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Entries tagged with “Ureinwohner”.


Taiwan’s president and the Chinese heritage

Taiwan’s president Ma often stresses that Taiwanese are ethnic Chinese, even though this cannot be said of all citizens. With his latest quote on the subject, he might cause new controversy.

Ma Ying-jeou recently gave an interview to several reporters working for foreign media. During this interview, he is quoted as having said:

All our efforts in Taiwan have aimed at showing ethnic Chinese societies around the world that the imported concept of democracy can take root, germinate, and grow into a big tree on purely ethnic Chinese soil.

This quote appears identically in at least two reports:

This could either mean that Ma answered in English and was quoted verbatim, but that is unlikely since he refrains from giving English interviews ever since feeling misquoted by AP a few years ago. Or it could mean that he answered in Chinese and both journalists quoted from the official English translation which is usually provided by the Presidential Office staff who record all interviews.

Tsou Aborigine Taiwan

Taiwanese? Definitely! Ethnical Chinese? No.

Who do you call Chinese?

It probably goes without saying that President Ma calling Taiwan’s society „purely ethnic Chinese soil“ has the potential to be highly controversial. (mehr …)


Zähne ziehen im Auftrag des Herrn

Die meisten westlichen Ausländer in Taiwan kommen und gehen. Neulich aber stand ich hier am Grab eines Mannes, der vor fast 150 Jahren nach Taiwan kam und wirklich Spuren hinterlassen hat.

George Mackay war 27, als er sich von Kanada auf den Weg in den Fernen Osten machte. Der presbyterianische Pastor ging in Taiwans Norden, als erster christlicher Missionar überhaupt.

Taiwan Mackay Grab

Taiwan, der Wilde Osten

Im Jahr 1872 war Taiwan so etwas wie der „Wilde Osten“ des chinesischen Kaiserreichs: Ein rauer, malariaverseuchter Außenposten, wo (mehr …)


Taiwan-News auf Deutsch übersetzt

Der zweiwöchentliche Newsletter der Münchner Taipeh-Vertretung (s.u.) beschäftigt sich dieses Mal u.a. mit folgenden Themen:

  • Offizieller Besuch zum Jahresanfang aus Europa
  • Außenhandel wächst kräftig
  • Zehntausende demonstrieren in Taipeh

Regierungskritische Demo in Taipeh

http://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151229751788295&set=a.383404963294.159525.234843808294

Am 13. Januar marschierten wohl zwischen 100.000 und 200.000 Menschen durch Taipeh, um gegen die Regierungspolitik zu demonstrieren. Aufgerufen hatte die DPP, Taiwans größte Oppositionspartei. Es beteiligten sich dann viele Bürgerrechts- und Umweltschutzgruppen, die für ihre eigenen Anliegen warben: Mehr soziale Gerechtigkeit, weniger Zerstörung im Namen der wirtschaftlichen „Entwicklung“, Abkehr von der Atomkraft, Schutz der Medienvielfalt.

Meine Fotos von der Demonstration

Der Sprecher des Präsidialamtes, Fan Chiang Tai-chi, erklärte zu der sonntäglichen Demonstration, das Wohlergehen der Bevölkerung und die positive Entwicklung der Nation seien Herzensangelegenheiten von Präsident Ma und Premierminister Chen. Auf die Hauptforderungen der Demonstranten erwiderte er, dass Ma sich stets für eine allumfassende Pressefreiheit eingesetzt habe. (…) Und er betonte: “Wir respektieren das Recht auf öffentliche Protestveranstaltungen. Die Anliegen der Bevölkerung, ihre Kritik und ihre Beschwerden nehmen wir sehr ernst und reagieren entsprechend darauf, wie es für eine verantwortungsvolle Regierung selbstverständlich ist.“

Lesetipp: Taiwans Studentenbewegung gegen ein Medienmonopol

Und: Frühere Besuche von Politikern aus Europa in Taiwan

Taiwan, Japan und die „Trostfrauen“

Noch nicht veröffentlicht hatte ich hier die vorletzte Ausgabe des Newsletters mit diesen Themen:

  • Ureinwohnerpartei gegründet
  • Ma fordert Gerechtigkeit für Trostfrauen
  • Premier Chen fordert wirtschaftliche Integration
  • Taiwan begrüßt das neue Jahr

Trostfrauen wurden im Zweiten Weltkrieg vom japanischen Militär gezwungen, sich in eigens eingerichteten Militärbordellen, den japanischen Militärangehörigen für sexuelle Dienste zur Verfügung zu stellen. (…) Von den ursprünglich 58 Trostfrauen, die die Taipei Women’s Rescue Foundation bei ihrer Gründung vor 20 Jahren betreute, leben heute nur noch acht. Erst im November war die bis dahin älteste Überlebende im Alter von 95 Jahren in Taipeh verstorben.

