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Wenn Sie nicht nach Taiwan kommen, laden Sie doch einen Taiwaner zu sich ein!

Ein Schüleraustausch ist garantiert die beste Möglichkeit, ein fremdes Land wirklich kennen zu lernen. Viele Taiwaner interessieren sich für Deutschland, und einige von ihnen wagen diesen Schritt. Können Sie sich vorstellen, einen jungen Menschen aus Taiwan einige Zeit bei sich zu Hause aufzunehmen? Dann lesen Sie weiter.

Austauschschüler Taiwan 2014

Die Organisation Ayusa bietet schon seit Jahren Schülern aus Taiwan die Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen. Auch dieses Jahr haben sie wieder viele Interessenten – aber für einige von ihnen hat sich noch keine Gastfamilie gefunden. (mehr …)


Deutsche Schüler erleben Taiwan

Es erinnert ein bisschen an „Und täglich grüßt das Murmeltier“: Alle zwei Jahre treffe ich hier bayerische Gymnasiasten, die ihre Partnerschule in Taiwan besuchen. Neulich war es zum dritten Mal soweit. Die Schüler wechseln, die Lehrer und ich bleiben gleich.

Landschulheim Kempfenhausen in Taipeh

Mittagessen in der Schulbibliothek. 22 Deutsche und ihre taiwanischen Gastgeschwister machen sich über Pizza und frittierte Hähnchenteile her, die asiatische Küche fällt heute mal aus. An das landestypische Essen hätten einige sich auch nach einer Woche noch nicht recht gewöhnt, erfahre ich – hinter vorgehaltener Hand, denn vor den Kopf stoßen wollen die 14- bis 16-jährigen Bayern ihre Gastgeber nicht. (mehr …)


Für vier Wochen oder ein ganzes Jahr: Gastschüler aus Taiwan in Deutschland

Schüleraustausch, ein aktiver Beitrag zur Völkerverständigung: Nehmen Sie einen Gast aus Taiwan in ihrer Familie auf und helfen Sie ihm, Deutschland kennen zu lernen. Viele junge Taiwanerinnen und Taiwaner wollen auch diesen Sommer wieder nach Deutschland kommen.

Es gibt bestimmt auch andere Anbieter, die solche Schüleraustausch-Programme vermitteln. Mir jedenfalls liegen derzeit Infos von Ayusa International vor.

Die Organisation sucht Gasteltern für diese Zeiträume:

  • 13.7.-10.8.2013 in Berlin (für die Zeit des Sprachkurses direkt nach der Ankunft in Deutschland)
  • ab August/September 2013 in ganz Deutschland (für ein Schuljahr)

Mehr hier: Informationen für Gastfamilien

Das sind die Austauschschüler aus Taiwan: Steckbriefe

Sie kommen nicht nur aus Taiwan, sondern auch aus Russland und anderen Ländern: Die Schülerinnen und Schüler, die ab diesem Sommer eine Gastfamilie suchen, stellen sich mit Foto, Familienhintergrund, Hobbies etc. vor.

PDF-Datei mit den Profilen der Schülerinnen und Schüler

Austauschschüler Taiwan

Wenn man sich die Profile so anschaut, mit den Informationen über Geschwister und Eltern, erhält man nebenbei auch einen kleinen Eindruck vom ganz normalen Familienleben in Taiwan.

Neues Familienmitglied aus Taiwan: Tipps für Gasteltern

Damit der gegenseitige Kulturschock nicht ganz so groß ausfällt, habe ich neulich einige Tipps für Gasteltern aufgeschrieben, die einen Schüler aus Taiwan aufnehmen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit Schüleraustausch gemacht?


Kulturschock Taiwan-Deutschland beim Schüleraustausch: Muss nicht sein

Nicht jeder Deutsche schafft es, Taiwan zu besuchen. (Schade.) Aber vielleicht kommt Taiwan ja zu Ihnen nach Hause? Jahr für Jahr machen sich viele junge Taiwaner zum Schüleraustausch auf den Weg nach Deutschland. Wenn Sie einen Gastschüler aus Taiwan bei sich aufnehmen möchten, sind hier ein paar Tipps für Gasteltern, um gerade am Anfang Missverständnisse zu vermeiden.

