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Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung (s.u.) beschäftigt sich dieses Mal u.a. mit Präsident Mas Vorstellungen für Friedensgespräche in Sachen Diaoyutai-Inseln (alias Senkaku).

In der Rolle des Vermittlers für Frieden in der internationalen Gemeinschaft hat die Regierung der Republik China (Taiwan) die Initiative zur Friedenssicherung im Ostchinesischen Meer vorgeschlagen und die Richtlinien zur Umsetzung vorgegeben in der ernsthaften Hoffnung, dass alle Beteiligten Konfrontationen durch Verhandlungen ersetzen mögen und Kontroversen durch vorübergehende Maßnahmen beilegen werden, um den Frieden und die Stabilität in der Region aufrechtzuerhalten. Auf lange Sicht können wir von den dreigleisigen bilateralen Verhandlungen (zwischen Taiwan und Japan, Taiwan und Festlandchina und Japan und Festlandchina) zu gemeinsamen trilateralen Verhandlungen kommen und somit den Frieden und die Zusammenarbeit im Ostchinesischen Meer realisieren.

Außerdem geht es um ein neu unterzeichnetes taiwanesisch-chinesisches Abkommen zur Zusammenarbeit in Währungsfragen.

Sobald die Absichtserklärung in Kraft getreten sei, werde das Clearingsystem zwischen beiden Ländern offiziell eröffnet und die taiwanische Banken könnten Transaktionen mit dem festlandchinesischen Renminbi handhaben. Durch das Abkommen wird der Weg geebnet werden für weitere Gespräche zu relevanten Themen, wie z.B. die Schaffung eines eigenen Prozederes für Devisentermingeschäfte.

Und schließlich steht Musik aus Taiwan auf dem Programm in Starnberg, Heidelberg und München:

Das Hon-Tsai Ensemble auf Konzert Tournee in Deutschland

Die Mitglieder von Hon-Tsai repräsentieren eine neue Generation von Perkussion-Musikern aus Taiwan. Alle Ensemblemitglieder haben eine professionelle Musikausbildung und traten bereits vielfach bei Perkussion-Aufführungen auf. Besonders am Herzen gelegen ist dem Hon-Tsai Ensemble der Erhalt dieser Musikrichtung.

Zum Nationalfeiertag der Republik China (Taiwan) am 10.10. 2012 freuen wir uns Sie zu einem Konzertabend mit dem Hon-Tsai Ensemble einzuladen.

Mittwoch, 10. Oktober 2012 um 19 Uhr
Schloßberghalle, Vogelanger 2, 82319 Starnberg
Eintritt frei

Weitere Termine:

Samstag, 6. Oktober um 14 Uhr
Universitätsplatz, 69117 Heidelberg
Eintritt frei

20 Uhr
Marstallmensa, Marstallhof 4, 69117 Heidelberg
Eintritt frei

Montag, 8. Oktober 2012 um 19 Uhr
Stadthalle Kongresshaus, Kammermusiksaal, Neckarstaden 24, 99117 Heidelberg
Eintritt 15 € (erm. 8 €)

Samstag, 13. Oktober 2012 13 Uhr
Chinesische Schule in München e.V., Luisenstrasse 29, 80333 München
Eintritt frei

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten:


MORGEN, 23.9.: Deutschsprachiger Gottesdienst in Taipeh

Evangelischer Gottesdienst in deutscher Sprache: Am 23. September um 15 Uhr findet in Taipei ein Familiengottesdienst mit Abendmahl und Taufe statt.

Ort: Mother of God Church in Tien Mou (171 Zhongshan North Road, Sec.7, am Kreisverkehr)

Kontakt:
Pfarrer Hanns Hoerschelmann, Email: info@egdshk.org

4.10.: Deutscher Wirtschaftsstammtisch in Taichung

The German Trade Office Taipei would like to invite you to our German Trade Office Wirtschaftsstammtisch in Taichung to a networking event for the German-Taiwanese business community in central and southern Taiwan.

