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Wie deutsche Blogger Taiwan sehen

Ist Taiwans Erziehungssystem tauglich für die eigenen Kinder, wo ist die U-Bahn am schönsten, und wo finden sich Oasen in der Stadt? Um solche Themen ging es in den vergangenen Wochen in den deutschsprachigen Taiwan-Blogs.

Wie es sich aufwächst

Ludigels kleiner Sohn hat sein erstes Wort gesagt: Nicht „Mama“ oder „Papa“, sondern den Namen einer Firma, der im Werbespot immer so schön gesungen wird. Kinder in Taiwan brauchen gar kein eigenes iPad, wie man es zuletzt so häufig sieht. Die audiovisuelle Reizüberflutung kann auch auf bewährte Art aus dem Fernsehen kommen.

Bei Frau und Schwiegermutter ist es nicht raus zu kriegen, das der riesige Flachbildfernseher den ganzen verdammten Tag läuft und Junior immer in Richtung TV gedreht wird. Wenn man dann mit ihm spielen will, muss man mit einer Horde Taiwaner konkurrieren, die gerade dabei sind an einer kreischenden Minirock-Xiaojie irgendwelche Schubsereien vorzunehmen, oder sie mit dem Taxi oder Blue-Truck zu überfahren. Super.

 

Kinder Orchester Taiwan

In einer ähnlichen Situation ist Dennis, der auch vor kurzem Vater geworden ist. Er macht sich grundlegende Gedanken darüber, ob Taiwan aus deutscher Sicht der optimale Ort ist, eine Tochter großzuziehen.

Was mich angeht, so kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, meine Tochter in Taiwan zur Schule gehen zu lassen, den ganzen Tag zu lernen, den Druck des taiwanischen Bildungssystems auszusetzen und für dieses System auch noch Geld zu bezahlen!! Ich denke, die Bildungsfrage könnte ein Grund sein, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Das deutsche Bildungssystem zählt natürlich auch nicht zu den besten der Welt, aber in Deutschland können Kinder neben dem Lernen auch noch ihre Kindheit genießen.

 

Was bewegt

Für Radio Taiwan International wirft Reporter Frank Pevec einen Blick auf die schönen Seiten der U-Bahnen in Taipeh und Kaohsiung und entdeckt Kleinkunst an unerwarteten Orten.

Taipei Rolltreppe U-Bahn

Wie sich Stadt erlebt

Ludigel berichtet, wie er und sein Auto einen heftigen Taifun wohlbehalten überstanden haben, von einem unerwartet ansehlichen Stadtviertel in Neihu, und von kleinen Fluchten aus der Betonwüste in die grünen Hügel rund um Taipeh.

Taiwan Wanderweg Wald

Vor einem Jahr…

…habe auch ich mir Gedanken über unschöne Fassaden gemacht, und über das Leben dahinter: Wie Taiwaner wohnen

Vor zwei Jahren…

…habe ich hier über Deutsche in Taiwan geschrieben, und was Taiwaner über sie denken: Und täglich grüßt die Schweinshaxe

Vor drei Jahren…

…hatte Taifun Morakot für Verwüstungen gesorgt und Taiwan in die deutsche Tagesschau gebracht. Der Grund waren weniger die Opferzahlen, sondern der spektakuläre Sturz eines Hotels in die Fluten. Außerdem hatte Kollege Dennis Gastmann für eine Folge seiner NDR-Reihe „Mit 80.000 Fragen um die Welt“ in Taiwan gedreht.

Vor vier Jahren…

…wurde ich gegen Ende meines ersten Taiwan-Aufenthalts von Deutsch-Studenten der Soochow-Universität fürs Campusradio interviewt.

Ich empfehle auch einen regelmäßigen Blick ins deutsche Forum von Deutschland.tw bzw. Forumosa.com. Weitere deutschsprachige Taiwan-Informationsquellen nenne ich hier. Und Hinweise auf alles, was ich übersehen habe, sind immer willkommen.


Ich habe in Taipeh ja schon einiges ausprobiert, aber eines steht mir noch bevor: Eine U-Bahn-Fahrt mit Fahrrad. Das hat sich einfach noch nicht ergeben. Und ich werde den Verdacht nicht los: Das liegt auch an den Bestimmungen.

Nicht etwa, dass Radfahrer unerwünscht sind. Im Gegenteil – in vielen MRT-Stationen liegen sogar Broschüren aus, die Menschen wie mich ermuntern sollen, ihre beiden Lieblings-Verkehrsmittel zu kombinieren.

Ich fasse mal zusammen, was da drin steht.

Radfahrer sind willkommen in der MRT!

(Man denke sich Slogans, in denen Schlagworte vorkommen wie: Green Lifestyle, Low-Carbon, Healthy Living und dergleichen mehr.)

Aber…

…nur am Anfang und Ende jedes Zuges

Im ersten und letzten Wagen finden sich je acht Stehplätze für Radfahrer. Die übrigens Wagons sind tabu – egal, wie voll oder leer es dort ist.