Vorweg: Dieser Text basiert zum Teil auf meinen eigenen Beobachtungen und Schlussfolgerungen, zum Teil auf Erfahrungen und Erzählungen von Freunden und Bekannten. Natürlich trifft er nicht auf jeden jungen Taiwaner zu, und ich will auch keine Klischees verfestigen. Aber ich glaube, um Großen und Ganzen ist was dran. Sollte ich völlig danebenliegen, bitte ich um Nachsicht.

Kennen Sie Taiwan?

Um Ihren Gast aus Taiwan besser zu verstehen, machen Sie sich zunächst bewusst, aus was für einem Land er kommt. Aus ganz persönlicher Erfahrung weiß ich: Wer noch nicht in Taiwan war, macht sich als Deutscher oft unzutreffende Vorstellungen. Eine Menge Südostasien-Klischees spuken in unseren Köpfen herum. Ein anderer deutscher Blogger in Taipei hat das mal drastisch auf den Punkt gebracht:

Taiwan klingt halt für viele wie Kinderprostituierte-unter-Palmen-wirft-mit-alter-Blechbüchse-auf-Affen.

 

Palme

Nun ist Taiwan aber tatsächlich ein entwickeltes, technisiertes und wohlhabendes Land. Es gibt hier kaum offene Armut, keine Slums, dafür eine breite Mittelschicht und einen Lebensstandard, der dem europäischen absolut vergleichbar ist.

Wenn die Familie Ihres Gastschülers sich einen Austausch leisten kann, vielleicht sogar über den Rotary-Club, können Sie davon ausgehen: Dieser junge Taiwaner kommt aus sehr ordentlichen Verhältnissen und hat wahrscheinlich auch schon die eine oder andere Auslandsreise nach Japan, Singapur oder Kalifornien hinter sich.

Aus dem Blog-Archiv: Aufruf an deutsche Gasteltern, Austausch-Schüler aus Taiwan aufzunehmen

Gastschüler: Eine Mentalitätsfrage

Das heißt nun nicht, dass es keinen Kulturschock geben wird. Dazu bestehen doch zu viele kulturelle Unterschiede zwischen Changhua und Husum oder Pingtung und Leizig.

Wenn Ihr 15- oder 18-jähriger Gast aus Taiwan erst mal gut angekommen ist und im Wohnzimmer sitzt, werden Sie vermutlich zunächst feststellen, dass die Kommunikation eher schleppend in Gang kommt. Einige spezifische Gründe könnten sein:

  • Wenn ein Taiwaner sich seiner Fremdsprachenkenntnisse nicht sicher ist, sagt er lieber wenig und vermeidet so das Risiko, Fehler zu machen.
  • Die familiäre Bindung ist in Taiwan traditionell sehr eng, und für Jugendliche ist es kein erklärtes Ziel, so schnell wie möglich rauszukommen und auf eigene Faust die Welt zu erkunden.
  • Taiwaner sind generell zunächst zurückhaltend, wenn sie neue Bekanntschaften machen. Sie mögen es nicht, sich aufzudrängen.

Vielleicht kommt Ihr Gast aus Taiwan Ihnen auch ein bisschen unreif vor, verglichen mit gleichaltrigen Teenagern in Deutschland. Das mag daran liegen, dass er daheim in einem Bildungs- und Erziehungssystem steckt, das spätestens seit der siebten Klasse noch immer größtenteils auf Auswendiglernen und Test-Bestehen ausgerichtet ist. Eine eigene Meinung haben, quer denken, gar Autoritäten hinterfragen – das steht in Taiwan kaum auf dem Lehrpan. Höchste Priotiät für die meisten Schüler ist es, so fleißig wie möglich zu lernen, um gute Noten nach Hause zu bringen und den Eltern keine Schande zu machen. „Brav“ kann man das wohl auch nennen.