Thursday, October 4, 2012, 6:30-9:30 pm
The Splendor Hotel Taichung – Wine and Cigar Bar

12F, No. 1049, Jianxing Rd., Taichung 403
台中日華金典酒店12樓雪茄館
台中市健行路1049號(台中港路旁)

Please join us for a delicious buffet and enjoy a free flow of beer, white or red wine as well as soft drinks from 6:30 to 9:30 pm. You are welcome to circulate this invitation among your colleagues as well as business partners in the region. For reservation please register with name and company via email to: yu.josephine (at) taiwan.ahk.de

The price will be 900 TWD per person. Please pay directly at the bar. Please register before September 28, 2012.

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10150724633423295

Ab 4.10.: Oktoberfeste in Taipeh

Jedes Jahr gibt es in Taiwan mindestens eins, zuweilen sogar mehrere Oktoberfeste mit bayrisch-deutschem Flair. So in diesem Jahr zum Beispiel im Restaurant Wendels in Tienmu vom 04. bis 21.10.2012.

28.10.: Taiwankonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Die traditionsreiche Sächsische Staatskapelle Dresden (gegründet 1548) wurde von der britischen Zeitschrift Gramophone 2008 als eines der zehn besten Orchester der Welt benannt.

Am 28. Oktober 2012, 19:30 Uhr wird die Staatskapelle in der National Concert Hall von Taipeh (bei der CKS-Gedenkhalle) auftreten und Werke von Richard Wagner (aus Tannhäuser und Rienzi) sowie die 1. Sinfonie von Johannes Brahms präsentieren.

Quellen: Newsletter Deutsches Institut, Deutsches Wirtschaftsbüro

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Pressemitteilung vom Deutschen Institut in Taipeh:

Liebe deutsche und deutschsprachige Musikfreunde,

der bekannte deutsche Chor „Regensburger Domspatzen“ wird zwischen dem 28. April bis 10. Mai 2011 in Taiwan weilen und dabei sechs Konzerte geben:

  • 30.04.2011 19:30 Konzert in Chia-yi (Culture Center)
  • 01.05.2011 19:30 Konzert in Tainan (Culture Center)
  • 02.05.2011 19:30 Konzert in Kaohsiung (Culture Center)
  • 03.05.2011 19:30 Konzert in Taichung (Chung-hsin Hall)
  • 07.05.2011 19:30 Konzert in Hsinchu (Culture Center)
  • 08.05.2011 19:30 Konzert in Taipei (National Concert Hall)

Für Ihren extra angelegten Blog http://domspatzenintaiwan.blog.de haben sie sich leider ausgerechnet den Hoster blog.de ausgewählt, der seine Seiten für Taiwan sperrt (wegen Angst vor Spam aus China, angeblich). Wer das Blog also in Taiwan lesen will, muss den Tarnkappen-Umweg z.B. über hidemyass gehen.

Und hier wird schon mal auf Chinesisch Taiwanesisch/Minnan/台語 gesungen:
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=vl2UYiYJDHg;]

Außerdem steht beim Deutschen Institut noch:

Am 29.04.2011 läuft der mehrfach preisgekrönte Film „Die Fremde“ (Englisch: „When we leave“, Chinesisch: „當你離開“ mit Sibel Kekilli ( bekannt aus „Gegen die Wand“) in den taiwanischen Kinos Ambassador-Changchun und Wonderful an.

Deutsche Webseite des Films
Youtube-Trailer mit chinesischen UT

– Ambassador-Changchun(長春戲院): Taipei, Changchun Rd., No. 172 台北市長春 路172號, Tel.: (02)25074141).
– Kino „Wonderful Theatre“ (auch „Majestic“)(真善美戲院): Taipei, Wanhua-Bezirk, Hanzhong-Rd., No. 116, 台北市萬華區漢中街116 號, Tel.: (02)23312270)


Länger als einen Monat kein neuer Blogeintrag – dieser Zustand muss dringend beendet werden. Hier also eine Menge Links mit Taiwan-Bezug, die sich in der vergangenen Wochen angesammelt haben. Klicken und Lesen lohnt sich, es sind spannende Sachen dabei.

