Taipeh Flüge jetzt buchen EVA AIR

 

Entries tagged with “Scooter”.


How I help German TV report about Taiwan

A German TV team just came over, and together we filmed four stories in Taiwan. What about? And how did that happen? Let me explain!

Panorama view of Xizhi with our cameraman

Back in Germany, I worked as a TV reporter in Hamburg. After moving to Taiwan in 2009 (mehr …)


Ingenious motorbike for wheelchair users

As you know, scooters are Taiwan’s most important and most popular means of transportation. Why should wheelchair users be excluded?

At the Chiayi High Speed Rail station, I recently came across this vehicle:

Scooter for Wheelchairs Taiwan

(click to enlarge)

Isn’t this great? They basically took a scooter, sawed it in half and (mehr …)


Von Taiwan zur Stippvisite nach Shanghai

Als neulich der erste Taifun des Jahres über Taiwan hinwegzog, Bäume entwurzelte und Felder verwüstete, konnte ich 700 Kilometer weiter nördlich trockenen Fußes eine für mich neue Welt erkunden: Zum ersten Mal war ich in Shanghai. Und es war ganz anders, als ich erwartet hatte.

Shanghai Straßen Altstadt

Ein Seminar der Konrad-Adenauer-Stiftung hatte mich nach Shanghai geführt. Eine Woche lang half ich jeweils neun deutschen und chinesischen Nachwuchsjournalisten dabei, gemeinsam eine Zeitschrift zum Thema „Nachhaltigkeit“ zu schreiben. Eine tolle kulturübergreifende Erfahrung und ein beeindruckender Beleg dafür, wie durch Schweiß und Inspiration in kurzer Zeit aus dem Nichts ein greifbares Ergebnis entstehen kann. Sobald unser Magazin erschienen ist, werde ich auch eine PDF-Datei hochladen.

Shanghai KAS Seminar

Shanghai also. Natürlich hatte ich vorher eine Menge Klischees im Kopf – wie das so ist, wenn man einen Ort noch nie bereist hat. Auch wenn ich die meiste Zeit im Seminarraum verbringen musste, konnte ich mir zum Glück ein paar eigene Eindrücke bilden.

Die Zeit in Shanghai erinnerten mich an meinen Abstecher nach Hongkong vor fünf Jahren, kurz vor dem Ende meiner allerersten Taiwan-Reise. Auch damals waren mir viele kleine und größere Unterschiede zwischen den Städten aufgefallen.

Lesetipp: Mein Blogeintrag aus Hongkong 2008

Dies sind meine Shanghai-Impressionen im Vergleich zu Taipeh:

Shanghai ist riesig.

Im Ballungsraum Taipeh leben außer mir noch sechs oder sieben Millionen. Aus deutscher Sicht ist es hier schon ganz schön voll. In Shanghai leben 23 Millionen – so viele wie in ganz Taiwan.

Shanghai Stadt Modell City Model

Taipeh ist eine Großstadt, Shanghai ist eine Mega-City. Wenn man im Taxi über die Hochstraßen saust, die kreuz und quer durch die Stadt führen, ziehen draußen schon mal eine Stunde lang Hochhäuser vorbei, und man hat nicht das Gefühl, das Stadtzentrum hinter sich zu lassen.

In Taipeh ist ein Gebäude mit 20 Stockwerken schon auffallend hoch. In Shanghai würde niemand auch nur einen zweiten Blick darauf verschwenden.

Shanghai Skyline Pudong Night

Nur das Taipei 101 mit seinen gut 500 Metern würde in der Wolkenkratzer-Kulisse von Pudong noch eine gute Figur abgeben. Der noch im Bau befindliche Shanghai Tower (auf dem Foto rechts, mit Kränen auf der Spitze) würde es aber um mehr als 100 Meter überragen.

Shanghai ist international.

Hier in Taipeh falle ich als westlicher Ausländer überall auf. In Shanghai gehören „Laowai“ (das sagen sie dort statt „Waiguoren“) als Touristen und Geschäftsleute viel selbstverständlicher zum Straßenbild. Und im Nachtleben stellen sie in den Warteschlangen für angesagte Bars sogar die absolute Mehrheit.

