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Im März hatte ich hier bereits von taiwanischen Austauschschülern berichtet, die ab August für ein Jahr nach Deutschland kommen, um zur Schule zu gehen und bei Gastfamilien zu leben.

Von der Organisation AYUSA International habe ich nun erfahren, dass Jason (16) noch nicht untergebracht ist. Daher hier noch einmal sein Profil als PDF-Datei.

Demnach war Jason bereits als Austauschschüler in den USA, spricht fließend Englisch, spielt Cello und Fußball.

Informationen vom Veranstalter:

Was bedeutet es Gastfamilie zu sein? Nun, nichts weiter, als ein weiteres Kind das Eigene zu nennen – natürlich nur für eine begrenzte Zeit! Das heißt, die Familien bieten Unterkunft und Verpflegung, die Schüler bestreiten mit dem Taschengeld ihre Freizeitaktivitäten und persönliche Ausgaben. Die Schüler haben eine Versicherung und sind auch zuständig für den Erwerb einer Monatskarte, o.ä.. Die Gastfamilien nehmen den Schüler auf, geben ihm ein Zuhause, ein liebevolles Heim, genug zu Essen und eine starke Schulter in schwierigen Zeiten, falls das Heimweh zuschlägt oder der Kulturschock einsetzt.

AYUSA International e.V.
Kristin Krüger || Program Manager High School & Au pair Germany
Giesebrechtstr. 10, 10629 Berlin, Germany
Phone: (+49) 30 84 39 39 20
Fax: (+49) 30 84 39 39 796
Email: kristin.krueger(at)ayusa-germany.org


Interesse, einem jungen Taiwaner ein deutsches Zuhause auf Zeit zu geben? Mich hat ein Aufruf für Gastfamilien erreicht:

AYUSA International ist eine Organisation zur Förderung des internationalen Kultur- und Bildungsaustausches. Seit 20 Jahren ermöglichen wir jungen Menschen, andere Kulturen und Sprachen durch Auslandsaufenthalte hautnah zu erleben und sich persönlich und professionell weiterzuentwickeln. Dazu bieten wir Programme in den Bereichen Schüleraustausch, Au pair, Sprachreisen, Praktikum, Work & Travel und Freiwilligenarbeit im Ausland an.

Seit vielen Jahren bieten wir das Schulprogramm auch für 15- bis 18-jährige Jugendliche aus aller Welt an, die gern nach Deutschland kommen möchten, um hier bei einer netten deutschen Familie zu wohnen und zur Schule zu gehen. Seit einiger Zeit kommen viele Bewerbungen aus dem asiatischen Raum, besonders aus Taiwan. Um den Jungen und Mädchen ein herzliches und etwas vertrautes Umfeld zu bieten, suche ich aktiv nach Gastfamilien, die Interesse an Taiwan haben, deren Kind evtl. Chinesisch als Fremdsprache belegt oder es eine Schule besuchen kann, die Chinesisch als Fremdsprache anbietet.

Im Anhang finden Sie 3 2 Profile von taiwanesischen Schülern, die ab August 2011 für ein Schuljahr nach Deutschland kommen möchten. Vielleicht findet eine Familie Gemeinsamkeiten und entscheidet sich dafür einen Schüler aufzunehmen.

Was bedeutet es Gastfamilie zu sein? Nun, nichts weiter, als ein weiteres Kind das Eigene zu nennen – natürlich nur für eine begrenzte Zeit! Das heißt, die Familien bieten Unterkunft und Verpflegung, die Schüler bestreiten mit dem Taschengeld ihre Freizeitaktivitäten und persönliche Ausgaben. Die Schüler haben eine Versicherung und sind auch zuständig für den Erwerb einer Monatskarte, o.ä.. Die Gastfamilien nehmen den Schüler auf, geben ihm ein Zuhause, ein liebevolles Heim, genug zu Essen und eine starke Schulter in schwierigen Zeiten, falls das Heimweh zuschlägt oder der Kulturschock einsetzt.

Die PDF-Dateien mit den Schülerprofilen:


Nicht für das Leben, für die Schule lernen sie

Schüler in Taiwan: Warum sie so viel lernen müssen und welche Folgen das hat.