Und hübsch anzuschauende: Großartige Taiwan-Luftaufnahmen in HD (extra anklicken!), für Youtube-Verhältnisse eine atemberaubende Bildqualität:

Politik

Keine gute Sache: Laut dem neuesten Bericht von „Reporter ohne Grenzen“ befindet sich Taiwans Pressefreiheit im Rückwärtsgang. Nachdem es um 23 Plätze zurückgefallen ist, steht Taiwan nun auf Platz 59 – hinter Chinas Sonderverwaltungszone Hongkong, Haiti, Papua-Neuguinea und einigen afrikanischen Ländern.

The new ruling party in Taiwan tried to interfere in state and privately-owned media while violence by certain activists further undermined press freedom.

Journalisten berichten von versuchter Einflussnahme und Selbstzensur, um bloß China nicht zu verärgern. Taiwans Regierung ist sich keiner Schuld bewusst.

Auch die New York Times ist nicht so ganz glücklich mit Taiwans Kurs der letzten 1,5 Jahre:

Taiwan’s position as a de facto independent state seems to be morphing very slowly toward the “one country, two systems” status of Hong Kong. The process is not irreversible but the sentiments of those of mainland origin in the governing Nationalist Party, along with the self-interest of business groups and a widespread sense of economic vulnerability are all pushing the island toward accommodation with Beijing. (…) Taiwan lacks a strategic view of itself and how to balance relations with the Chinese mainland, the United States and the global economy with liberal democracy and de facto independence.

Die Wirtschaftswoche schickte ihren Peking-Korrespondenten nach Taiwan, um über die Wirtschaftssituation zu berichten. Er beschränkt sich glücklicherweise nicht nur auf Zahlen.

Wirtschaftlich sind Taiwan und die Volksrepublik heute schon eng verflochten, mehr als 80.000 taiwanische Unternehmen haben auf dem Festland investiert, annähernd 30 Prozent des Exports gehen zum großen Nachbarn. Doch vielleicht gerade darum fürchten viele Inselbewohner einen Ausverkauf an Peking und den Verlust der politischen Freiheit. Auch die Fremdenführerin Michelle Chu: „Wir fühlen uns eher als Taiwanesen, nicht als Chinesen!“

Bereits 2007 erschienen, habe ich diesen Text auf Spiegel Online erst jetzt entdeckt: Taiwans absurde politische Situation, schön anschaulich dargestellt.

Ein Staat mit 23 Millionen Einwohnern darf nicht in die Uno. Er hat nichts falsch gemacht, unterstützt weder Terroristen, noch überfällt er seine Nachbarn, ist sogar demokratisch und spendabel. Doch Taiwans Gegner heißt China.

Vorgestellt wird dort auch Taiwans Black-Metal-Band Chthonic, die sich nicht nur im übertragenen Sinn lautstark für Taiwan einsetzt. Frontmann Freddy Lim ist offenbar ein engagierter Staatsbürger, der zum Beispiel versuchte, die Uighuren-Führerin Rebya Kadeer nach Taiwan einzuladen (was von Taiwans Regierung verhindert wurde).

China

Die Volksrepublik, dieser sympathische Einparteien-Staat, hat ja kürzlich mit einer Stechschritt- und Raketen-Parade ihr 60-jähriges Bestehen gefeiert. Wieso das in Taiwan niemanden groß aufregt, und warum die beiden Regierungsparteien sich so gut verstehen, dazu hatte ich einen Radiobeitrag im Programm der Deutschen Welle.

Erstaunliche High Definition-Bilder der Parade in Peking, mit viel Slomo und Zeitraffer, kann man sich hier ansehen. Das NDR-Satiremagazin Extra 3 verwurstet die Parade zu einem leider nur leidlich witzigen „Was wäre, wenn das eine Tarantino-Inszenierung wäre?“ (nicht mehr online).

Ai Wei-wei, dessen Name in deutschen Medien stets falsch und damit vermeintlich lustig ausgesprochen wird, ist ein mutiger Mann. Der chinesische Künstler traut sich, den Mund aufzumachen und Missstände in seinem Land zu kritisieren. Dafür wurde er neulich zusammengeschlagen. Seine Reaktion: Er schreibt darüber in Time, zum Beispiel Sätze wie diesen:

The Party knows its system is vulnerable, that its credibility is weak and that it has become a mafia whose only unifying ideology is to hold on to power.