Shanghai hat einen Heiratsmarkt.

Chinesische Eltern greifen zur Selbsthilfe: Am Platz des Volkes, dem zentralen Park im Herzen der Stadt, stehen im dichten Gedrängel dutzende Mütter und Väter wie auf einem Basar. Sie preisen keine Waren an, sondern ihre Kinder. Frauen, die sich der 30 nähern, gelten ja als schwer vermittelbar (Stichwort 剩女 oder „Restefrauen“). Gleichzeitig finden viele Männer keine Partnerin.

Shanghai Heiratsmarkt Wedding Market

Geschlecht, Alter, Größe und Berufsausbildung – das sind die wichtigsten Daten auf den Zetteln, die sie den Passanten präsentieren. Keine Fotos. Einige legen aufgespannte Regenschirme auf den Boden, an denen sie ihre Kontakt-Anzeigen befestigen. Eisern halten sie ihre Positionen.

Shanghai Heiratsmarkt Eltern

Ob die Kinder wissen, dass ihre Eltern hier nach Ehepartnern suchen?

Ob sie damit einverstanden sind?

Ob diese Methode wirklich Erfolge bringt?

Shanghai Heiratsmarkt Aushang

Sicher ist nur: In Taipeh gibt es keine solchen Heiratsmärkte. Der Druck ist hier wohl nicht ganz so groß, das Verhältnis der Geschlechter ausgeglichener als in China, wo als Folge der Ein-Kind-Politik viele Töchter abgetrieben werden. (Solche geschlechtsspezifischen Abtreibungen gibt es in Taiwan auch, aber weniger häufig. Natürlich sind sie illegal.)

Shanghai achtet auf sein Äußeres.

Nicht nur die Glitzer-Glasfassaden der Hochhäuser machen was her. Auch die ganz normalen Plattenbauten hat zumindest mal jemand frisch gestrichen, und keine rostigen Gitterkäfige verunstalten die Fenster. Solche gepflegten Fassaden hatten mich schon in Singapur beeindruckt. Es geht also.

Klima, Regen, Luftverschmutzung? Alles Ausreden. Taipeh, bitte abgucken und nachmachen!

Denn wer aus Deutschland das erste Mal nach Taipeh kommt, muss tief durchatmen. Das äußere Erscheinungsbild der meisten Gebäude hier ist schlicht abschreckend. Historische Gebäude in gutem Zustand sind sowieso eine Seltenheit.

Im Schatten der Wolkenkratzer hat man im ehemaligen französischen Quartier von Shanghai dagegen einige lauschige Gassenviertel erhalten und restauriert.

Shanghai French Concession

Erwartet hatte ich eine Designerboutique oder Edel-Bar neben der anderen, doch dort wohnen tatsächlich noch ganz normale Menschen.

Shanghai Gasse Alleys

Shanghais Verkehr hat andere Probleme.

Scooter gibt es in Shanghai viel weniger als in Taipeh, und meist sind sie elektrisch betrieben. Das Gute daran: Die Bürgersteige werden nicht als Roller-Parkplätze zweckentfremdet. Der Nachteil: Fußgänger hören die E-Scooter nicht, wenn sie heranrauschen. Das ist besonders gefährlich, wenn man grüne Fußgängerampeln überquert – an die halten Rollerfahrer in Shanghai sich nämlich grundsätzlich nicht und fahren einfach durch. Viele Autos übrigens auch. Also lieber dreimal gucken!

Die Helmpflicht hat sich noch nicht bis Shanghai herumgesprochen – ich habe keinen einzigen Fahrer mit Schutzhelm gesehen.

In Shanghai sind die Taiwaner schon lange.

Family Mart-Convenience Stores und 85°C-Coffeeshops gehören auch in Shanghai zum Straßenbild.

Family Mart Logo China

Nur wer genau hinsieht, erkennt die Unterschiede auf den Logos: Kurz- statt Langzeichen.

85 C Coffeeshop China

Aber…

…auch in Shanghai gibt es traditionelle Schriftzeichen.