Schüler Konzert Taiwan Geigen

In Taiwan ist diese Mentalität mittlerweile vielleicht nicht mehr so in Reinkultur anzutreffen wie in anderen Ländern der Region (Jahrzehnte des westlichen Einflusses machen sich bemerkbar), aber sie ist nach wie vor prägend.

Lesetipp: Mein Beitrag über Schüler in Taiwan

Und nun erlebt so ein junger Taiwaner (oder eine Taiwanerin) das deutsche Schulwesen, in dem Schüler mit dem Lehrer über das Für und Wider von Hausaufgaben diskutieren, und wo spätestens ab der achten Klasse der nächste Freitagabend wichtiger ist als die nächste Klassenarbeit. Da kann die Eingewöhnung ja gar nicht von jetzt auf gleich gelingen.

Schülerinnen Taiwan Schuluniform

Schüleraustausch: Willkommen in der Fremde

Von der Schule wieder zurück ins Wohnzimmer. Vielleicht leben Sie, liebe deutsche Gasteltern, in einem freistehenden Einfamilienhaus mit eigenem Garten? Das allein ist für die meisten Taiwaner schon mal eine ganz neue Erfahrung. In Taiwans Städten ist ein eigenes Haus ein unvorstellbarer Luxus, von dem nur Millionäre träumen können. Machen Sie Ihrem Gast sanft begreiflich, dass er in einer völlig normalen Familie gelandet ist – nur in einem Land, in dem mehr Platz ist.

Auch ein eigenes Zimmer mag für Taiwaner, die daheim mit Eltern, Geschwistern, Großvater und dessen indonesischer Pflegekraft gemeinsam in einer Wohnung leben, eine neue Erfahrung sein.

Sobald Ihr Gast das neue Heim betritt, wird er sich reflexartig die Schuhe abstreifen und Ausschau nach einem Paar Schlappen halten. Das gehört zum guten Benehmen für Taiwaner, seit die Japaner die Insel regierten. Freuen Sie sich also, falls Sie wertvollen Teppichboden verlegt haben. Falls es in Ihrer Familie aber üblich ist, die Schuhe im Haus zu tragen, erklären Sie es lieber.

Damit Ihr Gast sich wohl fühlt, sorgen Sie für eine ordentlich straffe Matratze. Deutsche Betten sind für viele Taiwaner zu weich. Legen Sie ein paar Extra-Decken und eine dicke Jacke bereit, gegen das arktische deutsche Klima. Zeigen Sie ihm, wie er die Heizung regulieren kann – in Taiwan gibt es nämlich keine fest installierten Heizkörper. (Und wo Sie schon dabei sind, bereiten Sie ihn schonend darauf vor, dass es auch im Sommer keine Klimaanlage gibt.)

Wenn Sie nur ein Badezimmer haben, machen Sie sich keine Sorgen, dass es am Morgen zum Stau kommt: Taiwaner duschen am Abend, bevor sie zu Bett gehen. Undenkbar ist es für sie, ungewaschen unter die Decke zu schlüpfen. Wie sie dann ohne Dusche wieder wach werden, habe ich bis heute nicht begriffen.

Toilettenpapier Taiwan

Noch ein potenziell heikles Thema aus dem Badezimmer: In Taiwan spült man benutztes Toilettenpapier nicht weg, sondern entsorgt es in Mülleimern. Angeblich sind viele Abwasserrohre so eng, dass man Verstopfungen vermeiden will. (Ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass meist kein wasserlösliches Papier benutzt wird.) Eigentlich sind Taiwaner sich bewusst, dass im größten Teil der Welt Klopapier nichts im Papierkorb verloren hat. (Artikel: Japaner rümpfen die Nase) Wie dem auch sei: Üben Sie Nachsicht, falls der Besucher es im Eifer des Gefechts doch einmal vergessen sollte.