…nicht in jeder Station

Dass die braune MRT-Linie keinen Platz für Räder bietet, ist nachvollziehbar. Schließlich ähnelt sie eher der Besucher-Hochbahn im Heidepark Soltau als einer ausgewachsenen Metro. Aber auch auf den anderen Linien sind einige Stationen no-roll-area für Zweiräder:

Nun gut, der Hauptbahnhof ist Taipehs berüchtigter Nahverkehrs-Hauptknotenpunkt, und es würde sicherlich die Situation nicht entspannen, wenn sich auch noch Fahrräder durch die Massen drängen.

Dass man an diesem Knotenpunkt nun mit Rad nicht einmal umsteigen darf, macht es dann doch recht kompliziert. Angenommen, ich komme mit der blauen Linie aus Richtung Taipei 101 und möchte mit der roten Linie nach Danshui (ach nein, Tamsui) fahren. Dann müsste ich über Taipei Main Station hinaus fahren, in Ximen in die hellgrüne Linie umsteigen, zwei Stationen zur CKS Memorial Hall fahren und dort in die rote Linie wechseln, mit der ich kurz darauf wieder den Hauptbahnhof passiere.

Von Zuwiderhandlungen wird streng abgeraten, schließlich steht in Taipehs MRT schon mit einem Bein im Gefängnis, wer nur sein Handy an einer Steckdose auflädt.

Die übrigen off limit-Stationen sind entweder Umsteigestationen wie Zhongxiao Fuxing und Guting, bedienen den Shilin-Nachtmarkt (Jiantan), sind Endhaltestellen (Fu Jen University, Nangang Exhibition Center) und stehen ohne nachvollziehbaren Grund auf dieser Liste (Shipai).

…nur an Wochenenden und Feiertagen

Ja, das stimmt. An Wochentagen haben Fahrräder in Taipehs U-Bahn nichts verloren, egal zu welcher Zeit. Das macht die Crux des Systems deutlich: Fahrräder gelten aus Sicht der Verantwortlichen nicht als Verkehrsmittel, sondern als Sport- und Freizeitgeräte. Zielgruppe dieser Regeln sind nicht Pendler, sondern Ausflügler.

…es kostet

Aus Hamburg war ich es gewohnt, mein Rad gratis mit in die U-Bahn zu nehmen. Warum auch nicht? Schließlich zahle ich ja schon für mich selbst. In Taipeh dagegen wird für jede Fahrt zusätzlich zum normalen Preis ein 80-NTD-Fahrradticket fällig. Das ist etwa dreimal so teuer wie eine durchschnittliche Fahrt für eine Person. Einmal wohin und zurück kostet mit 160 NT$ (knapp fünf Euro) etwa so viel wie ein einfaches Mittagessen für zwei. Da überlegt man es sich nicht nur einmal, ob es die Mühe wert ist.

Und nun?

Wer einige dieser Regeln nicht nachvollziehen kann und trotzdem unter der Woche überall legal und gratis mit Rad in der MRT fahren will, kann sich ein Klapprad zulegen. Zusammengefaltet und in einer Tasche verstaut, gilt es als normales Gepäck und kann überall hin mitgenommen werden.

Oder man stürzt sich ins Verkehrsgetümmel.





Taipeh hat die modernste und am besten durchdachte U-Bahn, die ich je erlebt habe. Das ist auch gut so, bei den Menschenmassen zur Rush-Hour.

Züge teilweise im Zwei-Minuten-Takt, saubere Stationen mit kurzen Wegen, perfekte Ausschilderung (auch englisch), ein unheimlich praktisches Aufladekarten-Funkchip-System (einfach die Brieftasche ans Lesegerät halten und durchs Drehkreuz gehen). Das ist der Vorteil daran, wenn man erst in den neunziger Jahren anfängt, ein Netz zu bauen. Und es wird fleißig weiter gebuddelt.

Für mich hat die Sache nur zwei Haken: Das Liniennetz ist noch etwas lückenhaft, und die Züge fahren nur bis kurz nach Mitternacht.

Aus Sicht der Betreiber gibt es offenbar nur ein Problem, und das sieht so aus:

Auf den ersten Blick eine ganz normale Rolltreppe. Tatsächlich aber eine fiese Todesfalle, vor deren Benutzung man die Fahrgäste unbedingt warnen muss. Diesen Eindruck muss jedenfalls gewinnen, wer solche Schilder sieht:

Was Taipeh an der Ausschilderung von Straßennamen spart, steckt es in Rolltreppen-Warnschilder. Und die Kreativität der Rolltreppen-Warnschild-Designer ist beträchtlich. Alle nun folgenden Beispiele habe ich in einer einzigen U-Bahn-Station auf dem Weg vom Bahnsteig zum Ausgang fotografiert: (mehr …)