Taipeh Flüge jetzt buchen EVA AIR

 

Entries tagged with “Leben in Taiwan”.


Unbezahlbare Wohnungen, niedrige Steuern und eine Spekulationsblase

Wohneigentum wünscht sich fast jeder Taiwaner, aber kaum noch einer kann es bezahlen – zumindest in Metropolen wie der Hauptstadt Taipeh. Seit Jahren wachsen die Immobilienpreise in den Himmel, Spekulanten verdienen sich eine goldene Nase. Lange hatte die Regierung fast tatenlos zugesehen, jetzt scheint der Frust der Bevölkerung sie zum Handeln zu treiben.

Wenn in Taiwan über Deutschland geredet wird, gibt es ein Thema, das besonders interessiert. Es geht nicht um Vergangenheitsbewältigung, Energiewende, Integrationspolitik oder was immer Deutschen gerade wichtig vorkommt. Nein, es geht um Immobilienpreise.

Hochhaus Apartments Taiwan

Die eigenen vier Wände sind in Deutschland ja kein Regelfall. Die Hälfte der Menschen lebt zur Miete. Wenn Taiwaner das hören, wundern sie sich. Hier ist es völlig normal, dass man alles tut, (mehr …)


Taiwans „nüchterne, unaufdringliche Hausfassaden“

Das ist meine Lieblingsformulierung aus einem neuen halbstündigen SWR-Radiofeature über Taiwan, das komplett im Netz steht.

Haus Wohnblock Taiwan

Es geht aber auch um den internationalen Status der Republik China, um freie Demonstrationen, die Arbeit im Auslandssender Radio Taiwan International (RTI) und darum, wie man als Deutsche Taiwan erlebt.

Die Autorin Mandy Fox hatte einige Monate als Praktikantin bei RTI gearbeitet, und nach ihrer Rückkehr hat sie diese hörenswerte Reportage erstellt.

Jetzt online anhören

Wie ich schon auf Facebook schrieb: Einige historische und politische Hintergründe bleiben auch in einer halben Stunde unscharf, aber das geht fast allen Taiwan-Berichten so, und dieses Feature ist auf jeden Fall hörenswert.

Warum ich den „anderes China“-Titel für die Verwendung in Medien nicht optimal finde, hatte ich bereits näher erläutert: Diese Taiwan-Phrasen sparen wir uns lieber

Um Radio Taiwan International ging es hier übrigens in einem meiner allerersten Blogeinträge, über fünfeinhalb Jahre ist das schon her…


Taiwan goes Bremervörde

In meiner niedersächsischen Heimatstadt habe ich vor ein paar Tagen einen Vortrag über Taiwan gehalten. Es kamen weit mehr Zuhörer als erwartet!

Mit 50 oder 60 hatten die Organisatoren – der Bremervörder Lions Club und der Anzeiger-Verlag – gerechnet. Es wurden 110 – so viele, dass der kleine Saal aus allen Nähten platzte und einige sogar wieder nach Hause gehen mussten.

Das Beweisvideo:

Ein Taiwan-Rundumschlag

In meinem Vortrag habe ich alle möglich Aspekte rund um Taiwan angeschnitten. Zum Beispiel:

  • Wie bin ich dort als Reporter gelandet?
  • Wo liegt Taiwan eigentlich, wie groß ist es? (Kleiner als Niedersachsen, größer als Nordrhein-Westfalen!)
  • Wieso ist Taiwans Geschichte so kompliziert, und gehört es zu China?
  • Warum ist Essen für Taiwaner so wichtig, und warum geht es vielen Landwirten so schlecht?
  • Wie überlebe ich mit dem Fahrrad im Stadtverkehr von Taipeh?
  • Wieso hat die Familie in Taiwan einen höheren Stellenwert als in Deutschland?

Aus dem Publikum kamen auch viele Frage, die sich meist um gesellschaftliche Probleme drehten. Zum Beispiel: Wenn es in Taiwan kaum Altenheime gibt, wer kümmert sich dann um die Senioren?

Machen Sie sich ein Bild! Dies sind meine Vortrags-Folien mitsamt Videos:

Alle Fotos stammen übrigens von mir.

Erschließt sich der Inhalt auch ohne viel Text?

Meine Kolumne „Tschüß Bremervörde, ni hao Taiwan“

Diesen Vortrag gab es, weil ich seit mehr als drei Jahren für den „Bremervörder Anzeiger“ eine zweiwöchentliche Taiwan-Kolumne schreibe. So kommt es, dass in Bremervörde und umzu die wohl am besten über Taiwan informierten Lokalzeitungs-Leser Deutschlands leben 🙂

Während bei dieser Veranstaltung des Publikum eher im reiferen Alter war, wird sich das Bild morgen (29.08.) ändern: Dann halte ich den Vortrag leicht abgeändert an meinem alten Gymnasium vor den kombinierten 10., 11. und 12. Klassen. 300 Zuhörer sollen es werden.

Drücken Sie mir die Daumen, dass alles gut geht!