Wenn es schon dunkel wird in Taipeh, zwischen fünf und sechs Uhr abends, strömen sie auf die Gehsteige und stürmen die Busse: Heerscharen von Schülerinnen und Schülern, gekleidet in Uniformen, die geschnitten sind wie Trainingsanzüge oder Pyjamas. Grün-schwarz, rot-grau oder himmelblau – die Farben verraten auf einen Blick, aus welcher Schule sie kommen. Sie quatschen, tuscheln und kichern genau wie Teenager in Deutschland. Man sieht ihnen nicht an, dass sie gerade acht oder neun Stunden Frontalunterricht hinter sich haben. Und das war noch längst nicht alles.

Zeitungsartikel: Schüler in Taiwan

Nachhilfeschulen in Taiwan

Als Schüler in Bremervörde hatten wir den anstrengenden Teil des Tages spätestens gegen 14 Uhr überstanden und machten uns auf den Heimweg. Von so viel Freizeit können Taiwaner nur träumen. Schule bis in den späten Nachmittag, und danach führt der Weg oft direkt in eine der zahllosen privaten Nachhilfeschulen – Englisch oder Mathe pauken. Bis zu Hause die letzten Hausaufgaben gemacht sind, ist es schon fast Mitternacht. Was deutsche Eltern auf die Barrikaden triebe, von den Schülern ganz zu schweigen, ist hier Alltag.

Bildung gilt in Taiwan schon fast als Religion. Von Kindern wird erwartet, dass sie sich verausgaben und gute Noten nach Hause bringen, um der Familie keine Schande zu machen. Dafür zahlen die Eltern klaglos Schulgeld, Nachhilfe und Studiengebühren. Die Wurzeln dieser Einstellung reichen zurück ins alte China, wo jeder die Chance hatte, durch Fleiß und Eifer die kaiserliche Beamten-Prüfung zu bestehen. Der Weg aus dem Reisfeld führte schon immer über die Bildung.

Immer identifizierbar mit Schuluniform und Nummer

Taiwans Schulsystem orientiert sich am amerikanischen Modell: Sechs Jahre Grundschule und jeweils drei Jahre „Junior“ und „Senior High School“. Beim Schulwechsel entscheiden die Noten, ob der Weg auf eine renommierte oder eine durchschnittliche Anstalt führt. Nach der Grundschule sorgt die Schuluniform fürs Gruppengefühl, und eine aufgestickte Schülernummer garantiert, dass der Träger oder die Trägerin auch außerhalb des Schulgeländes identifiziert werden kann. Da überlegt man es sich dreimal, bevor man in der U-Bahn die Füße auf den Sitz legt.

Pflichtbewusstsein und Leistungsdruck bleiben nicht ohne Folgen. Wenn ich mich mit deutschen Schülern unterhalte, die ein Austauschjahr in Taiwan verbringen, beschreiben sie ihre Altersgenossen als fleißig, interessiert und diszipliniert – aber auch als unreif, schüchtern und unselbstständig.

Schwierige Partnersuche für Taiwans Teenager

Nie würden Pärchen auf dem Schulgelände Händchen halten. Die erste Beziehung mit 14? Das lenkt doch nur vom Lernen ab. Viele Jungs kennen das andere Geschlecht vor allem aus Online-Spiele und Manga-Comics. Für Mädchen sind gefärbte Haare, auffälliges Make-up oder gar Piercings tabu. Im Unterricht spricht der Lehrer ins Mikro und alle schreiben mit. Freies Sprechen wird kaum trainiert. Erst wenn die Aufnahmeprüfung zur Uni bestanden ist, können junge Taiwaner sich wirklich ausleben.

Wenn ich sie aber so beobachte, etwa nach Schulschluss, fällt mir auf: Die gute Laune lassen sie sich trotzdem nicht nehmen.


Schwieriger Umgang mit der Vergangenheit

Wir in Taiwan haben nun unser eigenes Stück Berliner Mauer. Am 9. November wurde es auf dem Gelände der Taiwan Foundation for Democracy enthüllt.

Zu diesem Anlass habe ich einen Beitrag für den NDR gedreht, in dem ich auch zu erklären versuche, warum man sich in Taiwan besonders für Deutschlands Umgang mit der DDR-Geschichte interessiert: Weil Taiwan seine eigene Diktatur zwar überwunden, aber noch längst nicht aufgearbeitet hat.

Die Täter und Verwantwortlichen für mehr als 40 Jahre Unrechts-Regime wurden in Taiwan nicht zur Rechenschaft gezogen. Und ein Gegenstück zur Stasi-Unterlagenbehörde , die Bürgern den Einblick in Spitzelakten ermöglicht, gibt es auch nicht. Warum eigentlich?

