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Taiwan, Fluchtort für Deutsche mit Liebeskummer

Ganz viele deutsche Bücher über Taiwan gibt es nicht. Also freue ich mich, dass kürzlich eines erschienen ist, das ich besonders lesenswert finde: Ein Fettnäpfchen-Führer.

Sophie hält nichts mehr in Deutschland. Ihr Freund hat sich auf seiner Südamerika-Reise abgesetzt. Die Arbeit ist langweilig. Die alte Umgebung reizlos. Sophie braucht einen Neustart. Chinesisch lernen, das wäre was! Auf gut Glück fliegt die Mittzwanzigerin nach Taiwan und beginnt ein neues Leben.

Buch fettnäpfchenführer taiwan

Dabei läuft nicht alles nach Plan. Ob im Alltag, an der Uni oder unterwegs mit neuen Freunden, überall lauern Missverständnisse. (mehr …)


So viele Taiwan-Nachrichten auf Deutsch!

Zu subjektiv, irrelevant oder unregelmäßig? Wer mit diesem Blog nicht glücklich oder ausgelastet ist, kann sich deutsche Taiwan-Infos auch woanders beschaffen. Hier verrate ich, wo.

World Games deutsche Fahne

Neulich kündigte jemand meinen Newsletter und war so freundlich, mir ein paar erklärende Worte mit auf den Weg zu geben: (mehr …)


Die Geigensammlung des Chimei-Museums in Tainan

Es war einer der unwirklichsten Momente, die ich überhaupt je erlebt habe. Da stand ich und hielt in meiner Hand sehr wahrscheinlich mehr Geld, als ich in meinem Leben zusammengenommen jemals verdienen oder besitzen werde.

Doch in meinen Fingern spürte ich nur das Holz einer alten Geige, die mit nicht mal einem Kilo Gewicht leicht in der Hand lag.

Geigen im Chimei-Museum

Diese Geige aber, Baujahr 1744, war mindestens zehn Millionen Euro wert. (mehr …)


Ersatzdiplomatie

Kürzlich war wieder eine deutsche Delegation in Taipeh. Aus Weimar hatten sich der Oberbürgermeister samt Pressesprecher, die Sprecherin des Stadtrats sowie drei Professoren aufgemacht, um in Taiwan mit möglichen Partnerunis oder -städten in Kontakt zu kommen.

Besonderes Augenmerk richteten sie dabei auf Tainan, das als Hort von Taiwans Kulturvergangenheit ja ganz gut zu Weimar passen würde. Ich habe die Delegation in der Kunsthochschule Taipeh abgepasst und dann diesen Artikel in der Thüringer Allgemeinen geschrieben.

Klassisches Weimar, moderne Taiwan-Kunst.

Eine Freundschaft (oder gar offizielle Partnerschaft) auf Städte-Ebene gibt es zwischen Deutschland und Taiwan m.W. bisher nicht. Lediglich Landkreise haben sich gefunden: Starnberg und Taipei County, der Erzgebirgskreis und Kaohsiung County. Interessante, ungleiche Paarungen.

Taiwans Partnerstädte

Weil Taiwan normale diplomatische Beziehungen mit den meisten Staaten ja verwehrt sind, ist es kein Wunder, dass dman offenbar jede Gelegenheit wahrnimmt, wenigstens auf lokaler Ebene Kontakte zu knüpfen. Die Liste der Partnerstädte von Taipeh oder anderen Orten in Taiwan liest sich jedenfalls beeindruckend. Übrigens gibt es für Studenten, die aus einer von Taipehs 40+ Partnerstädten kommen und in Taiwan studieren, ein Extra-Stipendium. Ich kann mich nicht dafür bewerben, im Gegensatz zu Kommilitonen aus Seoul, L.A. oder Ouagadougou.

Reiseberichte

In den vergangenen Wochen sind einige recht lesenswerte englische Taiwan-Reiseberichte im Netz erschienen. Besonders gefällt mir „Taiwan, the world’s most underrated island“, denn der kanadische Autor schreibt zwischen dem Tourismus-Palastmuseum-Standardfüllstoff z.B. auch:

„Taiwan has been Dutch, Spanish, Chinese and Japanese. What it has never been is politically Taiwanese. (…) Today’s Taiwanese are decidedly not Chinese in attitude. They no longer talk of “reclaiming the mainland.” In fact, they are one of Asia’s successful democracies. Most of the Taiwanese I encounter simply shrug at the idea of politics. Sure they’d like to have a voice in the UN (China won’t allow that), but frankly they just wish China would stop pointing missiles their way or playing war games in the Taiwan Strait.“

Visafreiheit für Briten

Ein etwas häufigerer Anblick in Taiwan dürften in nächster Zeit britische Touristen werden, denn China Airlines hat eine Direktverbindung Taipei-London aufgenommen. Hintergrund ist, dass Großbritannien und Irland Taiwanern seit neuerem eine visafreie Einreise ermöglichen und viele nun die Chance wahrnehmen, zumindest diesen Teil Europas ohne Visa-Hickhack zu erleben.