Programm für Austauschschüler: Je lebhafter, desto besser

Dass Ihr junger Gast aus Taiwan wahrscheinlich zunächst sehr zurückhaltend agiert, habe ich ja schon erwähnt. Aktivieren Sie ihn von Anfang an. Lassen Sie ihn nicht allein im Zimmer sitzen, um ihm seine „Privatsphäre“ zu gönnen. Da wird er sich wahrscheinlich einsam und verlassen vorkommen. In Taiwan ist es üblich, dass Gastgeber sich für ihre Gäste ein Bein ausreißen. Fragen Sie mal deutsche Schüler in Taiwan nach einem normalen Tagesprogramm – da bleibt kaum eine freie Minute.

Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Austauschschüler die neue Umgebung kennen lernt – machen Sie Ausflüge, zeigen Sie ihm, was gemeinhin als „typisch deutsch“ gilt (Burgen, Schlösser, Weinberge, Wälder) aber auch, was Sie selbst besonders mögen.

Planen Sie eine Radtour, so erkundigen Sie sich lieber vorher, ob der Gast ein geübter Fahrradfahrer ist. Stellen Sie den Sattel so niedrig wie möglich ein, die meisten Taiwaner scheinen sich so am wohlsten zu fühlen.

Steht ein Badeurlaub an? Klären Sie, ob Ihr Gast schwimmen kann. Taiwan ist zwar eine Insel, aber selbstverständlich ist es deshalb noch lange nicht.

Wer in Taiwan lebt, dem kommt Deutschland sehr leer und still vor, man könnte auch sagen: tot. Glauben Sie mir. Es geht mir selbst so. Taiwaner aber lieben Orte, an denen viel los ist. „Renao“ nennen sie das, „heiß und laut“, und das ist ein positiv besetzter Begriff. Menschenmassen sind nicht schlimm, bedeuten sie doch, dass es etwas zu sehen gibt.

„Deutschland ist zu ruhig“ – das denkt auch eine Taiwanerin in Hamburg

Acker im Winter Schnee

Sorgen Sie dafür, dass Deutschland Ihrem Gast aus Taiwan nicht so leblos erscheint! Zeigen Sie ihm:

  • Volksfeste
  • Weihnachsmärkte
  • Wochenmärkte

Besuch aus Taiwan: Hauptsache Essen

Ein Besuch auf dem Wochenmarkt verbindet buntes Treiben mit dem Lieblingsthema so gut wie aller Taiwaner: Essen.

Die Bedeutung des Essens für Taiwaner kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Es ist die nationale Leidenschaft, Lieblingsbeschäftigung und zudem ein sicheres Gesprächsthema, zu dem jeder immer etwas zu sagen hat (und das nicht, wie etwa Politik, zu Streit führen kann).

Mein Blogeintrag über Essen und Essen gehen in Taiwan

Essen in Taiwan ist nicht nur allgegenwärtig und viel günstiger als in Deutschland, es ist auch gut. „Hauptsache satt“ ist eine Einstellung, die Taiwanern völlig fremd ist.

Genauso fremd wird es ihnen vorkommen, was in deutschen China-Restaurants serviert wird. „Süßsauer“ steht in Taiwan auf so gut wie keiner Karte. Und es stimmt auch nicht, dass Asiaten sich zu geschätzt 85% von Reis ernähren.

Aber hier soll es ja nicht ums Essen in Taiwan gehen, sonder darum, wie Taiwaner deutsches Essen wahrnehmen. Als absolutes Nationalgericht der Germanen gilt in Taiwan die gegrillte Schweinshaxe. Wenn Sie nicht gerade in Bayern leben, müssen Sie Ihrem Gastschüler wohl begreiflich machen, dass nicht jede Woche Hax’n auf dem Speiseplan steht. Das wird eine große Überraschung sein.

