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How I help German TV report about Taiwan

A German TV team just came over, and together we filmed four stories in Taiwan. What about? And how did that happen? Let me explain!

Panorama view of Xizhi with our cameraman

Back in Germany, I worked as a TV reporter in Hamburg. After moving to Taiwan in 2009 (mehr …)


Der Teebauer und die eiserne Göttin

Trocken und verschrumpelt liegen in der Blechdose dunkelgrüne, fast schwarze Blätter, gerollt zu kleinen harten Bällchen. In die weißen Porzellanschälchen damit, heißes Wasser darauf, das sich sofort golden färbt. Die Teeblätter entfalten sich, ihr Duft auch.

Herr Chen deckt die Becher ab. Ein paar Minuten Geduld müssen sein. Taiwans hektische Hauptstadt Taipeh ist nicht weit, doch hier, mit Blick über Teefelder auf sattgrüne Hügelketten, drängt nichts zur Eile.

Teeplantage Maokong

Tie Guanyin, die eiserne Guanyin, heißt so nach einer buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit. Sie gehört zur großen Oolong-Familie, die halbfermentiert zwischen Grün- und Schwarztee steht. Unter Taiwans Teesorten ist es eine der kostbareren und selteneren, und in der Herstellung wohl am aufwändigsten. Pflücken, trocknen und ab in die Tasse – so funktioniert es nicht. (mehr …)


Der gute Japaner von Wushantou

Es ist wohl so ähnlich wie „Das Wunder von Bern“ à la Taiwan: „Kano“ startet kommende Woche in den Kinos, ein historisches Baseball-Epos. Es spielt in den dreißiger Jahren, als Taiwan japanische Kolonie war, und erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Underdog-Teams.

Im Trailer zum Film erscheint (ab 1:33) eine interessante historische Figur: Yoichi Hatta, ein japanischer Ingenieur, der in Taiwan Spuren hinterlassen hat und noch heute verehrt wird.

Um über ihn zu schreiben, muss ich ein bisschen weiter ausholen. (mehr …)


Auf dem Acker lernt man was dazu

Vielleicht geht es Euch wie mir, und Ihr esst zwar Erdnüsse, habt aber nie darüber nachgedacht, wie sie eigentlich wachsen und geerntet werden. Ein Ausflug nach Südtaiwan hat mir gerade die Augen geöffnet.

Als wir mit dem Wagen durch die ländlich geprägte Region Yunlin fuhren und uns darüber unterhielten, was links und rechts der Straße alles wächst, sahen wir in den Feldern Menschen bei der Erntearbeit und bogen kurzentschlossen ab. Kniehohes Kraut wuchs auf dem Feld, das vielleicht vier Hektar maß und damit größer war als der durchschnittliche landwirtschaftliche Betrieb in Taiwan.

Frische Erdnusspflanzen

So also sehen Erdnusspflanzen aus, wenn sie erntereif sind. Botanisch sind es übrigens Hülsenfrüchte, die nicht mit Nüssen, sondern mit Bohnen verwandt sind. Die Früchte wachsen unter der Erde, eine Nuss pro Pflanze. Wir konnten uns das genauer ansehen, denn einige Reihen hatten die Bauern bereits abgeerntet. Fünf oder sechs Leute waren im Einsatz.

Erdnuss-Erntemaschine

Maschinelle Erdnuss-Ernte

Ihr Werkzeug will ich mal „Erdnuss-Mähdrescher“ nennen: Eine kleine, auf Ketten laufende Ackermaschine, deren Schneidwerk mit einer Spannweite von ca. einem Meter Reihe für Reihe durchs Feld fährt. Sie reißt die Pflanzen aus der Erde und transportiert sie über ein Förderband ins Innere der Maschine. (Also eher ein Kartoffelroder als ein Mähdrescher.) Dort trennt sie die Erdnüsse ab, die durch ein Sieb in einen Sammelbehälter fallen, und wirft die Pflanzenreste hinten wieder aus.

Erdnuss-Erntemaschine

Als wir ankamen, hatte der Fahrer gerade eine Reihe hinter sich gebracht und ein kleiner LKW wartete auf die Ernte. Der Sammelbehälter fuhr hydraulisch zwei Meter in die Höhe und kippte die Nüsse auf den LKW.