Lesetipp: Taiwan und Japan – eine komplizierte Geschichte

Wer die PDF-Dateien künftig direkt erhalten möchte, kann sich in München bei svenja.weidinger (at) gmx.net melden.

Weitere deutsche Quellen für regelmäßige Neuigkeiten:


Eine Folge aus meiner Taiwan-Kolumne im heimatlichen Anzeigenblatt.

„Ganz schön verbaut hier!“ Das war mein allererster Eindruck von Taiwan, als ich vor bald vier Jahren landete. Überall Wohnhäuser, Straßen, Brücken und rund um Taipeh Satellitenstädte, die fließend ineinander übergehen. Menschenleere Landschaft wie in meiner norddeutschen Heimat, über die man einfach mal den Blick schweifen lassen kann, gibt es hier wohl nicht – dachte ich. Doch da hatte ich mich getäuscht.

Taiwan ist wirklich ein Land der Extreme. Kleiner als Niedersachsen, hat es etwa dreimal so viele Einwohner. Die drängeln sich zum allergrößten Teil in der westlichen Küstenebene, wo auch die Hauptstadt Taipeh liegt. Zwei Drittel der Insel aber sind kaum besiedelt, denn da ragt von der Nord- bis zur Südspitze ein Gebirge auf, vor dem die deutschen Alpen nur als Hügelkette durchgehen würden. Weil Taiwan an einer Plattengrenze liegt, haben sich hier die höchsten Berge Asiens östlich des Himalaya aufgetürmt, mit mehr als 200 Gipfeln über 3000 Meter. Der höchste überragt mit 3952 Metern noch den Fujiyama in Japan, heißt Jadeberg, und jeder Taiwaner hat sich fest vorgenommen, ihn einmal im Leben zu erklimmen. Da steht mir noch was bevor.

Bequemer zu erreichen ist eines von Taiwans spektakulärsten Naturwundern an der Nordostküste: Die Taroko-Schlucht. Wo ein Fluss über Jahrmillionen sein Bett gegraben hat, windet sich hier eine schmale Straße 20 Kilometer lang zwischen Marmor-Felswänden hindurch, die zu beiden Seiten hunderte Meter senkrecht in die Höhe steigen. Ein atemberaubener Anblick, vor dem jede Weitwinkel-Kamera versagt. Steinige Wanderwege führen in Seitentäler, Hängebrücken überspannen Abgründe, Wasserfälle stürzen in die Tiefe. Manche Wege sind gesperrt, weil die Natur sich durch Erdrutsche und Steinschläge zurückholt, was der Mensch ihr abgerungen hat.

Ursprünglich gab es hier keine Touristen, sondern nur Eingeborenenstämme, die auf uralten Trampelpfaden zur Jagd gingen oder von Dorf zu Dorf zogen. Manchmal kombinierten sie beides, denn Taiwans Ureinwohner waren berüchtigte Kopfjäger, wovon auch die frühen chinesischen Siedler sie nicht abbringen konnten. Erst die japanischen Kolonialherren bauten Anfang des 20. Jahrhunderts Straßen in die Berge, um die Stämme unter Kontrolle zu bringen.

Nachdem 1949 die nationalchinesische Armee nach Taiwan geflüchtet war und zehntausende Soldaten beschäftigt werden mussten, ließ die Regierung sie die jetzige Straße ins Bergmassiv schlagen. Hoch an einer Felswand erinnert der „Schrein des ewigen Frühlings“ an hunderte Arbeiter, die bei den waghalsigen Sprengarbeiten ums Leben kamen.

Taiwans Ureinwohner jagen heute höchstens noch Wildschweine. Wie in Amerika oder Australien haben viele sich unter Aufgabe ihrer Traditionen in die moderne Gesellschaft integriert. Andere versuchen, in ihren angestammten Gebieten ihre Geschicke möglichst selbst zu bestimmen – so sehr im Einklang mit der Natur, wie es heute noch möglich ist. In der Taroko-Schlucht verkaufen sie Schnitzereien an Touristen, und Kinder führen abends im Hotel traditionelle Tänze und Kostüme vor – ein Projekt, um benachteiligten Familien zu helfen und um daran zu erinnern, dass Taiwans ursprüngliche Bewohner keine Chinesen sind.