Davon abgesehen besteht deutsche Ernährung für Taiwaner vor allem aus:

  • Fleisch
  • Brot
  • Kartoffeln

Frikadelle mit Bratkartoffeln

Und was kommt zu kurz? Vor allem Gemüse. Ein paar weichgekochte Erbsen und Möhren als Sättigungsbeilage machen keinen Taiwaner glücklich. Je mehr Grünzeug (Kohl, Blattgemüse), desto besser – aber nicht roh, sondern blanchiert oder sautiert (d.h. im Wok gebraten), so bekämpfen Sie kulinarisches Heimweh (und leben selbst gesünder).

Genauso, wie Deutsche oft eine Abneigung vor „zu scharfem“ Essen haben, gibt es für Taiwaner „zu salzig“, und glauben Sie mir: Vieles, was Deutsche ganz normal finden, ist für Taiwaner kaum genießbar. Seien Sie also mit dem Salz lieber sparsam.

Taiwaner mögen Brot. Sie verstehen darunter allerdings weiche Hefeteig-Teilchen, süß oder herzhaft gefüllt, die man direkt isst. Aufschneiden und belegen oder bestreichen? Exotisch! Der deutsche Bäcker in Taipeh bietet eigens „So belegt man ein Sandwich“-Kurse an. Gewöhnen Sie den Gast aus Taiwan also lieber langsam ans deutsche Brot, und wundern Sie sich nicht, wenn Schwarzbrot oder gar Pumpernickel ihm suspekt bleiben.

Weitere Leckereien, mit denen viele Taiwaner sich nicht anfreunden können:

  • Marzipan
  • Zimt
  • Lebkuchen
  • Lakritz
  • Weich- und Schimmelkäse

Gar nicht gut an kommt die Kombination von Fleisch mit Obst, wie sie in Norddeutschland nicht unüblich ist. Birnen-Bohnen-Speck, Buchweizenpfannkuchen mit Speck und Zwetschgen oder das köllsche Himmel un Äd haben auf viele Taiwaner offenbar eine ähnliche Wirkung wie Entenblut-Suppe auf Europäer.

Noch ein paar Worte zu Frühstück und Abendessen: In Taiwan ist eine Mahlzeit nur dann eine Mahlzeit, wenn es etwas Warmes gibt. (Kaffee zählt nicht.) Um dem Neuankömmling den Einstieg zu erleichtern, denken Sie also mal an ein Rührei, Omelett, oder abends ein Süppchen – er wird es Ihnen danken.

Das alles soll nun nicht bedeuten, dass man einen Gastschüler vor neuen Erfahrungen bewahren sollte. Im Gegenteil! Aber es kann ja hilfreich sein, zu wissen, was er sich vielleicht gerade denkt.

Wollen Sie junge Leute aus Taiwan noch besser verstehen? Ein ganz wunderbarer, einfühlsamer Dokumentarfilm über eine 17-Jährige Taiwanerin ist Made in Taiwan. Der Film der Hamburger Regisseurin Monika Treut wird ab und zu auf 3sat oder Phoenix wiederholt.

Liebe Leser in Deutschland, hatten Sie schon Besuch aus Taiwan? Liebe Taiwaner, wie erleben Sie Deutschland? Möchten Sie etwas korrigieren oder ergänzen?


Viel zu lesen: Deutsche Taiwan-Blogs zum Jahreswechsel

Mein guter Vorsatz für 2013 ist es, pro Woche mindestens zwei Mal über Taiwan zu bloggen. Da bleiben noch immer viele Themen übrig, denen ich mich nicht widmen kann.

Atomkraft Demonstration Taiwan

Am Wochenende gab es Proteste mit wohl mehr als 100.000 Teilnehmern in Taipeh. Meine Fotogalerie: Demo in Taiwan

Zum Glück gibt es eine ganze Reihe lesenswerter deutschsprachiger Taiwan-Blogs. Hier sind meine Tipps der letzten Wochen und Monate.