In den abgeernteten Reihen bückte sich ein Dutzend Frauen, mit Strohhüten und langen Ärmeln gegen die Sonne geschützt. Sie klaubten per Hand Erdnüsse auf, die von der Maschine wieder ausgespuckt worden waren. Es waren keine Feldarbeiterinnen, erklärten die Landwirte, sondern einfach Frauen aus der Gegend, die sich kostenlos bei der Nachernte bedienen konnten. Eine Tradition, die vor einiger Zeit wohl auch in Deutschland noch lebendig war.

Feldarbeit in Taiwan

Erdnüsse sind eine der wichtigsten Feldfrüchte in Taiwan, auch wenn die Anbaufläche mit der volkswirtschaftlichen Bedeutung der Landwirtschaft zurückgegangen ist. Vor 50 Jahren wuchsen sie auf mehr als 100.000 Hektar. Aktuell ist es noch ein Viertel. Zwischen 50- und 70.000 Tonnen produzieren Taiwans Landwirte pro Jahr. Von der Aussaat bis zur Ernte dauert es vier Monate.

Steigende Preise dank Öl-Skandal

Die Bauern erzielen pro Kilo einen Verkaufspreis von knapp unter zwei Euro – jedenfalls verkauften sie uns dafür erntefrische Erdnüsse zum Mitnehmen. Dieses Jahr sei der Preis gut, sagten sie. Der Grund: Ein Lebensmittelskandal. Gerade ist aufgeflogen, dass mehrere große Hersteller in Taiwan ihr angeblich pures Olivenöl gepanscht haben. Da wächst die Nachfrage nach Erdnussöl als heimischer Alternative.

Erdnüsse werden aber nicht nur zu Öl und Erdnussbutter verarbeitet oder geröstet. Sie landen in Taiwan auch gemahlen als Füllung im Gebäck, werden gekocht zu Dessert verarbeitet oder als Pulver über alle möglichen Gerichte gestreut. Sogar zum klassischen Frühstück, Reisbrei mit eingelegtem Gemüse, gehören sie dazu.

Und jetzt weiß ich: Ganz frisch vom Feld und roh schmecken sie auch nicht schlecht.

Erdnüsse

Andere landwirtschaftliche Produkte aus Taiwan hier im Blog:


Das Obst, nicht der Computer! Äpfel in Taiwan

Einige sehr spezielle, aber auch interessante Fragen haben mich per Mail erreicht – aus Chile! Ist hier jemand Apfel-Aficionado? Dann aufgepasst.

Äpfel am Baum

Anna S. schreibt:

Ich mache im Moment mein Austauschsemester in Chile, wo ich für ein Uni-Projekt Äpfel nach Taiwan expandieren soll.

Es ist relativ schwierig, etwas über die Obstsitutation im speziellen in Taiwan rauszufinden, und da ich auf Ihren Blog gestoßen bin, hoffe ich auf Ihre Hilfe.

Nur ein paar Fragen, in der Hoffnung, dass Sie mir helfen können:

  1. Wo kaufen die Taiwanesen ihr Obst? Auf den Nachtmärkten oder im Supermarkt? Wenn das eine, warum, bzw. warum (nicht) das andere?
  2. Was kostet ein Kilo Äpfel?
  3. Welche Sorten gibt es, auf welchen Ländern kommen sie?
  4. Gehören Äpfel zu den „Grundnahrungsmitteln“ wie in Deutschland, oder welchen „Status“ haben Äpfel in Taiwan?

 

Ich versuche mal, auf Grundlage meiner eigenen Beobachtungen zu antworten:

  1. Obst kaufen Taiwaner sowohl auf traditionellen Straßenmärkten (quasi „Tagmärkte“) also auch im Supermarkt. Die Auswahl auf den Straßenmärkten ist generell größer, die Preise in den Supermärkten höher.

    Lesetipp: Ausflug auf Taiwans Straßenmärkte

  2. „Normale“ Äpfel werden manchmal gestapelt auf Plastiktellern verkauft, kosten dann etwa 100 NT$ (2,50 EUR). Oder nach Gewicht: 1 jin (600 g) kostet vielleicht 40 NT$. Besonders teure Sorten (sehr große Früchte) kosten schon mal 100 NT$ pro Frucht. Und dann gibt es aus Japan importierte Edel-Sorten, die in den Supermärkten in Geschenkverpackungen angeboten werden: Ein großer Apfel für 200-300 NT$.