Und zwar ausgerechnet am zentralen Platz des Volkes. Da ist dieses Schild meinem Taiwan-geschulten Blick sofort aufgefallen:

Langzeichen China Traditional Chinese Characters Shanghai

Wie es kommt, was das soll? Keine Ahnung. Unsere chinesischen Begleiter waren selbst verblüfft.

Reisen bildet

Shanghai China Obst Fruit

So weit also mein kleiner Einblick ins große China. Immerhin: Nun habe ich es selbst erlebt. Irgendwann werde ich bestimmt nach Shanghai zurückkehren, aber rund um Taiwan gibt es noch eine Menge anderer Orte, die auf meiner Reiseliste stehen. Zum Beispiel:

  • Vietnam
  • Philippinen
  • Südkorea
  • Indonesien
  • Japan

Es gibt viel zu sehen!


Der total verrückte Verkehr in der abgefahrenen Stadt Taipeh

Motorroller, Motorroller (mit Familie), Ampel, Taxi, Motorroller, Bus, Taxi, Fußgänger, Auto, Motorroller (mit Hund), Motorrad, Bus, Taxi, Hupen, Ampel, Abgase, Countdown, Motorroller-Lawine, durchschlängeln, Hupe, 7/11, Motorroller links, Motorroller rechts, Auto, Taxi, Motorroller.

Willkommen in Taipeh.

Fast 100 Kabelfernseh-Kanäle empfange ich in hier, aber auf eine Sendung wie „Der 7. Sinn“ bin ich noch nie gestoßen. Nötig wäre sie, könnte meinen, wer deutsche Verhältnisse gewohnt ist. Die guten Ratschläge meines alten Fahrlehrers musste ich hier jedenfalls schnell über Bord werfen.

Dabei funktioniert Taiwans Verkehr nur nach anderen Regeln. Die aber muss man kennen.

 

1. Regel: Wer Platz hat, fährt.

Als Fußgänger bin ich ständig in Alarmbereitschaft, denn viele kleinere Straßen haben keine Fußwege. Den Platz teilen sich Autos, Fußgänger und vor allem Motorroller, Taiwans Verkehrsmittel Nummer Eins.

Wenn ich zu Fuß die Straße überquere, muss ich trotz Grün damit rechnen, dass Abbieger haarscharf vor oder hinter mir vorbeiziehen. In so einem Fall niemals plötzlich stehen bleiben! Damit rechnet nämlich wirklich keiner. Unbeirrt weitergehen, die anderen richten sich schon danach.

2. Regel: Augen immer geradeaus.

Der Blick in den Rückspiegel oder gar über die Schulter ist fahrlässig, lenkt er doch die Aufmerksamkeit davon ab, was vorne passiert. In Deutschland darf ich hinter mir niemandem den Weg abschneiden und kann dafür einigermaßen sicher sein, dass keiner plötzlich vorne auf meine Fahrbahn zieht.

In Taiwan funktioniert es genau umgekehrt. Jederzeit können andere ohne Vorwarnung auf die eigene Spur wechseln. Dann heißt es schnell ausweichen und darauf bauen, dass der eigene Hintermann aufpasst. Das hat auch Vorteile: Angenommen, ich gerate in einer Einbahnstraße frontal in einen Pulk entgegenkommender Roller. In Deutschland hieße das: kreischende Bremsen, schepperndes Blech und Überstunden für die Polizei.

In Taipeh würden die Motorroller sich teilen wie ein Fischschwarm, links und rechts vorbeirauschen und sich hinter mir wieder schließen, und niemand wäre auch nur vom Gas gegangen.

3. Regel: Alles passt auf einen Motorroller.

Scooter Transport

Ob der halbe Hausrat, die ganze Familie, explosive Gasflaschen oder der treue Golden Retriever – es gibt nichts, was Taiwaner nicht auf zwei Rädern transportieren. Und solange die Kinder wenigstens einen Schutzhelm tragen, denkt sich niemand was dabei.

Hund Transport auf Roller

Für viele Taiwaner ist der Motorroller – oft aus heimischer Produktion – die einzige Familienkutsche. Und auch, wer sich eigentlich in Auto leisten könnte, hält oft den Zweirädern die Treue, kommen sie doch flotter durch den Stadtverkehr.