Taiwan Pride Parade

Zu etwas positiverem: Weil Taiwan sich zu einer toleranten und offenen Gesellschaft entwickelt hat, findet in Taipeh Jahr für Jahr die größte Schwulenparade Asiens statt, der „Taiwan Pride“. Auch dort war ich mit der Kamera unterwegs, für den Sender Timm (Video).

In China wäre so eine Veranstaltung undenkbar – und zwar nicht nur wegen möglicher „moralischer“ Vorbehalte, sondern weil Massenkundgebungen ohne Stechschritt und Raketenparade dort generell nicht gern gesehen werden.

Schulpartnerschaft mit Starnberg

Und schließlich habe ich über eine Gruppe von 24 bayerischen Schülern geschrieben, die zwei Wochen lang Taiwan erlebt haben. Vom Landschulheim Kempfenhausen bei Starnberg zur San-Min-High School nach Luzhou – ein ziemlicher Sprung.

Hintergrund dieses ungewöhnlichen Austausch-Programms ist die nicht minder ungewöhnliche Partnerschaft zwischen dem Landkreis Starnberg (130.000 Einwohner) und der Region Taipei County (3,8 Mio. Einwohner).


…und über 1,80 Meter groß – das ist Lennart aus Rotenburg in Niedersachsen. Zwischen den Erstklässlern in dieser Grundschule in Hsinchu fällt er damit natürlich kaum auf…

Lennart Grundschule

Lennart lernt jeden Morgen in der ersten Unterrichtsstunde mit ihnen zusammen Chinesisch. Wer besser ist, verrät er in einem Radiobeitrag, den ich für NDR 1 Niedersachsen gemacht habe.

Er läuft morgen (Dienstag) in der Zeit zwischen 14:45 und 15:00 Uhr. Es gibt auch einen Livestream.

Lennart ist über den Rotary Club für ein Jahr als Austauschschüler nach Taiwan gegangen. An seiner Schule ist er der einzige westliche Ausländer und hat schon fast Celebrity-Status.

Lennart High School

Ich habe riesigen Respekt vor Leuten, die in diesem Alter für ein ganzes Jahr in ein Land gehen, in dem sie nicht mal die Sprache beherrschen. Davon profitieren sie bestimmt ihr Leben lang.

Im August 2008 gehörte Lennart zu der Gruppe von Rotary-Schülern, die ich auf ihrem Flug nach Taiwan getroffen hatte.


Das hat nicht lange gedauert. Nach zwei Monaten Deutschland bin ich nun wieder in Taiwan, für vier Wochen. (Ohne Visum darf man ja nur 30 Tage bleiben.) In Taipeh versuche ich u.a., mein Chinesisch weiter aufzupolieren, und werde hoffentlich viele nette Leute wieder treffen und einiges Neue kennen lernen.

Die Anreise war schon mal spannend. In der selben Maschine wie ich saßen Menschen, für die der Flug um einiges bedeutender war als für mich: Eine Gruppe von ca. 15 Schülern, die über den Rotary-Club für ein ganzes Jahr nach Taiwan gehen. Als Austauschschüler, mit Gastfamilie, Sprung ins kalte Wasser usw.

Davor habe ich ja wirklich Respekt. Zu meiner Zeit (also ca. 1993…) war ein Austauschjahr in den USA noch das höchste der Gefühle, maximal vielleicht Australien. Was anderes ist uns gar nicht in den Sinn gekommen. Und jetzt nach Taiwan, Chinesisch lernen… toll! Die Begrüßung durch die Gastfamilien am Flughafen in Taipei ist jedenfalls schon mal herzlich ausgefallen.

Gebloggt wird natürlich auch, schließlich leben wir nicht mehr 1993. Leo (mit der Mütze) schreibt hier, was er so erlebt. Und hier seine Mutter, bei der auch gerade eine taiwanesische Austauschschülerin zu Gast ist. Außerdem kann man hier nachlesen, was eine deutsche Schülerin in Taiwan erlebt hat, die mittlerweile wieder zurückgekehrt ist.

(Nachtrag: Eine weitere Schülerin in Taipeh.)

Frage an die Anderen, falls sie dies lesen: Bloggt Ihr auch? Gibt es einen Link zum Taiwan-Programm des Rotary-Clubs?

Auf jeden Fall ganz viel Spaß und eine tolle Zeit – 加油 !