Haben Sie eine Idee, wo ich noch von Taiwan erzählen könnte?


Weniger als gedacht? Deutsche in Taiwan

Jeder Ausländer in Taiwan hat sich schon mal die Frage gestellt: Wie viele meiner Landsleute leben eigentlich noch hier? Eine offizielle Statistik von Taiwans Regierung löst diese Frage nun ein für allemal.

Die Daten von Taiwans National Immigration Agency lassen sich komplett als Excel-Datei herunterladen.

Erfasst wurden „residents“, also wahrscheinlich Ausländer mit Alien Residence Certificate (ARC).

Aufgelistet sind so ziemlich alle Nationen. Ich habe hier mal die Gesamtzahlen und die deutschsprachigen Länder auf einen Blick zusammengefasst (zum Vergrößern klicken):

Anzahl Deutsche in Taiwan Statistik

Auffällig ist, dass insgesamt mehr weibliche als männliche Ausländer in Taiwan leben. Das liegt vor allem an Ländern wie Indonesien und den Philippinen, aus denen viele Frauen nach Taiwan kommen, um als Haushaltshilfe oder Pflegerin zu arbeiten.

Lesetipp: Wer kümmert sich um Taiwans Alte?

Aus den westlichen Ländern dagegen kommen generell mehr Männer als Frauen nach Taiwan. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind da keine Ausnahme.

Wie viele Deutsche in Taiwan gibt es denn nun?

(Oder Österreicher oder Schweizer?)

Das sind die offiziellen Zahlen:

  • 631 Deutsche
  • 85 Österreicher/-innen
  • 127 Schweizer/-innen

Das war schon mal die erste Überraschung für mich: Die Eidgenossen erobern den zweiten Platz. Ich hätte mehr Österreicher erwartet!

Zur Feier dieser Leistung hier der Verweis auf das Blog einer Schweizerin, die in Taipeh arbeitet: Leben als Waiguoren

Ich selbst gehöre als männlicher Deutscher in Taipei City zur am wenigsten originellen Gruppe.

Deutsche Flagge in Taiwan bei den World Games 2009

Gern würde ich mehr erfahren über:

  • den einzigen Österreicher in Tainan
  • die beiden Schweizer in Hualien
  • die einzige Deutsche in Keelung

Nachfrage bei der deutschen „Botschaft“

Ich habe beim Deutschen Institut Taipei nachgefragt, ob die Zahl von 631 Deutschen in Taiwan realistisch ist. Antwort: Ja, das kommt hin.

Nicht mitgezählt werden allerdings z.B. Kinder mit doppelter Staatsbürgerschaft, die ja keine ARC brauchen, oder Geschäftsleute mit Wohnsitz in Hongkong, Singapur oder China, die regelmäßig nach Taiwan reisen. Kurzzeit-Sprachstudenten tauchen nicht in der Statistik auf, und Touristen natürlich auch nicht.

Das Deutsche Institut meint daher: „Tatsächlich werden zu jedem beliebigen Zeitpunkt sicherlich mehr als 630 Deutsche in Taiwan leben. 1000 ist sicher eine gute Schätzung.“

Finden Sie sich in der Statistik wieder? Was fällt Ihnen auf?


Ein Streifzug über traditionelle Märkte in Taiwan

Wenn ich auf Heimatbesuch in Norddeutschland bin, laufe ich dort gern über die Wochenmärkte, schaue mich um und vergleiche. Denn auch hier in Taipeh findet gleich um die Ecke meiner Wohnung ein Markt statt, auf dem ich unter freiem Himmel Obst, Gemüse und andere Lebensmittel kaufen kann. Die Atmosphäre ist aber ganz anders.

Markt Taiwan

Auf dem Weg zur U-Bahn komme ich fast täglich hier vorbei. Meist will ich gar nichts kaufen, aber es gibt immer was zu gucken. Jeden Tag von früh morgens bis zur Mittagszeit öffnen in der Linkou-Straße links und rechts Dutzende Händler ihre Läden und Stände, stellen Obst und Gemüse in Körben auf die Straße oder breiten es einfach auf einem großen Stück Pappe aus.

Fische liegen auf Eiswürfeln, Fleisch hängt an Haken und wird auf Holzklötzen geschnitten. Fast immer ist die Straße zwischen den Ständen voller Menschen, jung wie alt, in den Händen Plastikbeutel mit gerade gekauften Kohlköpfen, Eiern oder Mangos. Dazwischen schlängeln sich Motorroller hindurch.

Lesetipp: Markt oder Mall? Verschiedene Einkaufswelten in Taiwan

Taiwan Markt Straße

„Leckere Wassermelonen! Zwanzig Taiwandollar das Pfund!“ „Einmal hier gucken!“ „Fische, ganz frisch!“ Wenn die Händler gerade nicht feilschen oder kassieren, schallen ihre Rufe hin und her. Die Ärmel hochgekrempelt, im Mundwinkel eine Zigarette und das Wechselgeld lose in der Tasche – es geht laut und unkompliziert zur Sache und ist nie langweilig.

