Autoren, Bücher, Themen: Deutschland und Taiwan haben sich viel zu sagen

„German Stories“ stand dieses Jahr ganz groß über der Taipei International Book Exhibition. Deutschland war das offizielle Gastland. Viele bekannte Autoren waren gekommen und hatten ihre Geschichten mitgebracht. Wieso interessiert das die Taiwaner? Darüber habe ich u.a. mit Miriam Meckel und Ferdinand von Schirach gesprochen.

Foto: Terry Lin @ Goethe-Institut Taipei

Insgesamt waren 13 deutsche Autoren vor Ort. Der Auftritt wurde von der Franfurter Buchmesse, dem Deutschen Institut und dem Goethe-Institut in Taipeh gemeinsam gestaltet.

„Es gibt viele Themen, die uns sowohl in Deutschland als auch in Taiwan beschäftigen“, sagte Jens Rösler, der Leiter des Goethe-Instituts. Auf dieser Buchmesse standen vor allem zwei Themenkomplexe im Mittelpunkt: Wie Technologie unser Leben verändert. Und der Umgang mit dunklen Seiten der eigenen Geschichte.

Ich war nicht nur aus Privatinteresse auf der Messe unterwegs, sondern auch um zu berichten.

Auf WDR 3 konnte ich mich in der Sendung „Kultur am Mittag“ zehn Minuten lang mit der Moderatorin unterhalten und ihr erzählen, was ich rund um die Messe erfahren habe. Hier ist unser Gespräch online. 

Auch auf WDR 5 in der Sendung  „Scala“hatte ich ein nicht ganz so ausführliches Gespräch. Sie können es hier anhören: Deutsche Verlage und Bücher zu Gast in Taiwan

Für das Goethe-Institut habe ich eine Reihe von Texten geschrieben, die noch auf Chinesisch übersetzt werden. Die deutschen und die chinesischen Fassungen finden Sie dann auf der Website des Goethe-Instituts Taipei.

Besonders interessant war es, die Autoren Ferdinand von Schirach und Miriam Meckel zu treffen.

Taiwan-Neuling: Ferdinand von Schirach

Der Anwalt von Schirach hat mit seinen von realen Fällen inspirierten Justizkrimis nicht nur in Deutschland riesigen Erfolg, sie verkaufen sich auch in Taiwan sehr gut. Acht seiner Bücher wurden hier übersetzt.

Unterhalten habe ich mich mit ihm bei seinem ersten Besuch in Taiwan auch über juristische Themen, auf die er hier immer wieder angesprochen wurde: die Todesstrafe zum Beispiel, oder die Frage: Geschworene oder Laienrichter? Im Zuge von Taiwans Justizreform ist das ein großes Thema.

Mein Interview mit Ferdinand von Schirach können Sie komplett anhören.

Auch die Vergangenheitsbewältigung in Taiwan war ein Komplex, mit dem er und die anderen deutschen Autoren hier oft konfrontiert wurden. Die deutschen Erfahrungen im Umgang mit dem Erbe des NS-Zeit und insbesondere der DDR-Diktatur gelten hier als äußerst relevant für Taiwans Aufarbeitung der Zeit des Kriegsrechts bis 1987.

Jetzt lesen: Taiwan blickt nach Deutschland, Rainer Eppelmann reist nach Taipeh

Taiwan-Erfahrung: Miriam Meckel

Miriam Meckel ist so ein Mensch, für den eine Karriere nicht ausreicht: Journalistin, Professorin, Ex-Staatssekretärin, Buchautorin und Herausgeberin der „Wirtschaftswoche“. Puh.

Außerdem, und das wusste ich bis vor kurzem nicht: 1990 hatte sie Sinologie studiert und ein Jahr lang in Taipeh gelebt.

Foto: Terry Lin @ Goethe-Institut Taipei

Darüber wollte ich natürlich mehr erfahren. In unserem Gespräch habe ich sie also nicht nach ihrem aktuellen Buch „Mein Kopf gehört mir: Eine Reise durch die schöne neue Welt des Brainhacking“ gefragt, sondern nach ihren Erlebnissen damals in Taiwan, und ihren Eindrücken heute.

Dieses Gespräch werde ich auch demnächst veröffentlichen und dann hier teilen.


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