Sogar in den Kinos laufen Spots, in denen das Außenminsterium sich auf die Schulter klopft und vor Stolz strahlende Taiwaner davon berichten, dass ihr Reisepass im Ausland endlich mal tatsächlich für etwas gut war. Abwarten, wann auch Schengen-Europa samt Deutschland sich dazu durchringen kann, Taiwans Bürgern die Visa-Schikanen zu ersparen. Nebenbei bemerkt, im Gegenzug dürften dann bestimmt auch Deutsche visafrei länger als 30 Tage nach Taiwan kommen – 90 Tage, wie bei Briten und Iren, das wäre doch was!

Noch mehr Reiseberichte

Zur Feier der neuen Verbindung erschien jedenfalls auch ein Taiwan-Reiseartikel im Daily Telegraph. Ganz nett, einige brauchbare weiterführende Links (etwa zum Puppentheater-Museum), aber leider wird Taiwan in der Überschrift mal wieder hübsch plakativ auf die Formel des „anderen China“ reduziert.

Deutlich interessanter dann wieder dieser Bericht im Washington Life Magazine. Der Autor scheint Taipeh in einer sehr ruhigen Zeit besucht zu haben:

„(…) drivers (mostly) follow traffic rules (even the scooters)“

Zum Thema „Taiwan und Tourismus“ ist in Taiwan Heute schließlich noch ein sehr interessantes Interview mit Jürgen Klemm, der seit Jahren in Taipeh ein Fünfsternehotel leitet und besser als viele Reisejournalisten oder Tourismus-Beamte begriffen hat, was Taipeh in den Augen westlicher Ausländer wirklich interessant macht:

„Die meisten Gäste, die in Taiwan und in China waren, sagen, Taiwan ist doch so viel besser. Taiwan hat viele Vorteile und Pluspunkte, versteht das aber nicht zu verkaufen. Was wählt da beispielsweise das taiwanische Tourismusamt als Logo? Taipei 101. In Shanghai stehen quasi 50 ähnliche Türme an der Wasserfront. Es ist mir unverständlich, wie kann ein neues Gebäude der größte Verkaufspunkt der Insel sein? Dafür gibt es auf Taiwan 250 Berge über 3000 Meter, auf den höchsten Bergen liegt Schnee, die Leute sind freundlich, aber das weiß kein Mensch! Jeder, der herkommt, ist positiv überrascht. Warum weiß das keiner? Weil man das falsch verkauft. Taiwan ist eine wunderschöne Insel, und ich habe Leute um die Insel geschickt, die hatten großartigen Urlaub. Leider hat sich hier keiner über die Vermarktung des Produkts Tourismus Gedanken gemacht.“


Kulturzentrum Schild

Kulturzentrum außenEgal, wohin man reist – die Deutschen sind schon da. Heute habe ich noch vor der Uni einen Abstecher zum Deutschen Kulturzentrum gemacht. Das befindet sich im 11. und 12. Stock dieses schicken Bürohauses. Das Kulturzentrum ist eigentlich ein Goethe-Institut, heißt aber nicht so, weil seine Geschichte lange zurückreicht und die Trägerschaft ein paar Mal wechselte.

Früher war das Deutsche Kulturzentrum auch für politische und wirtschaftliche Fragen auf Taiwan zuständig, doch dafür gibt es mittlerweile das Deutsche Institut und das German Trade Office Taipei. Die will ich auch noch besuchen.

Beim Kulturzentrum hatte ich mich angekündigt und konnte mich ausführlich mit dem Institutsleiter Jürgen Gerbig und einigen seiner Mitarbeiterinnen unterhalten.

Sie bieten Deutsch-Sprachkurse für Taiwaner an, organisieren Veranstaltungen mit deutschen Künstlern und betreiben eine Bibliothek, in der deutsche Zeitungen, Bücher und Filme bereitstehen.

Kulturzentrum Bibliothek

Die Kulturszene in Taiwan loben sie in den höchsten Tönen. Das liege zu allererst an der Demokratisierung des Landes – seit dem Ende der Militärdiktatur vor ca. 15 Jahren sei hierzulande ein wahrer Kreativitätsschub spürbar, als hätte jemand ein Fenster aufgerissen, und frische Luft strömt herein.

Der Veranstaltungsraum im Kulturzentrum für Empfänge, Ausstellungen und Konzerte:

Kulturzentrum Dach

Das Interesse der Taiwaner an Deutschland ist wohl ziemlich groß, vor allem an den Sprachkursen. Die werden z.B. von Studenten besucht, die Deutsch als zweite Fremdsprache in der Uni lernen, denen das aber nicht ausreicht. Oder von ehrgeizigen Geschäftsleuten, die sich davon berufliche Vorteile versprechen.

Eine gemütliche kleine Dachterrasse mit Aussicht – da kann man es aushalten:

Kulturzentrum Dach

Nach dem Kennenlernen werde ich kommende Woche für ein weiteres Gespräch mit dem Insitutsleiter zurückkehren, denn der hat viel zu erzählen – über reiche Taiwaner, die Unsummen für Meißner Porzellan ausgeben, über den Erfolg deutscher Filme in hiesigen Kinos, über die Unterschiede zwischen Taiwan und der Volksrepublik China aus kultureller Sicht, und einiges mehr. Auszüge aus dem Gespräch werde ich wahrscheinlich auszugsweise hier veröffentlichen.