Einmal über so einen Markt gelaufen, und ich tanke genug Energie und Eindrücke für den ganzen Tag!

Video über eine Verkäuferin auf meinem Lieblingsmarkt:

Gemüse in Taiwan: Günstig und gesund

Taiwan ist eine fruchtbare Insel. Die Bauern jeder Region spezialisieren sich auf andere Feldfrüchte. Viele Gemüse- und Obstsorten, die ich hier sehe, kennen wir in Deutschland kaum.

Da häufen sich Taro-Knollen (芋頭 „Purple Potatoe“), Austernpilze und Okra-Schoten. Warzige Bittermelonen liegen neben Süßkartoffeln (番薯), deren spitz zulaufende Form an Taiwan erinnert. Früher waren die braunen Knollen ein Arme-Leute-Essen statt Reis, heute kann ich sie für 50 Cent auch geröstet frisch auf die Hand kaufen.

Taiwan Marktstand Gemüse

Viele Sorten Blattgemüse gibt es, die blanchiert oder schnell im Wok gebraten die gesündeste Beilage aller Zeiten sind. Kartoffeln dagegen werden importiert und spielen keine große Rolle.

Obst in Taiwan: Willkommen in Paradies

Kommen wir zum Obst. Je nach Jahreszeit kann ich wählen zwischen Ananas, Mangos, saftigen Papayas oder knallroten Drachenfrüchten. Das orangefarbene Fruchtfleisch der Kaki (柿子) ist fest und mild; die knackige, hellgrüne Guave (芭樂) schmeckt säuerlich. Und der Wachsapfel (蓮霧) ist eine rote, spitz zulaufende Frucht, leicht porös und extrem saftig.

Lesetipp: Was kostet Obst auf Taiwans Straßenmärkten?

Markt Taiwan Wachsapfel

Klassische Äpfel gibt es auch, aber die lasse ich meist liegen. So etwas kann ich in Deutschland schließlich auch essen.

Lesetipp: Nachtmärkte in Taiwan

Mit einer Frucht allerdings können Deutsche bei Taiwanern richtig Eindruck schinden: Kirschen wachsen hier nicht, werden teuer aus Japan oder Amerika importiert und gelten als Luxus-Obst. Das Alte Land zur Kirschernte ist für Taiwaner ein wahres Schlaraffenland.

Taiwan Marktstand

Gegen Mittag verkaufen die Händler ihre restliche Ware mit großem Nachlass, fegen Gemüsereste und Preisschilder zusammen und lassen die Metallrollläden herunter. Morgen geht es wieder rund.


Was Deutsche in Taiwan so arbeiten

Immer wieder interessant ist es für mich, mehr darüber zu erfahren, wie meine Landsleute in Taiwan ihr Geld verdienen. Unternehmer und Angestellte, Akademiker und Kreative – alle sind vertreten. Ab und zu kann ich über einen von ihnen berichten, und manchmal mündet das sogar in einen Fernsehbeitrag.

Deutscher Designer in Taipei

Der gebürtige Wuppertaler Georg Todtenbier wollte nach dem Design-Studium ursprünglich in Japan arbeiten. Doch dann verschlug es ihn nach Taiwan. Seit elf Jahren lebt er schon in Taipeh und arbeitet in einem Design-Büro, das vor allem Computerhardware gestaltet – Mäuse, PC-Gehäuse – aber auch schon mal einen Wok.

Immer geht es darum, einen Gebrauchsgegenstand so zu gestalten, dass er nicht nur nett aussieht, sondern sich vor allem besser handhaben lässt. Um Althergebrachtes neu zu erfinden, müssen Designer auch Selbstverständlichkeiten grundlegend überdenken. Beim Wok etwa: Warum werden die Griffe eigentlich immer nachträglich angebracht? An den Nahtstellen setzt sich Dreck fest, und früher oder später werden sie wackelig. Die Lösung: Wok und Griffe aus einem Stück. Das spart sogar noch einen Produktionsschritt. Der Hersteller, der seit 30 Jahren Woks herstellte, war angeblich beeindruckt.

Innovationen, Taiwan, ein Deutscher – Georg Todtenbiers Geschichte passte auch gut in die ZDFinfo-Sondersendung „Asiens Computerwelten“ zur diesjährigen Computex. Mein Beitrag über ihn steht nun auch auf Youtube:

Deutsche Unternehmer in Taiwan: Ein Medienthema

Es war nicht das erste Mal, dass ich über die Arbeit von Deutschen in Taiwan berichtet habe. Meine Kooperation mit Tech-Blogger Sascha Pallenberg begann ebenfalls mit einem TV-Porträt über ihn, das ich für 3sat gedreht hatte:

Und dann waren da noch…

Melden Sie sich ruhig, wenn auch Sie in Taiwan einen interessanten Beruf haben oder Ihre Geschäftsidee realisieren. Vielleicht ergibt sich ja eine Berichterstattung.