    Lesetipp: Welche Früchte in Taiwan besonders günstig sind

  3. In Taiwan selbst werden nicht so viele Äpfel angebaut, weil das Klima zu heiß ist. Taiwans Äpfel (sh. Foto oben) wachsen in den Höhenlagen, sind klein und süß und werden eher teuer verkauft. Günstige Sorten werden importiert aus Ländern wie den USA, Südafrika… oder Chile.
     
  4. Von den teuren Geschenk-Sorten abgesehen, gelten Äpfel in Taiwan eher nicht als besonders hochklassiges oder delikates Obst. Hier gedeihen einfach so viele Sorten, dass Äpfel im Vergleich ein bisschen, nun ja, langweilig sind.

https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150364075448295&set=a.10150833792653295.399598.234843808294

Einige offizielle Infos zu Taiwans Obst-Landwirtschaft finden sich in diesem Dokument:

So weit, was ich mir selbst zusammenreimen konnte. Aber das muss ja nicht stimmen.

Was haben Sie zu dem Thema zu sagen? Sind Äpfel in Taiwan besser als ihr Ruf bei mir? Sind meine Preise total verkehrt? Gibt es Granny Smith, Boskop, oder wie heißen die Sorten? Schreiben Sie es in die Kommentare!


Schwarzweiß-Dokumente aus einer vergangenen Zeit

„Zeitkapsel“ ist die interessanteste Taiwan-Ausstellung, die ich bislang in Deutschland sehen konnte. Noch bis zum 3. November sind in Hamburg Fotos aus dem ländlichen Taiwan der fünfziger Jahre zu sehen. Ein echter Pflichttermin!

Taiwan in den Fünfzigern, das muss tatsächlich eine andere Welt gewesen sein. Die Industrialisierung hatte noch nicht begonnen, es lebten nur 9 statt heute 23 Millionen Menschen auf der Insel, und die Landwirtschaft war der bestimmende Wirtschaftsfaktor.

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Lesetipp: Warum Taiwans Landwirtschaft heute Probleme hat

In diesem Taiwan war der Fotograf Yang Chi-hsin im offiziellen Auftrag unterwegs. Er dokumentierte mit seiner Kamera das ganz normale Leben.

Seine besten Fotos hatte er vor seinem Tod 2005 noch selbst ausgewählt und der Ausstellung den Namen „Zeitkapsel“ (時代膠囊) gegeben.

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Diese Fotos sind nun bis zum 3. November 2013 in der Handelskammer Hamburg zu sehen. Adolphsplatz 1, direkt hinter dem Rathaus.

Öffnungszeiten: Mo-Do 9-17 Uhr, Fr 9-16 Uhr

Der Eintritt ist frei.

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Bauern auf dem Feld, Fischer auf See, Märkte, Tempel, Straßenszenen: Es sind unspektakuläre Alltagsszenen, die Yang Chi-hsin festgehalten hat. Aber seine Bilder verleihen dem Normalen eine besondere Würde.

1999 schrieb er:

Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs war, hatte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringsten Schwierigkeiten, ein Thema oder ein Motiv für ein Foto zu finden. Ich fand, was ich mir wünschte. Anders als in der heutigen Zeit war der Wind damals mildund sanft, bildeten Licht und Schatten sanftere Kontraste, schritt alles in einem gemächlichen Tempo voran, die Zeit selbst schien dahin zu kriechen, die Menschen lachten aus innerer Seelenruhe heraus.

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Im Rahmenprogramm der Ausstellung stellt die Hamburger Filmemacherin Monika Treut zwei ihrer Taiwan-Dokumentarfilme vor:

  • 16. Oktober, 19 Uhr: Den Tigerfrauen wachsen Flügel
  • 30. Oktober, 19 Uhr: Das Rohe und das Gekochte

Lesetipp: Warum Monika Treut Taiwan-Filme dreht

Außerdem gibt es Führungen durch die Ausstellung am 2.11. um 14 und 16 Uhr sowie am 3.11. um 15 und 17 Uhr.

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Alleine die Räumlichkeiten der Hamburger Handelskammer sind einen Besuch wert.

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Viel Spaß, und lassen Sie sich diese Ausstellung nicht entgehen!

Ein überzähliges Exemplar des Ausstellungskataloges habe ich mit nach Taipeh gebracht. Das Buch hat 100 Seiten mit den Fotos und einem Essay des Fotografen Yang Chi-hsin. Falls jemand in Taiwan es für 1000 NT$ gern möchte, bitte ich um kurze Nachricht.