit 2003 fast jedes Jahr nach Taiwan gekommen ist, was ihn hier fasziniert:

Wie das Land, so sucht auch seine Baukunst nach einem Platz in der Welt: zwischen westlicher Wirtschaftsordnung und östlicher Kultur und Mentalität – einen dritten Weg zwischen rationaler Moderne und traditioneller Ikonografie.

Architekturführer Taiwan Hauptpostamt Taipei

Die Konkurrenz zwischen Taiwans Städten und Regionen, die „um Bedeutung, Status, Besucher, Investitionen und Aufmerksamkeit wetteifern“, sieht er als Stärke Taiwans:

Der Wettbewerb zwischen den Metropolen treibt bunte Blüten; doch ist in Taiwan gute bis sehr gute Architekturqualität oft auch in kleisten Gemeinden oder auf dem Land zu finden. Die Regionen haben ihre kulturellen Eigenheiten und sind souverän genug, Architektenkarrieren zu ermöglichen und zu fördern.

Architekturführer Taiwan Kongresszentrum Taichung

Von der japanischen Kolonialzeit bis in die Gegenwart

Im Hauptteil stellt Meyer 125 bemerkenswerte Bauten vor, von der japanischen Kolonialzeit bis zu aktuellen Projekten, von denen erst Entwürfe existieren.

Mit 56 Einträgen stellt Taipei City den Löwenanteil. Aber auch Regionen wie Taoyuan, Chiayi, Yunlin und Changhua sind vertreten. Fast alle Bauwerke werden auf mindestens einer Seite mit mehreren Fotos vorgestellt. Es gibt auch QR-Codes, um per Smartphone den Weg zu finden.

Architekturführer Taiwan Kaohsiung

Das Spektrum reicht dabei sehr weit:

  • Unübersehbare Zeugnisse der japanischen Kolonialzeit (Präsidentenpalast, Zhongshan-Halle, Red House Theatre, Kontroll-Yuan, Nationalmuseum)
  • Nach 1949 entstandene Bürohäuser, Kirchen, Universitäten und Monumente (CKS- und SYS-Gedenkhalle, Grand Hotel)
  • Aktuelle Hingucker (Taipei 101, Keramikmuseum Yingge, Chung Tai Shan-Kloster, World Games-Stadion)
  • Gewagte Bauten der nahen Zukunft (Theaterzentrum am Shilin-Nachtmarkt,  TEK Cube am Citizen Boulevard, Taipei Pop Music Centre, geplant für 2014 an der MRT Kunyang)

Architekturführer Taiwan Pop Music Centre

Die Texte sind kenntnisreich geschrieben – nicht nur, was das Fachwissen um Architektur angeht. Der Autor hat sich auch gründlich mit Taiwans (Stadt-)Geschichte und Kulturen beschäftigt. So lernt man nebenbei eine Menge dazu, und das macht diesen Architekturführer zu einer guten Ergänzung für klassische Taiwan-Reiseführer.

Auch wer schon länger in Taiwan wohnt, wird das eine oder andere Bauwerk mit neuen Augen betrachten und auch dort Interessantes entdecken, wo er vorher vielleicht nur ein weiteres Bürohaus-Monstrum gesehen hat.

Architekturführer Taiwan Hung Kuo Gebäude


Schweigen im Bloggerwald

Sind schon alle im Urlaub, oder liegt es an der EM? Es war eine ruhige Woche in der deutschen Taiwan-Blogosphäre.

Wenn das so weiter geht, findet diese Blogschau im Sommer vielleicht nur alle zwei Wochen statt.

Assoziationskette der Woche

Luo2 You1 macht sich ein paar Gedanken über McDonald’s nicht unumstrittene Bubble Tea-Werbekampagne in Deutschland, kommt auf das japanische Erbe in Taiwan und Besonderheiten der taiwanesischen Sprache zu sprechen und endet mit einem Foto des wohl schönsten Toilettenhäuschens von Taiwan. Puh.

Ein Stück Niedersachsen in Taipeh: Ein Militaria-Laden in Ximending verkauft solche Helme. Ob die auch Scooter-tauglich sind? Die schwarzen Mützen mit dem Totenkopf-Emblem aus dem Regal darüber bilde ich hier lieber nicht ab.

Trip der Woche

Marc alias „Ein Hesse in Taiwan“ hat Strandurlaub auf den Philippinen gemacht. Auf den Billigairline-Flügen dorthin wird offenbar gern mal das Gepäck geplündert. Er verrät, wie er sich dagegen geschützt hat. Außerdem schildert Marc, wie der kürzliche Tropensturm ihn dann doch nicht getroffen hat und gibt bekannt, dass er Taiwan bald wieder verlassen wird. Schade!

Ich empfehle auch ab und zu einen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Und Tipps für interessante Blogeinträge sind immer willkommen.


Der 28. Februar ist heute in Taiwan ein Feiertag (Warum? Mein Blogeintrag über das 228-Massaker), und da es in Taipeh mal wieder regnet, ist dies vielleicht eine gute Gelegenheit, auf einige lesenswerte Berichte der vergangenen Wochen hinzuweisen.

„Das Rohe und das Gekochte“

Nach seiner Premiere auf der Berlinale hat Monika Treuts kulinarisch-politische Taiwan-Dokumentation „The Raw and the Cooked“ eine positive Besprechung im Branchenblatt Variety erhalten.

The film digs deeper and deeper into obscure joints in the middle of nowhere, places even most Taiwan residents may never have heard of.

Im Videointerview erzählt die Regisseurin mehr über den Film und (ab 4:20) auch darüber, dass sie sich Sorgen um Taiwans Zukunft macht.

Weitere interessante Berichte über Taiwan

  • Neuer Zürcher Zeitung: Taiwans Erfolgsmodell auf die Probe gestellt

    Die beeindruckende demokratische Reife, die Taiwan aber gerade wieder bei den Präsidentschaftswahlen gezeigt hat, darf zwar nicht über Missstände im Parteiensystem und im Politikbetrieb hinwegtäuschen. Im Wettbewerb müsste sie aber ein Trumpf sein. Eine innovative Gesellschaft entfaltet sich in einem engen politischen Korsett nicht.

  • Taipeh im Regen
    Schön geschriebener Taiwan-Reisebericht eines deutschen Fernsehreporters