Wie Chinas KP sich an der Macht hält, hat der in Taipei lebende Demokratie-Aktivist Jerome Keating schön analysiert: Sieben Prinzipien des Machterhalts.

Make everyone feel they participate in rebuilding a distant glorious past. Destroy any conflicting histories of that past. Yet, in an age of globalization, internet etc. the glorious mythical Middle Kingdom of the Earth unfortunately comes across in reality as the Middle Kingdom of pollution, poison and propaganda. Still the court historian can find enough useful idiots at home and abroad to both romanticize the past and to glorify the present.

Außerdem fährt China gerade eine weltweite Medien-Offensive, um in der Berichterstattung positiver rüberzukommen. Das NDR-Medienmagazin Zapp berichtete über die Image-Lüge der chinesischen Regierung (nicht mehr online).

Wie würde ein Angriff Chinas auf Taiwan aussehen? Verheerend, sagt dieser Text, denn Chinas Raketen werden immer treffsicherer. In wenigen Minuten wären alle Rollbahnen Taiwans zerstört und damit die Lufthoheit errungen.

Chinese air superiority would allow Beijing to attack military and civilian targets on the island while suffering acceptable losses and would be vital for any serious cross-strait invasion attempt. (…) it will prove increasingly difficult for Taiwan to protect its military and civilian infrastructures from heavy damage, even with American help. Despite the calm political climate currently prevailing across the Taiwan Strait, this is a sobering finding.

Einmal dem Dalai Lama die Hand geben, schon sind die Gefühle von mehr als einer Milliarde Chinesen offiziell verletzt. Pekings inflationäres Kollektiv-Schmollen nimmt eine Glosse in der Taipei Times aufs Korn:

China’s feelings had been officially hurt at least 140 times by a minimum of 42 countries and several organizations since Mao Zedong’s (毛澤東) bandits came to power in 1949. (…) I, for one, am curious how the Chicoms can be so certain that the people have had their feelings trampled on — it’s not as if they regularly ask the proletariat for their opinion on issues of importance.

Noch mal Extra 3 über China, aber definitiv besser als der Beitrag oben: „Klaus“ erklärt China.

Kultur

China als Gastland der diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat auch Taiwans Situation ein klein wenig ins Blickfeld der Medien gerückt. In den Feuilletons sind einige Texte erschienen, die sich umfassender mit Taiwan befassen, als man das aus den Politik-Teilen gewohnt ist. Vorneweg der in Taipeh lebende Autor Stephan Thome, der für seinen (in Hessen angesiedelten) Debütroman „Grenzgang“ gerade von allen Seiten höchstes Lob erfährt. In der Welt schreibt er über Taiwans „kulturelle Schizophrenie“ und kommt zu dem nur allzu wahren Schluss:

Das eigentlich Erstaunliche ist das Desinteresse Europas. Ein Volk von 23 Millionen verweigert sich dem Machtanspruch Pekings, und unsere in die Dissidenten vom Festland geradezu verliebte Öffentlichkeit sieht weg.

Auch die FAZ machte eine Menge Platz frei, um Taiwans Kultur und Literatur ausführlich zu beleuchten.

In Ermangelung eines souveränen, voll handlungsfähigen Staats stellt sich den Taiwanern seit mehr als zwanzig Jahren die Frage: Wie können wir unsere mühsam errungene Demokratie und Eigenständigkeit gegenüber der Volksrepublik, die auf uns Anspruch erhebt, behaupten? In welchem Sinn gehören wir, wenn überhaupt, zu China, und was gehört außerdem noch zu uns? Was ist überhaupt „China“, abgesehen von der das Land zurzeit regierenden Kommunistischen Partei? So wird Taiwan für die Diskussion, was die chinesische Kultur zur Gegenwart beitragen kann, unentbehrlich.

In diesem Text wird bereits die Publizistin Lung Ying-tai erwähnt, deren „Großer Strom, großes Meer“ über die verschwiegenen Massaker des chinesischen Bürgerkriegs auf der Buchmesse wohl die meiste Medienaufmerksamkeit erfahren hat. So schrieb der Asien-Korrespondent des Spiegel über dieses Werk, und die taz veröffentlichte ein ganzes Kapitel vorab.

