Ob Taiwan doch noch ein etabliertes Reiseziel für deutsche Touristen wird? Der durchschnittliche Pauschalurlauber wird sich sicherlich auch künftig kaum hierher verirren, aber einige Special Interest-Gruppen sind schon aufmerksam geworden und haben dankenswerterweise auch fleißig über ihren Taiwan-Besuch gebloggt.

Die einen kosten…

Da war zum einen eine Reisegruppe von deutschen Tee-Kennern und -Genießern, die im Oktober zwei Wochen lang durch Taiwan gereist ist und dabei offenbar hektoliterweise Tee verkostet hat – in Anbaugebieten, deren Namen ich noch nie gehört habe. Sie haben auch Teemeister und Kannen-Manufakteure besucht und ihre Reise mit vielen Fotos im Blog des „Hamburger Teespeichers“ dokumentiert. Hier stehen alle Beiträge auf einen Blick.

Durch unsere Chinareise im letzten Jahr hatte wir ja schon eine Idee, wie es in Taiwan werden könnte. Doch ich muss sagen, dass ich mich total getäuscht habe.  Taiwan ist ganz anders als Festlandchina. Die Taiwanesen habe eine wundervolle Art mit den Besuchern ihres Landes umzugehen. Die Leute sind mehr als freundlich und hilfsbereit, auch wenn sie kein Englisch verstehen. Sie freuen sich aber ein Loch in den Bauch, wenn sie merken, dass man ein paar Brocken Chinesisch kann. Ich habe jetzt durch die Teereise viel von Land und Leuten gesehen und kann nur sagen, dass ich mein Herz komplett an Taiwan verloren habe. Es ist ein tolles Land und ich kann nur jedem empfehlen dieses kleine Paradies mal zu besuchen.

…die anderen strampeln

Fast zur gleichen zeit war eine Radreisegruppe des Veranstalters „China by Bike“ in Taiwan unterwegs und hat ebenfalls fleißig über ihre Erlebnisse gebloggt – und das sehr lesenswert und manchmal fast poetisch.

Taiwan ist ein Traum für alle Fahrradfahrer. Jede Polizeistation hat Luftpumpen, Flickzeug, Schläuche und eine positive Einstellung für alle Radfahrer. In leuchtend grünen Kästen liegen alle nötigen Utensilien. Leuchtend grün sind auch die Reisfelder durch die wir hindurchfegen. Aufgeteilt in kleine Pulks sausen wir durch die fast autofreie Traumlandschaft. Nur Fliegen ist schöner.

Es ist schwer zu jubilieren, wenn man den halben Tag im Regen gefahren ist, aber warum eigentlich nicht? Die Strecke war ruhig und wunderschön, die Blicke gingen in wolkenverhangene Berge und in Täler mit rauschenden Bächen, chinesische Tuschemaler hätten sich die Finger wundgekritzelt. Nix los auf dem Weg, alles ruhig, das Wasser hat uns heute die Geräuschkulisse geliefert.

Sonst wird er gegessen. Derzeit hat der junge Bambus „Meiren tui“ („Füße schöner Menschen“, es gibt sehr viele verschiedene Bambus-Sorten) Saison, man kann ihn überall an den taiwanischen Landstraßen erwerben. Aber vor allem wogt er wild am Straßenrand. Ein wolkenverhangener und fast stürmischer Tag, passend zum Pazifik, dem großen weiten Meer. Der Wind kommt fairerweise von allen Seiten, komisch, man segelt durch die Gegend und hinter der nächsten Biegung fährt man gegen eine Wand.

Alle Blogeinträge auf einen Blick: Hier (Start) und hier (Ende der Reise).

Sogar Taiwans nationale Nachrichtenagentur CNA ist auf die deutschen Radler und ihre mehr als 700 Kilometer lange Tour aufmerksam geworden, hat sie kontaktiert und diesen Bericht verfasst. Der letzte Ansatz ist unbezahlbar:

The cultural experience seemed to have not only impressed the Germans but also Taiwanese people, according to local tour guide Hsu Chung-hsiang.  „These guys love beer,“ Hsu said. „Instead of drinking tea while sitting in a boat on Sun Moon Lake, they drank tons of Taiwan Beer.“

Die einen sind drin…

In der Leiste rechts liste ich alle deutschen Taiwan-Blogs auf, die ich für lesenswert halte und – vor allem – die aktuell aktiv sind. Es gibt zwei Neuzugänge:

Leben als Waiguoren

Gaby kommt aus der Schweiz und arbeitet seit September 2010 in Taipeh. Wo, weiß ich, da ich sie persönlich kenne – aber ich bin mir nicht sicher, ob sie es im Netz lesen möchte. Sie schreibt viel regelmäißger als ich über ihre Alltagserlebnisse in Taiwan, und auch über Reisen nach Korea, Australien usw. Und auch das hat sie mir voraus: Sie hat schon selbst Dumplings gemacht.

Alexweltweit

Alex‘ Blog hatte ich vor längerer Zeit schon einmal regelmäßig verfolgt, aber dann setzte er sich samt Begleitung von Taiwan nach Australien ab und verschwand somit von meinem Radar. Seit September lebt er nun wieder in Taiwan, und zwar mit Working Holiday Visum und derzeit in Taichung – was einige interessante Beobachtungen des Lebens außerhalb von Taipeh verspricht.

…die anderen sind draußen

Eine ganze Reihe Blogs ist mittlerweile offenbar still eingeschlafen, und ich habe sie aus der Blogroll entfernt. Lest aber ruhig noch einmal nach, es findet sich dort viel Interessantes.

Wir nehmen Abschied von…

  • http://andreasintaiwan.blogspot.com/
  • http://dhelmdach.wordpress.com/
  • http://fiona-taiwan.blogspot.com/
  • http://daniattaiwan.blogspot.com/
  • http://johannes-in-taiwan.blogspot.com/
  • http://robertintaiwan.blogger.de/
  • http://vikintaipei.blogspot.com/

Und was lest Ihr?

Wer noch ein lesenswertes deutsches Taiwan-Blog kennt – bitte unbedingt nennen!

Dann war da noch…

…ein Artikel des neuen deutschen Vertreters (also Botschafters) in Taipeh, Dr. Michael Zickerick, zu seinem Amtsantritt. Er stand in der China Post, und ich war bisher nicht dazu gekommen, ihn hier zu veröffentlichen.

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