Unheimliche Begegnungen: Dunkelangst.org

Es gibt einen wertvollen Neuzugang in der deutschsprachigen Taiwan-Blogospähre zu vermelden: Ingenieur Helmut hat nach frustrierenden Behörden-Erfahrungen in Deutschland hingeschmissen und einen neuen Job in Taiwan angetreten. Jetzt lebt und arbeitet er in Zhongli (Jhongli) im Kreis Taoyuan, fotografiert in seiner Freizeit und schreibt auch ein Blog. „Dunkelangst“ heißt es. (Warum, das muss ich ihn bei nächster Gelegenheit noch mal fragen.)

Helmut hat ein besonderes Talent dafür, haarsträubende Begegnungen mit seltsamen Menschen zu beschreiben:

  • Eine chinesische Passkontrolleurin, die sich ärgerte, dass er sich auf der Reise nach Taiwan nicht in Peking umschauen wollte

    Aufgrund der Art wie sie fragte, hatte ich spontan in der Tat keine Lust mir Peking anzusehen und sagte nur: „No, there is nothing to see in Beijing.“

     

  • Deutsche Ingenieure, denen beim ersten Treffen kein besseres Gesprächsthema einfällt, als seine Kamera zu kritisieren

    „Wie, nur eine Canon EOS 600D? Ich hab in Deutschland eine 7D!“

     

  • Einen Amerikaner, den es nach Taiwan zog, nachdem seine Frau ihn verlassen hatte

    Seine Ex-Frau solle halt Wissen, wie sich das für ihn anfühlt. Dann fragte er mich, wie er mit den Taiwanischen Mädels umgehen soll und vor allem wie er sie für eine Nacht ins Bett bekommen könnte.

     

  • Deutsche Sprachstudenten, die im 7-Eleven lauthals auf Deutsch über die Einheimischen herziehen

    Sagt der Eine zum Anderen: „Die Taiwaner sind doch eh doof!“ Die Taiwanerin, mit der ich unterwegs war dreht sich augenblicklich am Geldautomaten zu mir um und schaut mir geschockt ins Gesicht und an diesem Gesichtsausdruck konnte ich sehr gut erkennen, dass sie das verstanden hat, was der Deutsche da gesagt hat. Es ist ein Moment in dem ich mich schlagartig unwohl (gefühlt) und sogar zum ersten mal wirklich geschämt habe

     

Und als positive Erfahrung: Eine Gespräch mit einer Taiwanerin und ihrer mexikanischen Freundin, die beide in München Deutsch gelernt hatten. Dort hatten sie so ihre Erfahrungen mit germanischer Gastfreundschaft gemacht:

Die Mexikanerin war mit einer Mexikanischen Freundin zusammen nach Deutschland gereist; ihre Freundin hat einen Deutschen Pass, da ihr Vater Deutscher ist. Aufgrund ihres „türkischen“ Aussehens wurden die beiden dann von der Polizei aufgegriffen und wegen dem deutschen Pass ihrer Freundin dann zwei Stunden festgehalten bis feststand, dass das keine Fälschung ist.

Auf Wohnungssuche: Ludigels Taiwanblog

Blogger-Veteran Ludigel macht sich Gedanken über westliche Ausländer in Taiwans Fernsehwerbung und nimmt die Leser mit auf einen Foto-Streifzug durch sein Stadtviertel in Taipei-Neihu.

Ist es hier nun schön oder hässlich? Alles eine Frage der Perspektive, manchmal gibt es eben einen Lichtblick irgendwo.

 

Nach einigen Jahren schockiert ihn auch das aus deutscher Sicht unansehliche Äußere taiwanischer Häuser nicht mehr.

In all den Jahren, in denen ich mich in Taiwan eingelebt habe, ist mir die Schlichtwohnungsumgebung hier viel angenehmer geworden, sie wirkt sogar irgendwie heimelig auf mich. Hoffentlich sehe ich deutsche Reihenhausidylle nicht in ein paar Jahren mit den Augen meiner Frau: als einsam, tot und leer, wie sie es mir einmal beschrieb.