Nun ist dieses Buch sicherlich lesenswert, die als „Taiwans Literatur-Star“ gepriesene Frau Lung (die übrigens mit einem Deutschen verheiratet war und lange in Deutschland gelebt hatte) aber nicht ganz unumstritten. Eine von ihr initiierte (und nach ihr benannte) Stiftung hat sich zwar offiziell der Förderung der Zivilgesellschaft in Taiwan verschrieben, es gibt aber in Taipeh viele, die finden: Ihr eigentliches Ziel ist es, die Verständigung mit China zu fördern, jedenfalls kein „taiwanisches“ Bewusstsein. Lung Ying-tais Familie stammt vom Festland und kam mit den KMT-Besatzungstruppen nach Taiwan. Sie selbst steht der KMT nahe und war Taipehs Kultur-Stadträtin, als der jetzige Präsident Ma Oberbürgermeister war. In einem Brief über die Korruptionsvorwürfe gegen den damaligen Präsidenten Chen Shui-bian (dem mittlerweile von der KMT-nahen Justiz der Schauprozess gemacht wurde) offenbarte sie 2006 ein etwas merkwürdiges Geschichts- und Demokratieverständnis. Ein Leser kommentiert den SPON-Artikel:

Es wäre interessant zu erfahren, was die Autorin über die Greueltaten der KMT in Taiwan schreibt, da sie ja über ihren Vater, der Teil der KMT-Armee war, Einsichten gehabt haben dürfte. Zumindest kann sie sich bestimmt gut in die Kinder der Parteielite in China einfühlen, da sie selber Teil eines solchen Systems war.

Mehr über Taiwan als über China dürfte man in dem Roman „Die Insel der Göttin“ von Jade Y. Chen erfahren, der seit der Buchmesse „zum Sprung vom Undergroundtipp zum Bestseller ansetzt“, so Deutschlandradio Kultur.

Chen erzählt darin eine exemplarische Familiengeschichte, die Geschichte der Lins, in der die Kolonialgeschichte Taiwans als von den Japanern besetzte Insel ebenso beschrieben wird wie die Herrschaft der Kuomintang, in der bis 1987 der Leser eines Buches von Karl Marx im Gefängnis landen konnte.

Die Autorin war auch auf Lesereise in Deutschland unterwegs.

Sonstiges

Ein Fundstück bei 11 Freunde, dem Fußballmagazin für Leser, die gerne mitdenken. Der Fußball-Weltenbummler (und Journalist) Holger Obermann, der in über 30 Ländern tätig war, hat auch mal versucht, in Taiwan eine Fußball-Nationalmannschaft aufzubauen (leider nicht mehr online).

Eines Tages im Jahr 1975 fragte uns ein DFB-Funktionär bei einer Trainerfortbildung: »Meine Herren, wer von ihnen möchte nach Taiwan?« Taiwan? Meine Kollegen sahen sich an und schüttelten die Köpfe. Auf so ein Abenteuer in einem nach dem Bürgerkrieg autoritär geführten Land wollte sich niemand einlassen. Ich schon. Es sollte der Startschuss für meine Karriere als Fußball-Entwicklungshelfer werden.

Spannend liest sich seine Schilderung eines Ausflugs zur Inselgruppe Kinmen, die damals noch militärisches Sperrgebiet war. Der Fußball-Weltverband FIFA kennt Taiwan übrigens natürlich nur als „Chinese Taipei“, in der Weltrangliste steht es auf Platz 161 zwischen Liberia und Puerto Rico. In der Vor-Auswahl zur WM-Qualifikation verlor „Chinese Taipei“ am 28.10. ein Heimspiel gegen Usbekistan mit 0:2. Schon toll, was man im Netz alles finden kann. Schade, dass ich nicht dabeisein konnte, vielleicht hätte es geholfen.

Zwar nicht Taiwan, aber interessant: „Asiatinnen auf dem Vormarsch“, u.a. über die Situation der Frauen in China.

Obwohl jedes Jahr eine große Zahl von Studenten die Universitäten verlässt, herrscht Mangel an Absolventen, die über jene Qualifikationen verfügen, die westliche Firmen benötigen. Junge Chinesinnen greifen deshalb mit beiden Händen nach der einmaligen Chance, Karriere zu machen und finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.