An jeder roten Ampel schlängeln sie sich nach vorn durch, haben eigene Fahrspuren, und bei einem Wolkenbruch wird halt der Regenmantel unter dem Sitz hervorkramt.

4. Regel: Parkplatz ist in der kleinsten Lücke.

23 Millionen Taiwaner fahren sechs Millionen Autos, aber 14 Millionen Roller und Motorräder. Wer in Taipeh seinen Motorroller abstellen will, muss oft mehrmals um den Block fahren oder kreativ parken, denn auf jedem halbwegs legalen Stellplatz stehen schon mindestens zwei andere, Sattel an Sattel.

Am besten greift man beherzt zu und wuchtet die nebenstehenden Boliden zur Seite, sobald sich eine Lücke anbietet.

Scooter parken Straßenrand

5. Regel: Erfahrung macht den Meister.

Taiwans Fahrschüler lernen nur auf abgegrenzten Verkehrsübungsplätzen und legen dort auch die Prüfung ab. Nur wer den Schein in der Tasche hat, darf sich ins Verkehrsgetümmel stürzen – aus Sicherheitsgründen.

Wer das weiß, wundert sich über nichts mehr.


Im Vorbeigehen aufgenommen

Neulich auf der Straße gesehen: Taiwans Altmeister in der Disziplin „Effektiver Rohstofftransport auf Zweirädern im fließenden Verkehr“.

Scooter 1Scooter 2Scooter 3

Die Patriarchin

Neulich im Laden gesehen: Ein toller Film muss das sein, der in Deutschland sooo viele Zuschauer hat.

99 Millionen

Es ist übrigens „Die Patriarchin“ über die Erbin eines Kaffee-Imperiums. Drei Teile. Klingt anregend. Erstaunlich, was für DVD-Lizenzen findige Produzenten in Taiwan verkaufen können.

Die Nichtraucherin

Neulich in der U-Bahn gesehen: Audrey Tautou auf dem Plakat für „Coco Before Chanel“. Was sie da so lasziv in der Hand hält, ist eigentlich eine Zigarette.

Filmplakat Coco Before Chanel 1

Zigaretten in der U-Bahn, wo sie jeder sehen kann? Ein Unding, sagte eine gewisse „John Tung Foundation“. Und außerdem illegal.

Das Resultat: Ein armer Mensch musste mit einem dicken schwarzen Stift die Runde machen und alle Zigaretten von Hand unkenntlich machen. Hat prima geklappt, vor allem, weil die Plakate von hinten beleuchtet sind.

Filmplakat Coco Before Chanel 2

Ich hatte schon einmal etwas zum Thema „Rauchen in Taiwan“ geschrieben.


Dass der Motorroller das beliebteste Verkehrsmittel in Taipeh ist, daran habe ich mich gewöhnt. Auch daran, dass die Menschen mit ihrem Scooter alles mögliche transportieren. Aber die Selbstverständlichkeit, mit der dieser Hund auch bei voller Fahrt im dichten Verkehr ganz gelassen auf dem Trittbrett saß, hat mich dann doch überrascht.

Ein paar Straßenecken weiter habe ich die beiden dann wieder getroffen, und Frauchen hat ein Bild von uns zwei Hübschen gemacht.

Und weil wir gerade dabei sind, hier noch das chinesische Schriftzeichen für „Hund“:

gou

Spricht sich „gou“. Und zwar von der Tonhöhe erst oben, dann nach unten abfallend, dann wieder ein bisschen nach oben. Das nennt sich „dritter Ton“. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Auf dieser Website kann man das Zeichen 狗 im Wörterbuch suchen (copy/paste, direkter Link geht nicht) und sich vorsprechen lassen. Wer weiß, wozu das mal gut sein kann.

Nachtrag: Mir ist im klar, dass im Internet ständig nach so ziemlich allem gesucht wird. Dass aber jemand nur einen Tag, nachdem dieser Eintrag online steht, ausgerechnet mit den Suchbegriffen „hund scooter transportieren“ auf diese Seite gelangt (wie WordPress mir meldet), damit hätte ich nicht gerechnet.

Nachtrag II: Schon wieder einer! „hund auf dem motorroller“ – wer sucht denn nach sowas?