Zu dem Thema hatte ich auch schon gebloggt: Hauptsache vergittert? Wohnen in Taiwan

In Taiwan, you can always choose a fancy window design to express your individuality.

Posted by taiwanreporter on Saturday, January 12, 2013

Ludigels bestimmendes Thema in den letzten Monaten war aber die Suche nach einer neuen Wohnung. Ein Drama in fünf Akten:

  1. Der alte Vermieter verlängert den Mietvertrag um zwei Jahre.
  2. Er bittet nun doch um baldigen Auszug. Ludigel und seine Frau besichten eine Wohnung mit einer nicht zu öffnenden Hintertür, die Anlass zu allerlei gruseligen Spekulationen gibt.
  3. Eine andere Wohnung wird angemietet.
  4. Der Schock bei Tageslicht: Ganz so schön ist die neue Bleibe wohl doch nicht.
  5. Drei Wochen später: Alles hab so schlimm.

    Rustikal der Hauseingang, alles ein bisschen angesifft, so dass man aufpassen muss, nicht kleben zu bleiben, aber das ist typisch taiwanische Mittelklasse. Eine alte 5000jährige Kultur wie die chinesische, die ja hier auf Taiwan originaler als in China weiterexistiert, hat längst erkannt, das übertriebene Hygiene nicht alles ist.

     

Streifzüge durch Taiwan: Das RTI-Redaktionsblog

Im deutschen Blog von Radio Taiwan International ging es abwechlungsreich zu:

Blogroll-Neuzugänge

  • Alle Jahre wieder kommen einige mutige deutsche Schüler über den Rotary-Club nach Taiwan, um hier ein Austauschjahr zu verbringen. Mindestens einer von ihnen bloggt auch gerade regelmäßig über seine Erfahrungen: Ron Schimanski Taiwan exchange
  • Laurens van Rooijen, ein Schweizer Fahrrad-Journalist, war schon mehrmals in Taiwan uns bloggt regelmäßig darüber: Speak Louder

Vor genau einem Jahr: Wahl in Taiwan

Heute vor einem Jahr hat Taiwan gewählt: Präsident und Parlament. Ich hatte damals die deutsche Presse-Berichterstattung ausgewertet. Und ich hatte dieses Video aus dem Wahllokal in meiner Nachbarschaft gedreht:

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com und auf meine Liste weiterer deutschsprachiger Taiwan-Informationsquellen. Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Im März hatte ich hier bereits von taiwanischen Austauschschülern berichtet, die ab August für ein Jahr nach Deutschland kommen, um zur Schule zu gehen und bei Gastfamilien zu leben.

Von der Organisation AYUSA International habe ich nun erfahren, dass Jason (16) noch nicht untergebracht ist. Daher hier noch einmal sein Profil als PDF-Datei.

Demnach war Jason bereits als Austauschschüler in den USA, spricht fließend Englisch, spielt Cello und Fußball.

Informationen vom Veranstalter:

Was bedeutet es Gastfamilie zu sein? Nun, nichts weiter, als ein weiteres Kind das Eigene zu nennen – natürlich nur für eine begrenzte Zeit! Das heißt, die Familien bieten Unterkunft und Verpflegung, die Schüler bestreiten mit dem Taschengeld ihre Freizeitaktivitäten und persönliche Ausgaben. Die Schüler haben eine Versicherung und sind auch zuständig für den Erwerb einer Monatskarte, o.ä.. Die Gastfamilien nehmen den Schüler auf, geben ihm ein Zuhause, ein liebevolles Heim, genug zu Essen und eine starke Schulter in schwierigen Zeiten, falls das Heimweh zuschlägt oder der Kulturschock einsetzt.

AYUSA International e.V.
Kristin Krüger || Program Manager High School & Au pair Germany
Giesebrechtstr. 10, 10629 Berlin, Germany
Phone: (+49) 30 84 39 39 20
Fax: (+49) 30 84 39 39 796
Email: kristin.krueger(at)ayusa-germany.org